II
Gliederung
Gliederung. II
Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur. III
Abk ürzungsverzeichnis VI
A. Einleitung: Zwischen Euphorie und Ernüchterung 1
B. Menschenrechtsschutz durch die Menschenrechtskommission 4
I. Erwachen eines universellen Menschenrechtsbewusstseins 4
II. Die MRK im Wandel des eigenen Selbstverständnisses 6
1. Von der Schaffung universeller Rahmenwerke bis zur „Doktrin der Machtlosigkeit“
6
2. Von der no power - Doktrin zur WSR-Resolution 1235. 9
3. Die Begründung des 1503-Verfahrens 11
a) Rechtmäßigkeit des 1503-Verfahrens 11
b) Funktionsweise und Auswirkungen des 1503-Verfahrens. 12
4. Der Beginn eines verstärkten Rufes nach grundlegenden Reformen. 14
C. Menschenrechtsschutz durch den Menschenrechtsrat 17
I. Die MRR im Lichte von Annans Reformvorschlag „In larger freedom“ 17
II. Die Individualbeschwerdearbeit des MRR im Lichte anderer U-N
Menschenrechtsverfahren. 22
D. Fazit und Ausblick auf den Menschenrechtsschutz durch den MRR- zugleich:
Politischer versus Juristischer Menschenrechtsschutz ? - Plädoyer zur
Fortentwicklung des universellen Menschenrechtssystems 24
III
Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur
1. Alston, Philip; Appraising the United Human Rights Regime, in: ders. (Hrsg.), The United Nations and Human Rights, Oxford 1992, S. 1-21, (zitiert: Alston, Critical Appraisal, in: ders. (Hrsg.), The United Nations and Human Rights).
2. ders.; Commission on Human Rights, in: ders. (Hrsg.), The United Nations and Human Rights, Oxford 1992, S. 126-210, (zitiert: Alston, Commission on Human Rights, in: ders. (Hrsg.), The United Nations and Human Rights).
3. Baum, Gerhart R.; Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen (UN), in: Jahrbuch Menschenrechte 2000, hrsg. vom Deutschen Institut für Menschenrechte in Verbindung mit Deutsche Sektion von Amnesty International, Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte (Wien), Institut für Entwicklung und Frieden (Duisburg)., Frankfurt/M. 1999, S. 241-248 (zitiert: Baum, in: Jahrbuch Menschenrechte 2000).
4. Bruck-Friedrich, Margrit/Hainzl, Christian; Die 60.Sitzung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen - kein Ausweg aus der Glaubwürdigkeitskrise, in: Jahrbuch Menschenrechte 2005, hrsg. vom Deutschen Institut für Menschenrechte in Verbindung mit Deutsche Sektion von Amnesty International, Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte (Wien), Institut für Entwicklung und Frieden (Duisburg)., Frankfurt/M. 2004, S. 237-246, (zitiert: Bruck-Friedrich/Hainzl, Die 60. Sitzung der MRK, in: Jahrbuch Menschenrechte 2005).
5. Blumenwitz, Dieter; Internationale Schutzmechanismen zur Durchsetzung von Minderheiten- und Volksgruppenrechten, Köln 1997, (zitiert: Blumenwitz, Internationale Schutzmechanismen).
6. Boeckle, Henning; Die Förderung der Menschenrechte in Außenpolitik und internationalen Beziehungen, in: von Behr, Benita/Huber, Lara/Kimmi, Andrea/Wolff, Manfred (Hrsg.), Perspektiven der Menschenrechte, Frankfurt a.M., 1999, S.99-125; (zitiert: Boeckle, Die Förderung der Menschenrechte, in: v. Behr/Huber/u.a., Perspektiven der Menschenrechte).
7. Buergenthal, Thomas/ Shelton, Dinah/ Steward, David P.; International Human Rights in a nutshell, St. Paul Minnesotta 2002, (zitiert: Buergenthal/Shelton/Steward, International Human Rights).
8. Cede, Franz; in: ders./Sucharipa-Behrmann, Lilly (Hrsg.), Die Vereinten Nationen - Recht und Praxis, Wien 1999, (zitiert: Cede, in: ders./Sucharipa-Behrmann (Hrsg.), Die Vereinten Nationen).
IV
9. Demirel, Naim; Individualbeschwerde vor der Europäischen Menschenrechtskommission (Inauguraldissertation), Münster 1997, (zitiert: Demirel, Europ. MRK).
