Inhaltsverzeichnis
1. Begriffsklärung Ökonomie 3
2. Xenophons Ökonomiebegriff 3
2.1 Biographie 3
2.2 Inhalt des Oeconomicus 4
3. Aristoteles Ökonomiebegriff 8
3.1 Biographie 8
3.2 Inhalt der Politik. Erstes Buch 8
3.3 Aristoteles Ökonomie in der Nikomachischen Ethik 11
4. Die Frau als Gattin und Sklavin im oikos-
ein Gegenüberstellung des Oeconomicus und der Politik 12
5. Bibliographie 17
2
1. Begriffsklärung Ökonomie
Das Wort Ökonomie leitet sich von den griechischen Wörtern oikos für ”Haus“ und nomos für ”Gesetz“ her. Ökonomie bezeichnet die Lehre von der Hauswirtschaft im engeren und im weiteren Sinn für die Wirtschaft allgemein. Oikonomia bedeutete, wie später auch das lateinische oeconomia so viel wie ”Einteilung“, ”Ordnung“, ”Verwaltung“. Das Wort wurde im 16. Jahrhundert in die deutsche Sprache übernommen und bezeichnete hier zunächst die Hauswirtschaft bzw. die Haushaltsführung. Im 18. Jahrhundert wurde daraus die Wirtschaftlichkeit im Sinn von sparsamer Lebensführung. Als Bezeichnung für Wirtschaftswissenschaft oder Wirtschaftstheorie wird es seit dem frühen 19. Jahrhundert verwendet. 1
2. Xenophons Ökonomiebegriff
2.1 Biographie
Xenophon wurde um 430 v. Chr. in Athen geboren. Er war Schriftsteller und Politiker, gehörte in seiner Jugend zum Schülerkreis um den Philosophen Sokrates und stand den oligarchischen Kreisen Athens nahe. Während des Peloponnesischen Krieges nahm er am Feldzug des archämenidischen Satrapen Kyros des Jüngeren gegen den Perserkönig Artaxerxes II. im Gefolge eines griechischen Söldnerheeres teil. Nach dem Tode Kyros, der in der Schlacht bei Kunaxa 401 v. Chr. fiel, und nachdem fast der gesamten Offiziersstab einem persischem Meuchelmord zum Opfer gefallen war, wurde Xenophon erwählt, die Griechen aus Persien durch Armenien zurück nach Griechenland zu führen. Nach dem Justizmord an seinem Lehrmeister Sokrates und nachdem Xenophon den spartanischen König Agesilaus im Kampf gegen Athen unterstützt hatte, wurde er ins Exil verwiesen. Große Teile seines weiteren Lebens verbrachte er als Schriftsteller und Gutsherr auf der Peloponnes in Skillus bei Olympia; daher auch seine Kenntnisse von Landwirtschaft und Viehzucht. Dieses musste er 371.v. Chr. wieder verlassen und obwohl die Verbannung wahrscheinlich
1 vgl. Gerhard Wahring (Hrsg.): Wörterbuch der deutschen Sprache, Bertelsmann-Lexikon-Verlag
1993.
3
schon 368/67 v. Chr. aufgehoben wurde, dürfe er den Rest seines Lebens in Korinth verbracht haben, wo er nach 355 v. Chr starb. 2
2.2 Inhalt des Oeconomicus (um 360 v. Chr.)
Da Griechenland in der Antike ein völlig durch die Landwirtschaft geprägtes Land war, liegt im Oeconomicus der Fokus auf der Bewirtschaftung der Felder und der richtigen Verwaltung des oikos. Der Text ist als Gespräch zwischen Sokrates und seinem Schüler Kritobulus aufgebaut, wobei ab Kapitel sechs eine Wiedergabe eines Gesprächs zwischen Sokrates und Ichomachus erfolgt. Die Abhandlung beginnt mit der Begriffsdefinition des Vermögensmanagements, welches sich damit beschäftigt, wie der eigenen Besitz gut zu verwalten sei. Besitz ist das, was dienlich für den Besitzer ist; so können die selben Dinge für eine Person wertvoll sein, für die andere nicht, wenn diese nicht weiß, wie sie damit umzugehen hat. In dieser Weise ist auch Geld wertlose, wenn der Besitzer dieses nicht zu nutzen weiß. Viele Privatpersonen vermehrten ihren Reichtum durch Krieg oder Tyrannei, aber es gibt auch Menschen, die ihren Reichtum gar nicht vergrößern wollen, daher ist ihr Wissen nutzlos für sie. Außerdem existieren Menschen, für die weder ihr Wissen noch ihr Reichtum von Vorteil sind, da sie von anderen Dingen wie Spielsucht oder dem Aufrechterhalten von unprofitablen Betrieben beherrscht werden. Dadurch sind sie abgehalten, sich in gewinnversprechenden Tätigkeiten zu versuchen. Andere arbeiten hart, aber geraten trotzdem in finanzielle Schwierigkeiten, weil sie durch Alkoholismus, teure Ambitionen, oder Fresssucht beherrscht werden. 3
Im zweiten Kapitel geht Sokrates auf die Haushaltsverwaltung ein. In vielen Fällen werden Sklaven in Ketten gelegt und laufen bei jeder sich bietenden Möglichkeit davon; in anderen aber passiert dies nicht und die Sklaven sind dem oikos treu. 4 Wenn die Ehefrau den Haushalt nicht ordentlich verwaltet, weil sie es nie gelehrt bekommen hat, muss nicht sie, sondern der Hausherr angeklagt werden. Die Frau trägt im Haushalt soviel Verantwortung wie der Mann, und wenn die Aktivitäten gut ausgeführt werden, profitiert der oikos. Die handwerksmäßigen, rein mechanischen
2 vgl. Bernd Lutz (Hrsg.): Metzler Philosophen Lexikon, Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung
1995, 935f.; Xenophon: Oeconomicus. A Social and Historical Commentary. With a new English
translation by Sarah B. Pomeroy, New York: Oxford UP 1994, 1ff.
