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Inhalt:
Einleitung 3
Hauptteil 4
1. Die Theorie der Komik 4
1.1 Das Lachen 4
1.2 Das Komische 5
1.3 Die Komödie 6
2. Komik im Jeu de l’amour et du hasard 8
2.1 Allgemeines 8
2.2 Burleske Komik 9
2.3 Subtile Komik 11
3 Die Wirkung der Komik Marivaux’ 13
Zusammenfassung 15
Zitierte Literatur 17
Primärliteratur 17
Sekundärliteratur 17
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Einleitung
Lachen gehört zum täglichen Leben. Es gibt die verschiedensten Arten des Lachens und dahinter stecken verschiedenste Intentionen. Wir lächeln oder lachen herzhaft, überspielen Peinlichkeiten oder lachen gekünstelt, um anderen zu gefallen. Doch selten machen wir uns Gedanken darüber, dass das Lachen ein essentieller Bestandteil des menschlichen Daseins ist. Und eben nur des menschlichen Daseins, denn von Tieren kennen wir diese Gemütsregung, die übrigens vergleichbar mit dem Weinen ist, nicht in demselben Ausmaß.
Nun gibt es seit Ewigkeiten Menschen, in deren Interesse es liegt, andere Menschen zum Lachen zu bringen. Das war beispielsweise die Hauptaufgabe der Hofnarren, begegnet uns aber in äußerst ähnlicher Weise noch heute: Unsere Freunde erzählen uns den neuesten Witz, Journalisten lassen uns durch ihre Satiren über ernste Themen schmunzeln, und es gibt wohl kaum einen Fernsehabend, an dem nicht Comedy-Shows oder Komödien im Spielfilmformat zur Verfügung stehen. Denn Menschen lachen eben gerne, und deshalb gibt es Menschen, die sich darüber Gedanken machen, warum wir wie lachen und über was.
Das tat seiner Zeit auch Pierre Carlet de Marivaux, indem er in seinen Komödien teilweise auf plumpe, teilweise auf sehr subtile Weise das Lachen seines Publikums provozierte. Dies wiederum brachte und bringt noch immer zeitgenössische Wissenschaftler dazu, sich darüber Gedanken zu machen, warum etwas komisch auf den Menschen wirkt.
Im Hauptteil dieser Abhandlung werde ich zunächst einige Theorien des Komischen und der Komik vorstellen, um sodann auf die Marivaux’sche Praxis hinsichtlich dieses Themas einzugehen. Dabei nehme ich Bezug auf Le Jeu de l’Amour et du Hasard. Im letzten Kapitel werde ich die Ambivalenz der komischen Wirkung der Marivaux-Komödien herausarbeiten und versuchen, die Frage zu klären, warum wir bei ihnen nicht in schallendes Gelächter ausbrechen.
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Hauptteil
1. Die Theorie der Komik
1.1 Das Lachen
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, machen sich die meisten Menschen wenig Gedanken um solch alltägliche Dinge wie beispielsweise das Lachen. Doch sich einmal näher damit zu beschäftigen, scheint gerade im Zusammenhang mit dem Thema der Komödie und der Komik interessant. Aus diesem Grund hat sich auch H. Plessner1 eingehender damit befasst. Nach ihm entspricht das Lachen - genau wie das Weinen - einer Antwortreaktion des menschlichen Körpers auf eine Situation, mit der er nicht rein ver-standesmäßig umzugehen weiß (Warning, R.: Komik/Komödie, Fischer Lexikon Literatur, hg. von U. Ricklefs, Bd. 2 (Frankfurt a. M., 2002): 899). Das zentrale Konzept in seiner Theorie ist die exzentrische Positionalität des Menschen (Warning 2002: 898): Während das Tier ein zentrisches Lebewesen ist, kann sich der Mensch seine physische Position in einer gegebenen Situation bewusst machen, sich sozusagen mit gewissem Abstand selbst betrachten und „den Körper in seiner Instrumentalität erfahren - so im Lachen“ (Warning 2002: 898). Das Lachen ist keine rein emotionale Handlung, da diese auch bei Tieren zu beobachten sind. Vielmehr entspricht es dem Kollaps der „leib-seelischen Einheit“ (Warning 2002: 899). Und obwohl es unbeherrscht, also eher animalisch aus dem Körper hervorbricht, bestätigt es doch die Humanität, da menschliche Wesen dadurch eine scheinbar nicht zu bewältigende Situation bewältigen können (Warning 2002: 899).
