Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Didaktische Modelle
2.1 Was ist ein didaktisches Modell? 3
3. Die informationstheoretisch-kybernetische Didaktik
3.1 Einführung 4
3.2 Aufgabe der Didaktik 4
3.3 Der Regelkreis 5
3.4 Der informationstheoretische Ansatz 7
3.5 Unterrichtsplanung 8
3.6 Einschätzung 8
4. Die lernzielorientierte Didaktik
4.1 Einführung 9
4.2 Was ist ein Lernziel? 10
4.3 Verhaltensänderung beim Lernen 10
4.4 Aufgabe des lernzielorientierten Modells 10
4.5 Lernplanung 11
4.5.1 Sammlung von Lernzielen 12
4.5.2 Beschreibung von Lernzielen 12
4.5.3 Ordnung von Lernzielen 13
4.5.4 Entscheidung für Lernziele 14
4.6 Einschätzung 14
5. Die kritisch-kommunikative Didaktik
5.1 Einführung 15
5.2 Unterrichtsplanung unter dem Aspekt der Kommunikation 16
5.3 Unterrichtsplanung kritisch-kommunikativ 17
5.4 Einschätzung 18
6. Schluss 19
7. Literaturverzeichnis 20
1.Einleitung
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit drei verschiedenen didaktischen Modellen, die mittlerweile jedoch schon veraltet sind. Zum einem mit der informationstheoretisch-kybernetischen Didaktik von Felix von Cube, dann mit der lernzielorientierten Didaktik von Christine Möller und als letztes mit der kritisch-kommunikativen Didaktik von Rainer Winkel. Nachdem wir letztes Semester in dem Seminar „Ausgewählte Fragen der allgemeinen Didaktik“ bereits über die lerntheoretische Didaktik von Heimann, Otto und Schulz und über die lehrtheoretische Didaktik von Schulz gesprochen haben, fragte ich mich wie andere didaktische Theorien aussehen könnten und entschied mich so für dieses Thema.
Bevor ich im Hauptteil mit der Einführung in die informationstheoretischkybernetische Didaktik beginnen werde, gehe ich der Frage nach, was überhaupt ein didaktisches Modell ist. Danach werde ich die Aufgabe der bereits genannten Didaktik beschreiben und besonders auf das Regelkreismodell eingehen. Bevor ich zu einer Einschätzung über dieses Modell kommen werde, beschäftige ich mich noch kurz mit dem informationstheoretischen Ansatz in dieser Didaktik und werde darauf eingehen, wie laut von Cube eine Unterrichtsplanung in seinem Modell aussehen sollte. Wenn ich damit abgeschlossen habe, werde ich mich der lernzielorientierten Didaktik zuwenden. Nach wiederum einer kurzen Einführung werde ich der Frage nachgehen was überhaupt ein Lernziel ist und beschreibe die Verhaltensänderung, die bei Schülern nachgewiesen werden kann, wenn sie etwas gelernt haben. Daraufhin werde ich genauer auf die eigentliche Aufgabe dieses Modells eingehen und die vier Handlungsschritte der Lernplanung erläutern. Nach einer kurzen Einschätzung werde ich mich als letztes der kritisch-kommunikativen Didaktik widmen. Nachdem ich eine kurze Einführung in dieses Modell gebe, stelle ich dar, wie u.a. Rainer Winkel die Unterrichtsplanung unter dem alleinigen Aspekt der Kommunikation sieht. Danach werde ich etwas genauer auf die Unterrichtsplanung unter dem kritisch- kommunikativen Gesichtspunkt eingehen, bevor ich abermals zu einer kurzen Einschätzung dieses Modells kommen werde. Im Schlussteil meiner Hausarbeit werde ich kurz erläutern warum diese Modelle veraltet sind und warum trotzdem einzelne Aspekte in späteren Theorien wiederzufinden sind.
