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1 Zu Aufbau und Abgrenzung des Themas 3
1.1 Gesundheitswissenschaften 3
1.2 Sozialisation 4
1.3 Klaus Hurrelmann und sein Zugang 5
Traditionelle Sozialisationstheorien 5 1 3 1
Moderne Sozialisationstheorien 6 1 3 2
2 Berufliche Sozialisation und Gesundheit Krankheit 7
2.1 Personale Faktoren für Gesundheit Krankheit 7
Kindesalter 7 2 1 1
Jugendlichenalter 7 2 1 2
Erwachsenenalter 8 2 1 3
2.2 Soziale und ökonomische Faktoren 9
Studien zu ökonomischen Hintergründen 9 2 2 1
Soziale Hintergründe 11 2 2 2
2.3 Arbeit und Gesundheit 11
Pflegeberuf: Berufung oder Profession 12 2 3 1
Soziale Identität durch Beruf 13 2 3 2
Pflegemarkt-Entwicklung 15 2 3 4
Arbeitskraftware macht Lohnarbeit glücklich 16 2 3 5
3 Zusammenfassung und Ausblick 19
Literaturverzeichnis 22
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1 Zu Aufbau und Abgrenzung des Themas
Das Phänomen Sozialisation ist am Gesundheitsverhalten von Menschen – im Sinne von Individuen der Gesellschaft – sehr gut nachvollziehbar. Die Bedeutung für die Entwicklung von Gesundheit wird daraus deutlich.
Insbesondere auf die berufliche Sozialisation wird eingegangen, verdeutlicht am Beispiel von Pflegearbeit. Schließlich folgt noch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Arbeit“ an sich, besonders betont in Bezug auf Gesundheit. Einleitend folgen zunächst einige Begriffsabgrenzungen.
1.1 Gesundheitswissenschaften
Im Gegensatz zum wissenschaftliche Disziplin der Gesundheitswissenschaften im deutschsprachigen Raum eine relativ junge.
Die Entwicklungsgeschichte wird unterschiedlich interpretiert. Zum einen wird die Institutionalisierung der Gesundheitsförderung als praktische Auswirkung einer sich gerade erst bildenden Gesundheitswissenschaft in unserer Gesellschaft gesehen (eine Professionsentwicklung, die eine Disziplinwerdung nach sich zieht – und in der Folge auch umgekehrt). Dieser Prozess, der seine frühen Anfänge bereits im 18. Jahrhundert hatte, wird ergänzt und ist historisch verknüpft mit der Emanzipationsbewegung der Frauen (vgl. MÜHLUM et al. 1997, 11ff).
Einen anderen Ansatz liefert KLAUS HURRELMANN: Er ortet den entwicklungsgeschichtlichen Beginn der Gesundheitswissenschaften in der für ihn unbefriedigenden Diskrepanz zwischen dem medizinischen Fortschritt der letzten Jahrhunderte und dem nicht nur weiter existierenden Vorhandensein, sondern sogar der quantitativen und qualitativen Zunahme von Krankheiten, vor allem aus dem
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chronischen, allergischen und psychosomatischen Kreis. Daraus schließt er, dass das „vorhandene medizinische und psychische Versorgungssystem teilweise ungezielt und nicht so effizient“ reagiert, wie es notwendig wäre (HURRELMANN 1998, Vorwort).
MÜHLUM et al. grenzen und verknüpfen die Gesundheitswissenschaft 1 unter anderem auch von, bzw. mit der Pflegewissenschaft (ab). Gemein haben sie den teilweise ähnlichen historischen Kontext, die relativ junge Entwicklung und den derzeitigen Hauptverbreitungsweg in Deutschland, der vornehmlich über Fachhochschul-Studiengänge erfolgt.
