Inhaltsangabe
1. Einleitung Seite 2
2. Schwarzer Humor: Eine Definition Seite 3
3. Monty Python Der Sinn des Lebens Seite 5
3.1 Inhalt Seite 5
3.2 Dramaturgischer Aufbau Seite 7
3.3 Grenzen und oder Grenzüberschreitungen: Motiv Grausamkeiten Seite 9
4. The Kentucky Fried Movie Seite 11
4.1 Inhalt Seite 11
4.2 Dramaturgischer Aufbau Seite 12
4.3 Grenzen und oder Grenzüberschreitungen: Motiv Tod Seite 13
5. MASH Seite 15
5.1 Inhalt Seite 15
5.2 Dramaturgischer Aufbau Seite 16
5.3 Grenzen und oder Grenzüberschreitungen: Motive Religion und
Hierarchien Seite 17
6. Schlussbetrachtung Seite 20
7. Literaturverzeichnis Seite 22
8. Filmographie Seite 23
1. Einleitung
„Wenn die Trauer und die Angst, die der Tod mit sich
Der Tod hat sowohl in den Darstellungen der Kunst als auch in den Einstellungen der Menschen, deren Grundeinstellungen zuvor über zwei Jahrtausende unverändert geblieben waren, seit dem 19. Jahrhundert einen entscheidenden Wandel vollzogen. Der Tod war ein vertrauter Begleiter, ein Bestandteil des Lebens, der akzeptiert wurde. Philippe Ariès beschreibt in seinem Buch „Geschichte des Todes“, dass der Tod für den heutigen Menschen angsteinflößend, unfassbar und in der heutigen Gesellschaft nicht eingeplant ist. Heute stirbt der Mensch nicht mehr im Kreise seiner Familie und Freunde, sondern einsam und zurückgezogen in den sterilen Kliniken umgeben von medizinischer Technik.
Aus dieser Angst vor dem Tod zieht der schwarze Humor seine Kraft. „Es ist gerade das Wesen des schwarzen Humors, dass mit dem Entsetzen Scherz getrieben wird, das Leichen hier behandelt werden wie Holzbündel und Lebende wie Leichen. [...] Wenn ein Mensch an die Grenze kommt, wo er etwas nicht mehr ertragen kann, lacht er. Das Grauenerregende schlägt in Komik um [...]. Witzig wirkt die Verletzung der Tabus, die über Tod und Sterben liegen.“ 2 Schwarzer Humor dient somit als Ventil für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich tabuisierten Themen.
Ziel dieser Hausarbeit ist exemplarisch anhand dreier Filmbeispiele zentrale Motive des Schwarzen Humors darzustellen und zu beschreiben, wie sich der dramaturgische Aufbau der nachfolgenden Szenen gestaltet. Zudem soll aufgezeigt werden, welche Grenzen oder Tabus berührt und gegebenenfalls überschritten werden.
1 Turacek, Christoph: Der Tod tanzt mit... http://totentanz-online.de/kuenstler/turecek-text.htm
(02.04.2006)
2 Helmer, Sabine [1989]: Tabu und Faszination – Über die Ambivalenz der Einstellung zu Toten.
Berlin, Hamburg. S. 177
Seite 2
2. Schwarzer Humor: Eine Definition
Der in Deutschland bekannte Ausspruch „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ 3 umfasst die wesentlichen Merkmale des Phänomens, dass der Lachende eine gewisse Überlegenheit gegenüber dem Paradoxen hat, da er Bereitschaft zur Heiterkeit zeigt, selbst wenn es nichts zu lachen gibt. Dieses Phänomen tritt speziell beim Schwarzen Humor, der sich aus einer extrem sarkastischen Sehweise entwickelt hat, auf. Der Schwarze Humor ist durch einen starken Kontrast zwischen inhaltlichen Vorstellung aus den Bereichen Tod, Krankheit, Verbrechen oder anderen Grausamkeiten auf der einen und der Anwendung von Mitteln der Komik auf der anderen Seite gekennzeichnet. Er enthält makabre Elemente, die in derart skurrilen und grotesken Zusammenhängen auftauchen, dass er gegen die Normen der Moral, des guten Geschmacks und Tabus in hohem Maße verstößt, so dass das in seinem Zusammenhang ausgelöste Lachen nicht selten von einem gewissen Unbehagen begleitet wird. Der Schwarze Humor spielt dabei mit den menschlichen Emotionen wie Angst, Schrecken sowie Ekel und wird oftmals als abwegig und hinterhältig empfunden.
