Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffes 2
2.1 Urspr unge des Nachhaltigkeitsbegriffes 2
2.2 Club of Rome 2
2.3 Brundtland-Kommision 3
2.4 Weltgipfel von Rio 3
3 Nachhaltigkeitskonzepte 4
3.1 Das Drei-S aulen-Modell 4
3.1.1 Die okologische Dimension 5
3.1.2 Die soziale Dimension 6
3.1.3 Die okonomische Dimension 6
3.2 Das integrative Nachhaltigkeitsmodell 7
4 Nachhaltigkeit in Unternehmen 9
4.1 Handlungsmotive nachhaltiger Unternehmensf uhrung 10
4.2 Regeln unternehmerischer Nachhaltigkeit 11
4.2.1 Substanzielle Regeln und Prinzipien 11
4.2.2 Instrumentelle Regeln 14
4.3 Nachhaltigkeit als Wettbewerbs- und Innovationsfaktor 15
5 Zusammenfassung 18
Tabellenverzeichnis 20
Abbildungsverzeichnis 20
A Die Grenzen des Wachstums 21
B Zuk unftige Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit 22
Literaturverzeichnis 23
i
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit soll einen ¨
Uberblick ¨ geben sowie die Relevanz einer nachhaltigen Entwicklung f¨ ur unternehmeri- sches Handeln darstellen.
Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development) hat sich in den letzten Jahren weltweit zu einem zentralen Begriff entwickelt. W¨ ahrend nachhaltige Entwicklung einen Prozess gesellschaftlicher Ver¨ ande- rung bezeichnet, beschreibt Nachhaltigkeit das Ende eines solchen Entwick- lungsprozesses (vgl. Grunwald & Kopfm¨ uller, 2006, S. 1).
Auf politischer Ebene hat sich Nachhaltigkeit sowohl in der internationa- len Umwelt-, Forschungs- und Entwicklungspolitik zu einem wichtigem Ge- biet entwickelt. Auch in der Wirtschaft hat das Leitbild der nachhaltigen Ent- wicklung in entsprechenden Strategien und Gesch¨ aftsmodellen Fuß gefasst. In ethischer Hinsicht spiegelt sich Nachhaltigkeit einerseits in der aktiven ¨ Ubernahme von Verantwortung f¨ ur zuk¨ unftige Generationen wider (inter- generative Gerechtigkeit), andererseits auch in Gerechtigkeits¨ uberlegungen unter der heutigen Generation (intragenerative Gerechtigkeit). Kapitel 2 widmet sich zun¨ achst der Entwicklung des Nachhaltigkeitsbe- griffes, begonnen bei den Anf¨ angen im 18. Jahrhundert bis hin zur heutigen Zeit. Da die Definitionen des Nachhaltigkeitsbegriffes sehr heterogen sind, werden im dritten Kapitel die beiden am h¨ aufigsten verwendeten Nachhal- tigkeitskonzepte vorgestellt. W¨ ahrend das Drei-S¨ aulen-Modell der Nachhal- tigkeit zunehmend an Bedeutung verliert, findet das integrative Nachhaltig- keitsmodell, das maßgeblich von der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gepr¨ agt wurde, wachsenden Anklang. Das vierte Kapitel widmet sich schließlich dem Thema der Bedeutung von Nachhaltigkeit in unserer Zeit f¨ ur Unternehmen. Nachdem zun¨ achst eine Vor- stellung der Handlungsmotive f¨ ur nachhaltige Unternehmensf¨ uhrung erfolgt, werden im n¨ achsten Abschnitt aufbauend auf dem in Kapitel 3.2 vorgestell- ten integrativen Nachhaltigkeitsmodell Regeln unternehmerischen Handelns abgeleitet. Abschließend erfolgt eine Betrachtung von Nachhaltigkeit als In- novations- und Wettbewerbsfaktor.
