Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Aktueller Forschungsstand 2
2. Theoretische Ansätze und Hypothesen 3
2.1. Theoretische Ansätze 3
2.1.1 Wert Theorie: Rokeach Ansatz 3
2.1.2 Konflikttheorie: Dahrendorf Ansatz 4
2.2 Hypothesen 6
2.2.1 Alter 6
2.2.2 Einkommen 6
2.2.3 Bildung 7
3. Daten und Methoden 7
3.1 Auswahl Variablen 8
3.1.1 Die Auswahl der einzelnen Variablen 8
3.1.2 Auswahl der Objekte 11
3.2 Clusteranalyse 11
3.2.1 Eigenschaften der Cluster 11
3.2.2 Wahl des Algorithmus 11
3.2.3 Wahl des Proximitätsmasses 11
3.2.4 Bestimmung der Clusteranzahl 12
3.2.5 Interpretation der Cluster 13
3.3 Überprüfung der Hypothesen 15
3.3.1 Hypothese Alter 15
3.3.2 Hypothese Einkommen 16
3.3.3 Hypothese Bildung 17
3.3.4 Logistische Regression 18
3.4 Interpratation 19
3.4.1 Interpretation der Variablen 19
4. Schluss 21
Literaturverzeichnis 23
II
1. Einleitung
Versucht man, wie sprichwörtlich gesagt, ‚die Nadel im Heuhaufen zu finden’, wird man schnell merken, dass man ohne eine bestimmte Ordnung nicht zum Erfolg kommt. Ähnlich wird es wohl auch Wissenschaftlern gehen, die einen Berg von Daten vor sich haben, die nur darauf warten ausgewertet zu werden. In den Sozialwissenschaften gibt es mehrere Ansätze an so genannte Datensätze heranzugehen.
Im Rahmen des praktischen Bezuges der Methodenausbildung, die Sozialwissenschaftler sich in Mannheim aneignen, haben die Studenten eine telefonische Umfrage durchgeführt. Dieses Projekt gehör zur Methodenausbildung im Grundstudium und wird vom Methoden Lehrstuhl Prof. Dr. Gangl geleitet. Der Fragebogen, welches das Instrument zur Erfassung von Daten ist, besteht aus Fragen zu Einstellungen sowie Verhalten in Bezug auf Familie und Beruf. Die große Anzahl der Datenmenge von 978 realisierten Interviews soll zu der Problemstellung dieser wissenschaftlichen Arbeit führen.
Diese Menge an Daten ist durcheinander und nicht auf Anhieb überschaubar. Um die Charakteristika der Struktur und das System zu erkennen, muss eine Datenstrukturierung vorgenommen werden (vgl. Steinhausen/Langer 1977:14).
Es werden Gruppen gebildet, die in sich homogene Muster vorweisen und anhand dieser Muster sich zu anderen Gruppen abgrenzen. Das Ziel der dadurch vorgenommenen Datenreduktion ist, eine empirische Klassifikation der Antwortmuster zu bekommen. In den Sozialwissenschaften wird dieses Verfahren auch Clusteranalyse genannt (vgl. J. Bacher 1996:2). Hierbei sollen genau die Gruppen näher untersucht werden, die ein, im alltagsgebräuchlichen Sinne, konservatives Antwortmuster zeigt. Diese Arbeit soll mit Hilfe der oben schon beschriebenen Instrumente der Datenreduktion speziell Clusteranalyse, die verschiedenen Ursachen dafür finden, welche Charakteristika die befragten Personen innerhalb dieser konservativen Gruppe haben.
Bevor es an die theoretische Grundlage geht, soll geklärt werden nach welchen Kriterien die Daten zusammengeführt und zu Gruppen geordnet werden. Anhand der Wertorientierung der Mannheimer Befragten werden wir unsere Cluster definieren. Der Begriff Werte soll später geklärt werden.
Der Ursprung des Begriffes konservativ kommt vom lateinischen „conservare“ das übersetzt heißt bewahren und welches im Unterschied zu „perdere“, das vernichten heißt, steht (vgl. Köhler 1986:534).
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Die allgemeingültige Definition von konservativ nach Langenscheidt Lexikon ist: „'kon·ser·va·tiv
1. neuen Entwicklungen gegenüber abgeneigt, sie hemmend, auf die Erhaltung des Status quo bedacht
2. auf Erhaltung und Bewahrung des Bestehenden bedacht“ ( www.langenscheidt.de)
Wenn nun von konservativ gesprochen wird, ordnet man den Begriff meist in die Politik ein. Dabei assoziiert man die Verknüpfung zu den „Rechtsparteien“. Wenn man diese Verknüpfung herstellt muss man sich Fragen, wie denn die entsprechenden Wahlprogramme aussehen, dass man von konservativen Werten ausgeht. „Am ehesten lassen sich […] konservativ aufhaltende Tendenzen in der Ehe- und Familienpolitik, in der Schulpolitik sowie in der Rechtspolitik ausmachen“ (Köhler 1986:534ff). Diese Tendenzen werden nun in dieser Arbeit näher betrachtet, speziell die konservative Wertorientierung und die mit diesem verbundenen sozi-demographischen Merkmale. Die Einstellung der Personen zu den Bereichen Familie, Ehe und Beruf sollen dabei helfen. Im Laufe dieser Arbeit wird auch von traditionellen und nicht traditionellen Einstellungen gesprochen. Der Begriff traditionell soll hier als Synonym für konservativ verstanden werden und durch diesen auch ersetzbar sein.
