Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Das SAP R/3 - System 1
2.1 Betriebswirtschaftlicher Funktionsumfang 2
2.2 Systemarchitektur 3
2.3 Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von SAP R/3 3
2.4 Hierarchie und Grundbegriffe des R/3-Systems 4
2.5 Organisationseinheiten des Finanzwesens 8
3. Customizing im Bereich Finanzwesen 9
3.1 Das Finanzwesen 9
3.1.1 Grundeinstellungen im Finanzwesen 10
3.1.2 Einstellungen zum Buchungskreis 10
3.1.3 Einstellungen zum Geschäftsbereich 12
3.2 Belege in der Finanzbuchhaltung 13
3.3 Umsatzsteuer 14
4. Hauptbuchhaltung 17
4.1 Customizing im Bereich Hauptbuchhaltung 17
4.1.1 Sachkontenanlage 18
4.1.2 Sachkontenstammdaten 19
4.2 Anwendungen im Bereich Hauptbuch 20
4.2.1 Buchung von Geschäftsvorfällen 21
4.2.2 Verwaltungsfunktionen 22
4.2.3 Umsatzsteuervoranmeldung 22
5. Bankbuchhaltung 23
5.1 Einstellungen im Customizing 24
5.2 Einrichten einer Hausbank 24
5.3 Bankenstammdaten 25
6. Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung 26
6.1 Einleitung 26
6.2 Debitoren- und Kreditorenstammdaten 27
6.2.1 Customizing 27
I
6.2.2 Aufbau der Debitoren- und Kreditorenstammdaten 29
6.2.3 Pflege der Debitoren- und Kreditorenstammdaten 30
6.2.3.1 Pflege auf Mandantenebene 31
6.2.3.2 Pflege auf Buchungskreisebene 33
6.3 Beispielbuchung anhand eines Kreditoren 36
7. Anlagenbuchhaltung 39
7.1 Customizing der Anlagenbuchhaltung 40
7.1.1 Bewertungsplan 41
7.1.2 Anlagenklassen 42
7.2 Anlagen von Anlagen 44
7.2.1 Übernahme von Altanlagen 45
7.2.2 Zugang einer Anlage 46
8. Jahresabschluss 48
9. Schlussbetrachtung 50
Quellenverzeichnis V
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Struktur des Informationssystems SAP R/3
Abbildung 2: Der Mandant
Abbildung 3: Der Buchungskreis
Abbildung 4: Der Kostenrechungskreis
Abbildung 5: Finanzwesen- Buchungskreis
Abbildung 6: Produktivsetzung
Abbildung 7: Kontenplanzuordnung
Abbildung 8: Der Geschäftsbereich
Abbildung 9: Übersicht über die Nummerkreisintervalle des Finanzbereiches
Abbildung 10: Pflege der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Abbildung 11: Nicht steuerbare Vorgänge.
Abbildung 12: Zuordnung des Kontenplans zum Buchungskreis
Abbildung 13: Anlage der Sachkonten mit Vorlage
Abbildung 14: Buchungsschlüssel für Sachkontenbuchungen
Abbildung 15: Umsatzsteuervoranmeldung für Januar 2004 (Summenansicht)
Abbildung 16: Einstellung der Hausbank
Abbildung 17: Zusammenhang zwischen Hauptbuch und Personenkonten
Abbildung 18: Customizing Pfad bis zu den Debitorenkonten
Abbildung 19: Einstellungen von Muss- und Kanneingaben.
Abbildung 20: Nummernkreis für Kreditoren
Abbildung 21: Aufbau eines Debitorenstammsatzes
Abbildung 22: Pflege von Debitorenstammdaten
Abbildung 23: Pflege eines Debitorenkontos (Allgemeine Daten: Adresse)
Abbildung 24: Pflege eines Debitorenkontos (Allgemeine Daten: Zahlungsverkehr)
Abbildung 25: Pflege eines Kreditorenkontos (Buchungskreisdaten: Kontoführung)
Abbildung 26: Pflege eines Debitorenkontos (Buchungskreisdaten: Zahlungsverkehr)
Abbildung 27: Pflege eines Kreditorenkontos (Buchungskreisdaten: Korrespondenz)
Abbildung 28: Erfassung einer Kreditorenrechnung
III
Abbildung 29: Belegübersicht einer erfassten Kreditorenrechnung
Abbildung 30: Zahlungsausgang einer Kreditorenrechnung
Abbildung 31: Saldenanzeige Kreditor Hamburger Wasser Werke
Abbildung 32: Bezeichnung eines kopierten Musterbewertungsplans anpassen
Abbildung 33: Angabe der Anlageklassen im Wizard
Abbildung 34: Zuordnung der Kontenfindung und WB Konten zu den AHK
Abbildung 35: Status des Buchungskreises auf Altanlagenübernahme setzen
Abbildung 36: Eintragen des Übernahmewertes der Lagerhalle als Altanlage
Abbildung 37: Anlagen eines KFZ
Abbildung 38: Zugangsbuchung einer Anlage gegen Kreditor
Abbildung 39: Cash Flow der Cermedes AG
IV
1. Einleitung
Im ersten Teil unserer Gesamtausarbeitung sind wir bereits ausführlich auf die theoretischen Grundlagen der Finanzbuchhaltung mit all ihren Pflichten und Vorschriften eingegangen.