1
2 Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffes
2.1 Urspr¨ unge des Nachhaltigkeitsbegriffes
Der Ursprung des Nachhaltigkeitsbegriffes findet sich in der deutschen Forst- wirtschaft des 18. Jahrhunderts. Bereits seit dem 13. Jahrhundert wurde aus dem deutschsprachigen Raum ¨ uberliefert, dass das Abholzen der W¨ alder f¨ ur Handwerk und Energiebedarf regional immer wieder zu Wirtschaftskrisen gef¨ uhrt hatte, was Menschen und Wirtschaft zum Auswandern zwang und Sylvicultura Oeconomica“ 1 benutzte der Armut zur¨ uckließ. In seinem Buch ” s¨ achsische Oberberghauptmann Hanns Carl von Carlowitz im Jahr 1713 erst- mals das Wort ” nachhaltend“ f¨ ur eine Wirtschaftsweise, nach der in einem bestimmten Zeitraum nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie in dem- selben Zeitraum auch nachwachsen kann (Thoms, 2002). Auf diesem Prinzip, bei dem das ¨ okonomische Ziel der maximalen dauerhaften Nutzung des Wal- des mit den ¨ okologischen Bedingungen des Nachwachsens kombiniert wird, basieren auch die sp¨ ateren Nachhaltigkeits¨ uberlegungen. Anfang des 20. Jarhhunderts fand der Nachhaltigkeitsbegriff mit dem Konzept des maximal sustainable yield 2 auch in der Fischerei Beachtung.
Um dauerhafte Ertr¨ age erzielen zu k¨ onnen, sollte sich die Zahl der gefange- nen Fische an der Reproduktionsf¨ ahigkeit der Fischbest¨ ande orientieren (vgl. Grunwald & Kopfm¨ uller, 2006, S. 14f.).
2.2 Club of Rome
Im Jahr 1972 erschien unter dem Titel ” Die Grenzen des Wachstums“ ei- ne Studie des Club of Rome, die sich mit der Zukunft der Weltwirtschaft besch¨ aftigte. Dennis L. Meadows und seine Mitarbeiter f¨ uhrten hierf¨ ur eine Systemanalyse mit einem Rechenmodell durch, das unter Ber¨ ucksichtung der hohen Vernetzung globaler Prozesse Computersimulationen zu unterschiedli- chen Szenarien erm¨ oglichte. In ihrer Studie stellen die Autoren die These auf, dass exponentielles Wachstum in einer beschr¨ ankten Welt nicht nachhaltig 1 deutsch: ” Waldbau und ¨ Okonomie“ 2 Bezogen auf die Fischerei ist hiermit die langfristig maximal auftrechterhaltbare Fangrate gemeint.
2
sein kann. Demnach sollte der Zusammenbruch - gemessen an einem radikalen R¨ uckgang der Weltbev¨ olkerung - innerhalb der n¨ achsten 100 Jahre statt- finden. Aufgrund der immensen ¨ Offentlichkeitswirkung kann das Erschei- nungsjahr des Berichtes als Beginn der modernen ressourcen¨ okonomischen Forschung betrachtet werden (vgl. Radke, 1999, S. 9f.). Die wesentlichen Schlussfolgerungen dieser Studie sind in Anhang A zusammengefasst.
2.3 Brundtland-Kommision
Einen weiteren Meilenstein f¨ ur nachhaltige Entwicklung stellte die von den Vereinten Nationen im Jahr 1983 geschaffene ” Weltkommission f¨ ur Umwelt und Entwicklung“ dar. Die Sachverst¨ andigenkommission setzte sich aus 19 Bevollm¨ achtigten aus 18 Staaten zusammen. Zur Vorsitzenden wurde die fr¨ uhere Umweltministerin und damalige Ministerpr¨ asidentin von Norwegen, Gro Harlem Brundtland gew¨ ahlt. In ihrem so genanten Brundtland-Bericht von 1987 besch¨ aftigt sich die Kommission mit den Themen wie Armut und Hunger, wirtschaftliche Entwicklung, Energie (CO 2 -Problem), Biodiversit¨ at, Ressourcen und Entwicklung der St¨ adte. Die Grundaussage der Weltkom- mission lautet hierbei ”Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Be- d¨ urfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass k¨ unftige Gene- rationen ihre eigenen Bed¨ urfnisse nicht befriedigen k¨ onnen.“ (Brundtland & Hauff, 1987, S. 46) Der Brundtland-Bericht erkannte erstmals auf hoher politischer Ebene den globalen Charakter der Umweltprobleme offiziell an. Im Gegensatz zu der Wachstumskritik des Club of Rome war der Brundtland-Bericht konsensf¨ ahig und erm¨ oglichte damit einen politischen Umsetzungsprozess. 3
2.4 Weltgipfel von Rio
Sp¨ atestens seit dem Weltgipfel von Rio im Jahr 1992 gewann die Idee der nachhaltigen Entwicklung an weltweitem Interesse. Bei der auf Vorschlag der Brundtland-Kommission abgehaltenen UN-Konferenz f¨ ur Umwelt und Entwicklung (UNCED) wurden als Ergebnisse die Agenda 21, die Rio-De- 3 F¨ ur weitere Informationen zum Brundtland-Bericht siehe Binder (1999, S. 93ff.).