2. Didaktische Modelle
2.1 Was ist ein didaktisches Modell ?
Zuerst einmal muss man auf den Begriff „Didaktik“ allgemein eingehen. Didaktik bedeutet wörtlich übersetzt „Lehrkunst“, aber mit dem Wort Didaktik ist in der Erziehungswissenschaft immer das Lehren und das Lernen gemeint. Noch genauer betrachtet ist die Didaktik die Wissenschaft vom Unterricht. oder deutlicher noch die Theorie der Bildungsinhalte und Lehrpläne. 1 Laut Herbert Gudjons „ist Didaktik zu bestimmen als wissenschaftliche Reflexion von Lehr- und Lernprozessen.“ Innerhalb dieses Verständnisses von Didaktik gibt es ganz unterschiedliche Positionen, die oft in Modellen erläutert werden. 2 Herwig Blankertz und Horst Ruprecht definierten didaktische Modelle folgendermaßen: „Ein didaktisches Modell ist ein
1 Vgl. Gudjons, Herbert: Pädagogisches Grundwissen. 8. Auflage. Bad Heilbrunn 2002. S.233.
2 Ebd. S. 233.
3
erziehungswissenschaftliches Grundgebäude zur Analyse und Modellierung didaktischen Handelns in schulischen und nichtschulischen
Handlungszusammenhängen“ und „Ein didaktisches Modell stellt den Anspruch, theoretisch umfassend und praktisch folgenreich die Vorraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen des Lehrens und Lernens aufzuklären.“ 3
Die didaktischen Modelle, die ich in meiner Hausarbeit vorstelle, gehören zu den allgemein- didaktischen Modellen. Allgemein- didaktische Modelle wollen ein allgemeines und daher auch recht formales Modell für die Unterrichtsgestaltung liefern.
In den letzten 40 Jahren wurden in der alten Bundesrepublik viele solcher allgemeinen Modelle entwickelt und oft wurden sie auch zur Lehrerbildung eingesetzt. 4
3. Die informationstheoretisch- kybernetische Didaktik
3. 1 Einführung:
Die informationstheoretisch-kybernetische Didaktik hatte eine Bedeutung in den sechziger und siebziger Jahren. Sie wendet kybernetische Methoden und Begriffe auf die Planung von Unterricht an, unter der Vorraussetzung von gegebenen Zielen. Dr. rer. nat. Felix von Cube (Hauptvertreter der
kybernetisch-informationstheoretischen Didaktik) definiert die kybernetische Pädagogik folgendermaßen: „Die kybernetische Didaktik besteht in der Anwendung kybernetischer Begriffe und Methoden ... auf den Gegenstandsbereich der Erziehung und Ausbildung“ . 5 Aufgrund dieser Tatsache erhielt diese Position der Didaktik ihren Namen „Kybernetik“. Da es sich bei den kybernetischen Begriffen oftmals um einen Teilbereich der logisch-empirischen Methode handelt, stellt diese Didaktik einen Teilbereich der kritisch-rationalen Erziehungswissenschaft dar. 6 Der zentrale Begriff dieser Didaktik ist jedoch der Informationsbegriff, weil es beim Lernen grundsätzlich um die Vermittlung bzw. den Erwerb von Informationen geht. Während anfangs mal von kybernetischer und mal von
informationstheoretischer Didaktik gesprochen wurde, hat sich später schnell der Doppelname eingebürgert. 7 In der Bundeswehr und in der Industrie war die kybernetische Didaktik sehr erfolgreich. In der Schule jedoch konnte kaum Gebrauch von ihr gemacht werden. 8
3. 2 Aufgabe der Didaktik
Die informationstheoretisch-kybernetische Didaktik begreift Lernen und Lehren als wichtigen Bezugsbereich didaktischer Theoriebildung. Dennoch ist diese Didaktik nicht schlechthin auf das Lernen und Lehren bezogen. Sie grenzt sich auf ein Teil dieses Gesamtbereiches ein. 1967 erstellt Frank ein Modell vom pädagogischen Raum, das das Anliegen der Didaktik deutlich machen soll. In diesem Modell sind, wie die Elementarstrukturen im Berliner
3 Jank, Werner/Meyer, Hilbert: Didaktische Modelle. Frankfurt 1991. S. 92.
4 Ebd. S. 93.
5 Schröder: Studienbuch Allgemeine Didaktik. S. 205.
6 Vgl. von Cube, Felix: Die kybernetisch- informationstheoretische Didaktik. In: Gudjons, Herbert; Winkel, Rainer (Hg): Didaktische Theorien. 9. Auflage. Hamburg 1997. S.68.
