INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. THE ECSTASY OF RITA JOE 3
2.1 GEORGE RYGA 3
2.2 DIE FIRST NATIONS 4
2.3 DAS DRAMA 6
2.4 UNTERDRÜCKUNG UND AUSBEUTUNG DER FIRST
NATIONS IN THE ECSTASY OF RITA JOE 6
3. DIE BESONDERHEITEN DER WESTKÜSTE:
BRITISH COLUMBIA UND YUKON 12
3.1 BRITISH COLUMBIA 12
3.1.1 Übersicht 12
3.1.2 Geschichte 13
3.1.3 Wirtschaft 14
3.1.4 Bevölkerung 15
3.1.5 First Nations 17
3.1.6 Stadt Kultur und Geographie 19
3.2 YUKON 20
3.2.1 Geschichte 20
3.2.2 Wirtschaft 21
3.2.3 Bevölkerung 21
3.2.4 First Nations 21
3.2.5 Geographie 22
4. SCHLUSS 23
5. LITERATURVERZEICHNIS 23
2
1. Einleitung
Kanada ist ein sehr vielfältiges Land, das von sehr vielen Besonderheiten geprägt ist. Vor allem die Westküste ist davon betroffen. Jene hatte für lange Zeit keinerlei Verbindung zum Rest Kanadas und durch die Rocky Mountains war ihr eine natürliche Barriere gegeben. Dies wirkte sich beispielsweise auch auf das Leben der Indianer aus. Durch das Öffnen des Westens kamen immer mehr Weiße in den Westen. Aber nicht nur die First Nations stellen eine Besonderheit der Westküste dar, sondern auch ihre Landschaft, Kultur und Wirtschaft.
George Ryga ist einer der bekanntesten Dramatiker, der sich in mehreren Werken dem Schicksal der Indianer gewidmet hat. Er selbst lebte lange Zeit an Kanadas Westküste und auch sein Centennial Play „The Ecstasy of Rita Joe“ wurde in Vancouver uraufgeführt.
2. The Ecstasy of Rita Joe
2.1 George Ryga 1
George Ryga wurde 1932 in Deep Creek, Alberta geboren. Dort wuchs er zusammen mit vielen anderen osteuropäischen Einwanderern auf. Rygas Eltern kamen ursprünglich aus der Ukraine, deshalb sprach Ryga in den ersten sieben Jahren seines Lebens kein Wort Englisch. Ryga erhielt nicht viel Bildung und verließ schon mit 12 Jahren die Schule und schlug sich mit zahlreichen Gelegenheitsjobs durchs Leben.
Ryga, der einer sozial schwachen Gruppe angehörte, musste oft mit anderen Minderheiten konkurrieren. So z.B. auch mit Indianern, was unter anderem sein Interesse förderte, über die kanadischen Indianer zu berichten. Er sagte selbst “we were struggling exactly the same way to get out of the ghetto as they [the Indians] were from the reserve“ 2 .
George Ryga befasste sich in vielen seiner Stücke mit der Ungerechtigkeit in der kanadischen Gesellschaft und Verstöße gegen die Menschenwürde. Nicht
1
Wassermann, Jerry. “George Ryga”.
Dictionary of Literary Biography. Vol. 60. Canadian Writers since 1960. Second Series.
Ed. W.H. New. Detroit: A Bruccoli Clark Layman Book, 1987. 320-24
2
Wassermann 321
3
selten brachten ihn seine politische und soziale Meinung in Bedrängnis. So wurde ihm beispielsweise sein Stipendium an der Banff School of the Art aberkannt und nach der Aufführung von The Ecstasy of Rita Joe die Einreise in die USA verwährt. Doch gerade dadurch, dass er Themen zur Sprache gebracht hatte, welche bis dahin ignoriert wurden, wurde er berühmt.
„Heroes rebelling against their society or who are trapped in almost unbearable social situations“ 3 ist auch das Thema, mit dem sich Ryga in The Ecstasy of Rita Joe befasst.
George Ryga verstarb 1987 in British Columbia.
2.2 Die First Nations 4
Seit der Besiedlung des Landes durch die Weißen traten für die First Nations immer mehr Probleme auf. Durch Goldfunde und Reichtum an natürlichen Rohstoffen kamen immer mehr Weiße und verdrängten die Indianer nach und nach von ihren Ländereien. Obwohl die indigenen Völker nur 3% der Gesamtbevölkerung darstellen, haben sie schon immer eine bedeutende Rolle für die Entwicklung Kanadas gespielt.
In der kanadischen Gesellschaft herrscht gegenüber den First Nations eine anhaltende Ungerechtigkeit. Während beispielsweise die Bewohner Quebecs als „distinct society“ mit ihren eigenen kulturellen und linguistischen Rechten anerkannt werden, haben die First Nations diese Rechte nie erhalten. Die Handlungen der Regierung hat die Aborigines zur am meist benachteiligten Gruppe in Kanada gemacht.
Es wird viel über den Missbrauch indianischer Schulkinder an den Schulen der Weißen gesprochen. Wohingegen 1969 gerade einmal 10% aller indigenen Schüler die High School abschlossen, sind es mittlerweile knapp fünfzig Prozent. Daraus resultieren dennoch geringe Chancen auf einen gesicherten Arbeitsplatz. „The rates of social pathology among aboriginal peoples as evidenced by the degree of alcohol abuse, crime, incarceration, and suicide, as well as other indications, are well over the levels of non-aboriginals.” 5 Des Weiteren sind auch die Arbeitslosigkeitszahlen
3
William Toyle. The
Oxford Companion to Canadian Literature.
