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Inhaltsverzeichnis
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Einleitung 3
1 Begriffserläuterung 4
1.1 Kategorisierung 4
1.1.1 Sprachliche Kategorisierung 4
1.2 Diskriminierung 5
1.2.1 Sprachliche Diskriminierung 6
1.3 Ausländer 6
1.4 Kommunikativer Akt 7
2 Formen der sprachlichen Diskriminierung 8
2.1 Übergang von formeller zu informeller Anredeform 8
2.2 Ethnische Kategorisierung 8
2.3 Generalisierung 9
2.4 Ausländerregister 10
2.5 Negative Beschreibung 12
2.6 Expliziter Vergleich 12
2.7 Positive Darstellung 12
3 Kategorisierung zum Ausländer 12
4 Gründe für sprachliche Diskriminierung 13
5 Positive versus negative Diskriminierung 15
6 Auswertung selbstgewählter Zeitungsartikel 17
7 Resümee 22
Literaturverzeichnis 24
Anlagen:
Zeitungsartikel
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Einleitung
"Weißt Du... Bin ich 11 18 18, bin ich Checker-Bunny." Mit diesem Slogan wirbt derzeit ein Dialogmarketinganbieter für seine Telefonauskunftsdienste im deutschen Fernsehen. Es handelt sich unverkennbar um das sich in den letzten Jahren zur Jugendvarietät etablierten sogenannten Kanakdeutsch. Die Dame, die sich im Werbespot dieser Sprechweise bedient, ist allem Anschein nach der deutschen Sprache jedoch auch in ihrer Hochvarietät fähig. Ihre Verständigungsstrategie ist es anscheinend, die Varietät ihres Anrufers aufzunehmen, um so eine Identifikationsgrundlage zwischen beiden herzustellen. Böse Zungen könnten aber auch behaupten, sie äffe ihren Anrufer nach, was eine diskriminatorische Handlung wäre. Die eben noch so positiv anmutende Intention der Call-Center-Beschäftigten gerät aufgrund des Argwohns des Fernsehzuschauers ins Schwanken. Wie ist die Situation also richtig zu verstehen?
Je größer die kulturelle Distanz zwischen der einheimischen und einer anderen ethnischen Gruppe ist, desto geringer ist der Kontakt zwischen beiden. Sein Wissen über die andere ethnische Gruppe bezieht der Einheimische nicht unbededingt aus der direkten Interaktion, sondern vor allem aus den Medien. Dort aber erscheinen Ausländer in der Regel in negativer Verzerrung (Hess-Lüttich 2003). Folgen sind Stereotypenbildung und daraus resultierend Diskriminierung von Ausländern, auch in sprachlicher Hinsicht.
Erst in den 1980er Jahren wurde in Deutschland das Augenmerk auf die sprachliche Diskriminierung von Ausländern in den Medien gerichtet. Zwei Drittel der seinerzeit wertenden Artikel der Print-Medien stellten Ausländer negativ dar. Besonders gut kamen Gäste, Künstler und Sportler weg, besonders schlecht hingegen Asylbewerber. Außerdem wurde auch nach der jeweiligen Herkunft der Ausländer unterschieden: Italiener standen höher im Kurs als beispielsweise Afrikaner oder Türken. (vgl. Hess-Lüttich 2003)
In der vorliegenden Hausarbeit sollen, nach Klärung der notwendigen Arbeitsdefinitionen, die Formen, Ursachen sowie die dafür in der einschlägigen Fachliteratur genannten Gründe sprachlicher Diskriminierungen zusammengetragen werden. Des weiteren bin ich daran interessiert, intentionale und unbewusste sowie positive und negative Diskriminierung zu unterscheiden, da ihnen meines Erachtens eine unterschiedliche Bewertung zukommen sollte. Die Print-Medien fokussierend, werde ich im Ergebnis dessen selbstgewählte Zeitungsartikel in Hinblick auf sprachliche Diskriminierungen sowie deren Intentionalität auswerten.
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1 Begriffserläuterung
Da sich allein schon der Titel der vorliegenden Arbeit aus mehreren unbestimmten Begriffen zusammensetzt, möchte ich damit beginnen, Begriffsbestimmungen vorzunehmen, um den Rahmen der Arbeit abzustecken.
