Inhalt Seite
Einleitung 3
1.Begriffe und ihre Bedeutung sowie Daten und Fakten 4
1.1.Begriffsdefinitionen zu Suizid, Selbsttötung, Selbstmord und Freitod 4
1.2.Daten und Fakten 5
2.Verschiedene Ansichten zum Suizid 6
2.1.Im Allgemeinen 6
2.2.Das Christentum im Speziellen 6
3.Gründe für Suizid und Suizidversuch 8
4.Selbsttötung aus ethischer und philosophischer Sicht 10
4.1.Allgemeinethische Sicht 10
4.2.Die unentschiedene Freiheitsproblematik 10
4.3.Selbsttötung im Kontext des Glaubens 11
Schluss 13
Bibliographie 14
Einleitung
„Was eigentlich ist Suizid? Die Beendigung des Lebens durch das Individuum selbst? Eine menschliche Tragödie? Eine Sünde? Ein Akt der letzten Freiheit? Eine gegen die Gesellschaft gerichtete Handlung? Eine philosophisch-existenzielle Grundfrage?“ 1 - so beginnt der Schweizer Frank Petermann seinen Artikel über die Problematik des Suizids und vor allem einer unzureichenden Suizidprävention.
In Anbetracht der Tatsache, dass sich tagtäglich Menschen das Leben nehmen, etliche bekannte und berühmte Personen aus allen gesellschaftlichen Schichten den Suizid wählten, um über das Ende ihres Lebens selbst entscheiden zu können und auch Suizidhandlungen in Film und Literatur omnipräsent sind - man denke hier nur einmal an Johann Wolfgang Goethes Die Leiden des jungen Werther - scheint es geradezu paradox, dass trotz dieser Häufigkeit keine intensive gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber stattfindet.
Die Meinungen über die Ursache des Suizids gehen weit auseinander: Einige sehen im Suizid und der Suizidhandlung einzig und allein eine Krankheit, andere die selbstbestimmte freiheitlich verantwortete Willensentscheidung, das eigene Leben zu beenden. Suizid, so Frank Petermann, ist ein Lösungsansatz unter vielen, ein logischer und universeller, meist jedoch nicht der beste und aufgrund seiner Irreversibilität ein tragischer. Im Tierreich unbekannt, darf er als etwas Humanes, dem mit Bewusstsein ausgestatteten Menschen Vorbehaltenes bezeichnet werden.
Neben einer statistischen Aufarbeitung und einer Darlegung von Gründen für eine Suizidhandlung soll in der vorliegenden Arbeit der Versuch unternommen werden, den Suizid im Hinblick auf Ethik und Moral, im Grunde auf die eingangs genannten Fragen hin, näher zu betrachten.
Petermann, Frank: Selbstbestimmungsrecht als Ausgangspunkt. 2004 1
3 Tamara Göbes SS 2005
1. Begriffe und ihre Bedeutung sowie Daten und Fakten
1.1. Begriffsdefinitionen zu Suizid, Selbsttötung, Selbstmord und Freitod
Der Begriff Suizid geht auf das lateinische sui caedere zurück und heißt soviel wie sich selbst töten. Er beschreibt den Akt der Selbsttötung ohne über ihn zu urteilen. 2 Der Suizid wird als ein durchgeführter Akt mit dem Ziel der Beendigung des Lebens mit dem vollen Wissen um die Folgen der Handlungen definiert 3 , wohingegen der Suizidversuch in seinem nicht tödlichen Ausgang vom Suizid abzugrenzen ist.
Darüber hinaus sind in der deutschen Sprache auch die Begriffe Selbstmord, Freitod wie auch Selbsttötung gebräuchlich, welche jedoch einer unterschiedlichen Konnotation unterliegen: 4
Der Begriff Selbsttötung lässt vermuten, dass es jedesmal das Motiv ist, sich wirklich zu töten. Doch gibt es auch die suizidale Handlung als Appell oder als Erpressung.
Der Begriff Selbstmord impliziert, dass eine Person, die einen Suizidversuch unternimmt, sich eines Verbrechens schuldig macht, so wie es bei einem Mord der Fall ist. 5 Da zum einen nach deutschem Recht der Suizid straffrei ist, da die Straftaten gegen das Leben immer gegen einen Anderen gerichtet sein müssen um bestraft zu werden und zum anderen Mörder beispielsweise aus Mordlust oder Habgier töten, was in Bezug auf das eigene Leben kaum möglich ist, wird im Folgenden auf diesen Begriff verzichtet.
Der Begriff Freitod wertet dagegen die Selbsttötung im positiven Sinne: Es entsteht der Eindruck, dass der Suizid frei bei klarem Bewusstsein und nach reiflicher Überlegung gesucht wird, was nur selten der Fall ist. Beachte man doch, dass krankhafte Handlungen und psychische Erkrankungen auch ein Auslöser einer Selbsttötung sein können und daher mit einer freien Willensentscheidung nichts gemein haben.
Wenn nicht anders gefordert, wird im Folgenden von Suizid bzw. Suizidversuch gesprochen, da die anderen oben angeführten Begriffe nicht ausreichend neutral scheinen.