Im zweiten und abschließenden Teil unserer Gesamtausarbeitung wollen wir nun auf die Einführung und den Aufbau einer computergestützten Finanzbuchhaltung eingehen. Aufgrund dessen werden wir für die von uns zu betrachtende Unternehmung, der Cermedes AG, zur Erhaltung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit eine EDV-basierende Finanzbuchhaltung einführen. Als Standartsoftware wurde das SAP R/3-System ausgewählt.
Diese Arbeit beginnt mit einer kurzen Einführung in die Standartsoftware SAP R/3. Hierbei werden die Grundbegriffe des SAP R/3-Systems, welche für das allgemeine Verständnis von Nöten sind, erläutert und die Hierarchie des Systems dargestellt. Im Hauptteil der Ausarbeitung werden dann die branchenspezifischen Einstellungen im Finanzbuchhaltungs-Modul vorgenommen, um die brachenneutrale Standartsoftware auf die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse der Cermedes AG abzustimmen. Die entsprechenden Einstellungen im Customizing werden an dieser Stelle ausführlich dargestellt und zum näheren Verständnis um praktische Anwendungsbeispiele ergänzt.
Die folgenden Einstellungen basieren nahezu komplett auf der SAP Online Hilfe/ Bibliothek und dem IMG. Aus diesem Grunde wurden nur in abweichenden Fällen die Quellen explizit genannt und hinter der entsprechenden Passage vermerkt.
2. Das SAP R/3 - System
Die 1972 gegründete Firma SAP AG, Walldorf, führte 1992 das R/3-System am Markt ein. Das seit Jahren etablierte Hauptprodukt, das ERP-System (ERP = Enterprise Resource Planning) SAP R/3, wurde mittlerweile in die Produktlinie mySAP.com integriert. Daneben gibt es unter der Produktlinie mySAP.com eine Reihe von weiteren Produkten, die das R/3-System erweitern, jedoch in der Regel auch eigenständig genutzt werden können.
Die Einführung von SAP R/3 war eine Reaktion auf die sich veränderten Märkte im DV-Bereich, die weg von einer System und Software geschlossenen Großrechner-
1
Umgebung hin zu offenen Client-/ Server-Architekturen tendierten. (Vgl. A. Gadatsch, 2001, S.23)
2.1 Betriebswirtschaftlicher Funktionsumfang
Das SAP R/3-System ist eine betriebswirtschaftliche Komplettlösung, die alle Funktionsbereiche eines Unternehmens, einschließlich wichtiger Querschnittsfunktionen abdeckt. Das System ist modular gegliedert und baut auf einem mächtigen Basissystem auf, dass unter anderem eine vollständige Entwicklungsumgebung enthält.
Abbildung 1: Struktur des Informationssystems SAP R/3
„Weiterhin werden alle betriebswirtschaftlichen Kernbereiche wie Logistik, Rechnungswesen und Personalwesen in einer hohen Tiefe und Breite abgedeckt.“ (Gadatsch, 2001, S.24)
So enthält beispielsweise die Komponente für das Personalwesen eine integrierte Reisekostenabrechnung, Bewerberverwaltung oder Personalentwicklungsplanung. Daneben stehen übergreifende Funktionen wie Workflow, Office-Funktionen, Mail oder ein optisches Belegarchiv zur Verfügung und eine hohe Anzahl spezieller Branchenlösungen.
Das System ist mehrsprachig und konsequent auf einen internationalen Einsatz hin konzipiert, was sich z.B. auch in primär englischen Modulbezeichnungen niederschlägt. Im Rahmen der Systemkonfiguration werden länderspezifische Besonderhei-
2
ten ebenso berücksichtigt, wie z.B. Musterpläne, Bankdaten oder Umsatzsteuer-Regelungen. Die Kontoführung ist in unterschiedlichen Währungen möglich, ebenso wie die Umrechnung von Währungen und die parallele Kontoführung unterschiedlicher Währungen. Das R/3-System ist mandantenfähig und in der Lage, in einer Installation mehrere rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen abzuwikkeln, wie z.B. Mutter- und Tochtergesellschaften. Die Organisationsstrukturen eines Unternehmens wie Werke, Lagerorte, Vertriebsorganisation und Niederlassungen lassen sich flexibel über Tabellen abbilden.
