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Gliederung
Gliederung. 2
1. Einführung. 3
2. Definition von projektiven Testverfahren 3
3. Inhalte und Einordnung projektiver Tests. 4
4. Der Mann - Zeichen - Test. 5
5. Der TAT (Thematische Apperzeptionstest) 8
6. Die Familie in Tieren 10
6. 1 Die Darstellung der Tiere synonym für Menschen. 11
7. Die Versuchsanordnungen 13
8. Die Eigenschaften der Tiere im gesellschaftlichen Kontext 13
9. Konkretes Fallbeispiel des Karl 14
10. Die Auswertung der Falldarstellung 14
11. Die Deutung der Zeichnung „Familie in Tieren“ 15
11 1 Die formale Deutung. 15
11. 1. 1 Die Strichstruktur in der Deutung 15
11. 1. 2 Die Formbehandlung in der Deutung 16
11. 2 Die inhaltliche Deutung 17
12. Allgemeines zum Fall Karl 18
13. Schlussgedanken 19
Quellenangaben 20
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1. Einführung
Der Thematische Apperzeptionstest, der Mann - Zeichen - Test, die Familie in Tieren - dies sind typische Beispiele von projektiven Testverfahren im diagnostischen Verfahren. Anhand dieser drei Beispiele möchte ich versuchen zu verdeutlichen, was projektive Verfahren sind, was sie bezwecken, wie sie aufgebaut sind aber auch, wo sie an ihre Grenzen in der Praxis stoßen. Die drei Testverfahren sind nur ein kleiner Ausschnitt der Vielfalt an projektiven Testverfahren, die für die praktische Arbeit auch im sozialpädagogischen Rahmen von Bedeutung sind. Anhand von Fallbeispielen möchte ich die genannten Testverfahren konkretisieren.
2. Definition von projektiven Testverfahren
Unter projektiven Tests versteht man eine Gruppe psychologischer Untersuchungsmethoden, die durch auslegungsfähiges Bildmaterial Projektionen des Probanden abrufen. Diese erlauben dann Rückschlüsse über seine Persönlichkeit. Man nimmt an, dass diese Projektionen von Motiven, Einstellungen und innersten Wünschen des Probanden beeinflusst sind. Deshalb kann man auch diagnostische Aussagen zulassen. Zu den bekanntesten Tests der projektiven Verfahren zählen:
- Der Rorschach Test
- Der Baumtest
- Der Mann - Zeichen - Test
- Der TAT (Thematischer Apperzeptionstest)
- Die Familie in Tieren
Die drei letztgenannten Testverfahren werde ich in dieser Hausarbeit näher beschreiben und anhand von Beispielen verdeutlichen.
Bei den projektiven Testverfahren gibt es für den Probanden keine richtigen oder falschen Antworten. Der Proband hat es also schwer, „sozial erwünscht“ zu antworten.
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Daraus ergeben sich auch Nachteile dieser Testverfahren. Wenn nicht klar vorgegeben ist, was als richtig oder falsch bewertet wird, hängt die Qualität der Auswertung und damit die Qualität der Diagnose allein vom Auswerter ab. Man spricht also hier von niedriger Auswertungsobjektivität. Auch die anderen Gütekriterien eines psychologischen Tests wie Reliabilität und Validität fallen für projektive Verfahren schlechter aus, als für objektive Tests. Die Auswertung projektiver Tests ist demnach mehr als eine Kunst zu verstehen als eine wissenschaftliche Methode. Trotzdem finden projektive Testverfahren immer noch häufige Anwendung. Es mangelt an guten Alternativen in diesem Bereich. 1
3. Inhalte und Einordnung projektiver Tests
„Momentane innere Kräfte“ einer Person werden bei dieser Gruppe der diagnostischen Verfahren untersucht. Diese sind an der Entstehung von inneren Auffälligkeiten beteiligt und wirken auf die Vorstellungs - und Denkvorgänge ein. Die Welt des Probanden wird aus einem ganz subjektiven Blickwinkel erfasst, damit Verhalten, Gewohnheiten, Ängste, Konflikte, Wünsche etc. besser gedeutet werden können. 2
Die Testverfahren dienen der Diagnose von Persönlichkeitseigenschaften. Ungewöhnlich und problematisch ist, dass keine Einigung darüber besteht, was genau eine Projektion ist und wann sie vorliegt.
