Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Die Tauftheologie des Karl Barth 4
2.1 1943 : „Die kirchliche Lehre von der Taufe“ 4
2.1.1 Das Wesen der Taufe 5
2.1.2 Die Kraft der Taufe 5
2.1.3 Der Sinn der Taufe 5
2.1.4 Die Ordnung der Taufe 6
2.1.5 Die Wirkung der Taufe 6
2.1.6 Zusammenfassung 7
2.2 1967 : KD IV/4 Die Taufe als Begründung des
christlichen Lebens 7
2.2.1 Die Taufe mit dem Heiligen Geist 8
2.2.2 Die Taufe mit Wasser 9
2.2.3 Der Grund der Taufe 11
2.2.4 Das Ziel der Taufe 11
2.2.5 Der Sinn der der Taufe 12
3 Der junge und der alte Barth 13
4 Karl Barths Tauflehre in der Kritik 14
5 Schlussbetrachtung 16
6 Quellen- und Literaturverzeichnis 18
6.1 Quellen 18
6.2 Sekundärliteratur 18
2
Einleitung
Karl Barth hat in seinem langen Leben als Dogmatiker, Ethiker und Prediger in vielerlei Hinsicht für Aufsehen gesorgt: ob in seiner Safenwiller Zeit als „roter Pfarrer“ und sozialistischer Sympathisant, wenige Jahre später als Schleifer der Bastionen der Liberalen Theologie, in den 1930er Jahren als maßgeblicher Inspirator der Bekennenden Kirche, in der Nachkriegszeit als entschiedener Gegner der deutschen Wiederbewaffnung oder kurz vor seinem Tod als Bestreiter der kirchlichen Taufe von Kindern.
Die vorliegende Arbeit soll sich mit der zuletzt genannten Infragestellung beschäftigen. Mit ihr versetzte Barth nicht wenige volkskirchliche Theoretiker und Praktiker in Verlegenheit und Aufregung.
Das Interesse an dieser Thematik liegt darin begründet dass gerade durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema „Taufe“ während des Sommersemesters 2004 Zweifel an der gängigen volkskirchlichen Praxis aufkamen. Was ist denn nun „richtig“: die Kindertaufe oder die Bekenntnistaufe? In Karl Barth findet sich der wohl aktuellste ernstzunehmendste theologische Bestreiter der volkskirchlichen Taufpraxis. Daher soll anhand seiner Theologie kritisch die eigene Haltung, dass sowohl Bekenntnistaufe als auch Kindertaufe mit aufrichtigem(!) Bekenntnis im Erwachsenenalter „richtig“ seien, aber die Bekenntnistaufe vorzuziehen sei, hinterfragt und überdacht werden.
Überdies hat diese Thematik für jeden Christen auch einen biographischen Bezug: War es richtig von meinen Eltern mich als Kleinkind taufen zu lassen und würde ich selbst meine Kinder im Kleinkind- oder auch Kindesalter taufen lassen?
Zunächst soll die Tauftheologie Barths dargelegt und betrachtet werden, anschließen soll sich ein kurzer Abriss der die wesentlichen Facetten im Wandel der Theologie Barths aufzeigt, hernach sollen einige Kritiker Barths beleuchtet werden.
3
1 Die Tauftheologie des Karl Barth
1.1 1943: „Die kirchliche Lehre von der Taufe“1
Dieser Aufsatz Barths aus dem Jahre 1943 war wohl nicht mehr und nicht weniger als ein Frontalangriff gegen die kirchliche Taufpraxis. Ebenso griff dieser Aufsatz die von den Kirchen als anerkannt geltenden und verteidigten Lehren der Taufe an, die diese Praxis legitimierten.
Barth verlangte nach einer Wiederherstellung der Taufordnung im Sinne einer „auch auf Seiten des Täuflings verantwortlichen Taufe“ 2 . Der Täufling sollte vom passiven Objekt der Taufe wieder zum sich frei entscheidenden und bekennenden Partner Christi werden. 3
Dahinter steht wohl nicht nur die Meinung Barths, dass die neutestamentlichen Texte keinen anderen urchristlichen Brauch als die Bekenntnistaufe erkennen lassen. Barths Forderung nach Wiederherstellung der rechten Taufpraxis ist wohl vielmehr der Ausdruck einer Tauflehre die sich gegenüber der theologischen Tradition nicht durch bessere Praktikabilität sondern durch größere Sachlichkeit empfohlen wissen will. 4 Nur deshalb erhebt diese Lehre von der Taufe den Anspruch die kirchliche Lehre von der Taufe zu sein.
1967 erklärte Barth dann jedoch dass diese Tauflehre nicht als sein „sein letztes Wort zu dieser Sache betrachtet“ werden solle, „weil sie [...] überholt und antiquiert ist“. 5 Obwohl sich durch die Kirchliche Dogmatik Barths Anschauung zur Taufe gewandelt hat, empfiehlt es sich genauer auf die einleitenden positiven Thesen von 1943 einzugehen.
In den Fußnoten dieser Arbeit sind die genannten Titel ausdrücklich als Kurztitel zu verstehen! Diese werden im Anhang genannt. Ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis findet der Leser am Ende der Arbeit!
1 1943
2 Ebd., 40.
3 Vgl. ebd.
4 Vgl. Barth-Studien., 248.
5 KD IV/4, IXf.
4
Dem Leser wird so die Möglichkeit eröffnet, festzustellen wie und worin sich Barths Haltung geändert hat.
Barth gliedert seinen Aufsatz in fünf Thesen, die er jeweils entfaltet. Im Folgenden sollen nun diese Thesen beleuchtet werden.
1.1.1 Das Wesen der Taufe
Er bestimmt das Wesen der Taufe formal als christologisches Abbild. Die Taufe hat eine symbolische, nachahmende und signifikative Funktion im Sinne des Bezeugens. Das heißt, dass die Taufe nicht selbst das ist was sie bezeugt. Sie ist nur ein Bild und errettet also nicht.
1.1.2 Die Kraft der Taufe
Die Taufe verdankt ihre Kraft einzig und allein der Verfügung Jesu Christi. Ihre Kraft gewinnt sie weder durch einen korrekten Vollzug noch durch eine bestätigende Glaubenshaltung des Getauften. Sie ist „mit allen Elementen der kirchlichen Verkündigung [...] als solches und also in ihrer ganzen Menschlichkeit indirekt und mittelbar ein freies Wort und Werk Jesu Christi selber“ 6 . Weil die Taufe das freie Wort und Werk Jesu Christi ist, bleibt die Kraft der Taufe ausschließlich die Kraft Jesu Christi selber. Sie geht also nicht an die Kirche über. Wort und Werk Jesu Christi sind aber nicht an die Taufe gebunden. Daraus würde folgen dass die Taufe nicht heilsnotwenig wäre.
1.1.3 Der Sinn der Taufe
Den Sinn der Taufe sieht Barth im Taufgeschehen. Bei der Taufe verherrlicht sich Gott durch die Gnadenzusage an den Menschen. 7 Die Wassertaufe ist aber trotzdem kein Mittel, durch das Sünden vergeben werden oder Glauben gegeben wird. 8 Also macht ausschließlich ein kognitives Geschehen den Sinn der Taufe aus. In ihr wird die „Wirklichkeit [...] zur Wahrheit“ 9 .
6 1943, 9.
7 Vgl. Ebd., 16.
8 Vgl. Ebd., 17.
9 Vgl. Ebd., 19.
5
Arbeit zitieren:
2004, Die Taufe bei Karl Barth, München, GRIN Verlag GmbH
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