Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
1. Einleitung 3
2. Die Gründung der Universität Erfurt 1392 5
2.1. Erfurt als Schulstadt - das Studium generale Erfordense. 5
2.2. Die Gründungsgeschichte der Universität Erfurt. 6
2.2.1. Die Beantragung einer Universität. 6
2.2.2. Das große abendländische Schisma - ein Problem für Erfurt? 7
2.2.3. Die Errichtungsurkunde Clemens VII. 8
2.2.4. Das Scheitern der Pläne 9
2.2.5. Die Errichtungsurkunde Urban VI. 10
2.2.6. Die Eröffnung der Universität. 13
2.3. Die Universität Erfurt in der Zeit nach ihrer Gründung 14
2.3.1. Struktur. 14
2.3.2. Frequenz und räumliche Herkunft der Studenten 15
2.3.3. Lehre und Studium. 16
2.3.4. Studentenleben 18
3. Resümee 20
4. Quellen- und Literaturverzeichnis 22
4.1. Gedruckte Quellen 22
4.2. Darstellungen 22
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1. Einleitung
Die heutige Universität Erfurt wurde 1994 gegründet und nahm im Jahr 1999 den Lehrbetrieb auf. Somit ist sie die jüngste staatliche Universität in Deutschland. Gleichsam kann die Universität aber auch darauf zurückblicken, dass sie, oder um genauer zu sein: ihre Vorgängerin, eine der ältesten Universitäten des Alten Reiches ist.
Die Geschichte der älteren Universität Erfurt begann im Jahre 1392 und endete im Jahr 1816 durch eine königlich-preußische Kabinettsorder in einer Zeit in der auch andere Universitäten dasselbe Schicksal ereilte. Im 15.Jahrhundert entwickelte sich die Universität zu einem Zentrum der Bildung in Deutschland. Vertreter der Erfurter „Hierana“ , wie die Universität genannt wurde, nahmen an den Konzilien von Konstanz und Basel teil. Ihren frühen Ruhm verdankte die Universität vor allem ihrer juristischen und theologischen Fakultät. Sie öffnete sich dem Humanismus und errang als Vorort des Nominalismus eine geistige Führungsposition in Deutschland. Der wohl berühmteste Student der Universität kam 1501 nach Erfurt um dort das Studium der freien Künste zu beginnen: Martin Luther.
Das umfangreichste und wohl wichtigste wissenschaftliche Werk zur Geschichte der Universität Erfurt stammt von dem Erfurter Professor Erich Kleineidam und bildet eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung. Der erste Band seiner „Universitas Studii Erffordensis. Überblick über die Geschichte der Universität Erfurt.“ erschien 1963, der vierte 1981. Grundlage dieser Arbeit war vor allem der erste Band Kleineidams.
Mit der glänzenden Vorgeschichte beschäftigte sich besonders der Tübinger Professor Sönke Lorenz in seinem Buch „Studium Generale Erfordense. Zum Erfurter Schulleben im 13. und 14. Jahrhundert.“, welches 1989 erschienen ist. Zu nennen ist überdies die Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte der Universität Erfurt“ in der Einzelarbeiten zu bestimmten Zeitepochen und Fragestellungen der Universitätsgeschichte untersucht wurden sind. Die Zeitschrift erschien von 1956 bis 1993.
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Im Zusammenhang mit dieser machte sich besonders der Erfurter Medizin-Professor Horst-Rudolf Abe um die Erforschung der alten Universität verdient. Seine Aufsätze sind ebenso von Wichtigkeit für diese Arbeit. Zusammengefasst gesehen ist die Geschichte der Erfurter Universität und besonders auch ihrer Gründung gut erforscht, es gibt kaum zweifelhafte Fragestellungen.
Der Gegenstandsbereich dieser Arbeit soll, ausgehend von der Betrachtung der Bildungssituation in Erfurt vor der Universitätsgründung, vor allem die Gründungsgeschichte der Universität beleuchten und untersuchen. In diesem Teil soll untersucht werden, wer ein Interesse an Gründung der Universität hatte und warum die erste Universität im mitteldeutschen Raum gerade in der Stadt Erfurt entstand. Anschließen wird sich ein Teil der sich mit den Studienbedingungen und der Situation an der neugegründeten Universität befasst. Dieser soll zeigen, was gelehrt wurde, woher die Studenten kamen und wie ein Student in der damaligen Zeit lebte. Dabei ist sich auf einen Zeitraum bis zum Jahr 1500 beschränkt wurden.