1.2 Sozialisation
Nach dem Wortsinn ist ‚Sozialisation’ vom lateinischen ‚sozialisieren’ 2 hergeleitet. Das Suffix ‚ation’ stellt das Resultat der Handlung des zugrunde liegenden Verbs dar (CANOO-ENGENEERING, 2006). Es handelt sich also um eine „Vergesellschaftlichung“.
In der Sozialwissenschaft wird der Begriff verwendet, um die Entwicklung der Persönlichkeit im Spielraum zwischen der individuellen, komplexen Umweltinteraktion und den sozialen Beziehungen innerhalb dieser Umwelt zu bezeichnen. Ziel dieses lebenslangen Prozesses ist die Verinnerlichung von Normen, Werten und Repräsentationen und das Einnehmen einer gesellschaftlichen Rolle (WIKIPEDIA, 2006).
„Als ‚erfolgreiche Sozialisation' sehen wir ein hohes Maß an Symmetrie von objektiver und subjektiver Wirklichkeit (und natürlich Identität) an. Umgekehrt muss demnach ‚erfolglose Sozialisation’ als Asymmetrie zwischen objektiver und subjektiver Wirklichkeit verstanden werden." (LUCKMANN/BERGER 2003, 175).
1 „Gesundheitswissenschaft“ wird bei MÜHLUM et al. (1997, 306) als Bezeichnung der normativen Fixierung und als praxiswissenschaftlicher Diskurs genannt, während
„Gesundheitswissenschaften“ den metatheoretischen Wissenschaftsdiskurs bezeichnet.
2 = “vergesellschaften“ (Wahrig 1977)
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1.3 Klaus Hurrelmann und sein Zugang
HURRELMANN nennt vier konkrete Schritte als Arbeitsprogramm der
Gesundheitswissenschaften.
Der erste lautet: „Analyse der körperlichen, seelischen und sozialen Bedingungen und Kontexte der Gesundheitsentwicklung und der Verbreitung von Gesundheits- und Krankheitszuständen in der Bevölkerung.“ – die weiteren Punkte beschreiben dann die Schritte zur Aufhebung der analysierten Hintergründe (vgl. HURRELMANN 1998, 6). Diese Analyse stellt nun eine direkte Verbindung zu seinem Interesse an der Sozialisationstheorie dar.
1.3.1 Traditionelle Sozialisationstheorien
HURRELMANN verweist hierbei immer gerne auf den französischen
Soziologen EMILE DURKHEIM (1858-1917), der sich zu Beginn der modernen Industriegesellschaft mit der damit verbundenen Vereinnahmung der menschlichen Persönlichkeit durch Übernahme von gesellschaftlich erforderlichen Normen beschäftigt hat. Andere Vertreter der Soziologie und Psychologie haben sich in der Folge auf dieser Basis mit dem Thema beschäftigt.
Durch die Weiterentwicklung von einer arbeitsteiligen Industriegesellschaft zu einer globalisierten, in ihren kulturellen und sozialen Grenzen verschwimmenden Welt musste auch die Rolle des Menschen als unterwerfendes Individuum neu überdacht werden (vgl. TILLMANN 2001, 258ff).
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1.3.2 Moderne Sozialisationstheorien
Es werden daher Ergänzungen zur ursprünglich gängigen Kernidee hinzugefügt. Sozialisation besteht nun nicht mehr nur aus der Verinnerlichung von gesellschaftlichen Normen, sondern versteht sich als selbsttätige und selbst organisierte Aneignung von kulturell und sozial vermittelten Umweltangeboten. (vgl. HURRELMANN 2002, 15ff). Das streicht ein aktiveres Verhalten des Individuums hervor, das von der Gesellschaft auch abverlangt wird.
Quote paper:
David Bayer, 2006, Das Sozialisationskonzept von K. Hurrelmann. Zur Bedeutung der beruflichen Sozialisation für die Gesundheit am Beispiel des Zusammenspiels von (Pflege-) Arbeit und Gesundheit - mit kritischen Betrachtungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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