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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Bedeutungswandel und seine Mechanismen 4
3. Die Etymologie von Caput 9
3.1 Die Etymologie von Capo 9
3.2 Die Etymologie von Testa 14
4. Textbeispiele. 16
5. Schluss 19
6. Bibliographie 20
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1. Einleitung
Sprachwissenschaftler haben sich in den letzten Jahren besonders intensiv mit der strukturalistischen, kognitivistischen und generativistischen Semantik beschäftigt. Sie haben sich hauptsächlich auf das synchrone Gebiet der Semantik konzentriert. Die Historische Semantik die, die älteste Disziplin der sprachwissenschaftlichen Semantik ist, basiert dagegen auf diachrone Entwicklungen. Vor allem beschäftigt sie sich mit dem Bedeu-tungswandel. Dieser wird als ein Prozess der Veränderungen von Wortbedeutungen in der Zeit gesehen und ist somit der wichtigste Untersuchungsgegenstand der Historischen Semantik. (cf. Blank 2001: 15)
Bedeutungswandel wird für eines der bedeutendsten Phänomene, die zur Weiterentwicklung von Sprache beitragen, gehalten. Selbstverständlich muss es sich um eine lebendige und natürliche Sprache handeln, damit Bedeutungswandel überhaupt stattfinden kann. Eine tote, d.h. eine nicht länger gesprochenen Sprache, kann sich nicht mehr entwickeln, da der Bedeutungswandelprozess nur durch Sprechen von Menschen in einer Gemeinschaft erreicht werden kann.
Diese Hausarbeit soll zunächst einen Überblick über den Bedeutungswandelprozess geben. Um dies zu erreichen, werden die wichtigsten am Prozess beteiligten, Mechanismen genannt und erläutert. Gründe für die Entstehung von Bedeutungswandel sollen ebenfalls erwähnt werden, um somit dieses Phänomen besser nachvollziehen zu können.
Allerdings liegt der Schwerpunkt dieser Hausarbeit darin, durch die Etymologie des italienischen Wortes capo, welcher lateinischer Abstammung ist, Veränderungen dieses Wortes im Sprachgebrauch herauszufinden. Es soll dabei untersucht werden, ob capo einen Bedeutungswandel durchgemacht hat. Im Falle eines solchen Entwicklungsganges sollen mögliche Gründe und Folgen dieses Phänomens betrachtet und anhand von Textbeispielen illustriert werden.
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2. Bedeutungswandel und seine Mechanismen
Die Historische Semantik beschäftigt sich mit dem Bedeutungswandel von Wörtern. Worte, die in der Alltagssprache verwendet werden, können ohne jegliche Intention der Sprecher ihre ursprüngliche Bedeutung verlieren. Der Sprachwissenschaftler Andreas Blank hält den Begriff „Bedeutungswandel“ für ungenau. Er erklärt, dass beim Bedeu-tungswandel zu der bereits vorhandenen Bedeutung eines Wortes noch eine weitere hinzukommt. Er betont, dass sich die ursprüngliche Bedeutung nicht verändert. Jedoch kann es vorkommen, dass sie ungebräuchlich wird und somit aus dem alltäglichen Gebrauch verschwindet. (reduktiver Bedeutungswandel siehe unten). Wenn neue lexikalische Einheiten entstehen, spricht man von innovativem Bedeutungswandel. (vgl. Blank 2001: 15) Natürlich handelt es sich um diachrone Erscheinungen, da der Wandel sich nicht plötzlich sondern graduell entwickelt.
Blank erklärt, dass sich Sprachwissenschaftler hauptsächlich mit den Motiven und den verschiedenen Verfahren des Bedeutungswandels beschäftigen. Wie bereits erwähnt, entwickelt sich der Wandel einer Beutung graduell und wird zunächst nur von einer kleinen Sprechergruppe verwendet. Eine Lexikalisierung findet statt wenn schließlich dieser Bedeutungswandel von mehreren Sprechern verwendet wird; eine weitere Bedeutung hat sich somit durchgesetzt, wobei die ursprüngliche Bedeutung erhalten bleibt.