"Diese Art von Humor, der Kritik und Immoralität immer implizit sind, bezieht ihr Ethos dagegen aus dem Verlangen, die im Dunkeln liegenden Phänomene an das Licht zu zerren bzw. die dunkle Seite der im Lichte stehenden und oftmals blendenden sichtbar zu machen. Über den Umweg negativer ('negativ' im Sinne von 'verkehrt' verstanden) Sichtweise und Definition wird versucht, das Ziel des Wesentlichen zu erreichen. Die bekannten Pfade erscheinen in der Regel zwar begehbar, sind jedoch nur auf Bequemlichkeit ausgelegt und führen zur schönen Aussicht. Schwarzer Humor bedeutet da den Weg zur Alternative: Man muss zuerst durch Dickicht und sich den Weg bahnen, um selbstständig das verborgene Unbekannte zu entdecken und darauf hinzuweisen." 4 Schwarzer Humor kommt vornehmlich in Verbindung mit herber Kritik zur Anwendung, um nach der anfänglichen Entrüstung des Rezipienten einen Bewusstseinswandel zu bewirken. Ähnlich der Groteske steht dabei nicht zuerst 3 Der Ausspruch geht auf Otto Julius Bierbaums Reisebericht „Die Yankeedoodlefahrt“ zurück
4 Hellenthal, Michael (1989): Schwarzer Humor: Theorie und Definition. Essen. S. 41-42
Seite 3
das Lachen im Vordergrund, sondern der Eindruck des Unheimlichen und der Bedrohung des bekannten Weltbildes. Auch erreicht der Schwarz Humor in seiner Wirkung auch ein Gefühl des Grauens. Durch den Schwarzen Humor werden gesellschaftliche Tabus oder Grenzen angesprochen und oft auch überschritten, um die aktuellen Themen aus der Sprachlosigkeit herauszuführen und diskussionsfähig zu machen.
"Das wichtigste Merkmal schwarzen Humors ist die Fähigkeit, [...] eine von der Normalität abseits liegende Perspektive anzunehmen und zu behaupten [...] adoptiert jemand diese Sichtweise hinsichtlich des Lebens bzw. der Welt überhaupt, so wird er letztlich fast immer das Bild einer 'abseitigen Welt' vor Augen führen. Als Gegensatz zum positiven Weltbild der Mehrheit mit Glauben an das Positive und Gute schlechthin besitzt er, wie bei der Photographie, das Negativ, welches das eigentliche Original darstellt und von dem die farbigen Bilder nur die Abzüge sind." 5 Schwarzer Humor ist in der Darstellung dieser abseitigen Normalität ähnlich der Ironie, die in der Bedeutung einer Aussage teilweise oder ganz, bis hin zum genauen Gegenteil von dem abweicht, was sie eigentlich beinhaltet. Dabei werden ernste oder makabre Themen wie Tod, Krankheit und Verbrechen in satirischer oder bewusst verharmlosender Weise dargestellt, um eine andere Herangehensweise an aktuell stark beachtete Themen zu ermöglichen, die sich von der gesellschaftlich akzeptierten Sichtweise meist ziemlich unterscheiden. Schwarzer Humor bedient sich dafür häufig paradoxer Stilfiguren (siehe Dramaturgie in den folgenden Filmbeispielen).
Schwarzer Humor ist oft auch Gegenstand von Kontroversen, die sich mit der Frage beschäftigen, ob man sich über bestimmte Sachverhalte oder Themen lustig machen darf und wo dabei die Grenzen des guten Geschmacks liegen. Dies gilt besonders für religiöse oder sexuelle Themen, aber auch für die Darstellung des Todes.
5 Hellenthal, Michael (1989): Schwarzer Humor: Theorie und Definition. Essen. S. 42-43
Seite 4
3. „Monty Python – Der Sinn des Lebens“
Die britische Komikertruppe Monty Python sind die bekanntesten Vertreter des britischen Humors. Oft wird der Schwarze Humor, oder black humour, mit dem britischen Humor gleichgesetzt, dessen wesentliche Merkmale seine Bissigkeit und seine Trockenheit sind, die man natürlich auch im Schwarzen Humor findet. Der britische Humor kennt dabei ebenso wenige Grenzen und Tabus und schreckt auch nicht vor tatsächlichen Katastrophen oder dem Tod zurück. Allerdings unterteilt sich der britische Humor in mehrere Variationen, von dem der Schwarze Humor nur eine ist und somit nicht synonym mit dem britischen Humor gesetzt werden sollte.
Viele Filme und Sketche der Komikertruppe Monty Python zeichnen sich trotz der Zuordnung zum britischen Humor durch ihren Schwarzen Humor aus.
3.1 Inhalt
Die Filmsatire „Der Sinn des Lebens“ der britischen Komikertruppe Monty Python beschreibt in episodisch miteinander verbundenen Kapiteln die Absurdität der menschlichen Existenz. Schwerpunkte bilden dabei die Themen Geburt, Religion, sexuelle Aufklärung, Krieg, Essen, Tod und Organspende. Dabei beschäftigt sich der Film hauptsächlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens, beziehungsweise mit dem Scheitern sämtlicher Versuche eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage zu finden.
Auf das Kapitel 5 mit dem Titel „Lebende Organverpflanzung“ wird nachfolgend aufgrund seines Schwarzen Humors näher eingegangen.
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Stefan Karlegger, 2004, Ästhetik des Schreckens in Theater und Film: Schwarzer Humor - Gewalt und Komik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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