Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definitionen Organisierter Kriminalität 4
2.1. Kriterium Kriminalität 4
2.2. Kriterium Organisation 4
2.3. Kriterium Verflechtung legaler und illegaler Strukturen 4
3. Organisierte Kriminalität als Netzwerk 5
3.1. Der Netzwerkbegriff 5
3.2. Der Organisationsbegriff 7
4. Die Binnenstruktur krimineller Netzwerke 8
5. Die Außenbeziehung krimineller Netzwerke 9
5.1. Korruption 9
5.2. Verbindungen zwischen Netzwerken 10
6. Beispiele krimineller Netzwerke 10
6.1. Die chinesischen Triaden 11
6.2. Die italienische Mafia 11
6.3. Die lateinamerikanischen Drogenkartelle 12
6.4. Weitere Beispiele 12
7. Bekämpfungsansätze 12
8. Schlussfolgerungen 13
9. Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
„Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des organisierten Verbrechens.“ (Ziegler 1998: S. 11). Dieses Zitat spiegelt in etwa die Wahrnehmung und Furcht der Öffentlichkeit wider, wenn von Organisierter Kriminalität (OK) und der von ihr ausgehenden Bedrohung für Gesellschaft und Staat nicht nur in gering entwickelten oder krisen- und kriegsgeschüttelten Ländern, sondern auch in den vermeintlich vor ihr gefeiten „westlichen Demokratien“ die Rede ist. Die Frage, welche Bedeutung und welches Gefahrenpotential von OK - gerade auch innerhalb der Bundesrepublik Deutschland - tatsächlich ausgeht, ist als zentrale Problemstellung jeder Auseinandersetzung mit dem Phänomen der OK vorgegeben. Soweit dürfte der allgemeine Konsens reichen. Das erste Problem folgt allerdings sogleich: Um überhaupt weitergehende Untersuchungen anstellen zu können, bedarf es zunächst der Definition des Untersuchungsgegenstandes: Was aber ist Organisierte Kriminalität? Die Geister scheiden sich bereits an dieser Stelle.
Natürlich kann die vorliegende Arbeit diese Frage ebenfalls nicht allgemeingültig und abschließend beantworten. Das soll sie aber auch gar nicht leisten. Vielmehr besteht ihr Gegenstand darin, einen möglichen Zugang zur komplexen Materie der OK aufzuzeigen, den des Netzwerkkonzepts. Dabei soll auf die Fragestellung eingegangen werden, inwiefern auch und gerade die OK für eine Untersuchung unter Kriterien der Netzwerkanalyse geeignet ist. Unter Verfolgung der These, dass OK durchaus in Netzwerk-Kategorien gedacht werden kann bzw. diese Perspektive Teil eines jeden umfassenden Versuchs, ein sinnvolles Modell von OK zu entwickeln, sein sollte, ergeben sich nicht zuletzt Resultate, die auch für eine Beurteilung der potentiell von ihr ausgehenden Gefahren hilfreich sein können. Ausgehend von einer Darstellung der wichtigsten Definitionsansätze von Organisierter Kriminalität soll der Netzwerkbegriff zunächst vorgestellt und dann auf den Betrachtungsgegenstand der OK übertragen werden. Dabei sollen e rst die innerhalb krimineller Netzwerke vorhandenen Beziehungen analysiert werden, um im Anschluss die Beziehungen des Netzwerks als ganzem und seine Integration in die Gesamtgesellschaft zu untersuchen. Schließlich sollen Beispiele für kriminelle Netzwerke aufgezeigt sowie einige Bekämpfungsansätze unter spezieller Berücksichtigung des Netzwerkbegriffs skizziert werden.
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2. Definitionen Organisierter Kriminalität
Klaus von Lampe unterscheidet drei grundsätzliche Ansätze der OK-Definition: a) unter dem Kriterium Kriminalität, b) unter dem Kriterium Organisation und c) unter dem Kriterium Verflechtung legaler und illegaler Strukturen (vgl. v. Lampe 2000: S. 1/2).
