Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Katholisch - Theologische Fakultät
Institut für philosophische Grundfragen der Theologie
Unterseminar zum Theodizeeproblem: „Hat Gott Alternativen?“
WS 2005/06
Was heißt Handeln Gottes?
Christian Wode
Kath. Theologie Diplom (1.Semester)
Inhaltsverzeichnis
1. Was heißt Handeln Gottes? – Erste Gedanken und Fragen ...3
2. Modelle des Handelns Gottes in der Welt ...3
2.1 Das maximalistische Modell ...3
2.2 Das minimalistische Modell ...4
2.3 Das Modell der Zweitursachen ...4
2.4 Das interventionistische Modell ...6
2.5 Das prozesstheologische Modell ...7
3. Die „divine action debate“ ...7
3.1 Interventionist gegen Non-Interventionist ...8
3.1.1 Keith Ward – Der Interventionist ...8
3.1.2 Maurice Wiles – Der Non-Interventionist ...9
4. Literaturverzeichnis ...10
1. Was heißt Handeln Gottes? – Erste Gedanken und Fragen
Bei der Thedozieeproblematik stellen sich automatisch viele Fragen. Eine nicht ganz unwesentliche ist dabei die Frage nach dem Handeln Gottes in der Welt. Macht Gott überhaupt etwas? Oder überlässt uns unserem Schicksal? Greift er in den Verlauf der Welt ein? Hilft er uns, wenn ihn wir ihn darum bitten? Kann er das alles überhaupt? Und wenn ja – macht er es manchmal einfach nicht, oder will er es nicht?
Auf den ersten Blick simple Fragen, die sich bei näherem Betrachten als „gar nicht mal so einfach“ herausstellen.
2. Modelle des Handelns Gottes in der Welt
Der Aufsatz „Modelle Des Handelns Gottes In Der Welt“ von Armin Kreiner ist die Basis für die folgende Ausarbeitung meines Referats „Was heißt Handeln Gottes“. Verschiedene Modelle des Handelns Gottes sollen im Folgenden verkürzt dargestellt und beurteilt werden.
2.1 Das maximalistische Modell
Alles, was auf der Welt passiert und alles, was ist, ist von Gott gewollt und auch von ihm verursacht. Er bestimmt alles und ist somit die determinierende Wirklichkeit. Dadurch, dass Gott allmächtig ist, bewirkt er auch alles. Die Welt ist somit von ihm abhängig, da sie ohne sein Wirken nicht bestehen könnte. Allmacht wäre hier gleichbedeutend mit Allwirksamkeit. Eine Definition von Allmacht besagt: Die Allmacht Gottes ist „die Macht, alle logisch widerspruchsfrei beschreibbaren Zustände aktualisieren zu können.“1
Allwirksamkeit dagegen meint, dass Gott die eben beschriebenen Zustände auch verursacht. Wenn es nun aber heißt, Gott kann seine Macht nur als Allwirkender benutzen, dann schränkt das seine Allmacht ein. Es würde daraus folgen, dass er keine Dinge oder Wesen erschaffen kann, die unabhängig von ihm handeln oder wirken können. Eben diese frei handelnden Wesen gibt es jedoch.
Seine Allmacht nicht einschränken würde die These: Gott bewirkt einige Dinge oder Geschehnisse nicht, er lässt diese nur zu. Oder anders ausgedrückt: Er verhindert gewisse Dinge oder Geschehnisse nicht. Schließlich ist Gott nicht gezwungen zu handeln oder seine Macht zu nutzen.
Festzuhalten bleibt, dass Allmacht nicht gleichzusetzen ist mit Allwirksamkeit. Dafür spricht, dass die Allwirksamkeit jede Willensfreiheit ausschließen würde und Gott auch der Urheber des Übels, also nicht gut wäre, was zum Grundproblem, dem Theodizeeproblem führt.
[...]
1 Vgl.: Kreiner, Armin: Modelle des Handelns Gottes in der Welt
Arbeit zitieren:
Christian Wode, 2005, Was heißt Handeln Gottes?, München, GRIN Verlag GmbH
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