Inhaltverzeichnis
I Einleitung 3
II Grundlagen der OT 5
2.1 Beschränkungen (Constraints) 5
2.2 Universalität 6
Geordnetheit: Ranking Dominance 6
2.3 Verletzbarkeit 6
2.4 Wettbewerb 7
2.5 Richness of the Base and Freedom of analysis 7
III Die OT: Das formale Modell 8
3.1. Komponente der OT 8
3.2. OT-Grammatik als Input-Output Vorrichtungs-Funktion 9
3.3. Architektur und Verfahrensweise der OT 10
IV Constraintstypen und Ihre Interaktion 12
4.1. Markedness: Markiertheit-Constraints 12
4.2. Faithfulness: Treue-Constraints 13
4.3. Alignment und Constraints zur Bildung vom Füßen 14
V OT Anwendung 16
5.1 Pluralbildung in Englischen 16
5.2. Silbenstruktur 18
5.3 Silbenbildung am Beispiel vom Yawelmani 20
5.4 Bildung von Füßen und Affigierung am Beispiel vom Axininca Campa und Tagalog
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5.5 Silbentypen (Sprachvergleichend) 26
VI Fazit 29
Literaturverzeichnis 30
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I. Einleitung
Die Optimalitätstheorie (OT) wurde 1993 mit einem unveröffentlichen Manuskript eingeführt, nämlich Optimality Theorie (A. Prince & P. Smolensky (1993)) und ist gegenwärtig eine der einflussreichsten Theorien innerhalb der Phonologie. Allerdings sind wichtige Aspekte der ursprünglichen OT im Laufe der Jahre von verschiedenen Autoren vertieft worden. Dazu gehören Archangeli & Langendoen (1997), Dekkers (2000), Kager (1999), McCarthy & Prince (1993, 1994, 1995a, '95b), verschiedene Dissertationen, unveröffentlichte Artikel und Beiträge im virtuellen Rutgers Archiv der Optimalitätstheorie (ROA).
Die OT ist so konzipiert, dass sie als eine Formale Theorie behandelt wird. D.h. sie beschreibt nicht per se spezifische Phänomene, sondern liefert den theoretischen Rahmen, in dem eine substantielle Theorie ausgedrückt werden kann. Sie ist im Prinzip auf alle Gegenstandsbezogenen beschränkungs- oder Prinzipienbasierte Theorien anwendbar, solange deren Prinzipien bzw. Beschränkungen im Sinne der OT interpretiert oder reinterpretiert werden können. Die OT wurde Anfangs im Bereich der Phonologie entwickelt, findet aber mittlerweile auch in der Morphologie, Syntax, Spracherwerb, -Variation und -Typologie, Maschinelle Sprachverarbeitung und Sprachgeschichte zunehmend Anwendung.
Nach der OT teilen sich die Grammatiken aller menschlichen Sprachen eine Menge von universell gültigen (Wohlgeformtheits-)Beschränkungen (constraints). Diese sind so einfach und allgemein, dass sie in vielen Kontexten in Konflikt miteinander stehen, d.h. sie können nicht gleichzeitig erfüllt werden.
Gegenstand dieser Arbeit beschränkt sich auf die Erläuterung der Grundlagen der OT und die Funktionsweise drei zentraler Constraintstypen, nämlich Markiertheit- (markednes), Treue- (faihtfulnes)und Alignment-Constraints (Alignment).
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Es wird gezeigt, wie durch die jeweilige Grammatik der Einzelsprache Konflikte gelöst werden, die Aufgrund der universellen Beschränkungen entstehen, in dem eine Hierarchie (constraint hierarchy) aufgestellt wird (ranking) und dass Grammatiken ausschließlich durch das ranking der universellen Beschränkungen sich unterscheiden.
Somit kann man Beispielsweise die Silbentypologie aller möglichen Sprachen auf Grund der sprachspezifisch festgelegten Ranghierarchien der Constraints ableiten. Hierzu werden Phänomene behandelt, die sich über den Bereichen der Silbenstruktur, Silbifizierung Phonotaktik, Pluralbildung und Sprachtypologie erstrecken, wobei nur wenige Beispiele aus Platzgründen aufgeführt werden können.
