Inhaltsverzeichnis:
Der älteste Tempel von Olympia und seine Funde 1
Inhaltsverzeichnis: 2
1. Olympia 3
1.1 Topographie 3
1.2 Kurze Entstehungsgeschichte des Heiligtums 3
2. Der älteste Tempel in Olympia 5
2.1 Lage Baugeschichte und Kultproblematik des Heratempels in Olympia 5
2.2 Tempelarchitektur 7
2.2.1 Fundamente und Tempelbau 7
2.2.2 Säulen 9
2.2.3 Gebälk und Dach 9
2.2.4 Altar und Kultplatz 10
2.3 Kultbild und Weihgeschenke 11
2.4 Der Kopf der Hera 12
3. Bibliographie 14
2
1. Olympia
1.1 Topographie
Olympia liegt in Elis, einer fruchtbaren Landschaft im Westen der Peloponnes 1 , in der man mehrere Hügelketten von mäßiger Höhe finden kann. Die Kultstätte selbst liegt 43 m über dem Meeresspiegel, am rechten Ufer des Alpheios und dessen Flussbett, dem größten Fluss der Peloponnes. Im Westen wird Olympia von dem Bach Kladeos begrenzt. Die nördliche Begrenzung stellt der Kronoshügel dar, der sich 80 m über die Ebene erhebt. Das Heiligtum umfasste in griechischer Zeit eine Fläche von ca. 3,2 ha; dies entspricht einer Ost-West- Ausdehnung von 200 m und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 160 m 2 . Auf der Altis gab es mehrere Tempel und Altäre und zahlreiche Schatzhäuser mehrerer Stadtstaaten. Diese befanden sich im Norden des Heiligtums auf einer Terrasse am Fuße des Kronoshügels.
1.2 Kurze Entstehungsgeschichte des Heiligtums
Olympia, Austragungsort der antiken olympischen Spiele, war ein Heiligtum des Zeus. Man sieht die Anfänge der Kultstätte schon im 10./9. Jh., denn unter dem späteren Boden wurde „schwarze Erde“ gefunden, in der sich zahlreiche alte Weihgeschenke, vermutlich aus geometrischer Zeit, fanden; darunter kleine Nachbildungen von Pferden und Kühen, kleine Dreifüße aus Ton, Kupfer oder Bronze. Aufgrund dieser Funde geht man davon aus, dass Olympia schon sehr früh als Kultstätte verehrt wurde. Jedoch war diese sehr viel einfacher gestaltet als sie uns heute vor Augen liegt. Es gab einfache Aschenaltäre und Weihgeschenke, aber noch keine monumentale Tempelbauten. Auch eine Mauer war noch nicht vorhanden. Das Heiligtum wurde durch einen Holzzaun begrenzt der später durch eine Mauer ersetzt wurde. Die monumentalen Bauten entstanden erst später nach und nach. Der älteste Bau, der Heratempel, und einige Schatzhäuser stammen wohl aus dem 6.Jh.; jedoch ist dieses Datum bezüglich des Heratempel umstritten. Im 5.Jh. entstanden der monumentale Zeustempel, die ältere Echohalle und das Prytaneion. Das Metroon, das Philippeion, die jüngere Echohalle und der Südostbau werden ins 4.Jh. angesiedelt.
1 Metzler Lexikon Antike (2000) 155 s.v. Elis
2 H. Luckenbach, Olympia und Delphi (1904) 7 ff.
3
So blieb es auch weitestgehend bis in römische Zeit. Hier fand die größte Umgestaltung des Heiligtums durch den Bau einer neuen Mauer und der Exedra des Herodes Attikus 3 um 160 n. Chr. statt 4 . Außerdem wurden inzwischen auch außerhalb der Mauer zahlreiche Gebäude errichtet, darunter eine Südhalle und die Palästra.
Die ursprüngliche Mauer aus dem 4.Jh. verlief im Süden nach Osten und im Westen geradlinig nach Norden. Jedoch knickte sie kurz vor ihrem Ende ab um an der Südwestecke des Prytaneion zu enden. Sie war vermutlich mit fünf Toren ausgestattet. Die neue Mauer aus römischer Zeit wurde nun unter Kaiser Nero umgestaltet. Die Westmauer wurde um 3 m nach Westen verschoben und mit Torbauten im Norden und Süden und einer in der Mitte gelegenen Pforte ausgestattet. Die Südmauer wurde ein großes Stück nach Süden verschoben und mit einem großen Triumphbogen versehen 5 .