10. Eide, Asbjorn: Dynamics of Human Rights and the Role of the Educator, in: ders./Thee, Marek (Hrsg.), Frontiers of Human Rights Education, Oslo 1993, S. 107-176;
11. (zitiert. Eide, Dynamics of Human Rights, in: ders./Thee, Frontiers of Human Rights).
12. Engels, Markus; Verbesserter Menschenrechtsschutz durch Individualbeschwerde-verfahren? - Zur Frage der Einführung eines Fakulativprotokolls für den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, München 2000, (zitiert: Engels, Verbesserter Menschenrechtsschutz).
13. Heintschel von Heinegg, Wolff ; Casebook Völkerrecht, München 2005 (zitiert: Heintschel von Heinegg, Casebook Völkerrecht).
14. Hoare, Samuel; The UN Commission on Human Rights in: Luard, Evan (Hrsg.), The international protection of human rights, London 1967, S. 59-76 (zitiert: Hoare, in: Luard (Hrsg.), The international protection).
15. Irmscher, Tobias H.; Die Behandlung privater Beschwerden über systematische und grobe Menschenrechtsverletzungen in der UN-Menschenrechtskommission, Frankfurt am Main, 2002; (zitiert: Irmscher, Die Behandlung privater Beschwerden).
16. Lauterpacht, Hersch; International Law and Human Rights, London 1950, (zitiert: Lauterbacht, International Law and Human Rights).
17. Meißner, Friedrich; Die Menschenrechtsbeschwerde vor den Vereinten Nationen, Baden-Baden 1976; (zitiert: Meißner, Die VN-Menschenrechtsbeschwerde).
18. Nowak, Manfred; Einführung in das internationale Menschenrechtssystem, Wien, Graz 2002, (zitiert: Nowak, Einführung in das internationale Menschenrechtssystem).
19. Rathgeber, Theodor; 61. Menschenrechtskommission - die Krise schwelt. Entfacht die Reformdebatte ein läuterndes Feuer?, in: Jahrbuch Menschenrechte 2006, hrsg. vom Deutschen Institut für Menschenrechte in Verbindung mit Deutsche Sektion von Amnesty International, Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte (Wien), Institut für Entwicklung und Frieden (Duisburg)., Frankfurt/M. 2005, S. 199-217, (zitiert: Rathgeber, 61. MRK - die Krise schwelt, in: Jahrbuch Menschenrechte 2006).
V
20. Rudolf, Beate; Die thematischen Berichterstatter und Arbeitsgruppen der UN-Menschenrechtskommission (Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht, Band 142), Berlin 2000, (zitiert: Rudolf, Die thematischen Berichterstatter der MRK).
21. Tolley, Howard; The UN Commission on Human Rights, Boulder 1987, (zitiert: Tolley, The UN Commission on Human Rights).
22. Tomuschat, Christian; Menschenrechte, Individualrechte, in: Wolfrum, Rüdiger (Hrsg.), Handbuch Vereinte Nationen, 2. Auflage, München 1991, (zitiert: Tomuschat, Menschenrechte, Individualrechte, in: Wolfrum (Hrsg.), Handbuch Vereinte Nationen).
23. Truhart, Herbert von; Völkerbund und Minderheitenpetitionen, Wien 1931, (zitiert: Truhart, Völkerbund).
24. Schaber, Thomas; Internationale Verrechtlichung der Menschenrechte: Eine reflexive institutionentheoretische Analyse des Menschenrechtsregimes der Vereinten Nationen, Baden-Baden 1996, (zitiert: Schaber, Internationale Verrechtlichung der Menschenrechte.)
25. Sidoti, Christopher; „Lahme Ente“ oder „lauernder Tiger“? Die internationale Menschenrechtsbewegung heute, in: Jahrbuch Menschenrechte 2006, hrsg. vom Deutschen Institut für Menschenrechte in Verbindung mit Deutsche Sektion von Amnesty International, Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte (Wien), Institut für Entwicklung und Frieden (Duisburg)., Frankfurt/M. 2005, S. 41-48, (zitiert: Sidoti, „Lahme Ente“ oder „lauernder Tiger“, in: Jahrbuch Menschenrechte 2006).
