Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
2. Die Organisation: von der klassischen zur ganzheitlichen Sichtweise. 6
2.1. Bestandteile der Organisation - Dynamik des Systems. 7
2.2. Abgrenzung der Organisation - Differenzierung zur Umwelt. 8
2.3. Selbsterhaltung der Organisation - ständige Erneuerung durch
Autopoiese. 9
2.4. Komplexität der Organisation: Komplexitätsreduktion /
Komplexit ätserhöhung. 10
3. Die Unternehmung 12
3.1. Die Unternehmung als „Lernende Organisation“ 13
3.2. Entstehung des Begriffs. 14
3.3. Bedeutung und Vorteile einer Lernenden Organisation 14
3.4. Organisationsentwicklung 16
3.5. Organisatorisches Lernen 17
3.6 Auswirkungen des Wissens auf die Kernkompetenzen einer
Unternehmung. 18
4. Lernende Organisation nur eine Radikallösung? 20
5. Fazit und Schlussbemerkung. 22
Quellenangabe 24
1. Literaturverzeichnis. 24
2. Internetquellen. 25
3. Zeitschriften 26
4. Elektronische Enzyklopädien 26
3
1. Einleitung
Die Bedeutung der Ressource Wissen wird in allen Organisationen, also auch in Unternehmungen, immer wichtiger. Wir befinden uns in einer Phase des ständigen Wandels, auf dem Weg in eine Wissensgesellschaft, in der das Wissen der wichtigste Motor für Innovationen ist. Um eine beständige Wettbewerbsfähigkeit und damit die Sicherheit eines Unternehmens zu gewährleisten, sowie dem Innovationsdruck standhalten zu können, ist es notwendig eben diese Innovationen in die Kernkompetenzen zu integrieren und flexible Unternehmensstrukturen zu kreieren.
Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung hat bereits jede 4. deutsche Firma ein spezielles Budget für Wissensmanagement oder schafft entsprechende Stellen. Dass dieses keine vergeudeten Ausgaben sind, belegt eine weitere Studie des Wirtschaftsdienstes iwd, nach welcher Angestellte rund 2,5 Std. pro Woche nur mit der Suche nach Informationen beschäftigt sind. Dadurch verliert beispielsweise ein mittelgroßes Unternehmen knapp 3,8 Millionen Euro im Jahr. Die entscheidende Information zur richtigen Zeit zu finden, wird zur elementaren Aufgabe moderner Unternehmen und professionelles Wissensmanagement soll bei der Identifikation, Entwicklung und Verfügbarmachung von erfolgsrelevantem Wissen helfen. 1
Wissen ist demnach eine Ressource, welche genauso sorgfältig gemanagt werden sollte wie die Technologien oder der Kapitaleinsatz. Die „Lernende Organisation“ wird seit einiger Zeit als Schlüsselbegriff verwendet, wenn es darum geht, die Lernprozesse und den Wissensumgang von Organisationen darzustellen. Die Frage ist jedoch, ob dieses Konstrukt tatsächlich in der Lage ist, das einzelne Individuum und schließlich auch die ganze Gesellschaft zum Umdenken zu bewegen um damit dann den Anforderungen, die in Zukunft an uns gestellt werden, gerecht werden zu können.
4
Um eine Lernende Organisation überhaupt verstehen zu können, ist eine systemische und ganzheitliche Sicht notwendig. Wenn es z.B. darum geht, die globale wirtschaftliche Entwicklung, Sozialpolitik oder auch kollektive bzw. individuelle Lebenslagen, Lebenswelten und Identitätskonzepte zu betrachten, müssen außer den materiellen genauso die politischen, organisatorischen und ethnischen Ressourcen beachtet werden. Soziale Organisationen sind demnach komplexe Systeme, welche ein gewisses systemisches Denken, Querdenken und vernetztes Handeln voraussetzen. Innere und äußere Systemzusammenhänge müssen entdeckt werden, damit soziale Organisationen überhaupt verstanden werden können.
Mit dieser Arbeit möchte ich, aus oben genannten Gründen, zunächst eine systemtheoretische Betrachtungsweise in Bezug auf Organisationen im Allgemeinen liefern. In einem zweiten Schritt gehe ich auf gängige Erläuterungen einer Lernenden Organisation sowie einige Unterpunkte ein. Die Systemtheorie zieht sich wie ein roter Faden durch das Thema hindurch, bis zu dem Punkt an dem eine klare Unterscheidung gemacht werden muss im Hinblick auf die Möglichkeiten bzw. Unmöglichkeit der Realisation einer Lernenden Organisation. Ich versuche dem Anspruch zumindest ansatzweise gerecht werden, einen kleinen Überblick über die Komplexität der Lernenden Organisation, dem Wissen in einer Unternehmung und dessen Folgen zu geben. Bewusst habe ich dabei auf die durchaus zahlreich existenten Modelle (mit Ausnahme eines einzigen) zur Veranschaulichung und Verwirklichung einer Lernenden Organisation verzichtet, da diese zu universell gestaltet sind und außerdem nicht in den ohnehin schon knapp bemessenen Rahmen dieser Hausarbeit passen.
