Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Sexualpädagogische Themen im Kindergarten 4
3. Methoden 6
3.1 Körper 7
3.1.1 Körperaufklärung. 8
3.1.2 Körperwahrnehmung 10
3.2 Geschlechtsrollen. 12
3.3 Sexualität und Sprache. 14
3.4. Spiele zum Aufteilen 16
4. Der Projektablauf 18
5. Schlussbemerkung 19
6. Literatur 20
7. Anlagen 22
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1. Einleitung
Sexualpädagogik im Kindergarten ist noch immer ein sensibles Thema. Während in den letzten Jahren die Sexualerziehung und -aufklärung in den Schulen eine breite Basis gefunden hat und auch im Elternhaus eine steigende Tendenz zu beobachten ist (vgl. BZgA, Jugendsexualität 1998, 2002), wird diesen Themen bei Kindern im Kindergartenalter nur eine untergeordnete Rolle zugestanden. Findet Sexualaufklärung statt, dann geschieht dies meist nur in unzureichender Form (vgl. Volbert 1998, S. 5-8).
Doch die Entwicklung der Sexualität beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Schule. Der Mensch ist von Geburt an ein sexuelles Wesen und demzufolge haben auch Kinder eine Sexualität. Diese darf jedoch nicht mit der von Erwachsenen gleichgesetzt werden. Am bekanntesten ist sicherlich die von Freud vorgenommene Einteilung zur psychosexuellen Entwicklung des Kindes in Form von drei Phasen: die orale Phase im 1.Lebensjahr, die anale Phase im 2. Lebensjahr und die phallischgenitale Phase vom 3. bis 6. Lebensjahr (vgl. Freud 1989). Erikson hat sich aufbauend auf dieses Modell mit der psychosozialen Komponente beschäftigt. Abhängig vom sozialen Umfeld können Kinder sich in ihrer Sexualität nur so weit entwickeln, wie sie von Erwachsenen darin gefördert oder behindert werden (vgl. Erikson 1973).
Es ist somit Aufgabe der Erwachsenen, Kindern ein entsprechendes Umfeld zur Entwicklung und zum Ausleben der kindlichen Sexualität zu schaffen. Im Kindergarten betrifft dies einerseits die räumlichen Möglichkeiten, die Freiheit zum Entdecken und Erleben und das Bildungsangebot in Form von Materialien und gezielten Projekten.
Bei der Planung von sexualpädagogischen Projekten muss Sexualität als Ganzes betrachtet werden, das heißt, nur die biologische Aufklärung über die Geschlechter (wie oft in der Schule praktiziert), kann nur ein Teil des Bildungsangebotes sein. Auch die soziale, emotionale und körperliche Dimension muss aufgegriffen werden. Gerade die kindliche Sexualität unterscheidet sich hier von der, von vielen Erwachsenen so gesehenen, genitalen Sichtweise auf Sexualität. Dieser kanalisierten und in unserer Gesellschaft vor allem durch die Medien geförderten Sicht muss eine breit gefächerte Sichtweise gegenüber gestellt werden.
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Sexualität muss ganzheitlich betrachtet und vermittelt werden, das heißt neben der Funktion zur Triebbefriedigung und Fortpflanzung, ist Sexualität auch Geborgenheit, Fürsorge, Liebe, Zärtlichkeit, Lust, Erotik, Sinnlichkeit und Leidenschaft. Von den obengenannten Punkten ausgehend und aufbauend auf die vorhandene Literatur, möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit Themen für sexualpädagogische Angebote, sowie Vorschläge für die methodische Umsetzung herausarbeiten. Das Vorstellen von Methoden bildet hierbei den Schwerpunkt der Arbeit. In der Regel verwende ich aufgrund des höheren Anteils von Frauen in den Betreuungseinrichtungen die weibliche Form, gemeint sind jedoch immer Frauen und Männer.
2. Sexualpädagogische Themen im Kindergarten
Themen und Inhalte sexualpädagogischer Arbeit im Kindergarten ergeben sich aus dem Stand der psychosexuellen sowie soziokulturellen Entwicklung der Kinder. In dieser Arbeit wird vor allem die sexualpädagogische Begleitung der Altersgruppe von drei bis sechs Jahren, in Form von methodischen Angeboten, angesprochen. Bei jüngeren Kindern sollte eine sexualfreundliche Begleitung stattfinden. Ich meine damit keine gezielte Projektarbeit, sondern eine auf dem Wissen der psychosexuellen sowie psychosozialen Entwicklung basierende Begleitung. Das heißt beispielsweise, keine übertriebene Sauberkeitserziehung während der analen Phase im 2. Lebensjahr oder ausreichende Möglichkeiten zum Ausleben der Matschphase zu schaffen. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen und begründen. Das würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und ich verweise auf die zum Thema vorhandene Literatur (vgl. u.a. Erikson 1973, Freud 1989, Kleinschmidt/Martin/Seibel 1999, Wanzeck-Sielert 2004).