3 Herodes Attikus, griech. Redner, 102-177 n. Chr., ließ u.a. eine Wasserleitung in Olympia anlegen. Vgl.: Metzler Lexikon Antike (2000) 238 s.v. Herodes Atticus 4 Luckenbach (a.O.) 8 5 Luckenbach, (a.O.) 12
4
2. Der älteste Tempel in Olympia
2.1 Lage, Baugeschichte und Kultproblematik des Heratempels in
Olympia
Der Tempel liegt dicht am Fuße des Kronoshügels und relativ weit entfernt vom Alpheios und Kladeos. Daher blieb der Tempel vor Überschwemmungen weitestgehend verschont. Die Meinungen über den Bau des Tempels gehen weit auseinander und bezüglich des Kultes ist man sich bis heute uneinig. Nach der Elischen Überlieferung wurde „(…) der Tempel acht Jahre nach Oxylos 6 von triphylischen Baumeistern errichtet, für uns um die Jahrhundertwende etwa, (…)“ 7 . Auch Pausanias erwähnt diese Überlieferung in seinem Bericht: 8 „Von den Eleern wird behauptet, die Skillountier in Triphylien hätten den Tempel gebaut etwa acht Jahre später, als Oxylos die Herrschaft in Elis errang.“ Aufgrund dieser Überlieferung geht man davon aus, dass sich unter den jüngsten Resten des Tempels Reste von Vorgängerbauten befinden. Nach Dörpfeld befinden sich unter dem Boden des heute sichtbaren Tempels Fundamente und Reste von Fußböden zweier älterer Tempelbauten, wobei der älteste ins 11.Jh. zurückreiche. Daraus schließt Dörpfeld eine „zweimalige Erhöhung des Tempelbodens“ 9 . Dörpfeld sieht sich nicht nur durch Pausanias in seiner Vermutung bestätigt, sondern auch durch die zahlreichen Funde, die sogar unter dem Fußboden des ersten Tempels entdeckt wurden. Er erwähnt dabei besonders eine Bronzestatuette eines behelmten Mannes, die er sogar tief unter der Brandschicht gefunden hatte und somit in mykenische Zeit ansiedelt 10 . Jedoch fand man unter dem Tempel nur an wenigen stellen eine dünne Brandschicht.
Auch die Einführung des Herakultes in Olympia ist, wie bereits erwähnt, bis heute eine Streitfrage. Der Heratempel ist lange vor dem des Zeus errichtet worden, woraus man schließen könnte, dass der Herakult älter ist als der des Zeus. Dies stellt in der Forschung allerdings ein Problem dar, wobei man sich damit behalf, „(…) dass der Kult des Zeus (…) ohne Kultbild, im Freien stattfand, (…)“ 11 .
6 Oxylos wurde, nachdem er seinen Bruder versehentlich mit einem Diskus tötete verbannt und gelangte so nach Elis. O. beanspruchte nach dem Sieg der Herakliden Elis für sich und gilt als Stifter der olympischen Spiele, die nach Herakles’ Tod in Vergessenheit gerieten. Vgl.: Metzler Lexikon Antike (2000) 434 s.v. Oxylos 7 A. Mallwitz, Olympia und seine Bauten (1972) 137 8 Pausanias, Reisen in Griechenland V, 16, 1 9 W. Dörpfeld, Alt-Olympia (1935) 127/28 10 Dörpfeld, (a.O.) 202 ff.
11 A. Moustaka, in: Kyrieleis (Hrsg.), Olympia 1875-2000 (2002) 302
5
Quote paper:
Carmen Storz, 2006, Der älteste Tempel von Olympia und seine Funde, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Besetzung des Rheinlandes 1918-1930 Auswirkungen auf Deutschland u...
History Europe - Germany - World War I, Weimar Republic
Research Paper (Pre-University), 19 Pages
Sklavenarbeit bei Cato und Varro
History - World History - Early and Ancient History
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Die Krisenjahre bis 1923 - Ruhrkampf
Besetzung des Rheinlandes
History Europe - Germany - World War I, Weimar Republic
Termpaper, 18 Pages
History Europe - Germany - World War I, Weimar Republic
Intermediate Examination Paper, 44 Pages
Carmen-Bettina Storz's text Der älteste Tempel von Olympia und seine Funde is now available as a printed book
Carmen-Bettina Storz has published the text Der älteste Tempel von Olympia und seine Funde
Carmen-Bettina Storz has uploaded a new text
Griechische Heiligtümer als Erinnerungsorte
Von der Archaik bis in den Hel...
Matthias Haake, Michael Jung
0 comments