2.1. Kriterium Kriminalität
Der Definitionsansatz, der sein Hauptaugenmerk auf den Begriff der Kriminalität richtet, entspricht auch der offiziellen Sichtweise z. B. der Strafverfolgungsbehörden. Hier steht eine ganz bestimmte Art von Straftat bzw. deren planmäßige Begehung im Vordergrund. Weniger schwer wiegt der Organisationscharakter, also d er Grad der Institutionalisierung und der Herausbildung organisatorischer Strukturen im Hinblick auf die Beziehungen der Straftäter untereinander. Zwar bedarf es per definitionem der Teilhabe von mindestens drei Tätern, doch wie ihre wechselseitigen interpersonalen Beziehungen beschaffen sind, ist sekundär. Einige weitere Bestimmungen (so u. a. die Verfolgung fester Ziele, der Einsatz bestimmter (Gewalt-)Mittel etc.) entsprechen ebenfalls mehr einem handlungs- als beziehungsorientierten Ansatz.
2.2. Kriterium Organisation
Wie die Überschrift bereits nahe legt, stellt der zweite Ansatz zur OK-Definition den Begriff der Organisation in den Vordergrund. Dieser kommt dem in dieser Arbeit verfolgten Konzept der Netzwerkanalyse schon entgegen, insofern er die interpersonalen Beziehungen zum Schwerpunkt macht, allerdings unter Perspektive des Organisations- und nicht des Netzwerkbegriffs. Auf die Unterscheidung von Organisation und Netzwerk werde ich im weiteren Verlauf zurückkommen.
2.3. Kriterium Verflechtung legaler und illegaler Strukturen
Bei diesem dritten Ansatz steht der Verflechtungsaspekt im Mittelpunkt, also die Schnittstellen von kriminellen mit anderen Bereichen der Gesellschaft, so z. B. den Behörden. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Betrachtung i st die Korruption, also die Dienstbarmachung
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z. B. von Leistungen der öffentlichen Hand zu kriminellen Zwecken. Auch hierzu im folgenden mehr.
3. Organisierte Kriminalität als Netzwerk
Wie an den unterschiedlichen Definitionen gleichsam abzulesen, kann der Zugang zum Phänomen der OK ein jeweils sehr unterschiedlicher sein. Allerdings besteht dieser Unterschied zum größten Teil in der Betonung und damit relativen Bedeutung verschiedener Merkmale, die prinzipiell allen Definitionen gemein sind. Alle beinhalten den Begriff der Kriminalität und alle beinhalten den Begriff der Organisation. Es scheint also doch möglich zu sein, zumindest einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Worin aber besteht dieser?
Zunächst einmal ist festzustellen, dass man es b ei OK „immer mit Netzwerken kriminell nutzbarer Kontakte zu tun hat.“ (v. Lampe 2000: S.2). Was aber versteht man überhaupt unter einem Netzwerk ?
3.1. Der Netzwerkbegriff
Jede OK beruht im Grunde auf einer Beziehung mehrerer Akteure, die dieselben (kriminellen) Aktivitäten mit demselben (kriminellen) Zweck betreiben und sich zur Effizienz- und Nutzensteigerung zusammentun.
Diese Beziehung kann je nach Fall ganz unterschiedliche Ausprägungen erfahren. Sie kann stark sein und relativ beständig (wie im B eispiel mafiöser Strukturen wie der „Cosa Nostra“). Genauso kann es sich um eine sporadische, situativ aktivierte Beziehung handeln, wenn z. B. für ein kriminelles „Projekt“ ganz bestimmtes Expertenwissen oder besondere Fähigkeiten gebraucht werden, die innerhalb der eigentlich festen Gruppe niemand vorweisen kann. Man erkennt schon an dieser Stelle den grundlegenden Vorteil des Netzwerkkonzepts gegenüber z. B. der Organisationsanalyse: Bei der Untersuchung von Netzwerken geht es um die jeweils spezifischen Beziehungsgeflechte einzelner Personen oder des Gesamtnetzes. Die Ermittlung eventuell vorhandener fest gefügter Organisationsstrukturen (separiert von Einzelbeziehungen) ist gar nicht vonnöten - abgesehen davon stellt sie sich im Falle krimineller Organisationen, wo nicht als unmöglich, so doch zumindest als äußerst diffizil dar.
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Arbeit zitieren:
Christoph Wehr, 2002, Das Netz der Verbrecher - Organisierte Kriminalität aus Sicht des Netzwerkkonzepts, München, GRIN Verlag GmbH
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