Das R/3-System besteht aus mehreren betriebswirtschaftlichen Teilkomponenten, die sowohl einzeln als auch gemeinsam genutzt werden können. Der integrative Charakter des R/3-Systems kommt jedoch nur bei Einsatz mehrerer Module hervor. Von daher ist es nicht sinnvoll, dass Modul CO (Controlling) ohne das Modul FI (Finanzen) einzusetzen, da wesentliche Daten für die Versorgung des CO-Moduls aus dem FI-Modul stammen.
2.2 Systemarchitektur
Bei R/3 handelt es sich um ein offenes Client/Server-System, das auf unterschiedlichen Hardwareplattformen sowie mit verschiedenen Betriebssystemen und Datenbanksystemen eingesetzt werden kann (Vgl. Hansmann, 2001, S. 157). Das Client/Server-System ist dreistufig aufgebaut; man unterscheidet (Vgl. Gadatsch, 2001, S. 31):
Datenbankdienste zur Speicherung und Abfrage der betriebswirtschaftlichen Daten,
Anwendungsdienste zur Abwicklung der betriebswirtschaftlichen Funktionalitäten und
Präsentationsdienste zur Führung der Benutzerdialoge über eine graphische Oberfläche.
Abhängig von der Größe des Systems läuft es auf mehreren Datenbank- und Applikationsservern und einem Präsentationsserver auf PC-Basis, oder bei kleinen Systemen zusammengefassten Datenbank- und Applikationsservern.
2.3 Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von SAP R/3
Häufig sind mit der Einführung des SAP R/3-Systems wirtschaftliche Erwartungen verbunden, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhalten und sichern
3
sollen. Es ist aber zu beachten, dass mit der Einführung von SAP R/3 nicht nur die einmaligen Anschaffungskosten der Standartsoftware anfallen, sondern auch noch erhebliche Nebenkosten. Diese Kostenarten beinhalten unter anderem die Kosten für externe Berater, Erweiterungskosten in Bezug auf Hard- und Software, Wartungskosten sowie Kosten für Schulungsmaßnahmen. Trotz der enormen Kosten zeigt der Erfolg des SAP-Systems, dass dem Aufwand erhebliche Nutzenpotentiale gegenüberstehen, die einen Einsatz rechtfertigen können. Die wesentlichen Nutzenpotentiale resultieren dabei aus der besseren Planung, Steuerung und Kontrolle der betrieblichen Geschäftsprozesse, eine einheitliche und konstante Datenbasis, verbesserte Flexibilität, verkürzte Durchlaufzeiten sowie die qualitative Verbesserung der betrieblichen Geschäftsprozesse.
„Während in der Vergangenheit mit der Einführung von Standartsoftware vor allem die DV-gestütze Abdeckung wichtiger Unternehmensfunktionen im Vordergrund des Unternehmensinteresses stand, wird bei der R/3- Einführung vor allem eine Verbesserung der Unterstützung der betrieblichen Geschäftsprozesse gesehen.“ (Gadatsch, 2001, S. 36)
2.4 Hierarchie und Grundbegriffe des R/3-Systems
Im nun folgenden Abschnitt werden die Hierarchie des Systems und die in diesem Zusammenhang benötigten Grundbegriffe erklärt Der Mandant
„Der Mandant im SAP R/3-System ist eine juristische und organisatorisch eigenständige Einheit. Dies impliziert, dass alle betriebswirtschaftlichen Daten gegenüber anderen Mandaten geschützt sind.“ (SAP Onlinebibliothek)
Abbildung 2: Der Mandant
(Vgl. SAP Onlinebibliothek)
Der Mandant stellt das oberste und zentrale Organisationselement für alle Module des gesamten Systems dar und ist in der Regel mit dem Konzern gleichzusetzen.