1.1 Kategorisierung
Basis aller Diskriminierung ist die Kategorienbildung, das heißt, das Zu- beziehungsweise Einordnen und das damit gegebenenfalls verbunden (Aus-)Sortieren von Objekten, Ereignissen, Menschen etc. zu bestimmten anderen Einheiten in irgendeiner Form. "Man ordnet damit ein, stellt Bezüge her, fasst damit in und nach Gruppen zusammen, schafft Kombinationen etc. " (Hinnenkamp 1989b, 257)
Die Gründe zur Vornahme von Kategorisierungen (generell, also nicht nur im Hinblick auf sprachliche Diskriminierungen) sind Detweiler zufolge:
"(1) reduction in the complexity of the environment, (2) identification of what objects are, (3) reduction in the necessity for constant learning, since new objects can be identified as members of a class, (4) advanced knowledge of appropriate und inappropriate action (…), (5) and a method for relating classes of events." (Hinnenkamp 1989b, 256)
Kategoriengebundenes Wissen muss nicht zwangsläufig auf Erfahrung basieren. Es ist auch nicht abhängig vom unmittelbaren Umgang mit den in Frage kommenden Kategorien und bedarf keiner spezifischen Interaktion zwischen Kategorisierer und Kategorisiertem (beim Zeitungsartikel, vlg. Punkt 6, beispielsweise der Fall), sondern kann rein ideologischer Natur sein.
Je markanter eine Kategorie ist, desto unanfechtbarer für den So-Kategorisierten und desto verfügbarer, brauchbarer, verwertbarer ist sie für den So-Kategorisierenden. Diese von Hinnenkamp als Kategorien-Markanz bezeichnete Selektion basiert auf einer primären Auswahl unter allen verfügbaren Kategorien. (vgl. Hinnenkamp 1989b, 265)
1.1.1 Sprachliche Kategorisierung
Entsprechend der eben erfolgten Erörterung ist sprachliche Diskriminierung dann "die Bezugnahme auf eine Person mittels einer sozialen Kategorie", die durch einen Sprecher - in
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welcher Form auch immer (direkt, indirekt, anaphorisch, selbstreferentiell etc.)- verbalisiert wird. (vgl. Wagner 2001, 18)
1.2 Diskriminierung
Jemanden diskriminieren heißt nach Hinnenkamp (1995a) jemanden "aufgrund bestimmter realer oder imaginierter oder unterstellter Eigenschaften ungleich zu behandeln oder zu benachteiligen". Diskriminierung erfolgt auf Grundlage von Kategorisierung.
Die Legitimationsgrundlage und Ausdruck für Rassismus ist eine fortwährende Diskriminierung, da unbehinderte diskriminatorische Handlungen den Weg zu rassistischem Handeln ebnen. Wie in vielen Bereich ist auch hierbei zwischen Theorie und Praxis zu unterscheiden, wobei es bei der sprachlichen Diskriminierung von Ausländern vor allem um die Tat, weniger um die Lehre, geht. Diskriminierende Taten basieren nicht nur auf physischen Gewaltakten, sondern man kann auch mit Worten Gewaltakte ausüben, so Hinnenkamp (1995a), und zwar in Form von Ausgrenzung, Ausschließung, Verachtung und Aggression.
Auf eine Besonderheit in der Behandlung der Thematik weist ebenfalls Hinnenkamp (1995a) für den anglophonen Raum hin. Dort wird unterschieden in zwei verwandte und doch unterschiedliche Stränge von Rassismus: zum einen in racialism, bei dem es um strukturelle Gewaltformen im institutionalisierten und durch die Politik legitimierten Sinne geht und zum anderen in racism, mit dem die alltäglichen Gewaltpraktiken gemeint sind.
Beim "heutigen Rassismus" geht es nicht mehr um humanbiologisch-genetisch Aspekte, wie beispielsweise im Dritten Reich. Es handelt sich zwar immer noch um einen ideologischen Diskurs, heute stehen aber soziale, ethnische und/oder kulturelle Minderwertigkeiten im Mittelpunkt der Diskussion. Man kann von einem Neorassismus (Hinnenkamp 1995a) sprechen, einem Rassismus ohne Rasse, einem kulturellen Rassismus. Er stellt ein Ausschlussverfahren auf der Basis ethnischer, kultureller und sozialer Zugehörigkeit dar.
