Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................. 2
1.) Einleitung 4
1.1.) Bedeutung und Geschichte der Mediation 5
2.) Konflikte und Gewalt in Schulen. 7
2.1.) Definition der Konflikte, Typologien. 7
2.2.) Definition von Gewalt 8
2.3.) Konflikte und Gewalt im Schulalltag. 8
2.4.) Der Umgang mit Konflikten und Gewalt in Schulen. 9
2.5.) Chancen und Grenzen von Konflikten und Gewalt im Schulalltag 10
2.6.) Konflikte ohne Gewalt 11
2.7.) Konflikte und Konfliktaustragung im Schulalltag 12
3.) Mediation in der Schule 15
3.1.) Definition der Mediation 15
3.2.) Die Idee der Mediation im Schulalltag. 15
3.3.) Besondere Merkmale der Mediation in Schulen 16
3.4.) Wie die Schule mit Konflikten und Gewalt umgeht 17
3.5.) Mediation als Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung. 17
3.6.) Die Anwendungsbereiche der Mediation. 19
3.7.) Ziele einer Mediation in der Schule 20
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4.) Die Schule als Organisation und Lebenswelt 22
4.1.) Mediation und Schulprogramm. 22
4.2.) Chancen und Grenzen der Mediation in der Schule. 22
4.3.) Ziele der Schulmediation. 23
4.4.) Schulexterne und interne Mediation. 23
4.5.) Ablauf einer Mediation in der Schule 23
4.6.) Die Rolle, Aufgaben und Haltung der Mediatoren/Streitschlichter in der
Schule. 24
4.7.) Peer - Mediation. 25
5.) Möglichkeiten zur Mediation in der Schule/Schulprogrammarbeit 27
5.1.) Verbesserung des Schulklimas 27
5.2.) Fallbeispiel. 27
5.3.) Mediationsprojekte 29
5.4.) Trainingsprogramme 29
6.) Resümee 31
7.) Quellenverzeichnis. 32
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1.) Einleitung
Das Thema dieser Arbeit lautet „Mediation in Schulen - oder: Das Streit - Schlichter -Programm“. Ich habe dieses Thema gewählt, da ich mich dafür sehr interessiere, denn ich persönlich finde, dass die Einführung des Streit - Schlichter - Programms in den Schulen eine ganz tolle Sache ist. Dadurch lernen die Schüler engagierter, einfühlsamer, reflektierender und kritikfähiger zu sein und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Mediation, aus dem amerikanischen „mediation = Vermittlung“, ist ein Verfahren der Streit - Vermittlung, welches in vielen Schulen Kanadas, Australien, den USA und nun auch in Deutschland und Europa zur friedlichen Beilegung von Schüler -Schüler - Konflikten u.a. eingesetzt wird. Als Alternative zu Schulstrafen können die Schüler bei Auseinandersetzungen im Schulhof, Klassenzimmer etc. in den Schlichtungsraum gehen und dort mit Hilfe eines ausgebildeten Schüler - Mediators über die Hintergründe des Streites reden und eine versöhnliche Einigung erzielen. Lehrer werden dadurch im Unterricht entlastet und Schüler - Beziehungen verbessern sich, da einmal geschlichtete Konflikte nicht so schnell wiederaufflammen. 1 In dieser Arbeit möchte ich als Erstes zur Einstimmung die Bedeutung und Geschichte der Mediation nahe bringen. Anschließend beschäftige ich mich mit Konflikten und Gewalt in Schulen bzw. im Schulalltag, dem Umgang und Lösungen, die sich daraus resultierende Mediation in der Schule mit ihren besonderen Merkmalen und als Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung sowie die Ziele. Im Anschluss erläutere ich die Schule als Organisation und Lebenswelt mit ihren Chancen und Grenzen der Mediation in der Schule, befasse mich mit der schulexternen und internen Mediation, dem Ablauf sowie mit der Rolle, der Haltung und die Aufgaben des Mediators und der Peer - Mediation. Als letzten Gliederungspunkt nenne ich Möglichkeiten zur Mediation in der Schule/Schulprogrammarbeit, als Beispiel die Mediationsprojekte und Trainingsprogramme.
Nach der Befassung mit den Themen dieser Arbeit erfolgt das abschließende Resümee.