7 Vgl. Peterßen, Wilhelm H.: Lehrbuch Allgemeine Didaktik. 6. Auflage. München 2001. S. 174f.
8 Vgl. Gudjons: Pädagogisches Grundwissen. S .243.
4
Modell, sechs verschiedene Dimensionen dargestellt, denen jeweils eine Frage zugeordnet wird: Lehrziel
Lehrstoff Lehralgorithmus Medium Psychostruktur Soziostruktur Wenn man sich nun diese Fragen anschaut, entsteht schnell der Eindruck, dass diese Didaktik hauptsächlich auf die Methodenfrage beschränkt ist. Die Methode steht hier jedoch nur im weitesten Sinne im Mittelpunkt. 9 Eine bekannte Didaktik Definition von v. Cube hierzu lautet: „Unter Didaktik verstehen wir die Wissenschaft von den prinzipiellen Eingriffsmöglichkeiten und Konstruktionsmöglichkeiten im Bereich individueller und sozialer Lernprozesse des Menschen“ 10 Hier wird deutlich, dass Didaktik nicht nur auf die Methodik bezogen ist. Die Aufgabe der Didaktik ist es, Strategien der Lehre zu entwickeln oder zu verbessern, damit Lernen so effizient wie nur möglich gemacht werden kann. Die Voraussetzung der
informationstheoretisch- kybernetischen Didaktik ist nun, dass eine solche Steuerung möglich ist und das Lernen überhaupt steuerbar ist. Die Aufgabe dieser Didaktik besteht dann darin, für jede erdenkliche Lehr- und Lernsituation die optimale Strategie zu finden, so, dass die Komplexe Zeit, Aufwand, Nebenwirkungen und subjektive Zustände des Adressaten so geordnet sind, dass das vorgegebene Lernziel am besten erreicht werden kann mit möglichst geringem Aufwand und am besten mit wenigen unerwünschten Nebenwirkungen. 11 V. Cube definiert zu dieser Aussage folgendes: „Erziehungs- und Lehrstrategien können nach unterschiedlichen Lehrkonzeptionen optimiert werden: Zeit, Aufwand, Nebenwirkungen und subjektiven Zustände des Adressaten.“ 12
Die informationstheoretisch-kybernetische Didaktik geht also von der Regelbarkeit von Lehr- und Lernprozessen aus, indem man Lehrstrategien so entwickelt, dass der Unterricht höchst effizient bleibt.
3. 3 Der Regelkreis
In der Kybernetik werden erziehungswissenschaftliche Prozesse der Zielsetzung und Zielverwirklichung analog dem Regelkreismodell gesehen. 13 v. Cube unterscheidet in der Erziehungswissenschaft zwischen Erziehung und Ausbildung. Obwohl die Begriffe Erziehung und Ausbildung in der Literaturwissenschaft eine unterschiedliche Bedeutung haben, enthalten im Prinzip beide denselben Kern. „Erziehung und Ausbildung bezeichnen einen Prozess, bei dem Adressaten unter ständiger Korrektur zu einem gegebenen Erziehungsziel oder Ausbildungsziel gesteuert werden. Weiter gilt, dass die Verhaltensänderung der Adressaten durch Lernen erreicht werden soll und nicht durch veränderte Reizsituationen.“ 14 Die ständige Korrektur der Steuerung ist deshalb notwendig, weil der Lernende ständig äußeren Einflüssen und anderen Störfaktoren ausgesetzt ist.