Am Beispiel der Computer-Mouse veranschaulicht Blank einen in den letzten Jahren entstandenen Bedeutungswandel. Er erklärt, dass der Erfinder zunächst eine äußerliche Ähnlichkeit mit dem „graphischen Zeigegerät“ (vgl. S.72) und der Form einer Maus (engl. Mouse) wahrnimmt. Blank nennt diesen Prozess „Assoziationsvorgang“. (vgl. S.72) Der Erfinder hat also das graphische Zeigegerät mit der Maus in Relation gebracht. Der Innovationsprozess hat somit stattgefunden. Die Lexikalisierung dieser Innovation ist Dank der Aufnahme in die Alltagssprache entstanden. Das englische Wort „mouse“ besitzt nun also zwei Bedeutungen, es ist polysem. Anhand des Beispieles it. spina, was „Dorn“ und „stechender Schmerz“ heißt, zeigt Blank, dass es neben der Similarität noch andere Möglichkeiten eines Assoziati- onsvorgangs gibt: die kausale Kontiguität:
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Semantische Innovation und Lexikalisierung: (vgl. S.73)
a. )Assoziationsvorgang b.) Innovation it. spina it. spina „Dorn“ „Dorn“ Z Z ZA----------ZI Stechender Schmerz ZA----------ZI Stechender Schmerz K------Kontiguität-------K K------Kontiguität-------K
c.) Lexikalisierung it. spina „Dorn“ „stechender Schmerz“ Z ZA
Neben Similarität und Kontiguität gibt es noch ein drittes Assoziationsprinzip, nämlich der des Kontrastes.
Sprachwissenschaftler haben versucht mögliche Gründe für die semantische Innovation zu finden. Blank betont, dass Redesituation, Bedingungen des Wortschatzes sowie die Absichten des Sprechers eine wichtige Rolle dabei spielen. Weiter präzisiert Blank, dass jedoch alle semantischen Innovationen eine große Gemeinsamkeit haben: „Allen semantischen Innovationen (und allen sprachlichen Innovationen generell) gemein ist der Wunsch der Sprecher nach erfolgreicher Kommunikation zu möglichst geringen Kosten.“ (S.95) Die sprachliche Effizienz ist also besonders wichtig, aber andere Gründe können durchaus in Frage kommen. Beispielsweise kann durch den Gebrauch einer Innovation, das soziale Prestige erhöht werden. Ein besonders wichtiges Motiv für Innovation ist die Versprachlichung von neuen Konzepten, die vor allem durch Wandel in der Gesellschaft und der Technologie entstehen.
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Abstrakte Konzepte werden beispielsweise durch Metaphern versprachlicht und somit entsteht eine semantische Innovation. Weitere relevante Motive für Innovationen sind soziale, rechtliche sowie kulturelle Veränderungen. Innovationen in Lebensbereichen wie: Essen, Trinken, Sexualität, Ausscheidung, Krankheit, Tod, Liebe, Hass, Wetter, Arbeit und Geld entstehen durch emotionale Markierung. (hier erfolgt die Innovation meistens durch Metaphern) (vgl. S.98)
Das Gegenteil von semantischer Innovation ist reduktiver Bedeutungswandel, d.h. die Polysemie eines Wortes kann reduziert werden, aber es kann auch passieren, dass die Bedeutung oder sogar das Wort selbst aus dem Sprachgebrauch verschwindet. Blank erklärt, dass die Motive für semantische Innovation auch für reduktiven Bedeu-tungswandel zutreffen, jedoch „genau spiegelverkehrt.“ (vgl. S.99) Frühere Versuche semantischen Wandel zu erklären, bezogen sich auf die Assoziationslehre menschlicher Gedanken, d.h. man orientierte sich an einen psychologisch/kognitiven Erklärungsversuch. (vgl. Campbell 1998: 267) Heute konzentrieren sich Sprachwissenschaftler mehr auf den sozialen Kontext sowie auf pragmatische Fak-toren: wie bereits erwähnt spielen Wandel in der Technologie und in der Gesellschaft eine wichtige Rolle für den Bedeutungswandelprozess. Veränderungen in der Politik und in der Religion sowie in anderen Sphären des menschlichen Lebens sind durchaus weitere Faktoren, die semantischen Wandel verursachen können. Auch werden historische Ereignisse berücksichtigt, wie zum Beispiel die Verbreitung der englischen Sprache durch die britische Herrschaft in Amerika, Australien, Neuseeland und Südafrika. Andere Sprachwissenschaftler behaupten, dass man semantischen Bedeutungswandel nur in Verbindung mit Analogie, Syntax sowie Pragmatik erklären kann. (vgl. S.267) Wie man sieht, gibt es durchaus mehrere plausible Erklärungen für die Entstehung von semantischem Bedeutungswandel.
Semantische Innovation (Bedeutungserweiterung) und semantische Reduktion sind zwei Hauptkategorien unter denen semantischer Bedeutungswandel klassifiziert werden kann. Andere Mechanismen semantischen Wandels, die unter den beiden genannten Hauptkategorien stehen, sind: Metaphern, Metonymie, Synekdoche, Pejoration, Melioration, Ersetzung von Tabu-Worten, Hyperbel und unter anderem Bedeutungsver- schiebung durch Sprachkontakte.
Arbeit zitieren:
Francesca Cangeri, 2006, Der Bedeutungswandel des italienischen Wortes "capo", München, GRIN Verlag GmbH
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