In der Literatur sind auch Begriffe wie Kulturalismus, Ethnizismus oder Ethnisierung zu lesen. Damit bezeichnet wird aber ein und dasselbe, nämlich
"Ideologien und Prozesse, die kulturelle und ethnische Zugehörigkeit in einer kategorischen Weise verabsolutieren und zum entscheidenden Bedeutungsträger des Verhaltens in der Interaktion machen". (Hinnenkamp 1995a, Punkt 1)
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1.2.1 Sprachliche Diskriminierung
Diskriminierung kann offen, bewusst und intentional, aber auch verdeckt/versteckt, unbewusst und unversehens zu tage treten. Sie kann sowohl verbal als auch nonverbal erfolgen. Uns geht es hierbei ausschließlich um erstere. Es geht also um verbalisierte Diskriminierungen, ob in gesprochener oder geschriebener Form.
1.3 Ausländer
Wie der Titel der Arbeit sagt, wird die sprachliche Diskriminierung von Ausländern untersucht. Dazu erscheint es mir erforderlich, zu definieren, welche Gruppe von Personen darunter zu verstehen ist. Bei so betitelten Personen handelt es sich laut Duden 1 um Angehörige eines fremden Staates, um ausländische Staatsangehörige oder Staatenlose. Gemäß dieser Definition würden darunter dann allerdings auch Österreicher etc. zählen, die ja für uns Deutsche Ausländer sind, der deutschen Sprache aber durchaus mächtig und damit keinerlei Angriffsfläche für sprachliche Diskriminierung bieten. Die Staatszugehörigkeit kann hierbei also keine Rolle spielen. Als Ausländer im Sinne dieser Arbeit sind daher Personen gemeint, die nicht deutsche Muttersprachler sind. Dazu zählen sowohl Deutsche (Menschen nicht-deutscher Herkunft, die aber die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen) als auch Nicht-Deutsche (Menschen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen).
Im Titel meiner Arbeit, durch den soeben abgesteckten Personenkreis belegt, habe ich bereits selbst die erste sprachliche Diskriminierung begangen, in dem ich nämlich Menschen, die mit Fug und Recht behaupten können, Deutsche zu sein, zu Ausländern "degradiert" habe. (Und ich bin sicherlich nicht die einzige, die einen faden Beigeschmack bei der Benutzung des Wortes Ausländer verspürt, ist es im deutschen Sprachraum doch in gewisser Weise negativ konnotiert und in diesem Zusammenhang die Benutzung des Wortes Degradierung gar nicht so weithergeholt.) Denn nämlich gerade Personen, die deutsche Staatsbürger, nicht aber deutscher Herkunft sind, sind wohl vornehmlich Opfer der hier diskutierten Diskriminierungen.
Nachfolgend werde ich daher entweder die Bezeichnung Nicht-Muttersprachler oder "Ausländer" verwenden. Die Anführungszeichen stehen für die meines Erachtens offensichtlich falsche Verwendung des Begriffes in diesem Zusammenhang, auch in der Fachliteratur.
1 Duden. Wörterbuch der deutschen Sprache in acht Bänden. Band 1. Mannheim: Dudenverlag. 2. Auflage (1993)
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1.4 Kommunikativer Akt
Da ich mich in der vorliegenden Arbeit zum größten Teil auf Material von Hinnenkamp stütze, möchte ich auch seine sehr kurze, aber ausreichende Definition für Kommunikation zu Rate ziehen. Es handelt sich um die potenziell absichtsvolle oder unbewusste Wahrnehmung und Deutung von gesendeten Zeichen zwischen einem Sender und einem Empfänger. (Hinnenkamp 1992, 141)
Da ich am Schluss dieser Arbeit einige Zeitungsartikel auf sprachliche Diskriminierungen hin untersuchen werde, sei hier nur noch kurz erwähnt, dass gemäß dem Kommunikationsmodell von Shannon und Weaver (1949) 2 die Informationsübermittlung zwischen dem Sender und dem Empfänger durch einen Kanal beziehungsweise ein akustisches, optisches oder taktiles Medium erfolgt, und dass demzufolge natürlich auch das Lesen einer Zeitung ein Akt der Kommunikation ist, wobei die Zeitung in diesem Fall das optische Medium/den Kanal der Informationsübermittlung darstellt.
Kommunikation findet auf unterschiedlichen Ebenen statt: im Vordergrund steht wohl zumeist die verbale Kommunikation, also der Informationsaustausch zwischen zwei oder mehreren Personen; ob vis-à-vis oder über ein Medium.