1.1 Aktueller Forschungsstand
Die aktuelle Forschung zu Einstellungen von Personen gegenüber Familie, Ehe und Rollenverteilung der Geschlechter soll als Orientierungshilfe für Hypothesen und Methodenauswahl dienen. Die Studie von Christine Goldberg „Einstellung zur Ehe und Familie in Österreich“ (In: Zeitschrift für Soziologie 1991:323ff) und die Studie aus dem Jahr 1981 von Lothar Krecker mit dem Titel „Partnerschaft im Verhalten und in den Wertorientierungen der jungen Generationen“, (In: Festschrift für Hans Harmsen:73ff) können trotz ihres älteren Erscheinungsdatums als aktuelle Literatur verwendet werden, da Ergebnisse und Methoden zu diesem Thema nicht erweitert oder in erheblichen Maße geändert wurden. Ihre Studie kommt bei Fragen zur Einstellung der Ehe, zu dem Ergebnis, dass bei traditionellen Fragen Personen über 50 Jahren immer die größte Zustimmung zeigen (vgl. Goldberg 1991:327). Sie untersuchte auch die Einstellung von Personen gegenüber pluralistischen Lebensformen und kam hier zu dem Ergebnis, dass
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Personen über 50 Jahren wieder die höchste Zustimmung für traditionell geltende Lebensformen hatten. Die Lebensform Heirat, ohne vorher zusammenzuleben, bekam 8 % Zustimmung von den 16-30 Jährigen, 17 % Zustimmung von den 31-49 Jährigen und 38 % Zustimmung von den über 50 Jährigen (vgl. Goldberg 1991:326). Krecker hingegen konzentriert sich in seiner Arbeit mehr auf die Einstellung der Arbeitsteilung von Mann und Frau. Er spricht von einem Schichtungsgefälle, dass die unteren Schichten stärker an überkommenen Vorstellungen und Verhaltenssteuerungen festhalten (vgl. Krecker 1981:79). Des Weiteren untersucht Krecker Bildungsabschlüsse der Väter der Befragten und hingegen Goldberg die Bildungsabschlüsse der Befragten. Hierbei werden die Gruppen mit der höchsten Bildung untersucht. Beide sehen einen Zusammenhang zwischen niedriger Bildung und konservativer Einstellung. Bei Goldberg haben die Pflichtschüler den höchsten Mittelwert aller Befragten, wenn es um die Frage der traditionellen Ehe geht (vgl. Goldberg 1991:330). Bei Krecker haben Befragte, deren Väter die Bildungsstufe Volksschule bzw. ohne Abschluss haben, die niedrigsten Kooperationswerte, bei Fragen der Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau (vgl. Krecker 1981:80). Das allgemeine Problem beider und weiterer Studien ist das sie nur mit linearen Regressionen oder einfachen Kreuztabellen arbeiten und meistens nur Einstellungen zu einem bestimmten Thema untersuchen. Die Gesamteinstellung von Personen wird nicht gemessen und so ergibt sich kein klares Bild über Gruppen von Personen mit bestimmten Einstellungsmerkmalen. Dies bekräftigt unser Vorhaben eine Clusteranalyse durchzuführen und nur zur Kontrolle unsere Hypothesen ähnliche Instrumente zu verwenden. Die theoretische Grundlage unserer Hypothesen stützt sich auf keine der genannten Studien, da diese ohne theoretische Erklärungen auskommen und fast ausschließlich deskriptiv arbeiten.
2. Theoretische Ansätze und Hypothesen 2.1 Theoretische Ansätze
2.1.1 Wert Theorie : Rokeachs Ansatz
Die Definition des Begriffes ‚Werte’ ist äußerst komplex und in der Wissenschaft umstritten. So teilen Friedrichs (1968), Lautmann (1969) und Scholl Scharf (1975) Werte folgendermaßen ein: „Werte als Objekte“ oder „Werte als Standards“ sowie „Werte als Ziele“. Friedrichs spricht von „Werte als Objekte“, „Werte als Selektionskriterien“ und nennt außerdem noch „Werte als Attitüde“ (vgl. M. Schneider 1977:17).
