TEXTE TEXTTYPEN TEXTSORTEN
Gliederung
I Einleitung 3
II Der Textbegriff und seine Charakteristika 4
II 1 Fiktionale und nicht fiktionale Texte 5
III Texttypen 8
IV Textsorten 10
V Schlussbemerkung 13
VI Literaturverzeichnis 16
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I. Einleitung
´Textlinguistik´, so wird die Teildisziplin genannt, die sich mit den Struktureigenschaften des Textes befasst. Dieser Begriff taucht erst seit etwa Mitte der 60er Jahre auf, was bedeutet, dass die Beschäftigung mit Texten relativ neu ist. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Text als solcher im Rahmen der Sprachwissenschaft eher eine Randerscheinung. Mit dem Text als sprachlicher Erscheinungsform im Mittelpunkt setzt sich die Textlinguistik deutlich ab von der systematischen Linguistik, in deren Zentrum der Satz steht. Die Textlinguisten rechtfertigen ihre Schwerpunkt - Setzung mit der Beobachtung, dass sich sowohl die semantischen als auch syntaktischen Funktionen bestimmter grammatischer Phänomene (wie z.B. der Pronomina und der deiktischen Ausdrücke) erst genau bestimmen lassen, wenn man sie satzübergreifend, also auf der Textebene, betrachtet.
Einerseits stellt die Textlinguistik eine sprachwissenschaftliche Disziplin dar, die sich mit der Abgrenzung und Klassifizierung von Texten beschäftigt, fragt also danach, wie sich linguistisch die Größe „Text“ genau bestimmen lässt und welche verschiedenen Typen von Texten es gibt. Anderseits wird durch sie der Bau und die Struktur von Texten untersucht, d.h. sie geht der Frage nach, welche sprachlichen Bauelemente Texte konstituieren, wie die einzelnen Elemente (Sätze, Textabschnitte) systematisch zusammenhängen und wie sie zu Texten verbunden werden. 1 Textlinguistik ist heute mehr als nur bestimmte sprachwissenschaftliche Teildisziplin. Wann immer nach dem Sprachgebrauch, seiner Bedeutung für menschliches Handeln und soziales Miteinander gefragt wird, geht es um Texte. Texten kommt in allen Gesellschaften und Gruppen eine Schlüsselfunktion zu; sie sind ein zentraler Bestandteil dessen, was man „Kultur“ bzw. „Ideologie“ nennt. Soziale Ordnung und historischer Wandel in Politik und Wirtschaft, Recht und Religion, Wissenschaft und Technik, Literatur und Alltag beruhen wesentlich auf Texten. Je flexibler soziale Strukturen werden, um so mehr hängt von den Fähigkeiten der Kommunizierenden ab, stilistische Wahlen zu treffen und rhetorisch zu überzeugen. Je komplexer und globaler die Kommunikation, umso gefragter sind Textexperten als Wissens- und Kulturvermittler.
Die vorliegenden Ausführungen befassen sich hauptsächlich mit den Grundbegriffen: Text, Texttyp und Textsorte. Die Hauptfrage könnte lauten: haben diese Elemente erkennbare Auswirkung auf das Lesen ?
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II. Der Textbegriff und seine Charakteristika
Wie eingangs schon erwähnt, ist das Phänomen „Text“ hauptsächlicher Untersuchungsgegenstand der Textlinguistik. Dieser Begriff wird in verschiedenen Wissenschaften verwendet, so z. B. in der Literaturwissenschaft, in der Linguistik und einigen Nachbardisziplinen der Linguistik, die von ihm einen mehr oder weniger expliziten Gebrauch machen. Außerdem spielt er in einigen Wissenschaften und wissenschaftlichen Teildisziplinen eine Rolle, die ihn nicht direkt reflektieren 2 (z.B. die Beweistheorie innerhalb der Mathematik: ein Beweis ist sicher in einem gewissen Sinne ein „Text“. Er wird jedoch in der Mathematik nicht direkt reflektiert 3 ).