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2. Die Gründung der Universität Erfurt 1392
2.1. Erfurt als Schulstadt - das Studium generale Erfordense
Der Ort Erfurt wurde 742 das erste Mal urkundlich erwähnt. Auf das Bitten Bonifatius hin bestätigte Papst Zacharias in diesem Jahr das Bistum Erfurt, welches jedoch nicht lange Bestand haben sollte und im 11.Jahrhundert dem Bistum Mainz angegliedert wurde. Somit waren in der Folgezeit acht Jahrhunderte lang die Bischöfe von Mainz Stadt- und Landesherren von Erfurt. Nach einer Bestimmung Karls des Großen aus dem Jahre 789 musste jedes Stift bzw. Kloster eine Schule unterhalten. Daher ist anzunehmen dass auch in dem von Bonifatius gegründeten Marienstift und im St. Paulskloster, welches im 9.Jahrhundert das erste Mal Erwähnung fand und später als Severistift bezeichnet wurde, solche Schulen existierten. Die Schulen standen nicht nur dem eigenen Stiftsnachwuchs sondern auch solchen offen, die später einmal geistliche Ämter in der Diözese begleiten sollten. 1 Als weitere Schule lässt sich die der regulierten Augustinerchorherren nennen. Seit 1117 in Erfurt ansässig, wurde erst ab 1217 Unterricht erteilt. Dort gab es ebenfalls öffentlichen Unterricht. Relativ wenig ist über die Schulen der Benediktinermönche in Erfurt bekannt. Die Schule der Schottenmönche wird erst im 14. Jahrhundert erwähnt.
Ab dem 13. Jahrhundert waren in Erfurt Franziskaner, Dominikaner und Augustinereremiten ansässig. Ihre Schulen dienten aber lediglich der Ausbildung von Ordensangehörigen. Jedoch wurde von den Mendikanten das geistige Leben in der Stadt entscheidend mitgeprägt. Gerade die Ordensleute, die später an der Universität lehren sollten, trugen zum hervorragenden Ruf dieser bei. Eine Erfurter Schulordnung aus dem Jahre 1282 lässt Schlüsse über die Eigenart des Schulwesens in Erfurt zu. Jeder Scholar war einem Magister zugeordnet. Diesem musste er im ersten Monat des jeweiligen Semesters ein Honorar zahlen.
1 Vgl im folgenden, wenn nicht anders angegeben, LORENZ, Studium, S.5-57.
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Ihm stand es frei nach Ablauf des Semesters den Scholaren und somit auch die Schule wechseln. Das zeigt, dass die Scholaren nicht an einer bestimmten Schule studierten sondern in Erfurt ad studium waren. 2 Heinrich Totting von Oyta wird 1362/63 von Kaiser Karl IV. in einer Supplik als „rector superior studii generalis et solennioris Alamannie artium Erfordensis“ bezeichnet. 3 Die Schulen in der Stadt Erfurt besaßen in ganz Deutschland einen hervorragenden Ruf. Der beste Zeuge hierfür ist 1366 wiederum Karl IV., der Heinrich Totting von Oyta in Schutz nimmt, als dieser bezichtigt wird, sich unrechtmäßig als „rector universitas studii Erforden“ bezeichnet zu haben. Karl IV. verweist darauf, dass Heinrich diese Angabe durchaus im guten Glauben gemacht habe, denn, so Karl IV.:
„[...] deswegen weil im genannten Ort Erfurt nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch
dieses und anderer umliegenden Länder gesagt wurde und heut noch gesagt wird, es
sei ein Generalstudium wegen der großen Menge der Studierenden, die an den
genannten Ort mehr als an irgend einen anderen Ort ganz Deutschlands nach alter
Gewohnheit hingeströmt sind, und auch deswegen weil dort vier Hauptschulen sind
und waren, in denen sowohl Natur- wie Moralphilosophie mit den anderen Büchern
der [freien] Künste reichlich gelesen wurden“ 4 .
Die Stadt Erfurt konnte also auf eine ausgezeichnete Schultradition zurückblicken, welche um 1300 sogar schon hochschulähnliche Züge annahm. Es sollte daher nur als konsequent betrachtet werden, dass sich gerade die Stadt Erfurt als erste im Alten Reich, noch vor Köln und Heidelberg, um eine Universität bewerben sollte.
2.2. Die Gründungsgeschichte der Universität Erfurt
2.2.1. Die Beantragung einer Universität
Das eigentliche Deutschland besaß bis in die 1370er Jahre hinein noch immer keine Universität. 1378 überlegte der Rat der Stadt Erfurt, wie die Stadt an Geld und Ruhm kommen könnte. So kam man auf den Gedanken eine Hohe Schule zu errichten.
2 Vgl. LORENZ, Studium, S.125.
3 Vgl. DENIFLE, Entstehung der Universitäten, S.406.
4 Vgl. a.a.O., S.407 und Übersetzung bei KLEINEIDAM, Universitas, S.6.
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2004, Die Gründung der Universität Erfurt 1392, München, GRIN Verlag GmbH
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