Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitende Fragestellung 3
2. Das Problem der Authentizität der Leichenrede bei Thukydides 4
3. Quelleninterpretation 5
3.1 Die Gliederung der Quelle und deren Argumentationsstruktur 5
3.2 Sprachliche Gestaltung der Quelle 7
3.3 Die Einordnung der Quelle in das Werk des Thukydides 8
3.5 Äußere Quellenkritik 10
3.6 Innere Quellenkritik 11
3.7 Der Adressat der Quelle 12
4. Systematische Bearbeitung der Quelle unter der gewählten Fragestellung 12
4.1 Die Bedeutung der Leichenrede für Perikles 12
4.2 Die Bedeutung der Leichenrede für Thukydides 13
Literaturverzeichnis 15
Primärliteratur 15
Forschungsliteratur 15
Internetquellen 15
ANMERKUNGEN 16
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1. Einleitende Fragestellung
Die Leichenrede, die Perikles im Winter 431- 430 v. Chr. gehalten haben soll, eröffnet dem heutigen Leser eine Reihe wichtiger Interpretationsansätze. In dieser Arbeit soll zum einen aufgezeigt werden, wie eine Quelleninterpretation gestaltet werden kann, zum anderen soll dies an der Leichenrede des Perikles, unter einer gewählten Fragestellung geschehen. Die Quelleninterpretation soll die Frage verfolgen, welche Motive sowohl Thukydides hatte, Perikles diese Rede halten zu lassen, als auch die Frage untersuchen, welches Motiv Perikles hätte bewegen können, diese Rede, so wie sie uns heute bekannt ist, zu halten. Vor dem Hintergrund des Peloponnesischen Krieges und der innerstaatlichen Situation in Athen, hat Perikles wohl allen Grund gehabt, die Bürger Athens zu beschwichtigen und ihnen hochachtungsvoll in seiner Rede entgegenzutreten und sich so viel Gehör wie möglich zu beschaffen. Dies wird vor allem schon in der von Thukydides gewählten Einleitung in die Leichenrede deutlich:
„Zur gegebenen Zeit trat er vom Grab weg auf eine hohe Rednerbühne, errichtet, damit er möglichst weithin von der Menge gehört werden könne, und sprach so:“ 1
Desweiteren zeigt sich in der o.g. Einleitung auch schon ein mögliches Motiv des Thukydides:
„Wenn sie (das Grab) mit Erde bedeckt haben, hält ein von der Stadt gewählter, als klug bekannter und hochangesehener Mann, die ihnen gebührende Lobrede.“ 2
Die Sympathie des Thukydides für Perikles scheint offenkundig. Somit müssen wir in unsere Überlegungen auch mit einbeziehen, dass es Thukydides auch, wenn nicht sogar als einziges, darum ging, ein Bild des Perikles für die Nachwelt zu erhalten, welches ihn besonders positiv darstellt.
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2. Das Problem der Authentizität der Leichenrede bei
Thukydides
Thukydides erwähnt Perikles in seinem Geschichtswerk „Der Peloponnesische Krieg“ nur dreimal. Dies geschieht jedes Mal im Zusammenhang mit militärischen Aktionen im Zeitraum vom Winter 432/31 v. Chr. bis zum Sommer 430 v.Chr.. Das letzte Lebensjahr des Perikles wird von Thukydides in einem Satz abgehandelt. Einzig und allein die vier Reden, die er Perikles in diesem Zeitraum halten lässt, geben Auskunft über ihn als Staats- und Kriegsmann und auch über Thukydides` Einschätzung, Meinung und Wertschätzung des selbigen. Über die Authentizität der Reden ist in der Althistorie eine starke Diskussion entbrannt, so dass man immernoch nicht sagen kann, ob die Leichenrede vom Winter 431/30 dem Wahrheitsgehalt entspricht. Thukydides schreibt zu Beginn der Reden:
„Wie aber meiner Meinung nach jeder einzelne über den jeweils
vorliegenden Fall am ehesten sprechen musste, so sind die Reden wiedergegeben und unter möglichst engem Anschluß an den Gesamtsinn des wirklich Gesagten.“ 3
Ob hier seine eigene Absicht auch zum Gelingen geführt hat, ist strittig. Die Leichenrede erhebt mehr Anspruch auf Authentizität als die übrigen, da diese traditionelle Form der Gefallenenrede, wie bei Demosthenes 338 v. Chr. und Hypereides 323 v. Chr. geschehen, oft in Abschriften vorhanden war. Gegen diese Meinung allerdings spricht Plutarch, der behauptet dass Perikles nur Volksbeschlüsse, aber keine Reden hinterlassen habe. Somit besteht nun weiterhin das Problem der Authentizität dieser Leichenrede. Im Folgenden soll diese als authentisch betrachtet werden, um sie interpretieren und den Motiven des Perikles zuordnen zu können.