4
Auf der Mandantenebene werden alle zentralen Steuerungstabellen geführt und die mandantenspezifischen Buchungskreisfestlegungen getroffen. Innerhalb des SAP R/3-Systems stellt der Mandant eine handelsrechtliche, organisatorische und datentechnisch in sich abgeschlossene Einheit mit eigenen Stammsätzen dar. Ihm wird eine individuelle Mandantennummer zugewiesen, über die der Mandant jederzeit eindeutig identifiziert werden kann. Im Falle der Cermedes AG wurde die Mandantennummer 906 zugewiesen, welche bei jeder Anmeldung im System angegeben werden muss, um eine zielgerechte Zuordnung der einzugebenen Daten zu gewährleisten. Buchungskreis
„Der Buchungskreis ist das Organisationselement der Finanzbuchhaltung. Ein Buchungskreis stellt eine selbstständig bilanzierte Einheit dar, beispielsweise eine Firma innerhalb eines Konzerns. Auf dieser Ebene werden die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, wie vom Gesetzgeber gefordert, erstellt.“ (Teufel/ Röhricht/ Willems, 2000, S.91) Für einen Mandanten können ein oder mehrere Buchungskreise definiert werden. Im Falle der Cermedes AG wurde der Buchungskreis cer1 definiert.
Abbildung 3: Der Buchungskreis
(Vgl. SAP Onlinebibliothek)
Alle Geschäftsvorfälle im externen Rechnungswesen werden grundsätzlich auf der Ebene der Buchungskreise erfasst und gepflegt. Die Verkehrszahlenfortschreibung Und die Festlegungen zum Zahlen und Mahnen finden auch auf dieser Ebene statt. Eine weitere Unterteilung aus organisatorischen Gründen ist durch interne Organisationsstrukturen denkbar. (Vgl. Teufel/ Röhricht/ Willems, 2000, S. 91) Es besteht die Möglichkeit zwischen Mandant und Buchungskreis eine 1:1 Beziehung, wie im Falle der Cermedes AG, herzustellen, bei der einem Mandanten ein Buchungskreis zugewiesen ist, oder eine 1: n Beziehung. Eine 1: n Beziehung wäre im Falle eines Konzerns mit vielen (n), einzeln zu bilanzierenden Tochterunternehmen sinnvoll, bei dem einem Mandanten n Buchungskreise zugeordnet werden. Auf der Buchungskreisebene werden die individuellen Daten gepflegt. Nach der Erstellung des Buchungskreises muss dieser einem Kontenplan zugeordnet werden.
5
Kontenplan
„In der Hauptbuchhaltung können unterschiedliche Kontenpläne definiert werden. Dabei verweist jeder Buchungskreis auf genau einen Kontenplan. Dieser Kontenplan wird auch innerhalb der Anlagenbuchhaltung für die Kontenfindungen herangezogen. Die Kontenfindung wird in der Anlagenbuchhaltung über Anlagenklassen gesteuert. In jeder Anlagenklasse müssen Sie eine Kontenfindung angeben. Zu dieser Kontenfindung können Sie die Hauptbuchkonten des jeweiligen Kontenplans festlegen, die bei den verschiedenen Geschäftsvorfällen automatisch bebucht werden sollen.“ (SAP Onlinebibliothek)
SAP R/3 bietet eine Auswahl an Kontenplänen an, von denen einer ausgewählt werden muss. Im Falle der Cermedes AG wurde der Gemeinschaftskontenrahmen aktiviert. Im Kontenplan enthält ein Verzeichnis sämtliche Sachkonten eines Unternehmens und wird im SAP R/3-System von der Finanzbuchhaltung und vom Controlling genutzt. Dabei ist zu beachten, dass jedem Buchungskreis genau ein Kontenplan zu-geordnet werden muss.
Kostenrechnungskreis
„Organisatorische Einheit innerhalb eines Unternehmens, für die eine vollständige, in sich geschlossene Kostenrechnung durchgeführt werden kann. Ein Kostenrechnungskreis kann einen oder mehrere, ggf. in unterschiedlichen Währungen operierende Buchungskreise umfassen. Die zugehörigen Buchungskreise müssen alle denselben operationalen Kontenplan nutzen. Alle innerbetrieblichen Verrechnungstransaktionen beziehen sich nur auf Objekte desselben Kostenrechnungskreises.“ (SAP Onlinebibliothek)
Der Kostenrechnungskreis wird aus dem Buchungskreis abgeleitet, indem Sie den Kostenrechnungskreis direkt einem Buchungskreis zuordnen. Dabei müssen sich Buchungskreis und Kostenrechungskreis nicht entsprechen. Somit ergeben sich zwei mögliche Zuordnungsarten, bei der zum einen ein Buchungskreis genau einem Kostenrechungskreis entspricht und zum anderen mehrere Buchungskreise auf einen Kostenrechnungskreis verweisen.
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Arbeit zitieren:
S. Oldenburg, C. A., K. R., S. K., 2004, Aufbau einer Finanzbuchhaltung - Praktische Ausarbeitung in SAP R3, München, GRIN Verlag GmbH
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