Nach Freud befinden sich die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in der phallisch-genitalen Phase. Sie entwickeln Neugier für das Sexuelle und stellen, wie zu allen anderen Dingen die sie interessieren, Fragen.
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In dieser Zeit lernen sie sich und ihren Körper näher kennen und stellen bewusst Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen / Frauen und Männern fest. Sie beginnen sich mit ihrer Geschlechtsrolle zu identifizieren. Diese „kleine Pubertät“, wie diese Phase oft bezeichnet wird, geht nicht ungestört vorüber. Sie wird stark vom soziokulturellen Umfeld geprägt. Dadurch kann bereits im Kindergartenalter ein großer Unterschied im Umgang mit Sexualität entstehen. Hier sollte durch die sexualpädagogische Arbeit versucht werden auszugleichen. Als wichtige Themen der Kinder nennt Rohrmann folgende: 1. es gibt zwei Geschlechter, jeder gehört zu einem Geschlecht und dies lässt sich nicht mehr ändern; 2. für das Kinderkriegen werden (in der Regel) beide Geschlechter benötigt; 3. es gibt verschiedene Sprachen für Sexualität (zur Verständigung aber auch zum provozieren); 4. es gibt Unterschiede zwischen der Geschlechtszugehörigkeit und der sexuellen Orientierung; 5. als schwierigen Part, die unterschiedliche Zuordnung von Eigenschaften und Verhaltensweisen zu den Geschlechtern in unserer Gesellschaft, die aber nicht für alle gelten muss (vgl. Rohrmann 2003, S. 3). Zusammenfassend zur Aufgabe von Sexualaufklärung im Kindergarten schreibt Rohrmann: „Es bedeutet, die Fragen von Kindern nach der Bedeutung der Geschlechtsunterschiede aufzugreifen, mit ihnen eine Sprache für Liebe, Sexualität und Körperlichkeit zu entwickeln und sie auf der Suche nach weiblicher bzw. männlicher Identität zu begleiten und zu unterstützen.“ (vgl. Rohrmann 2003, S. 5). Neben dem oben bereits erwähnten Schaffen eines Umfeldes, das die Einstellung der Erwachsenen mit einschließt, indem die Kinder sich in ihrer Sexualität entwickeln und entfalten können, ergeben sich für die sexualpädagogische Arbeit folgende Hauptthemen:
3. Methoden
Bei den im folgenden beschriebenen methodischen Spielen handelt es sich um eine Auswahl. Die oben genannten Themen können, meiner Meinung nach, damit in Form eines Projektes im Kindergarten bearbeitet werden. Die Methoden sind Vorschläge, die je nach vorhandener Situation variiert und verändert werden sollten. Die Erzieherinnen kennen ihre Kinder am besten und können daher einschätzen, wie der zeitliche und inhaltliche Rahmen beschaffen sein sollte. Das soll aber nicht ausschließen, neues zu wagen und so den Kindern wie den Erziehern neue Erfahrungsmöglichkeiten zu schaffen. Weitere Methoden finden sich in der genannten Literatur.
Spiele sollten, auch wenn damit Lernziele verbunden sind, als solche gesehen werden. Das heißt, an erster Stelle muss die Freiwilligkeit und der Spass aller Beteiligten stehen. Es geht nicht um eine Lernpflicht, sondern ein Angebot der Erwachsenen an die Kinder. Hat ein Kind keine Lust dieses anzunehmen, muss es nicht teilnehmen. Ihm kann freigestellt werden, die Gruppe ganz zu verlassen (falls dies möglich ist) oder als Zuschauer dabei zu sein und jederzeit dazu stoßen zu können.
Es bietet sich an, für das Projekt zu Beginn mit den Kindern feste Regeln zu vereinbaren (Freiwilligkeit, Fairness, niemanden zu verletzen, gemeinsam Spass zu haben und nicht auf Kosten anderer etc.). Das gilt besonders für Spiele mit Körperkontakt. Für Fangspiele sollte vorher besprochen werden, an welchen Körperstellen abgeschlagen werden darf.
Wichtig ist auch, immer mit der Möglichkeit einer spontanen Änderung zu rechnen. Oft nehmen Spiele bei Kindern eine Eigendynamik an, die positiv genutzt werden kann. Oder, falls die Kinder zu zappelig sind und sich nicht konzentrieren können, bietet sich statt der dann nervenaufreibenden Wissensvermittlung eine kurze Pause mit Bewegungsspiel an.
Für das Gelingen des Projektes und das Erreichen gesteckter Ziele, ist die Strukturierung der Arbeit wichtig. Die Spiele sollten also nicht aus Langeweile, weil gerade nichts besseres zu tun ist, angeboten werden. Die inhaltliche Vorbereitung und die Planung des Ablaufs durch die Erzieherin spielt eine wesentliche Rolle für den Erfolg.
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Arbeit zitieren:
Torsten Linke, 2006, Sexualpädagogik im Kindergarten, München, GRIN Verlag GmbH
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