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1) Lufthansa Exklusive 06/04 Portale des Wissens, Business Wissensmanagement S. 23-25
5
2. Die Organisation: von der klassischen zur ganzheitlichen Sichtweise
In der Betriebswirtschaftlehre ist unter Organisation die Regelung der Arbeitsverteilung, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Betrieb gemeint. 2 Die sogenannte Organisationslehre baut auf einem formalen System zur Steuerung der betrieblichen Aufgaben auf und meint damit eine zweckorientierte und dauerhafte Tätigkeit von Menschen, die durch Arbeitsteilung eine Produktion anstreben. 3 Dieser Tätigkeit wird analytisch-lineares Denken unterstellt, mit der klassischen Abfolge von Planung, Realisation und Kontrolle 4 wobei leider den sozialen Bedürfnissen der Menschen sowie den informellen Organisationen bzw. informellen Gruppen hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Unternehmen meist keine oder wenig Bedeutung beigemessen wird. 5 Soviel zu den gängigen Erläuterungen.
Erwähnenswert ist auch die Definition einer Organisation aus der biologischen Sichtweise: „Unter Organisation sind die Relationen zu verstehen, die zwischen den Bestandteilen von etwas gegeben sein müssen, damit es als Mitglied einer bestimmten Klasse erkannt wird.“ D.h. Einzelheiten können innerhalb einer Organisation verändert werden, ohne dass die Organisation als solche betroffen wäre. 6 Hier sind wir bereits auf dem Weg zu einer ganz anderen Erkenntnis: dass nämlich die Einheiten einer Organisation nicht starr sind und demnach kein formales bzw. reglementiertes System beinhalten können. Die unvorhergesehenen Ereignisse oder unwilligen Organisations-mitglieder, die in jeder Unternehmung auftreten können, enttarnen ja auch die meisten traditionellen organisatorischen Richtlinien als unbrauchbar. 7 Womit wir bei einer ganzheitlichen, systemtheoretischen und vor allen Dingen
verhaltenswissenschaftlichen Orientierung der Organisationslehre angelangt sind, deren Vorteile vor allem durch die Human-Ressource-Schule entdeckt wurden.
6
2.1. Bestandteile der Organisation - Dynamik des Systems
Wenn eine Organisation im ganzheitlichen Sinne verstanden werden soll, muss zunächst ein Blick auf die Bestandteile geworfen werden. Denn innerhalb einer Organisation wirkt, wie oben bereits angesprochen, die Dynamik eines Systems, welche nicht nur als eine Einheit zu verstehen ist. In diesem System sind die Relationen zwischen den verschiedenen Einheiten ebenso relevant wie die Regelmäßigkeiten ihrer Interaktionen. In diesem Sinne besteht ein System aus Elementen die, miteinander verknüpft, interagieren und eine gegenseitige Abhängigkeit entwickeln. 8 Innerhalb eines Systems können sich jedoch wiederum Subsysteme entwickeln und alles zusammen steht im Austausch mit dem „großen Umsystem“. 9 Denn so wie innerhalb eines Systems die Einheiten dynamisch sind, so ist dieses System mit seiner Umgebung bzw. Umfeld oder Kontext verbunden um funktionieren zu können. 10 Die Identifikation eines Systems erfolgt nur durch die Bezugnahme auf das Ganze. 11
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2) Dr. Hans F. Müller); Bertelsmann; Das moderne Lexikon; Band 13; 1972; Gütersloh, Berlin, München, Wien
3) Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2003 - Stichwort Organisation 4) Steinmann, Schreyögg; Management; 4. Auflage; 1997; Wiesbaden; S.441 5) Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2003 - Stichwort Organisation 6) Maturana, Varela; Der Baum der Erkenntnis; 11. Auflage; 1984; Bern und München; S. 54 7) Steinmann, Schreyögg; Management; 4. Auflage; 1997; Wiesbaden; S.441
8) Maturana, Varela; Der Baum der Erkenntnis, 11. Auflage; 1984; Bern und München; S.66
9) Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2003. 1993-2002 Microsoft Corporation
10) Maturana, Varela; Der Baum der Erkenntnis; 11. Auflage; 1984; Bern und München; S.66
11) Johann Dieckmann - Luhmann Lehrbuch; 2004; Paderborn; S. 21
7
Arbeit zitieren:
Petra Dimpker, 2004, Die Unternehmung als lernende Organisation, München, GRIN Verlag GmbH
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