Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Gang der Untersuchung 4
3 Washington Konsens 5
3.1 Geschichtlicher Zusammenhang 5
3.2 Theoretischer Hintergrund 8
3.3 Inhalt und Ziele 9
3.4 Kritik 11
4 Post-Washington Konsens 14
5 Monterrey Konsens 17
6 Schlussbetrachtungen 19
Literaturverzeichnis 20
2
1 Einleitung
Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds versuchen einen Beitrag zur Entwicklung durch Krisen und Kriege geschwächter Länder und deren Ökonomien zu leisten, seit den 1980er Jahren vor allem mit Strukturanpassungsmaßnahmen. Die Politik dieser Institutionen basierte in den 1990er Jahren auf dem „Washington Konsens.“
Hinter diesem Begriff finden sich verschiedene stabilisierungs- und strukturpolitische Maßnahmen, die von Entwicklungsländern in den 1990ern durchgeführt wurden, um Kredite von IWF und Weltbank zu erhalten.
Diese Arbeit möchte die Entwicklung hin zum Washington Konsens aufzeigen, seine Inhalte näher beschreiben, ihn kritisch hinterfragen und auf seine „Nachfolger“, den Post- Washington Konsens und den Monterrey Konsens eingehen.
3
2 Gang der Untersuchung
Der Washington Konsens stellt den Hauptteil dieser Arbeit dar. Im Abschnitt 3.1 wird der geschichtlichen Zusammenhang des Konsens bis hin zu seiner Entstehung dargestellt. Es folgt die Einordnung in den theoretischen Hintergrund (3.2). Bevor Kritik (3.4) an ihm geübt werden kann, wird der Washington Konsens inhaltlich sowie seine Ziele beschrieben (3.3).
Die Geschichte ist nicht stehen geblieben und dementsprechend hat es eine Weiterentwicklung gegeben, auf die im vierten Abschnitt eingegangen werden soll: An dieser Stelle wird der Post- Washington Konsens und im fünften Abschnitt der Monterrey- Konsens vorgestellt. Die Arbeit endet im Abschnitt sechs mit einigen Schlussbetrachtungen.
4
3 Washington Konsens
In den 1980er und auch in den 1990er Jahren bestimmte der Washington Konsens die internationale Entwicklungspolitik. Der Begriff umschreibt das Politikkonzept für Kreditvergabe an Entwicklungsländer der 1990er Jahre von Weltbank und IWF, aber auch der US-amerikanischen Regierung sowie international agierender Finanzinstitute, das auf der Auslegung einer 10-Punkte-Agende von John Williamson basiert. Diese Auslegung kann als nicht vollkommend konform mit den Intentionen Williamsons betrachtet werden, was im nun folgenden Abschnitt gezeigt werden soll.
3.1 Geschichtlicher Zusammenhang
Die Welt glaubte aus den Erfahrungen von 1929 und einer nicht vorhandenen stabilen Finanzordnung in den darauf folgenden Jahren gelernt zu haben. 1944 wurde in Bretton Woods (USA) auf der Internationalen Währungs- und Finanzkonferenz ein Wechselkurssystem mit festen Wechselkursen von 44 unterzeichnenden Konferenzteilnehmern beschlossen. Als Institutionen, die dieses System bei eventuellen Krisen absichern sollten, wurden der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD), die als Weltbank bezeichnet wird, gegründet.
Aufgaben des IWF waren unter anderem die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Stabilisierung der Währungen im Rahmen geordneter Wirtschaftsbeziehungen und die Kreditgewährung für Mitgliedsstaaten mit vorrübergehenden oder strukturellen Zahlungsbilanzschwierigkeiten. Nach dem Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods 1973 entwickelte sich der IWF zum „lender of last resort“ 1 , zur letzten Möglichkeit für Länder noch einen Kredit zu erhalten.
1 Young, 1999
5
Die IBRD gehört zur Weltbankgruppe, die aus inzwischen insgesamt fünf stark miteinander verknüpften Institutionen 2 besteht; ursprünglich gegründet, um den Wiederaufbau der zerstörten Länder nach dem Zweiten Weltkrieg und den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt vor allem von Entwicklungsländern zu ermöglichen.
Zunächst konzentrierte sich die Weltbank auf die finanzielle Unterstützung und die Durchführung von Großprojekten im Bereich Infrastruktur mit hohem Kapitaleinsatz. Armutsbekämpfung war somit nicht von Anfang an Hauptziel der Weltbank. Erst in den 1980er Jahren erkannte man unter anderem an der sich in Lateinamerika abspielende Schuldenkrise, dass der erwartete „trickle-down-Effekt“ nicht eingetreten war und änderte die Strategie. Eine Politik der Armutsbekämpfung wurde nun eingesetzt, dabei verfolgte man die Idee, dass wirtschaftliche Liberalisierung und damit verbundenes Wachstum eine Verringerung der Armut bewirken würde. 3 Man wandte sich hin zum Schuldenmanagement und einer Projektfinanzierung ganzer Sektoren, z.B. Agrar, Außenhandel und entwickelte Strukturanpassungsprogramme. Aufgrund der engen Zusammenarbeit, ähnlicher Aufgabenbereiche und Kreditvergabepraktiken sowie Zielen zur Erreichung wirtschaftlicher Entwicklung von IWF und Weltbank wurde bald der Begriff des „Washington Konsens“ für die Maßnahmen dieser zwei Institutionen verwendet, wobei sich diese geografische Bezeichnung darauf begründet, dass beide ihren Hauptsitz in der amerikanischen Hauptstadt haben. Es war John Williamson, Ökonom am „Institute for International Economics“ 4 , der 1990 auf einer Konferenz in Washington vor Vertretern aus Lateinamerika zur Entwicklung und den Fortschritten der Wirtschaftspolitik in Lateinamerika diesen Begriff erstmals verwendete. Für ihn war der Washington Konsens ursprünglich keine Vorschrift für die Politik und auch keine radikale zwanghafte Hinwendung zu mehr Liberalismus, sondern mehr eine Liste von Richtlinien, die man in Washington als Lösungsmöglichkeiten für die Krise in Lateinamerika ansah.
2 IBRD, IDA (Internationale Entwicklungsorganisation), IFC (Internationale Finanz-Corperation), MIGA
(Multilaterale Investitions - Garantie Agentur), ICSID (Internationales Zentrum für die Beilegung von
Investitionsstreitigkeiten)
3 siehe Abschnitt 3.2
4 vgl.: Eppler, 2005, S. 34
6
Arbeit zitieren:
Ulrike Schneider, 2006, Der Washington Konsens, München, GRIN Verlag GmbH
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