1. Einleitung 3
2. Der Begriff der Sexualität 4
3. Sozialisation 6
3.1 Begriffsbestimmung 6
3.2 Rollen und Stereotype 7
3.3 Identitätsbildung. 8
3. 4 Einfluss von Sozialisationsinstanzen auf das Sexualverhalten. 13
4. Sexualerziehung / Aufklärung nichtbehinderter und behinderter Kinder
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4.1 Sexualerziehung durch die Eltern 16
4.2 Sexualerziehung in der Schule 19
5. Sexuelle Entwicklung Nichtbehinderter und Behinderter 23
6. Pubertät. 25
7. Studien zum Sexualverhalten Behinderter. 27
8. Probleme / Schwierigkeiten von Behinderten. 30
9. Schluss. 34
Literaturverzeichnis. 35
Internet......................................................................................................... 36
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1. Einleitung
Im Rahmen unseres Studiums der Erziehungswissenschaften sind wir unter anderem auf das Thema „Behinderung und Sexualität“ aufmerksam geworden. Da wir besonderes Interesse am Teilgebiet der Sozialpädagogik haben, entschieden wir uns dazu, uns intensiver mit den Sexualitätserfahrungen von körperbehinderten- und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen. Dabei wollen wir der Frage nachgehen, inwieweit sich diese Erfahrungen möglicherweise unterscheiden. Nachdem wir im Folgenden unser Verständnis von Sexualität erläutern werden, soll sich ein erster Schwerpunkt dieser Arbeit mit den Rahmenbedingungen zur Entstehung von sexuellen Gefühlen und Verhaltensweisen beschäftigen. Konkret beinhaltet dies das komplexe Thema der Sozialisation, insbesondere das Wechselspiel von Rollen und Stereotypen, die Identitätsbildung, sowie den Einfluss von Sozialisationsinstanzen auf das Sexualverhalten. Zur Auseinandersetzung mit Themen der Sexualität ist es besonders wichtig und unerlässlich die Kinder aufzuklären. Nachdem wir also etwas zur Sexualerziehung und Aufklärung sagen werden, soll unser Blick noch einmal auf eine besondere Phase der Entwicklung Jugendlicher gelegt werden: nämlich die der Pubertät. Anschließend werden wir auf einige Studien eingehen, in denen Erfahrungen von behinderten und nichtbehinderten Kindern deutlich werden. Spätestens dann wird auch der Leser bemerken, dass beeinträchtigte Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer Behinderung einige Schwierigkeiten haben, überhaupt Erfahrungen sexueller Natur zu sammeln. Um diese Tatsache zu verdeutlichen werden wir in unserem letzten Abschnitt nochmals detailliert auf die Schwierigkeiten von Behinderten eingehen.
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2. Der Begriff der Sexualität
Der Begriff Sexualität stammt von dem lateinischen Wort sexus ab und ist mit Geschlecht zu übersetzen. Biologisch betrachtet meint Sexualität die Unterscheidung der beiden Geschlechter. Sich als Frau oder Mann zu begreifen, „ist ein Grundbedürfnis des Menschen und elementarer Bestandteil seiner Persönlichkeit“ (Weissenrieder 2003, S. 40). Sexualität beinhaltet also nicht nur die Geschlechtsidentität, sondern auch die damit zusammenhängende Geschlechterrolle.
Sexualität im heutigen Sinne wird unterteilt in physiologische und psychologische Sexualität. Die physiologische Sexualität ist angeboren und betrifft alle Menschen, ob sie behindert sind oder nicht. Das wird daran deutlich, dass „Männer eine Erektion (steifes Geschlechtsorgan) und Frauen eine Lubrikation (feuchtes Geschlechtsorgan) bekommen“ (http://www.bidok.uibk.ac.at/library/finke-liebe.html, 25.04.2006). Diese Erscheinungen sind Reflexe, das heißt, sie sind vom Willen unabhängig und nicht kontrollierbar. Der Versuch, physiologische Sexualität zu untersagen oder gar zu bestrafen, ist demzufolge sinnlos. Psychologische Sexualität hingegen ist nicht angeboren, vielmehr wird sie „durch Erfahrungen und Erlebnisse entwickelt und geschult“ (http://www.bidok.uibk.ac.at/library/finke-liebe.html, 25.04.2006). Bereits Säuglinge empfinden bei körperlicher Nähe zur Mutter oder zum Vater ein Gefühl des Glückes und lernen so „geliebt zu werden und andere lieben zu können“ (http://www.bidok.uibk.ac.at/library/finke-liebe.html, 25.04.2006). Das spätere Handeln und Denken von Kleinkindern wird durch die Verhaltensweisen der Eltern, auch im sexuellen Bereich, mitbestimmt. Somit ist die Sexualität des Menschen u.a. ein Resultat von Lern- und Anpassungsprozessen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der Bereich der Sexualität im Laufe der Zeit einen erheblichen Wandel durchlaufen hat. Heutzutage wird mit diesem Thema wesentlich offener umgegangen, wie sich z. B. in Fernsehserien und anderen Formaten dieses Mediums unschwer erkennen lässt. Nach Weissenrieder hat der „Einfluss von Familie, Religion und sozialer Schichtzugehörigkeit […] abgenommen“ (Weissenrieder 2003, S. 41). So findet Sexualität heute nicht mehr nur in einer festen Beziehung statt, sondern
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wird auch als „Erlebnismöglichkeit ohne weitergehende partnerschaftliche Verbindlichkeit“ (Weissenrieder 2003, S. 41) genutzt. Bevor man sich dem Thema Behinderung und Sexualität zuwendet, sollte die Frage gestellt werden, welche Bereiche der Begriff Sexualität umfasst. Sexualität schließt nicht nur die Genitalsexualität ein, sondern umfasst genauso „Gefühle, Erleben und Intellekt“ (Ortland 2005, S. 37). Z.B. haben „Jungen mit Mißbildungen an den Gliedmaßen […] kaum die Möglichkeit, sich selbst zu befriedigen“ (Kügerl 1994, S. 22). Sexualität hat ihren Ursprung nicht in den menschlichen Geschlechtsorganen, sondern im Kopf. Somit können sexuelle Reize mit allen Körperbereichen wahrgenommen werden.