Demgegenüber steht die nonverbale Kommunikation, die sich einerseits in vokale, andererseits in nicht-lautliche Kommunikation unterteilt. Die vokale Kommunikation befasst sich mit dem Modus des Gesagten, also der Lautstärke, dem Sprechtempo und der Sprachmelodie etc. Die nicht-lautliche Kommunikation befasst sich mit Gestik, Mimik, Kleidung, Haartracht und vielen anderen Dingen außerhalb des gesprochenen Wortes. Ein weiterer Ausläufer ist die extraverbale Kommunikation, die sich mit Zeit, Raum und sozialen Variablen beschäftigt.
(vgl. Bartholy 1992, 178 in Verbindung mit Bußmann 2002)
Diskriminierungen können sich auf all diesen verschiedenen Ebenen wiederfinden. Nachfolgend werde ich jedoch nur auf die verbale Ebene eingehen, das sich die vorliegende Arbeit ja mit sprachliche Diskriminierung beschäftigt.
2 siehe Bußmann (2002)
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2 Formen der sprachlichen Diskriminierung
Nachfolgend eine Auflistung verschiedener Formen expliziter Diskriminierungen auf der verbalen Ebene der Kommunikation nach Hinnenkamp (1995a):
2.1 Übergang von formeller zu informeller Anredeform
Der Wechsel von Siezen zu Vertraulichkeit beziehungsweise Kumpelhaftigkeit im Gespräch, also Duzen, ohne explizite Aufforderung durch den Nicht-Muttersprachler, kommt dem Infantilisieren des Gegenübers und damit einer Abwertung der Person gleich und kann daher als sprachliche Diskriminierung eingestuft werden.
2.2 Ethnische Kategorisierung
"Ethnisches Kategorisieren [...] bezeichnet [...] die textuellen, interaktiven, inter(kon)textuellen Prozesse der (Re-)Produktion von Kategorien, die Eigenschaften, die in irgendeiner Weise mit dem Phänomen beziehungsweise dem Wissen um ethnische Differenz in Beziehung stehen, 'sichtbar' machen." Voraussetzung ist, dass die Differenz konstatierbar und in irgendeiner Weise mit "ethnisch" verknüpfbar ist. (Hinnenkamp 1989b, 259)
Hierzu zählen:
a) diffamierende Begriffe zur Kennzeichnung ethnischer Minderheiten oder Mitglieder derselben, z.B.: Pollacke, Fidschi (Letztere Bezeichnung ist in doppeltem Sinne diskriminierend, da nicht nur Fidschianer, wie sie gemäß Duden eigentlich heißen, falsch betitelt, sondern generell Süd-Ost-Asiaten so bezeichnet werden.)
b) nationale Personenbezeichnungen, z.B.: der Russe als Sammelplural.
c) (adjektivische) ethnische Kennzeichnung als Kompositum, z.B.: Türkischmann, Jugo-Star.
d) pejorative Metaphern, z.B.: Türkenkoffer für eine Plastiktüte.
e) rassistische Witze
f) Eine besondere Erscheinungsform sprachlicher Diskriminierung fußt im Journalismus, z.B.: Schlagzeilen wie "Türken und Oberhausener feiern...". Das Diskriminatorische erfolgt hier durch die Absprechung der lokalen Identität, da wohl die meisten der feiernden Türken selbst melderechtlich Oberhausener sind.
Die Formen a), d) und e) finden zweifelsohne intentional Anwendung und sind also solche vorsätzlich diskriminierend. Bei Vorkommen der Formen b) und c) hingegen denke ich nicht,
Quote paper:
Corinna Schücke, 2006, Sprachliche Diskriminierung von Ausländern in kommunikativen Akten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Dieter Beluga
Diskriminierung.
Traurig, traurig, überall werden die Ausländer diskriminiert. Sogar bei kommunikativen Akten! Pfui, pfui! Man sollte nichts über sie schreiben, dann können sie auch nicht diskriminiert werden. Dann braucht man auch nicht solche hirnrissigen "Arbeiten" zu verfassen.
Warum bloß so viele Ausländer nach Deutschland kommen? Wahrscheinlich alles Masochisten, die sich gern diskriminieren lassen. Beispielsweise durch Sozialhilfe.
on Monday, March 31, 2008-