Inhalt
Einleitung 3
1 Stadtschrumpfung in Deutschland? - Fakten und Trends. 4
1.1 Allgemeines. 4
1.2 Die Entwicklung der ostdeutschen Städte. 6
1.3 Die Entwicklung der westdeutschen Städte 8
2 Ursachen und Prognosen der Stadtschrumpfung 9
3 Konsequenzen 11
3.1 Stadtschrumpfung als Problem. 11
3.1.1 Ökonomische Folgen. 11
3.1.2 Sozialräumliche Folgen. 12
4 Identität in schrumpfenden Städten. 13
4.1 Stadtschrumpfung als Problem. 13
4.2 Stadtschrumpfung als Chance begreifen 15
Schlussbetrachtungen 18
Literatur. 19
2
Einleitung
Stadtschrumpfung ist in Deutschland ein nicht unbekanntes, aber in seiner gegenwärtigen Ausprägung doch völlig neues Phänomen. Vor allem Ostdeutschland ist gegenwärtig von einer alle Akteure überfordernden immensen Stadtschrumpfung betroffen, die durch massive Wanderungsverluste verursacht wird.
Aber auch ganz Deutschland wird sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte dieser Problematik gegenüber gestellt sehen. Die demographische Entwicklung des Landes weist eindeutig in diese Richtung.
Bislang definierten sich Städte immer über die Steuerung und Verteilung des Wachstums. Stadtentwicklung war de facto identisch mit Wachstum. Schrumpfung wurde und wird von den politischen Akteuren, aber auch von den Bürgern stets als Symbol des Niedergangs und der Entwertung wahrgenommen.
In der Gegenwart wird durch die Vorreiterrolle der ostdeutschen Städte aber ein Umdenken notwendig, das in naher Zukunft ganz Deutschland ergreifen sollte. Die Stadtentwicklung muss einen Paradigmenwechsel vollziehen: weg vom nicht mehr den Realitäten entsprechenden, unbedingten Wachstum, hin zu einer realistischen Stadtidentität der „schlanken Stadt“.
Welche objektiven Folgen hat aber die Stadtschrumpfung für die Städte und ihre Bewohner und welche subjektiven Empfindungen und Wahrnehmungen folgen daraus? Ist es möglich eine Neubewertung dieser Wahrnehmungen zu etablieren? Bedeutet Schrumpfung immer nur Verlust oder bietet sie den Städten auch Chancen sich neu zu verorten? Diese Fragen zu beantworten soll Aufgabe dieser Arbeit sein. Dabei wird kein Anspruch auf die Vollständigkeit der Vorstellung neuer Denk- und Handlungskonzepte erhoben. Vielmehr sollen einige Anregungen gegeben werden, wie Bürger und Akteure der Herausforderung schrumpfender Städte effektiver als mit den alten Wachstumsmodellen entgegen treten können.
Unter Stadtschrumpfung soll in dieser Arbeit in erster Linie die Abnahme der Bevölkerung von Städten verstanden werden. Auf eine ausdrückliche Einbeziehung ökonomischer Variablen wird verzichtet, dennoch werden diese in relevant erscheinenden Betrachtungen hinzugezogen.
3
1 Stadtschrumpfung in Deutschland? - Fakten und Trends
1.1 Allgemeines
Alle Teilregionen Deutschlands werden in den nächsten 10 bis 15 Jahren von einem die Stadtentwicklung dominierenden Megatrend erfasst: Es wird zu einer spürbaren Abnahme der Gesamtbevölkerung kommen (Vgl. Abb. 1).
Im Gegensatz zum Prozess der Altersverschiebung, d. h. zu der Tatsache, dass es in Deutschland immer weniger junge und immer mehr ältere Menschen gibt, ist dies ein völlig neues Phänomen, dem Politiker und Planungsinstanzen bislang relativ mittellos gegenüber
4
stehen. 1 Langfristige Bevölkerungsprognosen besagen, dass vor allem die Kernstädte überdurchschnittlich hohe Bevölkerungsverluste zu verzeichnen haben werden. Die Konsequenz des Bevölkerungsrückgangs werden in erster Linie schrumpfende Städte mit einem zunehmenden Wohnungsleerstand sein.
Überlagert wird dieser sich abzeichnende Trend von parallelen Entwicklungen, die diesem teils entgegen wirken, ihn teilweise aber auch fördern:
1 Vgl. Bullinger, D. Schrumpfende Städte und leere Wohnungen. Ein neues Phänomen und der Trend der
Zukunft nicht nur in Ostdeutschland, in: Raumforschung und Raumordnung, Band 60, Heft 3, 4/ 2002, S. 264;
Gatzweiler, H. P., Meyer, K., Milbert, A., Schrumpfende Städte in Deutschland?: Fakten und Trends, in:
Informationen zur Raumentwicklung, 10, 11/2003, S. 558.
2 Vgl. Bullinger, D. Schrumpfende Städte, S. 265f.
5
Abgesehen von der demographischen Entwicklung und den in Tabelle 1 skizzierten Trends wirken sich in der Gegenwart vor allem Wanderungsbewegungen auf die Stadtentwicklung aus. Dies geschieht in unterschiedlichem Maße, so ist der Osten tendenziell stark von Abwanderung betroffen, während der Westen Deutschlands von den Wanderungsbewegungen bislang profitiert. 3
Es lassen sich mehrere Typen von Stadtgemeinden in Deutschland unterscheiden. In dieser Arbeit soll zwischen Großstädten (Oberzentren, > 100.000 Einwohner), Mittelstädten (Ober-, Mittelzentren, 20.000-100.000 Einwohner), Kleinstädten (meist Zentralität unterer Stufe, < 20.000 Einwohner) sowie großen Landgemeinden (häufig Zentralität unterer Stufe, > 7.500 Einwohner) und kleinen Landgemeinden (< 7.500 Einwohner) unterschieden werden. Die verschiedenen Stadttypen sind abhängig von ihrer Region in unterschiedlichem Ausmaß von der Stadtschrumpfung betroffen, was eine Unterscheidung für diese Arbeit sinnvoll werden lässt. 4
1.2 Die Entwicklung der ostdeutschen Städte
Bezüglich der Stadtschrumpfung nehmen die ostdeutschen Städte eine unrühmliche Vorreiterfunktion innerhalb Deutschlands ein. Sie nehmen als Hort der Abwanderung quasi vorweg, was in einigen Jahren bis Jahrzehnten durch die demographische Entwicklung zum allgemeinen Phänomen in Deutschland werden wird. Während die Überalterung der Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland sich gegenwärtig nahezu entspricht, setzt die Abwanderung junger Menschen aus den Stadtregionen des Ostens damit den dortigen Zentren enorm zu (Vgl. Abb. 2). 5
3 Vgl., Gatzweiler, H. P., Meyer, K., Milbert, A., Schrumpfende Städte in Deutschland?, S. 558ff.
4 Vgl., ebd., S. 558ff.
5 Vgl. Beyer, W., Zupp, W., Langfristige Bevölkerungsentwicklung Brandenburger Städte bis zum Jahre 2040,
in: Raumforschung und Raumordnung, Heft 2/2002, S. 91.
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Arbeit zitieren:
Alexander Walter, 2006, Stadtschrumpfung - Problem oder Chance? Lokale und regionale Identität in schrumpfenden Städten Deutschlands, München, GRIN Verlag GmbH
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