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3. Quelleninterpretation
3.1 Die Gliederung der Quelle und deren Argumentationsstruktur
Bei vorliegender Quelle handelt es sich um eine fiktive Gefallenenrede aus dem Winter 431/30 v. Chr. aus dem Geschichtswerk „Der Peloponnesische Krieg“ des Thukydides, die Perikles, der Staatmann Athens, so gehalten haben soll. Nach einer Einleitung der Quelle, in der Thukydides noch einmal den Brauch und die Abfolge einer solchen Leichenfeier erläutert, ist „nun Perikles, der Sohn des Xanthippos, gewählt zu reden.“ 4 Perikles teilt seine Rede in vier Abschnitte ein. Im ersten Teil gibt er vor, diese Rede nach dem alten Brauch nicht halten zu wollen und lieber durch „die Tat […] Ehre zu bezeugen.“ 5 „Gute oder schlechte Rede“ 6 , so sagt er, könne „die Tapferkeit so vieler […] gefährden.“ 7 Perikles gibt an, es sei schwer „den rechten Ton der Rede zu treffen“ 8 , denn die von ihm erkannte Wahrheit werde beim Hörer kaum Glauben erwecken können und wer „die Zusammenhänge“ 9 erkenne, werde die Darstellung als „mangelhaft“ empfinden. Außerdem werde die Rede den Neid derer wecken, die nicht selbst daran glauben, was er ehren werde, weil sie sich selbiges selbst nicht zutrauen würden. Da es sich aber um einen Brauch der „Alten“ 10 handele, müsse er nun diese Rede halten und versuchen, dem „Wunsch und (der) Ansicht“ 11 zu entsprechen, die die Bürger Athens, Fremde und Frauen an ihn richten. Im zweiten Teil gibt Perikles an, die Vorfahren Athens ehren zu wollen. Diese hätten das Land „durch ihre Tüchtigkeit bis an den heutigen Tag in Freiheit vererbt.“ 12 Die Generation vor der jetzigen, „unsere Väter“ 13 , hätten es „nicht ohne Mühe“ 14 erworben, wohingegen die jetzt Lebenden „die Stadt in allem so gerüstet“ 15 vorfinden würden. Perikles sagt weiter, dass die Stadt durch ihre Kriegstaten Stück um Stück gewachsen sei, er aber über den Krieg selbst nicht sprechen wolle, da die Zuhörer diese Worte schon kennen würden. Perikles wolle der Ehrung der Toten eine Erklärung voranstellen, die er für „nicht unpassend (und) nützlich“ 16 halte. Er geht auf die Verfassung Athens ein, welche ein „Vorbild“ für andere sei, und „Demokratie“ heiße, weil sie auf die „Mehrheit ausgerichtet “ 17 sei. Desweiteren könnten die Bürger „das gleiche Recht“ 18 genießen. Ebenso würde niemand wegen seiner Armut daran gehindert, die Ämter zu bekleiden. Die Bürger würden „frei“ 19 leben und es gäbe Gesetze, an die man sich halten müsse und deren Übertretung „Schande“ 20 bringen würde. Desweiteren geht Perikles auf die vielen kulturellen Feste , Wettkämpfe und Opferfeiern ein, die nach der Arbeit der Erholung dienen sollten. Auch sei in Athen ein Markt vorhanden, in dem In- und Export betrieben würde. Athen sei außerdem durch seine Kriegsphilosophie hervorzuheben, denn es würde weder Fremdenaustreibungen noch Verschleierung militärischer Aktionen geben. Der Erfolg Athens sei abhängig von „entschlossenem Mut“ 21 und nicht von der
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Arbeit zitieren:
Natascha Weimar, 2006, Die Leichenrede des Perikles, München, GRIN Verlag GmbH
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