VI
Abkürzungsverzeichnis
Abschn. - Abschnitt
Add. - Addendum Art. - Artikel
ai - amnesty international (Nichtregierungsorganisation) AEMR - Allgemeine Erklärung der Menschenrechte CERD - Convention on the Elimination of Racial Discrimination ders. - derselbe ebd. - ebenda ECOSOC - Economic and Social Council EGMR - Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte FAP - Fakultativprotokoll ff. - folgende (Seiten) Fn. - Fußnote Hrsg. - Herausgeber insb. - insbesondere
IPbpR - Internationaler Pakt für bürgerliche und politische Rechte MRR - Menschenrechtsrat MRK - Menschenrechtskommission m.w.N. - mit weiteren Nachweisen
NGO - Non Government Organisation (Nicht-Regierungsorganisation) Res. - Resolution S. - Seite sog. - sogenannte
taz - „Die Tageszeitung“ (Name einer deutschen Tageszeitung) UN - United Nations
UNCAT - United Nations Convention against Torture UNESCO - United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation UNHCHR - United Nations High Commissioner for Human Rights
UNO - United Nations Organisation (in einzelnen zitierten Werken auch abgekürzt: Uno) USA - United Nations of America vgl. - vergleiche VN - Vereinte Nationen
VII
WSR - Wirtschafts- und Sozialrat
z.B. - zum Beispiel
Dokumentsabkürzungen (Dokumente der UNO enthalten die hierfür verwendeten offiziellen Abkürzungen. Der Eingangsbuchstabe weist auf das Hauptorgan hin.)
A/RES/… Resolution der Generalversammlung
E/… Dokument der ECOSOC
1
A. Einleitung: Zwischen Euphorie und Ernüchterung
„Internationale Menschenrechtsarbeit war noch nie einfach gewesen, doch es war schon einmal bedeutend leichter, ihre Erfolge zu sehen.“ 1 Diese Feststellung aus dem Jahrbuch der Menschenrechte 2006 erscheint geradezu symptomatisch für die Situation der UN-Menschenrechtsarbeit der vergangenen Jahre. Wie kaum ein anderes Menschenrechtsorgan sticht im UN-Gefüge dabei die Arbeit der Menschenrechtskommission (hiernach: MRK) hervor. Zwar ist sie nicht der einzige Akteur, noch nicht einmal im UN-System, im Bereich der Menschenrechte. Doch ihre Situation bildet wie kaum ein anderes Organ einen Mikrokosmos all dessen, was im internationalen Menschenrechtssystem falsch läuft 2 . Als bedeutsamstes UN-Organ für die Menschenrechte kommt ihr nicht nur deshalb eine ganz besondere Bedeutung bei der Analyse des universellen Menschenrechtsschutzes zu.
Die Konstituierung ihres Nachfolgegremiums, des UN-Menschenrechtsrats (hiernach: MRR) am 19. Juni 2006 in Genf, könnte als ein solcher Erfolg, jedenfalls als ein bezeugter Wille für einen solchen, gesehen werden. Denn sie bezeugt implizit, dass der Reformbedarf des UN-Menschenrechtssystems von verantwortlicher Seite erkannt und für notwendig erachtet worden ist. Gerade angesichts des breiten öffentlichen Zuspruchs für Menschenrechtsinstitutionen, wie etwa für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (hiernach: EGMR) und für viele nationale Verfassungsgerichte, war es auffallend und nicht nur für die UN Besorgnis erregend, dass die MRK längst trotz ihres universellen Charakters und ihrer Arbeitserfolge allenfalls noch im Schatten glaubwürdiger Menschenrechtsarbeit wahrgenommen wurde.
So verwundert es jedenfalls kaum, dass das Nachfolgeorgan der MRK alsbald mit Lob überschüttet wurde, noch bevor es überhaupt ins Leben gerufen worden war. Der im März 2005 von Generalsekretär Kofi Annan vorgelegte Gründungsentwurf 3 des MRR, der entscheidend zur Reform der sechzigjährigen UN-Menschenrechtsarbeit beitragen sollte, wurde in der westlichen Staatenwelt und den NGOs
1 Sidoti: „Lahme Ente“ oder „lauernder Tiger“, in: Jahrbuch Menschenrechte 2006, S. 44.
2 Ebd., S. 46.
3 In larger freedom, A/59/2005/Add.1.
2
sofort als Annans „unerwarteter Paukenschlag“ 4 und „Krönung“ 5 seiner zehnjährigen Amtszeit gefeiert. Mit dem MRR verbinde sich eine „einmalige Chance für einen Neubeginn in der UN-Menschenrechtsarbeit“ 6 .