3
uber Umwelt und Entwicklung 4 , die Klimarahmenkonvention, die klaration ¨ W¨ ustenkonvention und die Biodiversit¨ ats-Konvention erarbeitet. Allerdings enth¨ alt keines dieser Dokumente ¨ uberpr¨ ufbare Verpflichtungen. Weiterhin enthalten insbesondere die Rio-Deklaration, die Walderkl¨ arung und die Agen- da 21 oftmals unklare oder sogar widerspr¨ uchliche Aussagen, die aufgrund unausr¨ aumbarer Meinungsverschiedenheiten zustande gekommen sind. Auf dem Weltgipfel in Rio wurde eine Reihe von Folgeaktivit¨ aten ver- einbart, um das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auf verschiedenen Ebenen in Politik und gesellschaftlichem Handeln umzusetzen. Hierzu wurde die Kommission f¨ ur Nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development) gegr¨ undet, die den Umsetzungsprozess der Konferenzergeb- nisse ¨ uberwachen soll. Weiterhin wird versucht, die auf der Rio-Konferenz unterzeichneten und mittlerweile in Kraft getretenen Protokolle zu konkre- tisieren. So entstand beispielsweise 1997 auf der Klimakonferenz in Kyoto das Kyoto-Protokoll, das Mengenziele f¨ ur die Emission von Treibhausgasen enth¨ alt. (vgl. Grunwald & Kopfm¨ uller, 2006, S. 22ff.)
3 Nachhaltigkeitskonzepte
Nach dem ¨
Uberblick ¨ uber die geschichtlichen Grundlagen soll im folgen- den Abschnitt der Heterogenit¨ at hinsichtlich des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung Rechnung getragen werden. Hierzu wird zun¨ achst das bisher noch am h¨ aufigsten verwendetet Drei-S¨ aulen-Modell der Nachhaltigkeit dar- gestellt. Anschließend folgt ein ¨ Uberblick ¨ uber das integrative Nachhaltig- keitsmodell, dessen Schwerpunkt vor allem in der Vekn¨ upfung der Aspekte liegt, die beim Drei-S¨ aulen-Modell als getrennt betrachtet werden.
3.1 Das Drei-S¨ aulen-Modell
Beim Drei-S¨ aulen-Modell wird der Nachhaltigkeitsbegriff in die ¨ okologische, die soziale und die ¨ okonomische Dimension untergliedert. Um die Verkn¨ up- fungen und Abh¨ angigkeiten der verschiedenen Dimensionen voneinander zu 4 Die hierin erarbeiteten 27 Prinzipien f¨ ur eine nachhaltige Entwicklung finden sich unter http://www.un.org/documents/ga/conf151/aconf15126-1annex1.htm.
4
verdeutlichen, wird als Darstellungsform oft das in Abbildung 1 dargestellte Nachhaltigkeitsdreieck verwendet.
Soziales
Ökologie
Abbildung 1: Nachhaltigkeitsdreieck
Quelle: eigene Darstellung.
3.1.1 Die ¨ okologische Dimension
Kern der ¨ okologischen Dimension ist die Forderung, die dauerhafte Stabi- lit¨ at des ¨ okologischen Systems zu gew¨ ahrleisten, um die Funktionalit¨ aten zu erhalten, die das System f¨ ur menschliche Aktivit¨ aten erf¨ ullt. Bei der Frage, inwiefern Naturkapital hierbei durch k¨ unstliches Sachkapital ersetzt werden darf, kann zwischen schwacher, mittlerer und starker Nachhaltigkeit unter- schieden werden (vgl. Kopfm¨ uller, 2001, S. 7):
• schwache Nachhaltigkeit: Sofern der Kapitalstock konstant bleibt, kann
das Naturkapital g¨ anzlich durch k¨ unstliches Kapital ersetzt werden.
• mittlere Nachhaltigkeit: Eine begrenzte Substituierbarkeit des Naturka-
pitals durch k¨ unstliches Kapital ist m¨ oglich, solange der Kapitalstock insgesamt nicht verringert wird und die grundlegenden Funktionen der Umwelt erhalten bleiben.
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Arbeit zitieren:
Kristina Schaaff, 2007, Nachhaltigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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