Inhaltsverzeichnis
1. Milet- ein Anfang der Philosophie 3
2. Athen- anregende Konkurrenz 4
3. Alexandria- Multikulturalität und Vernetzung des Denkens 4
4. Bagdad- Kreative Ansätze und Rezeption der Philosophie der „Alten“ 7
5. Al- Andalus- Das Wissen gelangt in den Westen 9
6. Salerno/ Florenz/ Padova- Neuorientierung in einer “Neuen Zeit 9
7. Nordwesteuropa- Das Länderdreieck im 17. und 18. Jh. 10
8. Wien- Brenn- und Ausgangspunkt im 20.Jh. 11
9. Abschließende Worte 11
10. Quellennachweis und Abkürzungsverzeichnis 12
2
1. Milet- Ein Anfang der Philosophie
Thales von Milet wird gemeinhin als erster Philosoph angesprochen, dass die Philosophie aber eben an der kleinasiatischen Küste das Licht der Welt erblickt haben soll, mag nicht allzu sehr verwundern, wenn man in Anbetracht zieht, dass hier reger Handelsverkehr mit Ägypten, Phönizien und Persien herrschte. So ist auch in Früharchaischer Zeit (ca. 700- 620 v. Chr.) eine „orientalisierende Phase“ 1 in der hellenischen Kultur archäologisch fassbar.
Die Hellenen stießen bei den Phönikern auf Verfassungsstrukturen, bei den Ägyptern, dem Mesopotamiern, den Medern und Persern lernten sie die Anfänge der Wissenschaft, der Medizin, Astronomie und Mathematik, wie spekulative Gedanken über den Ursprung der Welt kennen. 2 Die Verwurzlung in orphische Lehren wie ägyptische Mysterien lässt sich in platonischen Gleichungen nachweisen. 3 Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass es sich beim kleinasiatischen hellenischen Raum, nur um einen Ausgangsort der Philosophie handelt. 4 Als wichtigste Vertreter der hellenischen Philosophie im 6.Jh.v. Chr. sind Thales und Anaximander in Milet und Heraklit in Ephesos zu nennen. Thales wird im heutigen Sinne mehr als Wissenschaftler und Ingenieur gesehen; als Philosoph machte er sich vor allem damit verdient, nach dem Urprinzip allen Seins, arché, zu forschen. Anaximander beschäftigt sich ebenfalls mit dem Ursprungsprinzip führt jedoch den Begriff des Apairon, des Unbegrenzten ein. Heraklit entwirft die Welt als eine Einheit von Gegensätzen und legt so eine dynamische Weltsicht nahe. 5 Relativ schnell verlagerte sich der Schwerpunkt auch in die unteritalischen und sizilischen Kolonien, wobei unter anderem Pythagoras in Kroton und Parmenides in Elea, im 6. und 5.Jh.v. Chr., außerhalb ihres Mutterlandes ihre Lehre verbreitenden.
1 der Begriff „Orient“ ist ein problematischer, da er ein Konstrukt darstellt, das nach wie vor in den
Köpfen präsent ist. Nichts desto trotz hat sich dieser Terminus in der archäologischen
Forschungsliteratur bis jetzt gehalten.
2 vgl. Holenstein 2004, S. 86
3 vgl. Kimmerle 2002, S. 45; Strohmaier 2003, S. 1-7
4 siehe zum Eurozentrismus in der Philosophie: Kimmerle 2002, S. 44-55
5 vgl. zu den Vorsokratikern: Lutz 1995; Frysak 2002
3
2. Athen- anregende Konkurrenz
Nach der schwerwiegenden Erschütterung durch die Perserkriege sollte im 5.Jh.v. Chr. Athen seine Vormachtstellung im griechischem Raum behaupten und zum überragenden Zentrum, was Künste, Dichtung, Wissenschaft und Philosophie anbelangte, aufsteigen. Unter Perikles wurden der Parthenon geschaffen, florierte das attische Drama mit seinen Hauptvertretern Aischylos, Sophokles und Euripides und im 4.Jh. v. Chr. erlebte die Philosophie in einer Art „Entfesselung der Lehre“ 6 ihre Blütezeit mit Platon und Aristoteles.
„Eine der spektakulärsten Erscheinungen hinsichtlich der aus der Konkurrenz geborenen Entwicklung ist die divergierende Richtung der Philosophie des Aristoteles gegenüber seinem Lehrer Plato. Zwei Jahrtausende zehrten davon.“ 7 Weiters etablierten sich auch die kynische Schule unter Antisthenes, die des Epikur und die Stoa unter Zenon.
3. Alexandria- Multikulturalität und Vernetzung des Denkens
„Die „europäische Philosophie“ lässt sich als eine Verbindung von hellenistischen und biblischen („orientalischen“) Welt- und Wertvorstellungen beschreiben. Fragt man, wo diese Verbindungen zustande gebracht wurden, lautet die Antwort: nicht in Europa, sondern in SW- Asien und N- Afrika.“ 8
So lag das bedeutende Zentrum der hellenistischen Welt in Alexandria, welches Alexander der Großen im Jahre 331 v. Chr. gegründet hatte. Alexandria war ein Konglomerat aus einer Vielzahl von Völkerschaften. Neben den ptolemäischen Herrschern und griechischer Siedlern aus den unterschiedlichsten Gebieten des hellenistischen Reiches, fanden sich die eingeborenen Ägypter wie tausende Juden, auf die trotz zeitweiliger antisemitischer Anfeindungen das hellenistische Bürgerrecht übertragen wurde 9 , Italer, Einwanderer aus der Levante, Menschen aus den südlich der Sahara gelegenen Teilen Afrikas, und sogar
6 Strohmaier 2003, S. 3
7 ebenda
8 Holenstein 2004, S. 84
9 Droysen 1998, S. 25, zur Situation der Juden siehe auch: Bell 1926
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Arbeit zitieren:
Katrin Bernhardt, 2005, Stationen der Philosophie in der Alten Welt - Zur Wanderung und Rezeption von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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