Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Begriffsdefinition des Wortes „Straßenkind“ 4
3. Gründe und Ursachen für ein Leben auf der Straße im Industriestaat Deutschland 6
3.1 Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen 6
3.1.1 Lebensumfeld und Wohnsituation. 6
3.1.2 Bildung und Ausbildung 7
3.1.3 Armut 7
3.2 Familiäre Ursachen. 8
3.2.1 Familiensituation 8
3.2.2. Beruf und Arbeitslosigkeit der Eltern. 9
3.2.3 Gewalt und Missbrauch. 10
3.3 Gesellschaftliche Ursachen 10
3.3.1 fehlende Alternativen und Hilfsangebote. 10
4. Gründe und Ursachen für ein Leben auf der Straße in Entwicklungsländern wie Bolivien und Chile
12
4.1 Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen 12
4.1.1 Lebensumfeld und Wohnsituation. 12
4.1.2 Bildung und Ausbildung 13
4.1.4 Armut 13
4.2 Familiäre Ursachen. 14
4.2.1 Familiensituation 14
4.2.2. Beruf und Arbeitslosigkeit der Eltern. 15
4.2.3 Gewalt und Missbrauch. 15
4.3 Gesellschaftliche Ursachen 16
4.3.1 fehlende Alternativen und Hilfsangebote. 16
5. Vergleichende Darstellung 17
6. Schlussbemerkung. 18
Literaturverzeichnis. 19
2
1. Einleitung
In dem Seminar „Kindheit und Armut in Deutschland“ wurde unter anderem das Thema „Straßenkinder: mediales Ereignis oder reales Phänomen“ besprochen. Die Problematik der Straßenkindheit interessiert mich besonders und deshalb habe ich beschlossen, mich in dieser Seminararbeit mit dieser Inhaltsthematik auseinanderzusetzen.
Im Folgenden werde ich die Fragestellung, warum Kinder und Jugendliche im Industriestaat Deutschland, sowie in Entwicklungsländern in Südamerika wie Bolivien und Chile, auf der Straße leben, erörtern. Die Zielsetzung meiner Arbeit ist es der Frage nachzugehen: Sind die Gründe und Ursachen, warum Kinder und Jugendliche auf der Straße leben, in Entwicklungsländern mit den Gründen und Ursachen des Industriestaats Deutschland zu vergleichen?
Ich versuche durch diese Fragestellung herauszufinden, ob man Übereinstimmung zwischen den Kulturen finden kann. Ich werde nun die jeweiligen Gründe und Ursachen für ein Leben auf der Straße von Kindern und Jugendlichen in den verschiedenen Ländern gegenüberstellen und am Ende ein Vergleich machen.
3
2. Begriffsdefinition des Wortes „Straßenkind“
Um nun näher auf mein Thema eingehen zu können, möchte ich vorab einen kurzen Abriss über die Definition des Wortes „Straßenkind“ geben. In meinen Recherchen zu dieser Arbeit ist mir aufgefallen, dass schon bei der Definition viele Variationen und auch Unstimmigkeiten über den Begriff bestehen und sich keine eindeutige Definition festmachen lässt. Deswegen werde ich nun einige mögliche Definitionen des Begriffs vorstellen.
Nach Markus Seidel, Gründungsmitglied der Hilfsorganisation für Straßenkinder Off-Road-Kids e.V, ist der Begriff Straßenkind in Deutschland so zu verstehen, dass es sich um Minderjährige handelt, die „sich ohne offizielle Erlaubnis des Vormunds für einen nicht absehbaren Zeitraum abseits ihres gemeldeten Wohnsitzes aufhalten und faktisch obdachlos sind. Jugendliche, die sich mittags und abends ‚an der Straßenecke’ treffen und nachts zuhause schlafen, zählen nicht dazu.“ 1 Doch offiziell dürfte es in Deutschland gar keine Straßenkinder geben, da alle Kinder einen gemeldeten Wohnsitz besitzen müssen. 2 Trotzdem leben ca. 2000 Kinder und Jugendliche auf Deutschlands Straßen. 3
Nach Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, sind Straßenkinder diejenigen Personen, die „für ihr Überleben oder das ihrer Familie auf der Straße arbeiten müssen.“ 4 Somit unterscheidet Unicef zwischen den beiden Begriffen niños en la calle und niños de la calle, was soviel bedeutet wie „Kinder auf der Strasse“ und „Kinder der Strasse“. „Kinder auf der Strasse“ verdienen ihren Lebensunterhalt auf der Straße, halten aber noch Kontakt zu ihren Familien. „Untersuchungen zufolge stellt diese Gruppe den weitaus größten Teil der Straßenkinder (70 Prozent) [dar].“ 5 Im Gegensatz dazu, arbeiten und leben „Kinder von der Strasse“ ganz und gar auf der Straße und haben keinen Kontakt mehr zu ihren Familien. Es ist hier sehr schwierig eine klare Trennung der beiden Begriffe durchzuführen. In den Entwicklungsländern Bolivien und Chile erscheinen die ausgewiesenen Daten von 4000 Straßenkindern sehr niedrig. 6
1 http://www.offroadkids.de/Definition.15.0.html am 17.02.05
2 Vgl. Bürgerliches Gesetzbuch, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2002, §11 Wohnsitz des Kindes
3 Vgl. Markus Heinrich Seidel, Straßenkinder in Deutschland - Schicksale, die es nicht geben dürfte, Ullstein
