Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: 3
2. Der Bruderkrieg zwischen „der Geschichte“ und „den Geschichten“ 4
3. Erich von Däniken - Herkunft und Laufbahn 6
4. Ausgewählte Theorien von Dänikens, ihre Rezeption. 8
durch die Autoren von „Aus den Tiefen des Alls“ 8
4.1 Die Grabplatte von Palenque 8
4.1.1 Palenque aus Sicht der Geschichtswissenschaft 8
4.1.2 Die Grabplatte aus der Sicht Erich von Dänikens und Lászlo Tòths. 9
4.2 Tiahuanaco und sein Sonnentor. 10
4.2.1 Tiahuanaco in der Altertumsforschung der Gegenwart 10
4.2.2 Erich von Däniken und das Rätsel von Tiahuanaco. 11
4.2.3 Tiahuanaco - Kolonisierungsversuch außerirdischer Besucher 12
4.3 Die Linien von Nazca - Landebahnen für Aliens. 13
4.3.1 Herkunft und Geschichte der Nazca-Kultur in der klassischen Archäologie 13
4.3.2 Die Linien von Nazca aus der Sicht Erich von Dänikens 14
4.3.3 Nazca in der Bewertung Carlos Manes Bandeira. 15
5. Die Vergangenheitsrekonstruktionen der 17
Pr äastronautik im Geschichtsunterricht 17
5.1 Einsatzmöglichkeiten. 17
5.2 Die Welt des jungen Erich von Däniken 17
5.3 Die Präastronautik im Kontext von Fakten und Fiktionen. 18
6. Schlusswort 22
Literatur - und Quellenverzeichnis. 23
2
1. Einleitung:
Diese Hausarbeit will die in ihr vorgestellten Theorien weder beweisen noch widerlegen. Gegenstand der Arbeit ist vielmehr der Versuch, zu verdeutlichen wie die Rekonstruktion von Geschichte aus einer definierten Perspektive erfolgen kann und wie diese Perspektive durch die Zeit, die Lebensumstände und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Rekonstruierenden determiniert werden. Sie soll ferner Schlussfolgerungen aus dem Wissen über diese Tatsache für den Umgang mit Geschichte in Unterricht und Alltag ziehen. Dies soll am Beispiel von Auszügen der Bücher „Erinnerungen an die Zukunft“ 1 von Erich von Däniken und „Aus den Tiefen des Alls“ 2 , herausgegeben von Peter und Johannes Fiebag, geschehen.
Erich von Däniken entwickelt in seinem Buch die Theorie der Präastronautik. Die Präastronautik ist der Versuch einer Geschichtsrekonstruktion, die von dem Besuch außerirdischer Intelligenzen auf der Erde vor einigen Tausend Jahren ausgeht und den Schöpfungsakt der menschlichen Zivilisation den Besuchern aus dem All zuschreibt. Von Dänikens Theorien wurden in der Folgezeit einerseits heftig kritisiert, andererseits von zahlreichen Anhängern aufgegriffen und weiterentwickelt. Einige Wissenschaftler und Anhänger der Präastronautik publizierten in „Aus den Tiefen des Alls“ Essays, in denen sie zu dieser Problematik Stellung beziehen.
„Die Götter der grauen Vorzeit haben unübersehbare Spuren hinterlassen, die wir erst heute lesen und entziffern können, denn das Problem der Raumfahrt, uns heute hautnah, gab es für den Menschen seit Jahrtausenden nicht mehr. Denn ich behaupte: im grauen Altertum hatten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall! Wenn wir auch heute noch nicht wissen, wer immer diese außerirdische Intelligenz war und von welchem fernen Stern sie herniederkam, so bin ich doch überzeugt, dass diese „Fremden“ einen Teil der damals existierenden Menschheit vernichteten und einen neuen, vielleicht den ersten homo sapiens zeugten.“ 3
1 Erich von Däniken, Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit, Düsseldorf 1968.
2 Peter Fiebag, Johannes Fiebag, Aus den Tiefen des Alls. Handbuch zur Präastronautik. Wissenschaftler auf den Spuren extraterrestrischer Eingriffe, Tübingen, Zürich, Paris 1985.
