immer von Gruppen auf Gruppen beziehen, bleibt das Individuum anonym (vgl. Löschmann 2001: 153). Sinnvoll unterschieden werden können Stereotype nur nach der Perspektive, die ihnen zu Grunde liegt. Demnach gibt es Eigen- und Fremdstereotype. Diese wiederum zeichnen sich auf der Seite der Eigenstereotype in erster Linie durch überwiegend positivere und differenziertere Merkmale, als Fremdstereotype es aufweisen, aus (vgl. Löschmann 2001: 160). Grundsätzlich lassen sich in Anlehnung an Löschmann zwei Kategorien von Stereotypen unterscheiden. Zum einen gibt es die Kategorie der Denkstereotype, in die Stereotype ethnischer, geschlechtlicher oder aber auch ideologischer Art, Eigen- und Fremdstereotype gehören. Merkmal dieser Denkstereotype ist häufig das Schema „[…] alle x sind y […]“ (Quasthof 1972: 228). Den Denkstereotypen gegenüber stehen die Sprachstereotypen, die wiederum durch „[…] vorgefertigte Syntagmen und Sätze […]“ (Löschmann 2001:160) gekennzeichnet sind. Als ein weiteres Merkmal lässt sich in Anlehnung an Löschmann (2001: 159) erkennen, dass sowohl Denk- als auch Sprachstereotypen nicht immer nur negativ, sondern auch positive Merkmale ausdrücken können. Ebenso müssen sie nicht immer falsch sein, weil sie auch nicht immer nur auf verzerrten Generalisierungen beruhen und somit auch nicht nur einen diskriminierenden Charakter besitzen. Das Merkmal beider Kategorien ist ihre Langlebigkeit, die auf der Tatsache beruht, dass es sich bei Stereotypen um ein tradiertes Wissen handelt, dass die ihm zugrunde liegende Kultur reflektiert. Dieses Wissen muss nicht mehr hinterfragt werden. Eine Veränderung tritt aus diesem Grund nur sehr selten ein, auch wenn sich der Bezugspunkt ihrer Aussage verändert hat. Stereotype werden zumeist wiederholt, unreflektiert und affektiv verwendet. Sie beruhen häufig auf eingebürgerten Vorurteilen (vgl. Löschmann 2001: 154).
Um sich der eingangs gestellten Frage nähern zu können, soll nun auf die Funktion von Stereotypen im Umgang mit anderen Kulturen eingegangen werden. Löschmann geht davon aus, dass Stereotype durch ihren Bezug auf bereits vorhandene Schematisierungen eine Orientierungsfunktion und eine Steuerung des eigenen Verhaltens gegenüber anderen Gruppen erfüllen. Ist diese Verhalten vorurteilsbelastet, so können Stereotype auch die Rechtfertigung für eben dieses vorurteilsbelastete Verhalten sein. In der Form
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B. A. Paul Peters, 2004, Zur Begrifflichkeit, Entstehung sowie den Funktionen von Stereotypen und Vorurteilen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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