Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ........................................................................................ 2
Einleitung 3
Gründungs und Entstehungsgeschichte 3
Glaubensinhalte und Ziele 4
Ausbreitung 6
Akzeptanz in Deutschland 7
Schluss 8
2
Einleitung
Der Umgang mit islamischen Themen in Deutschland wird zunehmend von Klischees und Vorurteilen bestimmt, die nur wenig mit der Realität zu tun haben. „Der Islam als solches“
ist in aller Munde, doch über die tatsächlichen Glaubensinhalte ist wenig bekannt und auch
die Kenntnis über die verschiedenen Bewegungen innerhalb des Islam ist begrenzt. Die
Ahmadiyya sind eine solche Bewegung, die sich vom „Mainstream-Islam“ abgespalten hat,
und ihre, durch eine Bürgerbewegung entstandene Anfeindung, ein Beispiel für den
ignoranten Umgang mit islamischen Themen, der durch die Medienpolitik avanziert. In
diesem Essay erläutere ich daher Geschichte und Glaubensinhalte der Ahmadiyya und
gehe dann auf die Position einer Bürgerinitiative in Deutschland ein, die der Ahmadiyya
vorwirft, gefährliche und antidemokratische Ziele zu verfolgen.
Gründungs und Entstehungsgeschichte
Die Ahmadiyya Bewegung ist eine aus dem Islam hervorgegangene Gruppierung, die Ende
des 19.ten Jahrhunderts, im damals britischen Indien, entstand. Mit der aus der
Kolonialisierung hervorgehenden, christlichen Missionierung, sowie der zeitgleichen Rekonversion vieler Muslime zum Hinduismus, gründeten sich viele reaktionäre
muslimische Bewegungen, was durch die damalige Religionsfreiheit in Indien begünstigt
wurde. Der Gründer der Ahmadiyya Bewegung, Hazra Mirzam Ghulam Ahmad, wurde
am 13.02.1835 in der nordindischen Provinz Qadian geboren. Seine erste Offenbarung von
Gott, in der ihm befohlen wurde die Menschen zu Gott zu bekehren und als Messias alle
Religionen unter dem Banner des Islam zu vereinen, soll er mit ungefähr 40 Jahren
erhalten haben. Er bezeichnete sich selbst als Muhaddit und Mugadidd 1 und hatte schon zu dieser Zeit eine stetig wachsende Anhängerschaft, wurde jedoch zeitgleich auch immer
mehr kritisiert. Seine veröffentlichten Visionen und Offenbarungen besagten, daß nur der
Islam in der Lage ist, eine wahre und lebendige Verbindung zu Gott zu schaffen. Weiterhin veröffentlichte er eine Reihe von Voraussagen.
1 Beide Worte bedeuten Erneuerer oder neuer Überlieferer
3
Von seinen Anhängern verlangte er ein Treueversprechen und gründete 1889 die
Ahmadiyya Bewegung als religöse Organisation. Hierbei ist anzumerken, daß das Jahr
1889 für die Muslime mit einem Jahrhundertwechsel einher ging (1300) und sie damit mit
einem neuen religiösen Erneuerer rechneten . Zwei Jahre später verkündete Ahmad
erstmals, im Namen des verheißenden Messias gekommen zu sein. Ab 1904 begann er,
sich als den erwarteten Mahdi 2 zu bezeichnen, den zur Erde zurückgekommenen Jesus, als
eine Avatar 3 von Krishna. Weiterhin titulierte er sich als Nabi 4 .Vor allem durch Bezeichnung, und durch die Tatsache, daß Ahmad alle Gegner seiner Überzeugungen als
Ungläubige bezeichnete, wurde die Ahmadiyya Bewegung immer stärker bekämpft und isoliert. Nach dem Tod ihres Gründers, am 27.05.1908, entstand unter seinen Anhängern
eine Debatte darüber, ob als sein Nachfolger eine einzelne Person oder die ganze
Bewegung eingesetzt werden sollte. Diese Uneinigkeit führte 1914 schließlich zur Teilung
der Bewegung. Der kleinere Teil distanzierte sich vom Anspruch Ahmads auf das
Prophetentum und bezeichnete ihn nur als Reformer und verheißenen Messias. Sie
siedelten sich in Lahore an und werden dementsprechend als Lahore-Gruppe bezeichnet.
Der zweite, größerer Teil der Gefolgschaft Ahmads blieb in Qadiyan (Qadiyani-Gruppe)
und sah ihren Gründer weiterhin als Propheten an. Sein Sohn wurde als zweiter Kalif
gewählt. Im Zuge der Teilung Indiens 1947 siedelte die Gruppe nach Pakistan um, wo sie
die Stadt Rabwah zu ihrem Zentrum erklärte. Dort jedoch wurden die Ahmadis ihrer
Glaubensfreiheit beraubt und als „Nicht-islamische Minderheit“ bis heute verfolgt. Im April 1984 führte ein Dekret der pakistanischen Militärdiktatur zu einer derart verschärften
Situation in Rabwah, dass kurze Zeit später die Hauptzentrale der Bewegung ins Exil nach
London ging.
Glaubensinhalte und Ziele
Die Ahmadiyya Gemeinde betrachtet sich als Reformbewegung, die den Islam von
falschen Interpretationen befreien will, um den ursprünglichen Islam, im Sinne
Mohammads wieder herzustellen.
2 Wörtlich : „ Der Geführte“ oder „der unter göttlicher Leitung stehende“
3 eine Herabsteigung
4 Prophet
4
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Johannah Streppelhoff, 2006, Ahmadiyya : Freund oder Feind? Ein Essay zur Ahmadiyya Bewegung und ihren deutschen Kritikern, Munich, GRIN Publishing GmbH
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