“George Ryga”. (Toronto: OUP, 1983) 722
4
Duane Champagne.
Native America. Portrait of the Peoples.
(Detroit: Visible Ink Press, 1994)
5
Champagne 331-32
4
weitaus über dem Durchschnitt der non-aboriginal Canadians. Gerade deshalb sehen die Anführer der First Nations eine eigene Regierung als einzigen Ausweg für ihr Volk, um aus ihrer miserablen Lebenslage zu entfliehen. Durch den immer höher werdenden Druck durch die Anführer der First Nations nach einer konstitutionellen Anerkennung auf Recht zur Selbstverwaltung haben, die indigenen Belange immer noch einen sehr hochrangigen, wichtigen und allseits vorhandenen Stellenwert in der kanadischen politischen Agenda.
Nach dem 1. Weltkrieg gab man den Indianern teilweise völlig neue Namen und passte auch ihr Äußeres an die westliche Kultur an. Ihnen wurden ihre alten Traditionen und ihre eigene Sprache strengstens untersagt. Man erhoffte sich damit, dass es den Indianern leichter fallen würde, sich der neuen Mehrheit - den Weißen - anzupassen.
Die politische Einstellung gegenüber den First Nations wird ganz deutlich durch eine Aussage vom ehemaligen kanadischen Premierminister Pierre Trudeau veranschaulicht:
„We can´t recognise aboriginal rights because no society can be built on historical <
Zur der Zeit, als The Ecstasy of Rita Joe verfasst wurde, stand es also ziemlich schlecht um die Indianer. Sie hatten kaum Rechte, wurden in der kanadischen Gesellschaft nicht beachtet und haben durch die Ausbeutung und Unterdrückung der Weißen an Arbeitslosigkeit, Armut und unter Alkoholismus gelitten. Erst ab den 70er Jahren ging es mit den Indianern allmählich – wenn auch nur sehr schmählich – aufwärts. Es kam zur Gründung mehrere Organisationen, die sich für die Rechte der Aborigines einsetzten oder sich mit den Bedürfnissen und Umständen der First Nations beschäftigten. Außerdem kam es ab 1970 zwischen den First Nations und der kanadischen Regierung zu neuen Vertragsabschlüssen. Ab 1982 wurden sogar die Rechte der Aborigines gesetzlich verankert.
6
Diane Eaton and Garfield Newman.
Canada. A Nation Unfolding.
(Toronto: McGraw-Hll Ryerson Ltd., 1994)
406
5
2.3 Das Drama Ab 1960 schenkte man den Indianern vor allem in Theaterstücken viel mehr Aufmerksamkeit als je zuvor. Es wurden v.a. Stücke inszeniert, welche die Unzufriedenheit der Indianer charakterisierten, indem man sie als Opfer der weißen Gesellschaft darstellte. Die Indianische Bevölkerung dient dazu, ein generelles soziales Problem wie z.B. die Fremdheit von der Gesellschaft zu verkörpern. George Ryga präsentiert die Natives als Opfer einer sozialen Unterdrückung, die nahezu unkontrollierbar erscheint. 7 The Ecstasy of Rita Joe basiert auf einer realen Begebenheit. Der künstlerische Leiter des Vancouver Playhouse las einen Zeitungsartikel, der über „den Mord an einem Indianermädchen, dessen Leiche in einer Pension im Slumgebiet der Stadt gefunden worden war“ 8 handelte. Aus diesem Zeitungsartikel wurde das Drama des Centennial Year, das am 23. November 1967 in Vancouver uraufgeführt wurde. Auch wenn Rygas Stück nicht ganz das war, was man zu den Feierlichkeiten des hundertjährigen Bestehens Kanadas erwartet hatte, schlug sein Drama jedoch regelrecht ein wie eine Bombe.
2.4 Unterdrückung und Ausbeutung der First Nations in The
Ecstasy of Rita Joe 9
“When Rita Joe first come to the city, she told me... The cement made her feet hurt.” (126)
In diesem Drama handelt es sich um eine junge Indianerin, die ihrem Leben im Reservat den Rücken zukehrt und versucht, in der ihr verfremdeten Stadt, ein neues Leben zu beginnen. Dort wird sie vor Gericht der Prostitution, Landstreicherei und des Diebstahls wegen angeklagt und letztlich von den Weißen vergewaltigt und ermordet.
Es geht um den Verlust der Seele und des Selbst. Aber auch um die Darstellung der Ausbeutung und Erniedrigung der First Nations durch die weiße
7
Champagne 724
8
Don Rubin. „George Ryga: Poetische Vision und dramatisches Engagement.“
Das englisch-kanadische Drama.
Albert-Reiner Glaap. (Düsseldorf: Schwann, 1992) 141
9
George Ryga.
The Ecstasy of Rita Joe.
(Vancouver: Taloonbooks, 2004) Alle Angaben in Klammern beziehen sich auf dieses Buch 17
6
Quote paper:
Daniela D., 2006, Die Unterdrückung der "First Nations" in G. Rygas "The Ecstasy of Rita Joe" & Besonderheiten der Westküste: British Columbia und Yukon , Munich, GRIN Publishing GmbH
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