3 Von Däniken, Erinnerungen an die Zukunft, S. 13.
3
2. Der Bruderkrieg zwischen „der Geschichte“ und „den Geschichten“
Der moderne Geschichtsunterricht soll Schüler zu einem eigenen, reifen Geschichtsbewusstsein und darüber hinaus zu einem Fundament an bewusst abrufbarem geschichtlichem Wissen führen.
Bestechend durch seine vorgebliche Wissenschaftlichkeit und seinen scheinbaren Anspruch die Wahrheit zu repräsentieren, grenzt er sich ganz selbstverständlich von den Geschichten des Privatlebens ab. Er verbannt diese sowohl explizit, als auch implizit in das Reich geistiger Willkür und Phantasterei und setzt ihr die regelstrenge Wissenschaft gegenüber. Die postulierte Realität und die Fiktion stehen einander in der Schule also als Kontrahenten gegenüber. Was falsch ist, kann nicht Gegenstand des Unterrichtes sein. Doch die Grenze zwischen der Geschichte und den Geschichten war nicht immer so klar definiert. Der Begriff der „Geschichte“, 4 so wie wir ihn heute kennen, entstand erst mit dem Anbruch der Neuzeit, etwa um 1750. Bis dahin galt Geschichte als lehrbar, allgemein wurde die Ansicht vertreten, Geschichte würde sich wiederholen, man glaubte dem Motto: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Noch die Menschen der Renaissance erkannten den Anspruch von Geschichten als Lehrmeister des Lebens die Wahrheit zu verkünden an, doch im 18. Jahrhundert änderte sich eher schleichend als plötzlich die Wahrnehmung von Geschichten, und es entstand parallel dazu allmählich die Geschichte als Wissenschaft. Die Vertreter dieser jungen Wissenschaft machten nun Unterschiede zwischen Wahrem und Falschem, zwischen Lügen, Legenden, Sagen und Märchen auf der einen und glaubhaften Überlieferungen auf der anderen Seite.
Doch sind diese glaubhaften Überlieferungen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit - so war es eben und nicht anders? Oder handelt es sich hierbei vielmehr um eine Melange aus Fakten und unvermeidbaren Fiktionen, in der ein zum gegenwärtigen Forschungsstand als unumstößlich erachtetes Faktenskelett zum Leben erweckt wird, indem man es unwillkürlich mit Fiktionen der eigenen Lebenswelt füttert?
Der Historiker versucht sich zunächst von der Fiktion bewusst abzugrenzen, indem er nachgewiesenermaßen Falsches als solches identifiziert und aus seiner Rekonstruktion von Geschichte hinauswirft. Das nach dem Selektionsprozess Verbliebene wird aber gleichzeitig fälschlicherweise mit dem Anspruch versehen wahr zu sein. 5
4 Gemeint ist die Geschichte als geisteswissenschaftliche Disziplin.
5 Vgl. Michel de Certeau, Die Geschichte, Wissenschaft und Fiktion, in: Georg Schmid(Hg.),
4
Jede Erzählung kann nur ein Versuch verschiedener möglicher Rekonstruktionen der Vergangenheit sein. Der Historiker verknüpft dazu historische Fakten, die er aus Einzelquellen bezieht, mit semantischen Konnektiven (inhaltlichen Verknüpfungen). Die Einzelquellen stellen jeweils nur einen Punkt bzw. einen Ausschnitt aus dem Ablauf der Zeit dar, bilden also für den Betrachter bzw. Historiker in der Retrospektive kein Kontinuum mehr. Der Historiker muss daher die entstandenen Lücken mit Inhalten auffüllen, um überlieferte Einzelereignisse zu einem sinnvollen Ganzen verbinden zu können. Dieses Ganze entspricht aber keineswegs der einstigen Realität. Vielmehr ist diese Neuerschaffung lediglich ein Versuch der theoretischen Rekonstruktion und Annäherung. Durch seine Vorgehensweise haucht der Historiker den nackten Fakten aber Leben ein und wird dadurch zum Erzähler. Seine Fähigkeit beschränkt sich damit darauf Falsches zu falsifizieren und Lücken mit geeignetem (nicht falsifizierbarem) Ersatzmaterial zu stopfen, sie umfasst aber nicht die Gabe die Wirklichkeit eins zu eins wiederzugeben. Der Stoff, der als Kitt zwischen den festgehaltenen Fragmenten einer vergangenen Zeit fungiert, besteht also durchaus aus Fiktionen. Der Historiker verwendet sie als Methode der Geschichte ihr verloren gegangenes Leben wiederzugeben. Er tut dies oft unbewusst, bisweilen aber auch bewusst. Stets ist er ein Kind seiner Zeit, ist eingebunden in den Kontext seiner persönlichen Realität, seiner Gesellschaft und Zeit. Dadurch verfügt er über eine eingeschränkte Rationalität, die in jedem Falle eine ganz individuelle und subjektive Weltsicht erschaffen, die für ihn spezifisch ist und derer er sich nicht erwehren kann, so sehr er sich auch darum bemühen mag. So verschleiert die Darstellung historischer Abläufe durch die Geschichtswissenschaft ganz unwillkürlich ihr Zustandekommen und stellt, um wieder zum Anfang zurückzukehren, den bisweilen postulierten Wahrheitsanspruch der Geschichte in Frage. Selbst wissenschaftlich rekonstruierte Geschichte wird so im weitesten Sinne zur Fiktion. 6
Die Zeichen der Historie, Wien 1986, S. 30.