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1.1.) Bedeutung und Geschichte der Mediation
Schulmediation ist in Deutschland ein neues Konfliktlösungs - Verfahren, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Die Ursprünge liegen im „Collective Bargaining“ (gemeinsames Verhandeln/Übereinkommen). Die Verhandlungsarbeit der Quäker (Religiöse Gesellschaft der Freunde), die an verschiedenen politischen Verhandlungen der USA mit dem Nahen Osten erfolgreich waren, hatten großen Einfluss auf die Anerkennung des Mediationsverfahrens. Noch in den 60er Jahren begann die Mediation sich als außergerichtliche Einigung, besonders in der Trennung/Scheidung zu verbreiten. Ab Anfang der 70er Jahre wurden in den USA Trainingsprogramme für Schüler und Lehrer entwickelt. Die Quäker führten 1972 an öffentlichen Grund- und Hauptschulen in New York ein Programm, genannt „Children`s Creative Response to Conflict“ (CCRC) ein, das „Abhängigkeit von Konkurrenz und Gewalt auf der psychischen, verbalen und physischen Ebene zu reduzieren“ versuchte. 2 Fortbildungsveranstaltungen informierten Lehrer über den Nutzen und Aufbau des Programms. Die Klassen der interessierten Lehrer wurden eine Zeit lang beobachtet, um somit das Programm am effektivsten zu implementieren. Das „CCRC Programm“ bestand aus einstündigen, wöchentlichen Workshops im Klassenzimmer, die mit Absprache des Lehrers von zwei bis drei Trainern geleitet wurden. Die Workshops basierten auf Spielen und Übungen zu den Themen Kommunikation,
Bestätigung/Stärkung des Selbstwertgefühls und Konfliktlösung. Durch den Aufbau des Selbstbewusstseins und des Gemeinschaftsgefühls wurden die Schüler zur Anwendung von konstruktiven Konfliktlösungsstrategien befähigt. Denn erst wenn Kinder (und Erwachsene) ein positives Selbstbild entwickelt haben, werden sie es wagen, in einer Konfliktsituation auch die Argumente und Bedürfnisse anderer ernst zu nehmen und sich damit für konstruktive Lösungen zu öffnen. Weiterentwickelt wurden die Ideen des New Yorker Quäkerprojekts von der „Kingston Friends Workshop Group“ in der Nähe von London. In deren Seminaren wurden zum Einstieg Kennenlernspiele veranstaltet, um konstruktive Gruppenarbeit zu gewährleisten.
Danach folgte ein theoretischer Teil, in dem das „Eisberg - Prinzip“ der Problemlösung erläutert wurde. Die zwischenmenschliche Problemlösung wurde als die Spitze des Eisberges gesehen, unter der die notwendigen Fähigkeiten der Kommunikation, Kooperation und Bestätigung des Selbstwertgefühls liegen.
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Genau diese Fähigkeiten versuchte die „Kingston Friends Workshop Group“ durch Spiele, Übungen, Rollenspiele und Diskussionen den Teilnehmern anzutrainieren. Ähnliche Bemühungen, Schüler konfliktfähiger zu machen, haben sich auch Anfang der 80er Jahre in San Francisco aufgezeigt. Das „Conflict Management Program“, 1982 in San Franciscos öffentlichen Schulen als Testprojekt eingeführt, zählt als Vorreiter der schulischen Peer - Mediations - Programme. Zwei Jahre später, 1984, erhielt das Projekt eine spezielle Auszeichnung vom kalifornischen Minister für Bildung und Lehre, „Superintendent of Public Instruction“, und von der „California State Legislature“ für eine vorbildliche, schulische Lehrplankonzeption und beispielhafte, schülerorientierte Konfliktbehandlung. Seitdem gilt das „Conflict Management Program“ als Modell für viele ähnliche Projekte in USA und Kanada. Jetzt, wo Peer - Mediation auch in Deutschland bekannt geworden ist, haben die verschiedenen Programme in den USA und Kanada schon große Erfolge erzielt.3
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2.) Konflikte und Gewalt in Schulen
2.1.) Definition der Konflikte, Typologien
Die Definition nach Friedrich Glasl: „Ein sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren, wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/ Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor erfolgt.“ 4
Beim Versuch einer Typologienbildung werden Konflikte oftmals nach den Gesichtspunkten „Streitgegenstand“, „Erscheinungsform der Auseinandersetzung“ und „Merkmale der Konfliktparteien, ihre Positionen und wechselseitigen Beziehungen“ eingeteilt. Zunächst erscheint es jedoch wichtig, zwischen intrapersonellen und interpersonellen Konflikten zu unterscheiden. Während intrapersonelle Konflikte sich im Inneren des Individuums abspielen (z.B. Entscheidungskonflikte), bestehen interpersonelle Konflikte zwischen verschiedenen Personen und Gruppen.
Dabei kann es sich um Normkonflikte oder Interessenkonflikte handeln. Normkonflikte können auf unklaren oder fehlenden, auf besonders zahlreichen und/oder restriktiven oder auf widersprüchlichen Normen beruhen. Interessenkonflikte entstehen bei unterschiedlichen Zielvorstellungen oder konkurrierenden Vorteils-bzw. Gewinnererwartungen.
Für eine effektive Konfliktbearbeitung ist es daher sinnvoll zu analysieren, in welchem Stadium sich ein Konflikt befindet. Oftmals wird von „latenten“ und „manifesten“ Konflikten gesprochen, je nachdem, ob die gegensätzlichen Ansichten zu feindseligen Handlungen führen oder nicht. Als „heiße Konflikte“ werden die Situationen beschrieben, in denen die Konfliktparteien mit großem Engagement offen die Auseinandersetzung betreiben, während sie bei „kalten Konflikten“ eher im Verborgenen agieren und nach außen Desinteresse oder konstruktive Verhaltensweisen demonstrieren. 5
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Arbeit zitieren:
Xenia Schwitzer, 2005, Mediation in Schulen – oder: Das Streit-Schlichter-Programm, München, GRIN Verlag GmbH
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