Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft
Einleitung
Im Folgenden werden die Kapitel fünf bis einschließlich Kapitel sieben des Werkes „Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft“ von Detlef Jahn aus dem Jahr 2006 rezensiert. Das Augenmerk dieser Kapitel liegt dabei auf den wesentlichen Aspekten des Forschungsprozesses, wie Forschungsfragen, Hypothesen, Theorien, und so weiter.
Zur Logik des Vergleichs
Vergleiche kommen nicht nur in verschiedenen Bereich der Politikwissenschaft vorauch im alltäglichen Leben. Die vergleichende Methode unterscheidet sich aber hierbei zu den allgemeinen Vergleichen, indem sie zu generalisierbaren Ergebnissen gelangt, indem sie aufgestellte Hypothesen empirisch überprüft (JAHN 2006: 160). Der Vergleich als Methode ist damit ein Instrument, welches Generalisierungen falsifiziert oder verifiziert und dabei darüber urteilt, „ob etablierte Erklärungen sich bewähren oder modifiziert werden müssen“ (JAHN 2006: 164). Dabei lassen sich zwei Phänomene nur sinnvoll vergleichen, wenn Kriterien existieren, die beide gemeinsam besitzen und in ihren Vergleichskriterien Varianz besteht, so JAHN. Dies lässt sich auch missverstehen, daher stellt JAHN klar, dass es hierbei um verschiedene Ebenen handelt: „Staaten“ als gemeinsames Kriterium und „Wirtschaft“ als Kriterium mit bestehender Varianz. Dabei entsteht jedoch laut JAHN ein Dilemma: Die Konzentration auf Variablen (nomothetisch) konkurriert mit der Konzentration auf Fälle (idiographisch). Beides führt zu unterschiedlichen Erkenntnissen. Dieses Problem lässt sich durch unterschiedliche Forschungsdesigns lösen, so JAHN. Hierbei gibt es vier unterschiedliche Methoden, die auf John Stuart Mill zurückgehen: die Konkordanzmethode, die Differenzmethode, die indirekte Differenzmethode und die Variationsmethode (Methode der Begleiterscheinungsvarianz). Die Konkordanzmethode und die Differenzmethode sind Methoden der Eliminierung. Dabei geht die Konkordanzmethode davon aus, „dass ein Ereignis in jedem Untersuchungsfall mit dem zu erklärenden Ereignis auftritt“ (JAHN 2000: 167). Allerdings ist die Plausibilität dieser Methode zumindest in meinen Augen strittig. Plausibler scheint mir die Differenzmethode, die durch Ausschluss einer unabhängigen Variable das Fehlen der abhängigen Variable belegt und damit den Zusammenhang herstellt.
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Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft
Die indirekte Differenzmethode besteht aus einer doppelten Anwendung der Konkordanzmethode (JAHN 2006: 169). Sie unterteilt sich in drei Phasen: zwei Anwendungen der Konkordanzmethode (einmal beim Eintreten und einmal bei Ausbleiben des Ereignisses) und die dritte Phase „durch die die unterschiedlichen Einzelerklärungseffekte durch paarweisen Vergleich reduziert werden (JAHN 2006: 170).
Die Methode der Begleiterscheinungsvariation besagt, dass, „wenn zwei Variablen in gleicher Weise variieren, diese Variablen in irgendeiner Weise verbunden sind, sei es kausal oder durch andere Art und Weise“ (JAHN 2006: 170). Grundbegriffe
Das Hauptelement des Forschungsprozesses ist die Übertragung der Forschungsfrage auf ein Modell von unabhängigen Variablen, die die abhängigen erklären (JAHN 2006: 180). Dabei ist zwischen bivariaten Analysen (zwei Variablen sind aufeinander bezogen) und multivariaten (mehrere Variablen) Analysen zu unterscheiden. Des Weiteren sind zwei Untersuchungsebenen von Bedeutung: die Analyseebene (die Untersuchung bezieht sich in ihren Hypothesen und Ergebnissen auf diesen Bereich) und die Beobachtungsebene (in dieser Ebene finden sich die Informationen für die Untersuchung). Der Rückschluss von unterschiedlichen Beobachtungs- und Analyseebenen kann zu individualistischen (Kollektiv wird die Eigenschaft eines Individuums zugeschrieben) oder ökologischen 1 Fehlschlüssen führen (JAHN 2006: 182).
Von großer Wichtigkeit ist die Forschungsfrage, die eine übergeordnete These darstellt. Mit ihr wird das Erkenntnisinteresse formuliert und der Fokus determiniert. Inferenz ist ein Prozess, bei dem mit Hilfe bekannter Fakten etwas über Sachverhalte ausgesagt werden soll, der unbekannt ist. Theorien strukturieren hierbei den Forschungsprozess.
Kausalität bedeutet, dass die unabhängige Variable die abhängige Variable ursächlich bedingt.
Die Verknüpfung aus beiden wird durch kausale Theorien ermöglicht. Hierbei stehen empirisch-analytische Theorien und Modelle im Vordergrund. Problematisch bei Theorien ist jedoch, dass kausale Theorien selbst auch nicht Kausalität beweisen. So stellt die Theorie auf der einen Seite eine Orientierungshilfe dar und auf der anderen ein skeptisch zu betrachtendes Konstrukt (JAHN 2006: 191 f.). Daher
1 an dieser Stelle bietet JAHN leider keine allgemeine Definition an; vgl. Fall Lesekompetenz USA S. 182
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Arbeit zitieren:
Swen Klingelhöfer, 2006, Zu: Jahn, Detlef 2006: Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft, Wiesbaden. Seiten 159 bis 223., München, GRIN Verlag GmbH
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