Doch die Euphorie erstarrte genauso schnell wieder mit jeder Verschlankung des ambitionierten Reformvorhabens.
Der MRR sei eine „Enttäuschung“ 7 , wurde alsbald kritisiert. Nicht zuletzt die Reaktionen vieler Staaten auf die Ratswahlen riefen die Komplexitäten und Inkonsistenzen innerhalb der MRK wieder in Erinnerung. Die Wahl der 47 Ratsmitglieder 8 war von einigen Regierungen zum fragwürdigen tagespolitischen Anlass 9 diskreditiert worden, aus ihr öffentlich Rückschlüsse 10 über die jeweilige staatliche Menschenrechtspolitik herzuleiten 11 .
Genährt wird die Ernüchterung unlängst durch die erste Sonderarbeitssitzung des Rates am 6. Juli 2006, in der die Militäroperation im Gaza-Streifen verurteilt wurde. Der MRR trete damit vollends in die Fußstapfen der diskreditierten MRK, urteilt nicht nur die Jerusalem Post 12 .
4 vgl. O.V., Informationsbrief Weltwirtschaft und Entwicklung vom März 2005: A larger freedom: Kofi Annans Meisterwerk, im Internet unter: http://weltwirtschaft-und-
entwicklung.org/cms/wearchiv/500188964b=cab601.html, recherchiert am 20.06.2006 um 20.29 Uhr.
5 Ebd.
6 So etwa UN-Generalsekretär Kofi Annan in seiner Rede auf der konstituierenden Sitzung, im Internet unter http://www.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/docs/SG.pdf, recherchiert am 20.06.2006 um 9.58 Uhr.
7 Vgl. etwa Völkerrechtsprofessorin und für die USA Mitglied im UN-Menschenrechtskomitee Ruth Wedgwood, in einem Interview der Tageszeitung (taz) vom 11.05 2006, S. 2.
8 Durch die 60. UN-Generalversammlung am 09.05.2006, vgl. A/RES/60/251.
9 Die Fragwürdigkeit ergibt sich bereits beim Vergleich der Wahlergebnisse. Das Spitzenergebnis hält Ghana (183 Stimmen). Mit 146 Stimmen erhielt China fast so viele Stimmen wie Deutschland (154), und mehr als die „Menschenrechtskapitale“ Schweiz (140), deren Außenministerin Micheline Calmy-Rey die Idee für das neue Gremium zugeschrieben wird. Sie hatte den Völkerrechtler Walter Kälin zur Ausarbeitung einer Reformstudie beauftragt, vgl. „Gedämpfte Erwartungen“, SZ vom 19.06 2006, S. 7.
10 Vgl. die Tagesberichterstattungen in der internationalen Presse, etwa „Berlin stolz auf Sitz in UN-Gremium“, FR vom 11.05 2006, S. 8; „Canada wins seat on new rights body“, The Toronto Star vom 10.05 2006, S. A10; “Genf wird zur Kapitale der Menschenrechte”, Tages-Anzeiger vom 17.05 2006, S. 5.
11 So leitete nicht nur der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier aus dem Wahlausgang die, „weltweite Anerkennung“ deutscher Menschenrechtspolitik ab, die er „als Ansporn und Verpflichtung zugleich“ verstehe, vgl. seine Rede anlässlich der konstituierenden Sitzung, im Internet unter: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/Presse/ Reden/2006/060619-MRR-konstSitzg,html, recherchiert am 19.06.2006 um 20.48 Uhr. - Vielmehr wollen auch Staaten wie China, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt sind, mit großer Befriedigung die Wahl in den Rat als Beweis für die Anerkennung der eigenen Politik durch die internationale Völkergemeinschaft gedeutet sehen; vgl. „Aufgefallen“, NZZ vom 16.05 2006, S. 2.
12 „That same old bash-Israel agenda“, The Jerusalem Post vom 06.07.2007, S. 16.
Arbeit zitieren:
Tobias Kiwitt, 2006, Die Fortentwicklung des universellen Menschenrechtsschutzes - Von der UN-Menschenrechtskommission zum UN-Menschenrechtsrat, München, GRIN Verlag GmbH
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