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II Grundlagen der OT
Im Einzelnen lassen sich unter Berücksichtigung der Arbeiten vom Prince & Smolensky (1993) und McCarthy & Prince (1993, 1994, 1995a, '95b) fünf zentrale Annahmen bzw. Eigenschaften dieser Theorie zusammenfassen:
2.1 Beschränkungen (Constraints)
Die OT verzichtet auf Regeln. Grammatische Generalisierungen werden allein durch Constraints ausgedrückt. -Dies u. a. ist für die Computer gestützte Implementierung dieser Theorie von großer Bedeutung. Da Regeln nur eine strenge, harte und meist lokale Entscheidungen erlauben. Constraints dagegen entsprechen Kostenfunktionen, die für mathematische Optimierungsverfahren angewandt werden, und darauf zielen globale Lösungen zu erreichen in dem verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Die OT erscheint deswegen auf statistischer Sicht zugänglicher als Regelbasierte Theorien (Vgl. Boersma (2003) und Stöber (1999))-. Constraints konflingieren prinzipiell miteinander. Zwei Constraintstypen, die in der Regel zu einander konflingieren sind Markiertheit- und Treue-Constraints. Markiertheit z. B. besagt, dass nur unmarkierte Strukturen vorkommen sollen. Treue dagegen verlangt, dass die phonetische Repräsentation (Outputformen) mit der jeweiligen zugrunde liegenden (lexikalischer) Repräsentation (Input) identisch sein müssen, damit lexikalische Kontraste erhalten bleiben. Im Rahmen phonologischer Prozesse bestehen Beschränkungen und werden nach Prince & Smolensky (1993), McCarthy & Prince (1993, 1994, 1995a, '95b) durch verschiedene Constraintsttypen oder Constraintsfamilien ausgedrückt:
Alignment
Correspondence Faithfulness Markedness
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2.2 Universalität
Beschränkungen sind universell. Da sie Tendenzen ausdrücken, die in allen Sprachen der Welt vorhanden sind.
Geordnetheit: Ranking & Dominance
Nicht alle Beschränkungen haben in jeder Sprache denselben Stellenwert. Einzelsprachen unterscheiden sich dadurch, wie die obigen Beschränkungen entsprechend ihrer Wichtigkeit angeordnet sind. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Aussprache im Deutschen, die Auslautverhärtung hat (höhere Rangordnung der Markiertheit-Contraints) im Gegensatz zu dem Englischen die keine hat (höhere Rangordnung der Treue-Constranits). Man spricht hier von dominierten oder undominierten Constraints. Da Konflikten zugunsten der in einer Hierarchie höher eingestuften Beschränkungen gelöst werden, wobei jede Beschränkung absolute Priorität gegenüber allen niedriger rangierenden Beschränkungen hat. Letzteres wird als Dominanz bezeichnet. Am Beispiel der Deutschen Auslautverhärtung lässt sich folgende allgemeine Ranking bzw. Hierarchie aufstellen: (Markiertheit-Constraints >> Treue-Constraints). - Siehe auch IV und V -.
2.3 Verletzbarkeit
Beschränkungen werden ("vom sprachlichen Kandidaten bzw. Sprecher ") verletzt. Aber die Verletzung gilt als legitim, wenn dadurch die Verletzung einer höher rangierter Constraint vermieden wird. In diesem Falle spricht man von minimaler Verletzung.
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2.4 Wettbewerb
Mit Hilfe der Grammatik einer Sprache werden Inputs, Formen oder Kandidaten (K) generiert, die bei der der sog. Evaluation als optimal (grammatisch) oder suboptimal (ungrammatisch) qualifiziert werden, je nach dem wie sie die Constraints erfüllen bzw. wenig gravierenden Verletzungen aufweisen.
2.5 Richness of the Base and Freedom of analysis
Damit ist gemeint, dass die Menge der möglichen generierbaren Inputs aller Sprachen identisch ist, und sie muss entsprechend reichhaltig sein (Richness of the Base), um die Unterschiede der Sprache erfassen zu können (Freedom of analysis). In der Phonologie ist diese Menge z. B. durch das allgemeine menschliche Lautbildungspotential bestimmt. Die Formen des Lexikons einer Sprache sind nach dieser Annahme in der Menge der möglichen Inputs enthalten.
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III. Die OT: Das formale Modell
Eine Grammatik kann als Funktion betrachtet werden, die einem Input eindeutig einen Output zuordnet: G(Input) = Output. Unter der Annahme, dass die zugrunde liegende Form von engl. sing /sink/ lautet (analog zu sink /sink/), erhalten wir folgendes:
G (/sink/) = /siΝk/
G (/sinΝ/) = /siΝ/
Dies gilt gleichermaßen für die generative Phonologie wie für die Optimalitätstheorie. Diese unterscheiden sich in der Art und Weise, wie die Funktion berechnet wird. In der klassischen Phonologie wird der Output durch Anwendung einer geordneten Menge von Regeln aus dem Input abgeleitet sog. Derivation (Vgl. Prince & Smolensky (1993: 4-20) und McCarthy & Prince (1994, '95).
3.1. Komponente der OT
Eine OT-Grammatik besteht nach Prince & Smolensky (1993: 4-20) McCarthy & Prince (1994, '95) aus folgenden Komponenten:
a) Lexikon
Das Lexikon enthält die lexikalischen Repräsentationen (zugrunde liegenden Formen) der Morpheme und liefert den Input für den Generator.
b) Generator (Gen)
Der Generator erzeugt aus einem Input eine potentiell unendliche Menge von Output-Kandidaten K¡ (1≤ i ≤ ∞) und übergibt sie an den Evaluator. Gen ist universell. D. h. dass die von Gen für einen bestimmten Input erzeugten Kandidaten für alle Sprachen gleich sind.
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Arbeit zitieren:
Jesus Wagner, 2006, Optimalitätstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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