9 Vgl. Peterßen: Lehrbuch Allgemeine Didaktik. S. 176ff.
10 Ebd. S.178
11 Vgl. Peterßen : Lehrbuch Allgemeine Didaktik. S.178.
12 Ebd. S.178.
13 Vgl. Schröder: Studienbuch Allgemeine Didaktik. S. 205.
14 von Cube in: Gudjons/ Winkel: Didaktische Theorien. S.59.
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In der Kybernetik wird ein zielorientierter, ständig zu korrigierender Steuerungsprozess „Regelung“ genannt. Ein Ausbildungs-und
Erziehungsprozess kann somit in einem Regelkreis dargestellt werden.
Der von außen gesetzte Soll- Wert des Regelkreises stellt das jeweilige Lehr-, Ausbildungs- oder Erziehungsziel dar. Dass es einen Unterschied zwischen Erziehung und Ausbildung gibt, kommt also schon im Zielbereich zum Ausdruck. Wenn es sich um pragmatische oder kognitive Ziele handelt spricht man von Ausbildung und wenn es sich um Wertehaltungen handelt, wird umgangssprachlich von Erziehung gesprochen. Es geht jedoch bei dem Soll-Wert nicht um den Inhalt der gesetzten Ziele, sondern um den formalen Aspekt der Erziehung. 15 Auffällig ist auch, dass die Zielsetzung aus dem Regelkreis ausgeklammert ist. von Cube hält das jedoch für notwendig. Erziehung hat zwar selbstverständlich mit Zielen zu tun, aber Lernziele entstehen grundsätzlich aus subjektiven Interessen und Bedürfnissen. Sie kommen also auf nicht wissenschaftliche Weise zustande und der Didaktik als wissenschaftliche Disziplin ist es somit unmöglich Ziele zu setzen. Und selbst wenn Didaktiker Ziele setzen tun sie dies nicht als Wissenschaftler, sondern sie setzen diese aus subjektiven Interessen heraus. Außerdem ist die Untersuchung von Zielproblemen nicht die Aufgabe der Didaktik, sondern die der Erziehungswissenschaft und die Didaktik ist nur ein Teil von ihr. 16 Aus diesen Gründen schließt von Cube die Zielfrage aus seinem Regelkreis aus. Als Regler fungiert der Erzieher oder Ausbilder, der mithilfe einer Lehrstrategie versucht, ein bestimmtes Lehrziel zu erreichen. Besondere Bedeutung haben eigentlich nur zwei Lehrstrategien. Zum einem die Ordnung der Information durch den Adressaten vor der Aufnahme (z. B. Strukturierung) und zum anderem die wiederholte Darbietung der dargestellten Informationen ( z. B. Auswendig lernen).
Die Wirkung von Lehrstrategien ist immer an personale oder apersonale (technische) Medien gerichtet (Stellglieder). Wenn eine Person selbst der Träger des Unterrichts (der Steuerung) ist, spricht man von personal. Apersonal ist ein Medium, wenn z. B. mit technischen Geräten gearbeitet wird. 17 Der Begriff „Medium“ ist nicht einheitlich definiert. Die einen sprechen schon von einer Tafel oder einem Buch als Medium, andere jedoch sehen ein Buch nur als Inhalt an. Aufgrund dieser Probleme hat die kybernetisch-
15 Vgl.Schröder, Hartwig: Studienbuch Allgemeine Didaktik. Grund- und Aufbauwissen zu Lernen und Lehren im Unterricht. München 1995. S.205.
16 Vgl. Peterßen : Lehrbuch Allgemeine Didaktik. S.183.
17 Vgl. Von Cube in: Gudjons/ Winkel: Didaktische Theorien. S.60 ff.
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Jennifer Sanen, 2004, Didaktische Modelle: Einführung in die informationstheoretisch- kybernetische, lernzielorientierte und in die kritisch-kommunikative Didaktik, München, GRIN Verlag GmbH
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