Diskountzertifikate
von: Dirk Zimmermann
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. Einleitung 1
2. Zertifikate 2
3. Diskountzertifikate 2
3.1. Konstruktion 3
3.2. Wertentwicklung 5
3.2.1. Bei steigenden Kursen 6
3.2.2. Bei stagnierenden und sinkenden Kursen 7
3.3. Steuerliche Behandlung 7
3.4. Risiken 8
3.5. Erwerb und Veräußerung 8
4. Fazit 9
Literaturverzeichnis i
Glossar iii
1. Einleitung
In Zeiten niedriger Zinsen und stillstehenden Aktienmärkten wünscht sich der Anleger eine renditestarke Alternative, jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit. Wer spekulative Anlagemöglichkeiten scheut und dennoch relativ hohe Renditen erwirtschaften möchte, für den bieten Diskountzertifikate eine Lösung. Mit Hilfe dieser Anlageform ist es möglich, auch bei stagnierenden Aktienkursen positive Erträge zu erzielen. Selbst bei fallenden Aktienkursen können Diskountzertifikate unter bestimmten Bedingungen noch Gewinne aufweisen, während eine direkte Aktienanlage zum Verlust geführt hätte. Auch für risikofreudigere Anleger stellen Diskountzertifikate eine Anlagemöglichkeit dar.1
Diese Arbeit erklärt die Funktionsweise des Diskountszertifikats, seine Chancen und Nachteile aus Sicht des Anlegers. Nachfolgend wird erläutert, wie es einem Emittenten möglich ist, solch ein Produkt anzubieten und wie es konstruiert wird. Hierbei wird ein leichtes Vorverständnis im Bereich der Finanzanlage vorausgesetzt. Ausgehend von einem konkreten Beispiel wird gezeigt, welche Gewinne bzw. Verluste unter bestimmten Entwicklungen zu erzielen sind. Dabei wird das Zertifikat mit einer direkten Anlage in Aktien verglichen. Neben der erzielten Rendite ist die Abgabe an den Fiskus für den Anleger von zentraler Bedeutung. Deshalb wird, nachdem die Funktionsweise dargelegt ist, die steuerliche Behandlung des Diskountzertifikats erläutert. Abschließend wird gezeigt, wie das Zertifikat gehandelt wird.
Die Lektüre dieser Arbeit soll den Leser in die Lage versetzen, das Diskountzertifikat zu verstehen und zu bewerten. Ein potenzieller Anleger kann für sich entscheiden, ob das Diskountzertifikat eine attraktive Alternative oder eine Ergänzung in seinem Portfolio darstellt. Zusätzlich zeigt die Arbeit, für welche Anlegertypen das Zertifikat in Frage kommt und welche erwartete Kurs- bzw. Marktentwicklung für den Kauf eines Diskountzertifikats spricht.
2. Zertifikate
Das erste Zertifikat einer deutschen Bank wurde 1990 ausgegeben. Seitdem entwickelt sich der Markt rasant und das Angebot von einfachen bis komplexen Zertifikaten ist enorm groß. Für jegliche Marktsituationen gibt es das passend strukturierte Produkt.2 Zertifikate sind Wertpapiere, die in ihrer Rechtsform einer Schuldverschreibung gleichzustellen sind. Der Wert eines Zertifikats leitet sich z. B. vom Kurs eines anderen Wertpapiers oder Index ab, man spricht von Derivaten.3 Die Vielfalt der angebotenen Zertifikate ist riesig und der Markt wächst rasant. Nach Schätzungen des Derivate Forum e.V. beträgt das Wachstum der derivativen Finanzprodukte in Deutschland im ersten Quartal 2006 11,6% und besitzt ein Gesamtvolumen von 94 Mrd €. Ende des Jahres 2005 waren es ca. 80 Mrd €.4 Rund 60% aller erwerblichen Zertifikate im deutschen Raum sind Diskountzertifikate.5 In den folgenden Abschnitten wird die gängigste Form dieser strukturierten Produkte näher erläutert.
3. Diskountzertifikate
Diskountzertifikate verbriefen das Recht auf eine Aktie, einen Index oder einen Rohstoff. Dabei bestimmt der Kurs des Referenzgegenstands, des Underlyings, die Rückzahlung am Fälligkeitstermin. Am Laufzeitende des Zertifikats ist entweder die Lieferung des Underlyings oder die Zahlung eines Ausgleichsbetrags möglich.6
Der Einstiegspreis eines Diskountzertifikats liegt stets unter dem aktuellen Kurswert der Aktie bzw. des Index. Dieser gewährte Rabatt, oder Diskount, ist der Namensgeber dieser Anlageform. Dem Vorteil des Diskounts steht allerdings eine Gewinnbegrenzung gegenüber. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Geldbetrag, der vom Kurs des Underlyings, zum Beispiel der Aktie, am Stichtag bestimmt wird. Überschreitet der Kurs den vorher festgelegten Maximalbetrag (Cap), so erhält der Anleger lediglich den Cap.7 Ein Diskountzertifikat ist somit eine Aktienanlage mit Sicherheitspuffer, dafür hingegen mit Gewinnbegrenzung. Auch wenn hier von einer Aktienanlage gesprochen wird, ist im rechtlichen Sinne, wie bereits im Punkt 2. erläutert, eine Schuldverschreibung gemeint.
[...]
1 Vgl. Pfeil, M., Pieper, C., 2004.
2 Vgl. Zertifikate Akademie, o.J.
3 Vgl. o.V., o.J.
4 Vgl. Derivate Forum e.V., 2006, S. 1.
5 Vgl. Derivate Forum e.V., 2006, S. 4.
6 Vgl. DG Verlag, 2004, S. 42.
7 Vgl. DZ BANK AG, o.J., S. 4.
Arbeit zitieren:
Dirk Zimmermann, 2006, Diskountzertifikate, München, GRIN Verlag GmbH
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