2 Hirzel-Wille, Martina: Suizidalität im Alter. 2002, S.17.
3 Wächtler, Claus: Suizid und Suizidalität im mittleren Lebensalter. 2003, S.449.
4 Hagedorn, Hans-Bernd; Otten: Thomas: Suizid. 2005, S.291f.
5 Vgl. Bobach, Reinhard: Der Selbstmord als Gegenstand historischer Forschung. 2004.
4 Tamara Göbes SS 2005
1.2. Daten und Fakten
Mehr als 1000 Personen nehmen sich nach Schätzungen der Weltgesundheits-organisation (WHO) täglich das Leben. Der Suizid gehört in den meisten europäischen und nordamerikanischen Staaten zu den fünf bis zehn häufigsten Todesursachen der Gesamtpopulation. Vergleicht man die Suizidraten in Europa, so fällt auf, dass Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld liegt: Mehr als 11.000 Menschen nehmen sich hierzulande pro Jahr das Leben. Das übersteigt die Zahl der Todesopfer durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, Drogen und Aids zusammen. 6 Die Dunkelziffer ist deutlich größer: sie kann um mindestens 25% höher angenommen werden.
Auffällig ist, dass die Suizidrate, d.h. der Anteil der Suizide auf 100.000 Einwohnern, bei Männern 20,3 und bei Frauen 7,0 beträgt. 7 Die Geschlechterverteilung zeigt über die Jahre 1994 - 1997 hinweg bei Männern zu Frauen ein etwa stabil bleibendes Verhältnis von 2,5 : 1 8 , wobei Suizidversuche drei Mal häufiger von Frauen als von Männern durchgeführt werden. 9
Die meisten Suizidtoten finden sich unter älteren und ältesten Menschen.
Bei den Suizidmethoden überwiegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen das Erhängen, Erdrosseln, Ersticken, gefolgt von Vergiftungen sowie Feuerwaffen bei Männern und Sturz aus Höhe bei Frauen.
Im Gegensatz zu Deutschland wird beispielsweise in Finnland oder Schweden die Suizidprävention als Aufgabe der Gesundheitspolitik begriffen.
6 Vgl. Fiedler, Georg: Suizide, Suizidversuche und Suizidalität in Deutschland. Daten und Fakten 2003. Version 5.0, April 2005
7 Vgl. Ebd.
8 Wolfersdorf, Manfred; Maurer, Christian: Suizide und Suizidraten in der Bundesrepublik Deutschland sowie in Bayern und Oberfranken von 1994 - 1997. 2000. S. 127f.
9 Vgl. Fiedler, Georg: Suizide, Suizidversuche und Suizidalität in Deutschland. Daten und Fakten 2003. Version 5.0, April 2005
5 Tamara Göbes SS 2005
Arbeit zitieren:
Tamara Göbes, 2007, Suizid. Eine Sünde? Ein Akt der letzten Freiheit?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die existentialistische Begründung der Freiheit in Jean-Paul Sartres W...
Existentialismus und Freiheit
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Seminararbeit, 26 Seiten
„Freitod“ als legitimer Akt individueller Selbstbestimmung? Oder: Ges...
Für und Wider das Recht, den Z...
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Essay, 25 Seiten
Kreative Werbung in der Gastronomie
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 23 Seiten
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 23 Seiten
Fidel Castro während der Kuba-Krise 1962 - Der Máximo Líder in der Rol...
Hausarbeit (Hauptseminar), 40 Seiten
Möglichkeiten von E-Business in der Investitionsgüterindustrie
Hausarbeit, 27 Seiten
Berührungspunkte zwischen Robert Nozicks Wert- und Sinnbegriff und Plo...
Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Peter Singer - Weshalb ist Töten verwerflich ?
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Das Absolute - Die höchste Idee bei Platon und Plotin
Philosophie - Philosophie der Antike
Seminararbeit, 42 Seiten
Change Management - Am Beispiel eines hochspezialisierten Druckunterne...
Seminararbeit, 28 Seiten
Internationaler Tag der Menschenrechte - Umsetzung im Unterricht
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Hausarbeit, 18 Seiten
Von der Schule für Lernbehinderte zur Schule mit dem Förderschwerpunkt...
Etikettenwechsel oder Paradigm...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 103 Seiten
Chancen und Grenzen strategischer Zusammenarbeit
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 57 Seiten
Lawrence Kohlbergs Stufentheorie des moralischen Verhaltens
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Analyse von Kundenbindungsprogrammen der Hotellerie
Hotelfach / Gaststättengewerbe
Projektarbeit, 95 Seiten
Die Klugheit in Aristoteles' Nikomachischer Ethik
Philosophie - Philosophie der Antike
Hausarbeit, 12 Seiten
Aufgaben des Change Managements im Prozess des Unternehmungswandels
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Tamara Göbes hat den Text Suizid. Eine Sünde? Ein Akt der letzten Freiheit? veröffentlicht
Tamara Göbes hat einen neuen Text hochgeladen
Suizid - Krankheitssymptom oder Signatur der Freiheit?
Eine medizin-ethische Untersuc...
Dagmar Fenner
German Dictionary of Philosophical Terms Worterbuch Philosophischer Fa...
Routledge, Philip Herdina, Elmar Waibl
German Dictionary of Philosophical Terms Worterbuch Philosophischer Fa...
Routledge, Herdina Philip, Elmar Waibl
Grazer Philosophische Studien: Internationale Zeitschrift Fur Analytis...
Marian David, Maria E. Reicher, Johannes L. Brandl
Grazer Philosophische Studien, Vol. 80 - 2010.
Johannes L. Brandl, Marian David, Maria E. Reicher
Sinnliches von Sokrates bis Sl...
Stefanie Voigt, Markus Köhlerschmidt
Ethische Aspekte der Forschung und Verwendung menschlicher Stammzellen
Der Text von der Stellungnahme
. Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien, Europäische Kommission
0 Kommentare