Taschenbuchverlag, München, 2002, S.57
4 Christoph Butterwegge, Karin, Holm, Margherita Zander, u.a., Armut und Kindheit - ein regionaler nationaler
und internationaler Vergleich, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2004, S.128
5 Reiner Engelmann, Strassenkinder - Im Dschungel der Städte, Jugendbuch Verlag, München, 2002, S.72
6 Vgl. Christoph Butterwegge, Karin, Holm, Margherita Zander, u.a., Armut und Kindheit, 2004, S.133
4
Es fällt auf, dass bei diesen beiden Definitionen noch einmal in zwei Gruppen unterschieden wird, nämlich ob Kinder und Jugendliche noch familiären Kontakt halten und zu Hause übernachten oder ob jeglicher Kontakt zur Familie abgebrochen wurde und die Straße das neue zu Hause darstellt. Der Übergang von der einen Gruppe in die andere erfolgt jeweils fließend, weshalb es schwierig ist, genaue Zahlen der jeweiligen Gruppen festzulegen. Außerdem gibt es, wie oben bereits erwähnt, unterschiedliche Definitionen des Wortes „Straßenkinder“, was sich wieder darauf zurückzuführen lässt, dass unterschiedliche Zahlen und Daten zu Straßenkindern vorhanden sind. 7
Man schätzt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die ihr Leben auf der Straße führen, weltweit auf 100 Millionen. Wie hoch sie jedoch in Wirklichkeit ist, weiß niemand.
7 Vgl. Reiner Engelmann, Strassenkinder, 2002, S.72
5
3. Gründe und Ursachen für ein Leben auf der Straße im Industriestaat Deutschland Nachfolgend werde ich Gründe und Ursachen aufführen, die Kinder dazu veranlassen ein Leben auf der Straße zu führen. Genauer werde ich hierbei auf den Industriestaat Deutschland eingehen. Ich werde dabei als erstes die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen beleuchten und danach näher auf die familiären Ursachen eingehen, demnach auf gesellschaftliche Ursachen.
3.1 Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen
3.1.1 Lebensumfeld und Wohnsituation
Es ist zu sagen, dass „ Straßenkinder in Deutschland aus allen gesellschaftlichen Schichten stammen.“ 8 Zwar kommt es häufiger vor, dass Straßenkinder aus der unteren Gesellschaftsschicht stammen, aber dies ist kein zwingendes Merkmal. In den oberen Schichten von Straßenkindern gehen Gründe wie Armut oder Arbeitslosigkeit der Eltern verloren, dafür müssen reichere Kinder den Druck ihrer Eltern und der Gesellschaftsschicht standhalten. Die Straßenkinder stammen eher aus ländlichen Gegenden und nicht wie viele Menschen vermuten aus der Großstadt, da sie sich während ihrer Zeit auf der Straße fast ausschließlich in Großstädten aufhalten. Sie machen die Straße der Großstadt zu ihrem neuen zu Hause, weil sich hier viele Menschen aufhalten bei denen sie betteln können oder bessere Übernachtungsmöglichkeiten finden. 9 Auch geeignete Hilfsorganisationen befinden sich stets in Großstädten wie Berlin oder Stuttgart. Die Wohnsituation ist nicht schlecht, da allenfalls wenig Raum für die Familie zur Verfügung steht. In der empirischen Studie der Universität Köln, sowie der Fachhochschulen Münster und Düsseldorf, bei der er 14 Straßenkinder befragte, kamen fünf Kinder aus Mietwohnungen, „die in belasteten, der Unterschicht zuzuordnenden Sozialräumen lagen.“ 10 Zwei Kinder wohnten zuvor mit ihren Familien in eigenen Häusern, wobei hier anzumerken ist, dass in einem der Häuser zeitweise zehn Personen lebten. 11 Jedoch kommt „den familiären Wohnbedingungen (Wohnungsnot) […] als Ursache der Straßenszenen […] eine mittelbare Wirkung zu.“ 12
8 Markus Heinrich Seidel, Straßenkinder in Deutschland, 2002, S. 131
9 Vgl. Markus Heinrich Seidel, Straßenkinder in Deutschland, 2002, S.253
10 Christoph Butterwegge, Karin, Holm, Margherita Zander, u.a., Armut und Kindheit, 2004, S.141
11 Vgl. Christoph Butterwegge, Karin, Holm, Margherita Zander, u.a., Armut und Kindheit, 2004, S.141
12 http://www.offroadkids.de/Herkunft_Seite_3.142.0.html am 17.02.05
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Arbeit zitieren:
Melanie Meyer, 2006, Warum leben Kinder und Jugendliche auf der Straße - ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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Liebe Frau Meyer,
ich bin Mitarbeiter bei Don Bosco Bonn und betreue die Website www.strassenkinder.de.
Wir sind sehr daran interessiert mit Ihnen über Ihre Arbeit "Warum leben Kinder und Jugendliche auf der Straße - ein Vergleich" zu sprechen und würden uns sehr freuen, wenn Sie sich bei uns melden würden. Erreichen können Sie uns unter robin.walter@donboscomission.de.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Robni Walter
am Wednesday, March 09, 2011-