Plessner beschäftigt sich auch damit, wie eine solche Grenzsituation zustande kommt, doch soll das erst im nächsten Kapitel erörtert werden.
Zunächst möchte ich noch näher auf das Lachen und seine historisch gesehen nicht konstant gute Reputation eingehen. Gerade dadurch, dass die Menschen das Lachen als unbeherrschte und emotionale Reaktion an sich selbst erfahren haben, wurde vor allem exzessives Gelächter lange Zeit verachtet.
1 Plessner, H.: „Die Stufen des Organischen und der Mensch“ (1928). In: Gesammelte Schriften, hg. von G. Dux u. a. Frankfurt/M. 1980 ff., Bd. IV
Plessner, H.: „Lachen und Weinen. Eine Untersuchung nach den Grenzen menschlichen Verhaltens“ (1941). In: Gesammelte Schriften, Bd. VII
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Es war der menschlichen Vernunft zu sehr entgegenstehend und es wurde eher der Lasterhaftigkeit zugerechnet (Warning 2002: 901). Das wiederum brachte viele Philosophen des 19. Jahrhunderts dazu, Unterscheidungen zu treffen zwischen einem aggressiven Verlachen von Personen oder Sachverhalten und einem „einvernehmliche(n), wohlwollende(n) Belachen“ (Warning 2002: 902).
Doch kommen wir nun zu der Frage, was Menschen überhaupt zum lachen bringt und warum.
1.2 Das Komische
Nach Plessner, auf den Warning (2002: 898) in diesem Zusammenhang Bezug nimmt, ist ein Objekt komisch, wenn es in sich eine gewisse Gegensinnigkeit vereint. Je größer diese Gegensinnigkeit ist, desto komischer wirkt das Objekt. Ich habe, um das zu verdeutlichen, nach einem Beispiel gesucht, und ich denke, diese Theorie lässt sich durch den Versprecher exemplifizieren: Wenn jemand etwas Bestimmtes aussagen will, es aber in ungewollte und unbeabsichtigte Worte fasst, wirkt das auf andere Personen umso lustiger, je weniger das Gesagte der eigentlich intendierten Aussage entspricht. Das setzt natürlich voraus, dass die Zuhörer die eigentlich intendierte Aussage ungefähr rekonstruieren können.
Dieses Konzept ist laut Warning (2002: 899) nicht erst bei Plessner konkretisiert worden. Vielmehr gab es bei mehreren Autoren oder Philosophen die These, dass Widersprüchliches, vereint in einem Objekt, Lachen bewirkt. Nach K.-H. Stierle („Komik der Handlung, Komik der Sprachhandlung, Komik der Komödie“, Das Komische, hg. von W. Preisendanz und R. Warning (München 1976) 238) gibt es drei Bedingungen für eine komische Handlung: Die erste Prämisse ist die Fremdbestimmtheit des handelnden Subjekts, welche die eigentlich intendierte Handlung scheitern lässt. Für diese Fremdbestimmtheit gibt es im Wesentlichen zwei Quellen: Das Metasubjekt und das Objekt. Der Fremdbestimmtheit durch das Metasubjekt entsprechen etwaige Fixiertheiten, die natürliche oder kulturelle Konstitution oder Ungeschicklichkeit beziehungsweise Unfähigkeit des handelnden Subjekts, aufgrund derer die intendierte Handlung scheitert. Dieses Scheitern kann jedoch auch zu Lasten eines anderen Akteurs gehen, der eigentlich und ursprünglich das Objekt der intendierten Handlung sein sollte. Das ist vor allem dann komisch, wenn das ursprüngliche Subjekt
Arbeit zitieren:
Silke Stadler, 2006, Die Komik Marivaux', München, GRIN Verlag GmbH
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