Inhaltsangabe
1. Die punischen Kriege und die erste römische Provinz
2. Die Sklavenkriege
3. Die Verwaltung der Provinz
4. Sizilien in den letzten Tage der Republik
5. Die Inanspruchnahme Pompeius’ und die augustäische Kolonisation
6. Siziliens Stellung in der Kaiserzeit.
7. Schlussbetrachtung
8. Bilderverzeichnis
9. Bibliografie
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1. Die punischen Kriege und die erste römische Provinz
Den Beginn der Geschichte Siziliens unter römischer Herrschaft wird durch die punischen Kriege dargestellt.
Der erste punische Krieg (264-241) beinhaltet die Intervention Roms gegen Karthago auf Sizilien. Nach dem römischen Sieg muss Karthago die Insel abtreten, die daraufhin erste röm. Provinz wird. Hieron II., der auf der Seite Roms stand und seinen Sitz in Syrakus hatte, durfte zum Dank sein Reich faktisch behalten (dazu zählen Syrakus, Heloras, Neeton, Akrai, Megora, Leontini und Tauromenium).
Zur Zeit des 2. punischen Krieges (218-201) aber starb Hieron II und sein Enkel, trat nach einigem diplomatischen Hin und Her zu Karthago über. Das hatte zur Folge dass Rom nun auch gegen die einstig verbündeten Städte auf Sizilien kämpfen musste. 1 Nach dem Ende des Krieges und der Einnahme Sizilianischer Städte (unter anderem auch Hierons ehemaliger Hauptstadt Syrakus) wurden diese von Rom für die Unterstützung Karthagos in mehr oder wenigere hartem Maße bestraft. Dazu wurden sie in 4 verschiedene Klassen eingeteilt.
Die erste Gruppe stellt die Städte mit dem Titel civitas foederatae dar. Zu diesen zählen Messana, Neetum und Tauromenium. Diese Städte waren von den ordentlichen Steuern befreit und mussten nur in besonderen Fällen Abgaben leisten.
Die zweite Gruppe der Städte trägt den Titel civitates liberae atque immunes. Diese waren auch Abgabenfrei, jedoch ohne eine vergleichbare öffentliche Versicherung, wie es bei den civitas foederatae der Fall ist.
Die größte Gruppe bilden die Gemeinden der civitates decumanae. Ihr gehören die meisten Gemeinden Siziliens an. Zu ihr gehören Aetna, Agrigentum, Agyrium, Amestratus, Apollonia, Assorus, Catina, Cephaloedium, Calacte, Entella, Gela, Haluntium, Helorus, Henna, Heraclea, Herbita, Hybla, Leontini, Tyndaris und Lipara. Das sind selbstverständlich nur die bedeutendsten Vertreter. Die Gemeinden dieser Gruppe mussten den 10. Teil ihrer Ernte nach Rom liefern. Jedoch war diese Erhebung der Abgaben wahrscheinlich keine rein römische Erfindung. Da das Gesetz, welches diese Abgaben regelt, den Namen lex hieronica trägt, scheinen die Römer nur, ein schon unter der Herrschaft Hierons geltendes System, übernommen zu haben.
1 Vgl dazu DNP 509ff. s.v. Sicilia (H.Kunz)
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Die vierte Gruppe stellen die Gemeinden dar, deren Umland zum so genannten ager publicus gemacht wurde. Das war vermutlich eine hohe Strafe dafür, dass diese Städte Rom im Krieg gegen Karthago großen Widerstand geleistet hatten.
Die diesen Gemeinden auferlegten Abgaben worden alle 5 Jahre von den Censoren verpachtet. 2 Das hatte natürlich zur Folge, dass die von Rom geforderten Abgaben vor Ort etwas höher ausgefallen sind, da die Pächter ja auch einen gewissen Gewinn damit erwirtschaften wollten.
Zum Zehnten der Ernte kamen aber noch andere Abgaben hinzu. So zum Beispiel Abgaben auf Wein, Oliven, Obst und Gemüse. Sowie eine Weidelandsteuer in Bargeld. Außerdem durften Exporte nur ins italische Festland getätigt werden. Es sei denn, der Exporteur hatte eine Ausnahmegenehmigung des Senats.
Und obendrein mussten die Küstenstädte Mannschaften und Schiffe zur Piratenabwehr stellen.
Diese große Anzahl von Tributen wurden von Rom eingetrieben, jedoch kamen dazu auch noch die örtlichen Steuern für öffentliche Bauten, Wasserversorgung, Religion etc. 3
2 Vgl. dazu RE 2501-2503 s.v. Σικελία (in der Römerzeit) (Ziegler)
3 M.I. Finley, Geschichte Siziliens und der Sizilianer ²(München 1998), Beck’sche schwarze Reihe 1256 50
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2. Die Sklavenkriege
Der Nächste Punkt der Sizilianischen Geschichte sind die Sklavenkriege. Der Grund für die Aufstände der Sklaven ist, dass auch schon in vorrömischer Zeit die Tendenz immer stärker zum Landwirtschaftlichen Großgrundbesitz (latifundien) geht. Diese Latifundien beschäftigen eine sehr große Masse an Sklaven, die durch rücksichtslose und zum Teil grausame Behandlung durch die Besitzer sich zu Aufständen zusammenschlossen. So begann der erste Aufstand 136 v. Chr. Dieser Aufstand brach in Henna unter den Sklaven des Damophilos aus. Bald darauf folgten aber auch Sklaven anderer Herren diesem Aufstand. Ebenso schlossen sich arme Bauern dem Sklavenheer an. Diese Sklavenheere verwüsteten bis 134/133 v. Chr. sehr große Teile der Insel und nahmen unter anderem auch Städte ein. Nachdem diese auch mehrere kleinere prätorianische Heere geschlagen hatten, worden unter den Konsuln der Jahre 134 v. Chr. (C. Fulvus Flaccus), 133 v. Chr. (L. Calpurnius Piso Frugi) und 132 v. Chr. (P. Rupilius) größere Heere entsandt und mit der Einnahme der Stadt Henna der Aufstand niedergeschlagen. Danach reformierte Rupilius im Jahre 131 v. Chr. mit der Hilfe von 10 Senatoren die Gerichtsordnung und erließ Verordnungen, die die kleineren Grundbesitzer stärken sollten.
104 v. Chr. aber brach ein neuer Aufstand aus. Diesmal allerdings im Westen, in der Gegend von Halikyai, Herakleia, Segesta und Lilybaeum. Ebenso fand dieser Aufstand auch im Osten der Insel Anhänger. Die Prätoren der Jahre 103 v. Chr. und 102 v. Chr. L. Luciunius Lucullus und C. Servilius konnten auch hier wieder den Aufstand nicht unterdrücken. Deshalb worde der Konsul des Jahres 101 v. Chr. M. Aquilius nach Sizilien gesandt. Doch auch er brauchte anschließend noch 2 Jahre um den Aufstand schließlich 99 v. Chr. unter Kontrolle zu bringen. 4
4 Vgl. dazu RE 2504-2505 s.v. Σικελία (in der Römerzeit) (Ziegler)
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Arbeit zitieren:
Marcel Dallinger, 2006, Die Römische Geschichte Siziliens - Historischer Hintergrund, München, GRIN Verlag GmbH
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