Im wesentlichen sind drei Formen projektiver Technik zu unterscheiden: 1. Die Projektionen in der Handlung (Kasperle - Theater, Marionettenspiel, Sceno -Test, Welt - Test)
2. Verbale Projektion (Thematischer Apperzeptionstest, Children - Aperception - Test, Rorschach - Test, Vetter - Auffassungstest)
3. Graphische Projektion (Schrift und Zeichnen, z. B. Der Mann - Zeichen - Test)
1 Vgl. www.aligisassu.it
2 Vgl. www.aligisassu.it
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Die projektiven Methoden lassen sich noch einmal unterteilen in Interpretations - und Gestaltungstests. Bei beiden geht man davon aus, dass die Interpretation eines Vorgegebenen (z. B. TAT - Thematischer Apperzeptionstest) bzw. die Eigenart der Gestaltung (z. B. Der Mann - Zeichen - Test) Rückschlüsse auf das Seelenleben des Einzelnen gestatten. Des weiteren unterscheidet man zwei Formen graphischer Gestaltungstests. Beim athematischen Zeichnen lässt der Proband seiner Phantasie freien Lauf und zeichnet irgendetwas. Beim thematischen Zeichnen wird eine gestellte Aufgabe erfüllt. 3
„Die bekanntesten graphischen, thematisch festgelegten Gestaltungstests sind folgende:
- Zeichnen eines Mannes (Goodenough)
- Zeichnen einer Frau, die im Regen auf der Straße spazieren geht (M.H. Fay)
- Zeichnen der Familie (F. Minkowska, A. Porot)
- Baumtest (K. Koch)
- H.T.P. - Technik (house, tree, person), (Buck)
- Meine Familie, ich, mein Haus (F. Minkowska)
- Zeichne Deine Familie (M. Flury)“ (vgl. „Familie in Tieren“, S. 17, Z. 42-50)
4. Der Mann - Zeichen - Test
Die Arbeiten zu dem Mann - Zeichen - Test wurden im Jahr 1949 begonnen. Die Anregung dazu gab die kurze Darstellung des „man - drawing - test“ von Goodenough in der „Psychology“ des Amerikaners R. S. Woodworth. In Deutschland wurde der Test in Anlehnung an die Angaben von Woodworth anhand von rund 700 Mannzeichnungen von Kindern im Alter von 3 bis 15 Jahren aus dem Kindergarten, den Volks- und Hilfsschulen nachgearbeitet.
3 Vgl. Brem-Gräser , „Familie in Tieren“, S. 17
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Der Mann - Zeichen - Test wird besonders bei Fragen der Schulreife als ergänzendes Untersuchungsverfahren eingesetzt. Er ist in der Anwendung relativ einfach und wird in kinderpsychologischer Praxis häufig als diagnostisches Hilfsmittel verwendet. Es wird bewertet, was das Kind zeichnet z. B. Gesichtsteile, Körperteile - darauf werde ich später noch näher eingehen. 4
So gibt der Test Auskunft über die geistige Entwicklung des Kindes. Er ist jedoch nicht einem Intelligenztest gleichzusetzen. Bis zum 10. Lebensjahr eines Kindes kann man von einem konstanten MZQ, dem sogenannten Mann - Zeichen - Quotienten, sprechen. Dieser wird durch den Test ermittelt. Ab dem 11. Lebensjahr spielt das „wie“ in Zeichnungen eine Rolle (d.h. dem Mann wird durch die Art des Zeichnens eine Persönlichkeit zugeschrieben z. B. durch Gesichtszüge). Dieses „wie“ ist jedoch mit dem Mann - Zeichen- Test nicht objektiv messbar.
Objektivität wird hier also nicht ausreichend erfüllt. Zur Validität kann man sagen, dass sich der Mann Zeichen Test für die Lebensjahre 4 - 13 (bei den Jahren 11, 12, 13 unter Berücksichtigung eines leichten Absinkens der Durchschnitts - Mann - Zeichen -Quotienten) zu einer ersten Beurteilung und Rangeinteilung gut eignet. Danach schwächt die Validität für die Lebensjahre 14, 15, 16 ab. „Bewährt hat er sich zusätzlich zu den verschiedenen Formen des Binet - Simon - Tests, bei der Aufnahmeprüfung für die Sonderschule und bei den verschiedenen Formen von Schulreife - Prüfungen.“ (vgl. „Der Mann - Zeichen - Test“, S. 32, Z. 19-22).
Erschwert wird die Prognose im Lebensalter des ersten Schuljahrs. Es ist ratsam, bei diesen Lernanfänger den Mann - Zeichen - Test in einigem Abstand (2 - 3 Wochen) einige Male zu wiederholen. Damit ist eine bessere Verfolgung der Entwicklung des Kindes gewährleistet. Zu Reliabilität ist allgemein folgendes zu sagen: Kinder, die nur 75 % des MZQ -Durchschnitts ihres Lebensalters erreichen, sind als Problemkinder in besondere Beobachtung zu nehmen. Hier können intellektuelle aber auch affektive Störungen vorliegen. 5
4 Vgl. Ziller, „Der Mann - Zeichen - Test“, S. 2
5 Vgl. Ziller, „Der Mann - Zeichen - Test“, S. 32
Arbeit zitieren:
Daniela Frank, 2006, Diagnostische Verfahren, München, GRIN Verlag GmbH
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