Mit deutschen Ausdrücken und Tugenden fand der Fußball bis zum Beginn des ersten Weltkriegs immer mehr Anhänger, und das in allen gesellschaftlichen Schichten. Der DFB erklärte, das Ziel des Fußballspiels solle es sein, alle Deutschen unabhängig von ihrer Herkunft miteinander zu verbinden. Politik solle aus dem Sport gänzlich rausgehalten werden. Die Presse warf dem DFB jedoch nicht selten vor, die Spiele würden durch ihren „Hurrapatriotismus“ dazu benutzt, vaterländische Propaganda zu machen. Dem Fußball tat das aber keinen Abbruch mehr. Die Begeisterung nahm immer mehr zu. Dem DFB gelang es […],seine Mitgliederzahl von 13644 im Jahre 1905 auf 189294 am Vorabend des Ersten Weltkrieges zu steigern.“ 2 Mitglieder zu steigern.
2.2 Fußball im Ersten Weltkrieg
Auch während des großen Krieges verschrieb sich der Fußball einer großen Aufgabe. Zwar gab es natürlich keine Meisterschaftsspiele auf Reichsebene, dennoch wurden vom DFB viele Spiele für die Jugend organisiert. Der daheimgebliebene Fußballnachwuchs der Vereine sollte durch den Kampf auf dem grünen Rasen für den Stellungskampf an der Front gestählt werden. Viele fußballerische Vorbilder hatten es ihnen schließlich vorgemacht. Die jungen Reservespieler ließen sich so auch im Krieg gerne einwechseln. Auch in Kampfpausen wurde an der Front Fußball zum Ausgleich gespielt „ An der Front erfuhr das Fußballspiel in den beiden letzten Kriegsjahren [ …] einen großen Zulauf. Wettspiele wurden gern gesehen, denn sie stärkten die Physis der Soldaten, hoben die Truppenmoral und stabilisierten damit die Kampfeinheiten.“ 3 Der deutsche Sportfunktionär Carl Diem schrieb im Jahrbuch für Volks- und Jugendspiele: „ Das Fußballspiel ist das Soldatenspiel aller Armeen der Welt. Ich erinnere mich einer Erzählung, des Generalleutnants Fleck, des Kommandeurs eines Reservekorps, dass ihm die Engländer am 1. Weihnachtstage des Jahres 1914 bei Neuve Chapelle einen 48-stündigen Waffenstillstand angeboten hatten, um in Ruhe Fußballspielen zu können.“ 4 Berichten nach hatte es tatsächlich während des von Befehlshabern nicht autorisierten Weihnachtsfrieden an vielen Teilen der Ostfront am 24.12.1914 und den darauffolgenden Tagen zwischen Deutschen, Engländern und Franzosen neben dem Austauschen von Geschenken, gemeinsamen Schweinegrillen auch ein internationales Fußballturnier gegeben, von dem auch der Film "Merry Christmas" mit Daniel Brühl und Benno Führmann erzählt.
2 Vgl.ebenda. S. 36
3 Vgl. Eggers, Erik: Fußball in der Weimarer Republik. S. 26
4 Zitiert nach ebenda. S. 27
4
2.3 Fußball in der Weimarer Republik
Während der Krieg in Deutschland vieles verändert hatte, so war die Begeisterung für den Fußball geblieben. Nach dem ersten Weltkrieg erlebte der Fußball einen regelrechten Boom. Es kam zu zahlreichen neuen Vereinsgründungen, die Mitgliederzahlen in den Vereinen stiegen unaufhörlich. 1920 hatte der DFB 468.000 Mitglieder, jährlich kamen 40.000 neue hinzu. 5 Mit Beginn der Weltwirtschaftkrise allerdings geriet auch der gesamte deutsche Fußball in Bedrängnis. Fehlende Einnahmen durch den Verkauf von Eintrittskarten, sinkende Mitgliedsbeiträge, die Streichung der öffentlichen Unterstützung und letztendlich durch die Forderung der Spieler nach dem bezahlten Berufsfussball gab, gerieten viele Vereine in Existenznot. Da der DFB keine Zustimmung für den Berufsfussball gab stand man immer mehr unter Druck. Schließlich drohten große Vereine wie Bayern München, Eintracht Frankfurt oder der Karlsruher Sportclub (KSC) mit ihrem Austritt
2.4 Antisemitismus im Fußball des „Dritten Reiches“
Nach der Machtergreifung Hitlers entschied Hans von Tschammer und Osten, der nach der nationalsozialistischen "Machtergreifung" das Amt des Reichssportführers inne hatte, für den DFB. Die Nazis wollten keinen Berufsfussball. Mit allen Mitteln wollte man erreichen, dass die deutschen Fußballer bei den olympischen Spielen 1936, bei denen gemäß den Regeln keine Berufsfußballer antreten durften, eine Goldmedaille holten. Die Naziführung wollte Deutschland der Welt bei der Olympiade als besonders leistungsfähiges, siegreiches und friedliches Land präsentieren. Durch großzügige Finanzspritzen überwand der DFB nach der Machtergreifung seine Krise. Neue und größerer Arenen wurden gebaut. Im Gegenzug musste auch der DFB die totale Gleichschaltung in Kauf nehmen. So wurde der Fußballbund 1934 in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL) eingegliedert. Zwar ließ der Reichssportführer dem DFB bis zu den olympischen Spielen noch einen großen Teil an freien Entscheidungen in seinen Angelegenheiten, doch kann nur noch von einer NS-Regime kontrollierter Freiheit die Rede sein. So musste beispielsweise jeder Vereinsführer Mitglied der Partei sein. Nationalsozialistisches Gedankengut und das Führerprinzip konnten immer mehr Einbettung in den deutschen Fußball finden. „Wir waren früher ein Verband, der sich
5 Vgl. Havemann. S. 36.
5
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Christian Hardinghaus, 2006, Rassismus im Fußball, Munich, GRIN Publishing GmbH
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