3 vgl a.O.Xenophon,1994, Kap.I.
4 vgl. a.O.Xenophon,1994, Kap.II.
4
Tätigkeiten schädigend Körper und Geist und lassen dem Arbeiter keine Zeit um sich um Freunde und den Staat zu kümmern. Deshalb sollte der noble Mann sich um die Landwirtschaft und die Kriegskunst bemühen, da diese seine Körper stärkt und tapfere und loyale Staatsbürger heranzieht. Er muss aber in diesem Fall auch die Göttern ehren, um gutem Ertrag zu erlangen. Vermögensverwaltung ist also der Name für einen Wissenszweig, bei dem der Besitz vermehrt wird. 5 Ab Kapitel sechs erzählt nun Sokrates von seinem Gespräch mit Ichomachus, den er als Ehrenmann und als sehr geschickt in der Vermögensverwaltung ansieht. Ischomachus geht nun zuerst auf die Aufgaben seiner Partnerin ein und in welcher Weise er sie zu unterweisen suchte.
Er überlässt die Haushaltsangelegenheiten seiner Gattin, die ihm im Alter von fünfzehn Jahren von den Eltern zur Frau gegeben wurde, behütet und unwissend. 6 Dieser hat er versucht zu erklären, dass der bessere Partner nun der sei, der mehr zum Familienvermögen beitrage. Die Partnerschaft solle zur Reproduktion, aber auch zur Altersversorgung dienen. Wichtig ist Selbstkontrolle und den Wunsch den Anlagen nach bestens zu agieren, um den Reichtum zu vermehren. Frauen sind nach Ichomachus eher auf innerhäusliche, Männer auf außerhäusliche Tätigkeiten angelegt. Beide besitzen aber gleichviel Erinnerungskraft und Möglichkeiten der Selbstkontrolle. Da sie aber nicht die gleichen Fähigkeiten haben, brauchen sie einander und ergänzen sich. Er vergleicht die Frau mit der Biene, unter deren Kontrolle das steht, was hereinkommt und die dieses aufhebt, bis es gebraucht wird, dieses dann aber gerecht verteilt. Sie sendet die Sklaven nach draußen und beaufsichtigt die, die im Haus arbeiten. Wenn Wolle gebracht wird, übernimmt sie die Verantwortung, dass diese zu Stoff verarbeitet wird, wie sie zu achten hat, dass das Mehl trocken bleibt. Auch betreut sie die Sklaven, wenn sie krank werden. Sie soll diese auch lehren, um ihren Wert zu verdoppeln. Ischomachus lehrt seiner Gattin auch die Ordnung im Haushalt, sodass alles wiedergefunden werden kann, sobald es benötigt wird. Er erklärt Sokrates, dass er die Mitarbeit im Haushalt seiner Frau viel mehr begehre, als deren Schönheit. 7 Da Ischomachus Frau seinen Anweisungen willig folgt und diese zu verstehen scheint, kommt Sokrates nicht umhin, ihr eine männliche Intelligenz zu konstatieren. 8
5 vgl. a.O.Xenophon,1994, Kap. III- VI 15
6 vgl. a.O. Xenophon, 1994, Kap. VII- IX
7 vgl.a.O. Xenophon. 1994, Kap. X 2
8 vgl.a.O. Xenophon, 1994, Kap.X
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Arbeit zitieren:
Katrin Bernhardt, 2005, Der Ökonomiebegriff bei Aristoteles und Xenophon - Eine Gegenüberstellung unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frau, München, GRIN Verlag GmbH
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