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Hier lässt sich die Wert Theorie von Rokeach anknüpfen, die zwischen persönlichen und sozialen Werten unterscheidet. Soziale Werte können zum Beispiel Weltfrieden und Brüderlichkeit sein, persönliche Werte sind unter anderem innerer Frieden und Selbstverwirklichung. Durch Selektion und Prioritätssetzung der Werte entstehen verschiedene Einstellungen und daraus resultierendes Verhalten. Rokeach geht davon aus, dass insgesamt 18 menschliche Bedürfnisse existieren, wie z.B. Hilfsbereitschaft, Dominanzstreben usw. Das jeweilige Wertesystem setzt sich aus persönlicher Fokussierung auf die einzelnen Bedürfnisse zusammen. Die Stabilität und Beständigkeit der Werte hängt laut Rokeach davon ab, inwieweit sich die jeweilige Person in einem Lernstadium befindet. Ist der Reifeprozess fortgeschritten, haben die Werte eine persönlich hierarchische Präferenzordnung erreicht. Ab diesem Zeitpunkt sind die ausgebildeten Werte stabil: „A value is enduring“ (Rokeach 1973:5). Die Annahme, dass Werte Verhalten determinieren, ist die eigentliche Kernaussage der Theorie: „[…] a behavioral component in the sense that it is an intervening variable that leads to action when activated”(Rokeach 1973:7).
Der Theorie entsprechend haben junge Menschen ihren Reifeprozess noch nicht beendet und sind daher gegenüber alten Menschen experimentierfreudiger.
2.1.2 Konflikttheorie: Dahrendorf Ansatz
Im Langenscheidlexikon findet sich folgende Definition des Begriffes ‚Konflikt’:
„Kon'flikt, der; -(e)s, -e
1.Auseinandersetzung, Streit
2. kriegerische Auseinandersetzung, bewaffneter Zusammenstoß
3. Widerspruch, Gegensatz, Widerstreit
4. Interessensgegensatz, Gefühlszwiespalt, Motivwiderstreit“
(www.langenscheidt.de)
Die auf Marx’ Gesellschaftsanalyse basierende Konflikttheorie geht insbesondere auf die Veröffentlichungen „Soziale Klassen und Klassenkonflikte“ 1957 und „Class and Class Conflicts in Industrial Society“ 1959 von dem deutschen Soziologen Ralf Dahrendorf zurück.
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Dahrendorf unterscheidet in seiner Betrachtung Gegenstände, Ursachen, Ebenen und Erscheinungsformen von Konflikten, sowie Intensität und Gewaltsamkeit. Für Dahrendorf ergeben sich zwei Kernprobleme: Einerseits das Problem der Stabilität gesellschaftlicher Strukturbildung und andererseits das Problem des Wandels von gesellschaftlichen Strukturen.
Unter der Stabilität gesellschaftlicher Strukturbildung versteht Dahrendorf die Frage nach dem Zusammenhalt von Gesellschaften, also welche Faktoren ein System relativ stabil werden lassen. Diese Stabilität bedarf aber nicht nur System konstituierenden Komponenten, sondern muss sich auch über die Zeit erhalten. Von zentraler Bedeutung sind hier Begrifflichkeiten wie Normen, Rollen und Institutionen.
Der Wandel der gesellschaftlichen Struktur fragt nach den Treibkräften und Prozessen, die gesellschaftliche Veränderung bedingen. Dabei charakterisiert er zwei Hauptrisiken für Gesellschaften und damit auch Treibkräfte für einen möglichen sozialen Wandeln. Bei diesen Risiken handelt es sich einerseits um endogene Gefährdungen. Dies Durch die Arbeitsteilung entstehen zunächst die so genannten Elemente der Gesellschaft, womit sowohl Gruppen, als auch Einzelne gemeint sind. Zwischen diesen kommt es nun zu Konflikten, den endogenen Gefährdungen. Als Beispiel für endogene Gefährdungen spricht Dahrendorf im historischen Kontext von den asymmetrischen Beziehungen zwischen Sklaven und Freien im alten Rom.
Weiterhin unterscheidet Dahrendorf exogene Gefährdungen, womit von außen in die Gesellschaft eingebrachte Konflikte wie Kriege und Katastrophen gemeint sind. Es handelt sich also um Gegensätzlichkeiten in der Gesellschaft, die struktureller oder sozialer Art sind. Für Dahrendorf ist es unerheblich, ob es sich um manifeste oder latente Gegensätzlichkeiten handelt. Dahrendorfs nimmt an, dass sich Konflikte dichotomisieren. Dies bedeutet, dass sich zwei im Gegensatz befindende Parteien bilden. Konflikte werden also immer nur zwischen zwei sich gegenüberstehenden Elementen ausgetragen. Ein Beispiel dafür ist der Konflikt zwischen Arbeitern und Unternehmern. Bei mehreren Konfliktparteien führt dies daher zu Koalitionsbildungen (vgl. Esser 1999:490ff): „Die Arbeiter beginnen damit, Koalitionen gegen die Bourgeois zu bilden, sie treten zusammen zur Behauptung ihres Arbeitslohnes.“ (K. Marx/F. Engels nach Esser 1999:470)
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Arbeit zitieren:
2005, Bewahren und Erhalten - Welche Determinanten führen zu ähnlichem Antwortverhalten, das einer konservativ-traditionellen Lebenseinstellung entspricht?, München, GRIN Verlag GmbH
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