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3. Sozialisation
3.1 Begriffsbestimmung
Zu Beginn werden wir auf den Begriff der Sozialisation und deren Bedeutung für die Sexualität eines jeden Menschen eingehen. Dabei stützen wir uns insbesondere auf die Literatur von Hans Joas und Norbert Kluge.
Allgemein kann man behaupten, dass der Begriff Sozialisation Prozesse der Menschwerdung umfasst, welche in den verschiedenen Gesellschaften auf unterschiedliche Weise stattfinden.
Genauer formuliert handelt es sich bei Sozialisation um den „Prozess, [bei dem] grundlegende Kulturelemente den Mitgliedern einer Gesellschaft [bewusst oder unbewusst] vermittelt werden“ (Joas 2003, S. 124). Dies hat zur Folge, dass „sich das Individuum den Normen, Wertvorstellungen, Erwartungen und Regeln seiner sozialkulturellen Umwelt entsprechend [zu verhalten lernt]“ (Kluge 1984, S. 281). Dabei geht es zum einen um Aneignungsprozesse, zum anderen aber auch um den Prozess der Identitätsbildung, „denn durch Sozialisation werden auch spezifische Merkmale von Individuen geformt“ (Joas 2003, S. 124). Im Rahmen unserer Thematik wären dies zum Beispiel die eigene Zuordnung zu einem Geschlecht, das Bewusstsein eines sexuellen Wesens, sowie das Verständnis von- und der Umgang mit Sexualität. Ein übergeordnetes Ziel von Sozialisationsprozessen ist „die funktionale Integration einer Gesellschaft aufrecht zu erhalten, indem sie den einzelnen Individuen die notwendigen Fähigkeiten, Fertigkeiten und die Motivation zu angemessenem Handeln in den gesellschaftlichen Institutionen vermitteln“ (Joas 2003, S. 124). „Die Struktur einer Gesellschaft beeinflusst [dabei] die Sozialisation, indem sie festlegt, welche Fertigkeiten und Motivationen gebraucht werden…, und wer welche Sozialisation durchläuft.“ (Joas 2003, S. 124) Es scheint also kein Zufall zu sein, dass es in einer Gesellschaft unterschiedliche Sozialisationsmuster für Arme und Reiche oder für Frauen und Männer gibt (vgl. Joas 2003, S. 124). Wie sieht es in diesem Zusammenhang mit der Sozialisation von Behinderten und Nichtbehinderten aus? Gibt es da auch Unterschiede?
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Des Weiteren ist zu erwähnen, dass sich das Individuum seine Sozialisation nicht aussuchen, aber dennoch beeinflussen kann. Man ist immer eingebunden in eine bestimmte Gesellschaft und einen besonderen Ort innerhalb dieser (vgl. Joas 2003, S. 125). „Was genau wir lernen … hängt von unserer Position in der Gesellschaft ab.“ (Joas 2003, S. 130) Haben Menschen mit Behinderung eine andere Position in der Gesellschaft und machen sie, wenn dem so ist, dementsprechend andere Lernerfahrungen als Nichtbehinderte?
3.2 Rollen und Stereotype
Jeder Mensch, unbedeutend welchen Geschlechts und Alters, ob behindert oder nicht, ist ein geschlechtliches Wesen. Der Prozess der Sozialisation nimmt seinen Lauf, sobald das Geschlecht des Säuglings bestimmt ist. Sodann beginnt die „sozio- kulturelle Welt…, ihn oder sie in männliche, beziehungsweise weibliche Rollen zu sozialisieren“ (Joas 2003, S. 275). Was heißt das nun? Wenn Eltern ihren neugeborenen Jungen das erste Mal hellblau oder ihr neugeborenes Mädchen rosa kleiden, konstruieren sie somit gesellschaftlich die geschlechtliche Identität des Kindes. Die Gesellschaft stellt Erwartungen für jede Geschlechtsrolle bereit, denen sich die Kinder im Laufe ihrer Entwicklung lernen anzupassen. Geschlechtsrollen bilden das Ensemble erwarteter Verhaltensweisen, Einstellungen, Verpflichtungen und Privilegien. Zwischen den Kulturen und Epochen gibt es aber enorme Unterschiede in der Rollenzuweisung und der Deutung der Geschlechter.
Vorstellungen über männliche und weibliche Eigenschaften werden als Geschlechtsstereotype bezeichnet. Geschlechtsstereotype und Geschlechtsrollen beeinflussen sich gegenseitig, so glauben wir zum Beispiel, dass Männer stark und energisch sind und deshalb für die Polizeiarbeit geeignet sind. Von Frauen wird erwartet, dass sie Kinder bekommen und diese pflegen, dass sie Einfühlungsvermögen besitzen, den Haushalt führen und kochen können. Männer hingegen sollen körperliche Stärke aufweisen und die Familie durch Arbeit ernähren. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die Menschen diesen Erwartungen, welche schon in frühester Kindheit an sie herangetragen werden und sich wie ein Faden durch das Leben ziehen, gerecht werden wollen. Es ist nur die Frage, inwieweit man diesen
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Arbeit zitieren:
Annetta Kessel, Marie Rätz, 2006, Sexualitätserfahrungen behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher, München, GRIN Verlag GmbH
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