Inhaltsverzeicnis
1. Einleitung 2
2. Zur Geschichte der Hausaufgaben. 4
3. Die Pro- und Contra- Diskussion um Hausaufgaben. 5
3.1 Argumente gegen Hausaufgaben. 5
3.2 Argumente für Hausaufgaben. 7
4. Formen und didaktische Funktion von Hausaufgaben 9
5. Leitlinien für eine sinnvolle Hausaufgabenpraxis 10
6. Das Stellen von Hausaufgaben 15
7. Rechtliche Vorgaben 19
Fazit 20
Literatur 21
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1. Einleitung
Hausaufgaben bilden einen ständigen Konfliktherd- sowohl im Elternhaus als auch in der Schule. Das geteilte Lernen- vormittags Schule, nachmittags Hausaufgaben oder Nachhilfeunterricht überfordert vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien und Kinder ausländischer Mitbürger. Das Schulsystem bietet in dieser Hinsicht keine Chancengleichheit.
Schüler kommen müde und abgekämpft aus der Schule nach Hause und müssen ihre Hausaufgaben erledigen. „Ein ganzes Heer von Betreuerinnen und Hilfslehrerinnen, Eltern und Großeltern, Freunden und Bekannten, Studierenden und Lehrerinnen wird jetzt aktiv. Fast immer sind Schüler extrinsisch motiviert, das heißt sie müssen Hausaufgaben machen, weil das Schulsystem und die Lehrerinnen diese einfordern. Den Notendruck im Nacken werden die Hausaufgaben für viele zu einer täglichen Qual, für die Eltern zur Last und für geringer Verdienende auch zu einer finanziellen Belastung.“ 1 Obwohl in der Regel sowohl Eltern als auch Lehrer Hausaufgaben für unumgänglich betrachten, belegt die empirische Forschung, dass es keine eindeutigen Anhaltspunkte für einen leistungssteigernden Wert von Hausaufgaben gibt. 2 Das in Deutschland bestehende dreigliedrige Schulsystem, das halbtags geführt wird, wird auf nicht absehbare Zeit erhalten bleiben. Aus diesem Grund müssen wir uns weiterhin mit Belastungen, Schwierigkeiten aber auch positiven Aspekten auseinandersetzen, die die Hausaufgaben immer wieder mit sich bringen.
1 Becker/Kohler, S.7
2 www.pz.bildung-rp.de/pn/pb2_02/magazin.htm, 18.10.2006, 13.45 Uhr
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Im Folgenden werde ich zunächst kurz auf die Geschichte der Hausaufgabe eingehen. Nach der Erörterung der Pro und Contra Diskussion um Hausaufgaben werde ich ihre Formen und didaktische Funktionen erläutern um dann Leitlinien für sinnvolle Hausaufgabenpraxis vorzustellen. In Kapitel sechs wird es darum gehen, welche motivationalen Aspekte und Leitfragen beim Stellen von
Hausaufgaben zu beachten sind. Vor dem abschließenden Fazit wird der Erlass „Hausaufgaben an allgemein bildenden Schulen“ eingefügt.
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2. Zur Geschichte der Hausaufgaben
Hausaufgaben haben eine lange geschichtliche Tradition. Sie werden bereits in verschiedenen Schulordnungen des 15.Jh. erwähnt. Da es damals keine Jahrgangsklassen gab, dienten Hausaufgaben der Differenzierung und Förderung einzelner Schüler. Mit Einführung der Schulpflicht Anfang des 18.Jh. erhielten Hausaufgaben eine politische Funktion: Man wollte den aufkommenden liberalen und sozialistischen Ideen gezielt entgegenwirken, indem man z.B. das Lesen von Bibelkapiteln aufgab. Im 19.Jh. setzte sich besonders in höheren Schichten die Auffassung durch, dass nicht mehr die Herkunft, sondern der erreichte Bildungsabschluss über die zukünftige gesellschaftliche Position entscheiden soll. Bedingt durch die mit der industriellen Entwicklung verbundene Ausweitung der Unterrichtsstoffe und der Reduzierung des Unterrichts am Nachmittag sah sich die Schule verpflichtet, einen Teil der schulischen Arbeit auf die schulfreie Zeit zu verlegen. Dies geschah ohne didaktisch-methodische Reflexionen. Erst um 1850 gewannen diese an Bedeutung: HA bekamen vor allem unterrichtsvorbereitende Funktion, wurden aber auch zur Festigung und Ergänzung des Unterrichts genutzt. Betont wurde in dieser, dass Hausaufgaben ein unersetzliches
Erziehungsmittel zur Persönlichkeitsbildung seien. Ende des 19. Jh. nahmen die Kultusministerien das Thema Hausaufgaben in die Schulgesetze auf. Diese Regelungen machten hinsichtlich der Art der Hausaufgaben, der Belastung der Schüler und der Kontrolle der Belastungen durchaus moderne Aussagen, die mit Auffassungen der 70er Jahre vergleichbar sind (z.B. waren rein mechanische Schreibarbeiten und zu zeitaufwendige HA verboten). 3
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vgl.Reinert (Hrsg.), S.14-22.
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3. Die Pro- und Contra- Diskussion um Hausaufgaben
Schon nach dem kurzen historischen Exkurs wird deutlich, dass Hausaufgaben bereits seit mehreren Jahrhunderten aus verschiedenen Motiven heraus den schulischen Unterricht begleiten und das ihre Notwendigkeit wahrscheinlich genau so lange diskutiert wird. Wenn über Hausaufgaben nachgedacht oder diskutiert wird, fallen sofort zahlreiche Argumente für und wider Hausaufgaben ein. Für beide Standpunkte lassen sich gewichtige Argumente in der didaktischen Literatur finden. Dabei kommt es häufig vor, dass gleiche Sachverhalte unterschiedlich ausgelegt sowohl für als auch gegen Hausaufgaben angeführt werden.
3.1 Argumente gegen Hausaufgaben
Die Effektivität von Hausaufgaben konnte bisher nicht empirisch nachgewiesen werden. Warum Hausaufgaben erteilen, wenn nach wie vor der empirische Nachweis für eine leistungssteigernde Wirkung von Hausaufgaben fehlt?
Oft führen Hausaufgaben zu einer hohen zeitlichen Belastung der Schüler. Ärzte und Schulpsychologen weisen immer wieder darauf hin, dass vor allem für jüngere Schüler ein halber Tag schulischen Lernens ausreicht. Durch Hausaufgaben, die am Nachmittag erledigt werden, fehlt die Zeit für freies Spielen, die für eine gesunde Entwicklung unerlässlich ist. Die Tatsache, dass Hausaufgaben in der Regel in Einzelarbeit angefertigt werden, führt zur sozialen Isolierung und das spätere Vergleichen in der Schule fördert ein Konkurrenzdenken, das den Zielen des sozialen Lernens entgegen steht.
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Arbeit zitieren:
Isabell Kallis, 2006, Hausaufgaben, München, GRIN Verlag GmbH
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