Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse 3
2. Sachanalyse 4
3. Didaktische Strukturierung 4
3.1. Didaktische Analyse 5
3.2. Methodische Analyse 5
4. Einordnung in den Bildungsplan 7
5. Einordnung in die Unterrichtseinheit 7
6. Lernzielbestimmungen 7
7. Geplanter Stundenverlauf 8
8. Literaturverzeichnis 9
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1. Bedingungsanalyse
Die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Villingendorf besteht aus 242 Schülern 1 und 21 Lehrern. Das Einzugsgebiet der Schule umfasst nur Villingendorf, es gibt also keine „Busschüler“. Die Grundschule läuft zweizügig mit einer durchschnittlichen Klassenstärke von 21 Schülern. Die Hauptschule ist einzügig, hat aber trotzdem durchschnittlich nur 14 Schüler pro Klasse. Die GHWRS Villingendorf ist sehr engagiert, besondere Schwerpunkte sind zum Beispiel zahlreiche Klassenausflüge an außerschulische Lernorte, Lesen, Kunst und Bewegung in der Schule und themenorientierte Projekte.
In der 5. Klasse wird dieses Schulhalbjahr Deutsch mit 5 Wochenstunden unterrichtet. Von diesen 5 Wochenstunden entfallen 2 Stunden auf die Lesewelt. Die Lesewelt ist ein schulübergreifendes Projekt. Zu bestimmten Stunden in der Woche stehen Klassenräume mit unterschiedlichen Lesethemen (zum Beispiel die Krimiwelt) den Schülern zu Verfügung. So können sich die Schüler wie Bücherwürmer durch verschieden Welten lesen.
Die 5. Klasse besteht aus 2 Jungen und 6 Mädchen. Persönliche Differenzen innerhalb der Klasse stellen manchmal eine leichte Störung für die Gruppenarbeit dar, können aber in der Regel behoben werden, sodass jeder Schüler der Klasse mit jedem anderen Schüler Klassengemeinschaft haben einen Migrationhintergrund. Ich bin mir nicht sicher, ob ihnen Volksmärchen vorgelesen werden. Das Grundwissen über diese Textgattung haben sie allerdings in der Grundschule erlernt.
Bom ist neu in die Klasse gekommen und hat sich gut in sie integriert. Leider weist sie als Thailänderin noch erhebliche sprachliche Defizite auf. Ihre große Lernbereitschaft und ihr aktiver Umgang mit den Sprachdifferenzen werden diese aber vermutlich in kürzester Zeit beseitigen. Da ich vermute, dass Bom noch kaum mit deutschen Volksmärchen in Kontakt gekommen ist, werde ich sie ohne dass sie sich meldet zumindest in der ersten Phase des Unterrichtes nicht drannehmen. Ich hatte ursprünglich auch überlegt, jedem einzelnen Kind ein Märchenpuzzle zum Bearbeiten zu geben. Damit wäre Bom höchstwahrscheinlich überfordert gewesen.
1 Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der guten Lesbarkeit dieses ausführlichen
Unterrichtsentwurfes wird im Folgenden darauf verzichtet, personenbezogene Aussagen in maskuliner
und femininer Form jeweils nebeneinander zu stellen. Wenn also zum Beispiel von Schülern die Rede
ist, sind beide Geschlechter gleichermaßen gemeint.
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2. Sachanalyse
Märchen (mittelhochdeutsch Maere = "Kunde, Bericht") gehören zur Literaturgattung Epik. Es handelt sich um meist relativ kurze Erzählungen mit ausgeprägten surrealen und wunderbaren Elementen, welche aber dennoch klar Realität spiegeln. Bei Volksmärchen lässt sich kein bestimmter Urheber feststellen. Sie wurden zunächst über teilweise große Zeiträume hinweg mündlich überliefert, weswegen sie in zahlreichen Varianten aufzutauchen pflegen. Irgendwann wurden sie dann „gesammelt“ und schriftlich festgehalten, viele von den Brüdern Grimm. Nicht selten enthalten sie anonymisierte Sagenstoffe.
Der Grundtyp des Märchens ist laut Lüthi vor allem durch einen speziellen Handlungsverlauf, Personal, Requisiten und einer besonderen Darstellungsart gekennzeichnet. Die Darstellungsart besticht durch ihre Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, abstrakten Stil, Isolation und Allverbundenheit sowie Sublimation und Welthaltigkeit.
3. Didaktische Strukturierung
Die literaturwissenschaftlichen Erfahrungen zur Thematik Märchen gehen vor allem auf Lüthi zurück. Aus seinen Erkenntnissen sind verschiedene didaktische Konsequenzen gezogen worden. Dabei gehen die Meinungen der Pädagogen weit auseinander. Es sind Positionen zwischen ausschließlicher Befürwortung und konsequenter Ablehnung rationaler, struktureller literaturwissenschaftlicher Verfahren in der Hauptschule bezogen worden.
Märchen besitzen eine überschaubare Form, eine klare Struktur und einen besonderen Stil. Diese Merkmale führen dazu, dass der junge Rezipient nicht überfordert wird und Märchen zur geeigneten Kinderliteratur und zum Gegenstand literarischen Lernens werden. Eine der didaktischen Konsequenzen daraus ist, dass sich die Literaturgattung Märchen besonders für eine Strukturanalyse eignet. Die Literaturwissenschaftlichen Ergebnisse sollen dabei der Literaturdidaktik zu Grunde gelegt werden. Demnach ist das Erkennen der inneren Bauprinzipien des Märchens nach den Erkenntnissen besonders von Lüthi wichtig. Die Forderung zur Aneignung literaturwissenschaftlicher Kenntnisse besteht für Lehrer und Schüler gleichermaßen. Lehrer schaffen sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse eine
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Arbeit zitieren:
Susanne Göpel, 2007, Volksmärchen, München, GRIN Verlag GmbH
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