Es gibt derzeit keine allgemein verbindliche Definition des Begriffes. Das lateinische Wort textus ist vom Verb textere abgeleitet und bedeutet „Gewebe, Geflecht“. In der textlinguistischen Literatur wird allgemein davon ausgegangen, dass ein textuelles Gebilde mündlich oder schriftlich vorliegen kann. Nach Werlich kommen u.a. auch -bzw. überwiegend- Texte zustande, wenn ein Sprecher durch nicht–sprachliches oder sprachliches Handeln in Interaktion zu einem Hörer tritt. 4 D.h. wenn wir sprechen oder schreiben, um jemandem etwas mitzuteilen, produzieren wir Texte. Die Elemente, über die in Texten gesprochen wird, sind Personen, Objekte und Sachverhalte der Wirklichkeit. Den Bezug, der aus dem Text heraus auf diese Elemente hergestellt wird, nennt man Referenz. 5 Sowohl in gesprochenen als auch in geschriebenen Äußerungen existieren:
a) textliche Äußerungen (kurz: Texte) – diese Äußerungen sind durch die Kohärenz (Zusammenhalt), also „die für den Textzusammenhang relevanten syntaktisch- semantischen Beziehungen zwischen aufeinanderfolgenden Sätzen eines Textes“ 6 und Geschlossenheit gekennzeichnet;
b) nicht - textliche Äußerungen – das sind hingegen Äußerungen, die inkohärent und unvollständig sind, die also durch Beliebigkeit in der Abfolge sprachlicher Einheiten (hier: Sätze) in einer zeitlichen und/oder räumlichen Ausdehnung gekennzeichnet sind. Hierzu gehören vor allem aus Gesprächsfetzen zusammengesetzte mündliche
1 LINKE, A./NUSSBAUMER/PORTMANN: Studienbuch Linguistik, S. 212.
2 ISENBERG, Horst: der Begriff Text in der Sprachtheorie, S. 1.
3 ISENBERG, Horst: der Begriff Text in der Sprachtheorie, S. 19.
4 WERLICH, Egon: Typologie der Texte, S. 13.
5 BEISBART, O. /DOBNIG- JÜLCH, E. /HANS-WERNER, E./Koß, G.: Textlinguistik und ihre Didaktik, S.21. 6 BRINKER, Klaus: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden, S. 21.
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Äußerungen, die in einer Situation mit einer Vielzahl von Sprechern und ständig wechselnder Geräuschüberlagerung (Hotelempfang, besetztes Cafe, Imbißraum etc.) an das Ohr eines einzelnen Hörers dringen. 7 . Im Gegensatz zu Texten haben diese Äußerungen sehr begrenzte kommunikative Wirkungen (z.B. Vermittlung von Stimmungen, Auslösung von Gefühlen). 8
Intuitiv kann man unter einem Text als alltäglich erfahrbarer Gegebenheit eine Folge von Sätzen/Äußerungen verstehen, die thematisch und in ihren Bedeutungen sinnvoll zusammenhängen und einen erkennbaren Anfang und ein Ende haben. Man möchte an einem solchen Text eine kommunikative Funktion erkennen, und man will ihn einer bestimmten Sorte bzw. einem Typ von Text zuordnen können.
Brinker definiert Text folgendermaßen: „Der Terminus „Text“ bezeichnet eine begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen, die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert.“ 9 Den Texten werden mit dieser Definition verschiedene Eigenschaften zuerkannt, die auf unterschiedlichen Beschreibungsebenen angesiedelt sind. Wenn Brinker Texte als begrenzte Zeichenfolgen beschreibt, verweist er damit „auf die sogenannten Textbegrenzungssignale“. Diese kennzeichnen „die Zeichen bzw. Satzfolgen“, die der Schreiber „als Texte verstanden wissen will“. 10 Sie bestehen aus der Anrede z.B. Sehr geehrte Damen und Herren und aus dem Postskript, das am Ende eines Briefes steht. Unter Kohärenz versteht Brinker nicht nur die inhaltliche, sondern auch die grammatische Organisation eines Textes, die etwa durch Wiederaufnahmestrukturen, aber auch durch Konjunktionen und Adverbien geleistet wird. 11
II.1. Fiktionale und nicht- fiktionale Texte
Durch die Einbeziehung linguistischer Verfahren und Methoden hat sich bei der Einleitung von Texten eine grobe Zweiteilung durchgesetzt. Egon Werlich teilt in seiner Texttypologie 12 alle Textvorkommen grundsätzlich in eine von zwei großen Textgruppen ein: Der Gruppe der fiktionalen oder der der nicht- fiktionalen Texte.
Fiktionen entstehen immer dann, wenn etwas gewußt Nichtwirkliches als wirklich angesehen und gebraucht wird: Gegenstände und/ oder deren Eigenschaften, Sachverhalte, aber auch
7 WERLICH, Egon: Typologie der Texte, S. 15ff.
8 WERLICH, Egon: Typologie der Texte, S. 18.
9 BRINKER, Klaus: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden, S. 17. 10 BRINKER, Klaus: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden, S. 19. 11 BRINKER, Klaus: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden, S. 42. 12 WERLICH, Egon: Typologie der Texte, S. 19.
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Arbeit zitieren:
Magdalena Palarz, 2001, Texte, Texttypen, Textsorten, München, GRIN Verlag GmbH
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