6 Zum letzten Abschnitt vgl. Michel de Certeau, Die Geschichte, Wissenschaft und Fiktion, in: Georg Schmid (Hg.), Die Zeichen der Historie, Wien 1986.
5
3. Erich von Däniken - Herkunft und Laufbahn
Erich von Däniken wurde am 14. April 1935 als Sohn eines Textilfabrikanten in Zofingen (Kanton Aargau) in der Schweiz geboren. Er besuchte die Grundschule in Schaffhausen. Später war er Schüler des humanistischen Gymnasiums „Collège Saint-Michel“ in Fribourg im französischsprachigen Teil der Schweiz. Erich von Däniken interessierte sich schon früh für Archäologie, Futurologie, Raumfahrt, Philosophie und andere Wissenschaftsbereiche. 7 Nach der Schule arbeitete er zunächst im Gast- und Hotelgewerbe, um sich später als freier Schriftsteller niederzulassen.
Von Däniken veröffentlichte seit 1968 zahlreiche Bücher, die bisher eine Gesamtauflage von 63 Mio. Exemplaren erreicht haben (Stand Juni 2005). Außerdem waren er und seine Theorien Gegenstand etlicher TV - Reihen. Von Däniken veröffentlichte unter anderem folgende Buchtitel: Erinnerungen an die Zukunft (1968), Zurück zu den Sternen (1969), Aussaat und Kosmos (1972), Der Tag, an dem die Götter kamen (1984), Die Spuren der Außerirdischen (1990), Die Steinzeit war ganz anders (1991), Raumfahrt im Altertum (1993), Auf den Spuren der Allmächtigen (1993), Der jüngste Tag hat längst begonnen - die Messiaserwartung und die Außerirdischen (1995), Zeichen für die Ewigkeit (1997), Die Götter waren Astronauten (2001) und Mysteries (2005). 8
In seinem ersten Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ stellt von Däniken die These auf, die Erde sei in der Vergangenheit mehrfach von außerirdischen Besuchern - prähistorischen Astronauten, wie er sie nennt - aufgesucht worden. Der Besuch dieser Außerirdischen habe zu entscheidenden Weichenstellungen der Menschheitsgeschichte geführt. Von diesen Thesen ausgehend baute der Schweizer seine Theorien in später veröffentlichten Büchern immer weiter aus und verkündete so schließlich einen eigenen Forschungsbereich, die von ihm selbst so bezeichnete Präastronautik.
Im Jahr 1998 gründete Erich von Däniken die „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI, die sich mit der Suche nach Spuren außerirdischer Intelligenz auf der Erde im Besonderen und nach außerirdischem Leben im Allgemeinen befasst. Im Mai des vorletzten Jahres eröffnete er schließlich in Interlaken, in der Schweiz einen so genannten „Mystery Park” mit sieben verschiedenen Themenpavillons. Diese beschäftigen
7 Vgl. www.daeniken.com; www.wikipedia.org.
8 Vgl. ebd..
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Arbeit zitieren:
Alexander Walter, 2005, Die Präastronautik im Kontext von Fakten und Fiktionen, München, GRIN Verlag GmbH
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