Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung Seite 3
2. Über den Autor Seite 4
3.1 Was ist eine Autobiographie? Seite 5
3.2 Das Verhältnis zwischen Autobiographie und Roman Seite 9
3.3 Zur Funktionalität autobiographischen Schreibens Seite 12
4. Fazit Seite 16
Bibliographie Seite 17
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1. Einleitung
Während ich Benjamin Leberts „Crazy“ las, gingen mir einige Fragen nicht mehr aus dem Kopf. Immer wieder wunderte ich mich, wieso dieser 17 Jahre alte Junge seine Geschichte, inklusive vieler intimer und pikanter Details, veröffentlicht, an wen er sich damit wendet und was er aussagen möchte. Ich stellte mir also die Frage nach der Funktionalität.
Und auch, wenn ich das Buch absolut als Autobiographie gelesen habe, ergaben sich während der Erarbeitung des Themas einige Unklarheiten bezüglich der Gattung. Es geht mir hierbei in erster Linie um den Untertitel, der „Roman“ lautet und nicht Autobiographie. Des Weiteren hat mich die Struktur des Buches irritiert. Die voneinander eher unabhängigen Kapitel wirken auf mich wie Tagebucheinträge und nicht wie der Bericht über eine persönliche Entwicklung. Das Buch enthält einige stilistische Elemente, die dem Roman angehören, nicht der Autobiographie.
In dieser Arbeit möchte ich diesen Fragen auf den Grund gehen und klären, ob „Crazy“ eine Autobiographie, ein autobiographischer Roman oder ein Roman ist.
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2. 1 Über den Autor
Benjamin Lebert ist 1982 in Freiburg im Breisgau, als Sohn eines Ingenieurs und einer Heilpraktikerin, geboren. Er hat seit seiner Geburt einen Halbseitenspasmus, weswegen er seine linke Körperhälfte nur mit Mühe bewegen kann.
1990 ist er mit seiner Familie nach München gezogen. Wegen seiner schlechten schulischen Leistungen musste er auffallend oft die Schule wechseln. Das Internat Schloss Neuseelen, wo seine Geschichte spielt, ist bereits die fünfte Schule die er besucht. Seine Eltern haben die Hoffnung, er würde hier die achte Klasse und letztendlich auch sein Abitur bestehen. Leider schafft er das Schuljahr nicht und muss das Internat nach einem Jahr wieder verlassen.
Mit siebzehn Jahren schreibt er seinen ersten Roman „Crazy“. Der zweite folgt 2003 und trägt den Titel „Der Vogel ist ein Rabe“.
Seither hat er mit 21 Jahren seinen Hauptschulabschluss nachgemacht, ist nach Berlin gezogen und schreibt Kolumnen für verschiedene Tageszeitungen.
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3.1 Was ist eine Autobiographie?
Sicher ist, dass es auf diese Frage keine kurze und eindeutige Antwort gibt. Schon seit Jahren versuchen Literaturtheoretiker die Autobiographie von anderen Gattungen abzugrenzen, entwickelten dabei etliche Definitionen, Regeln und Merkmale, mit dem Ergebnis, dass die Autobiographie derzeit „als gattungswiderständiges Phänomen“ (Wagner- Egelhaaf: 2000, S. 50) einzuordnen ist. Georg Misch sagt: „ Sie läßt sich kaum näher bestimmen als durch Erläuterung dessen, was der Ausdruck besagt: die Beschreibung (graphia) des Lebens (bios) eines Einzelnen durch diesen selbst (auto).“(Misch: 1989, S. 38)
Auch wenn diese Definition kaum etwas über die charakteristischen Merkmale einer Autobiographie aussagt, ist diese, meiner Meinung nach, die eindeutigste.
Autobiographien sind besonders vielfältige, sehr individuelle Arbeiten, die eng mit der Persönlichkeit, dem Stil und den Erfahrungen eines Autors verknüpft sind, wodurch sich automatisch jede Einzelne von der Anderen unterscheidet. Der Autor unterliegt während des Verfassens keinerlei strenger Richtlinien, die ihm vorschreiben er müsse sein gesamtes Leben, von der Kindheit bis heute, verschriftlichen, er dürfe sich nicht auf die Zukunft beziehen, er müsse in einer bestimmten Zeit schreiben oder muss eine vorgegebene Struktur befolgen. (vgl. Bruss: 1998, S. 276) Bruss sagt sogar, dass es kein einziges Merkmal gibt, welches die Autobiographie zwingend erfüllen muss, um eine Autobiographie zu sein. (vgl. Bruss: 1998, S. 265) Vermutlich ist das größte Problem der Autobiographie in Bezug auf ihre Gattungseinordnung sogar der Versuch der Einordnung selbst. Klassifikationen geben immer Regeln, Strukturen, Bedingungen und Formen vor, die auf das Schreibverhalten des Autors und auf das Leseverhalten des Lesers Einfluss haben. Selbstbiographien an sich, ihr Inhalt und Aufbau, sind aber zu eng mit ihrem Produzenten und der Zeit in der sie geschrieben werden verbunden, als das sie über Jahrzehnte hinweg ein und derselben Klassifikation unterliegen könnten. (vgl. Bruss: 1998, S. 258) Elizabeth W. Bruss spricht sich gegen die Vorgabe spezifischer Merkmale in Bezug auf die Autobiographie aus, da dies zu großen Einfluss auf das Schreibverhalten des Autors nehmen würde. Trotzdem sieht sie
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Arbeit zitieren:
Anna-Lena Mettke, 2005, Die Gattungsproblematik der Autobiographie am Beispiel von Benjamin Leberts 'Crazy', München, GRIN Verlag GmbH
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Erinnerung und Gedächtnis: Die Konzepte von Halbwachs, Assmann & C...
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