Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis............................................................................................. - 2 -
1 Einleitung. - 3 -
2 Biografie - 4 -
3 Das Geständnis und der Skandal um Grass Zugehörigkeit zur Waffen-SS.- 7
-
4 Reaktionen auf Grass’ Geständnis und die öffentliche Diskussion in den
Medien. - 9 -
4.1. Inländische Medien. - 12 -
4.2. Ausländische Medien. - 15 -
4.3. Deutsche Politiker. - 16 -
4.4. Persönlichkeiten des Literaturbetriebs. - 17 -
4.5. Bürger und Politiker der Stadt Gdansk. - 19 -
5 Fazit - 21 -
6 Quellenverzeichnis - 22 -
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1 Einleitung
Als am 11. August 2006 die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein Interview mit Günter Grass veröffentlichte, war der Skandal gewissermaßen
vorprogrammiert. In dem Interview bekannte sich der Nobelpreisträger, der zu den rigorosesten Gesellschaftskritikern und Moralaposteln der Nachkriegszeit gehört, zum ersten Mal zu seiner Nazi-Vergangenheit. Dieses Bekenntnis löste sowohl in Deutschland als auch europaweit einen Skandal aus. Von dem Tag an diskutierten Politiker, Schriftsteller, Literaturkritiker, Journalisten und Historiker in den europäischen Medien den Fall Grass. Während einige angebrachte Kritik übten, ergriffen andere die Gelegenheit um mit dem strengen Sittenrichter persönlich abzurechnen.
Diese Arbeit soll zum einen den Verlauf der Diskussion chronologisieren und darstellen und zum anderen die verschiedenen Lager darstellen, die sich während der Debatte gebildet haben. Auch sollen Hintergründe aufgeklärt werden, z. B. warum bestimmte Personen oder Gruppen sich für oder gegen Grass äußern. So ist es nicht z.B. nicht verwunderlich, dass seitens der CDU/CSU und der Jungen Union harte Kritik geübt wird, wenn man in Grass’ Biografie erfährt, dass er jahrelanges Mitglied der SPD war und Politiker wie Willy Brandt, Heide Simonis und Gerhard Schröder bei ihrem Wahlkampf unterstütze.
Zum besseren Verständnis des Skandals wird die Person Grass vorgestellt und seine Position in der Gesellschaft beleuchtet.
Zum Ende der Arbeit soll ein Fazit gezogen werden, das aufzeigt, in wie fern der Skandal dem Schriftsteller, Nobelpreisträger, Moralapostel, Bürger und Politiker Günter Grass geschadet hat oder nicht.
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2 Biografie
Günter Grass wurde am 16. Oktober 1926 in Danzig geboren. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern, die einen kleinen Laden betrieben, wird er in einfachen Verhältnissen groß. Beeinflusst wird er in seiner Jugend einerseits durch den Katholizismus seiner Mutter und andererseits durch die NS-Ideologie seiner Zeit. So meldet er sich bereits im Alter von 15 Jahren freiwillig zum Kriegsdienst. Mit 17 wird er zur 10. SS-Panzerdivision der Waffen- SS einberufen. 1945 wird er an der Front verwundet und verbringt danach ein Jahr in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Bei seiner Festnahme gibt er sich den Amerikanern als Mitglied der Waffen-SS zu erkennen, wobei er in der Öffentlichkeit erst im August 2006, nach dem Erscheinen seiner Autobiografie „Beim Häuten der Zwiebel“ 1 Stellung dazu bezieht.
Nach dem Krieg studiert Grass an der Kunstakademie Düsseldorf, später an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, Grafik und Bildhauerei. Nach seinem Abschluss 1956 lebt er bis 1959 in Paris, wo auch das Manuskript zu seinem später vielfach prämierten Roman „Die Blechtrommel“ 2 entsteht.
Mit der Veröffentlichung 1959 gelingt Grass der internationale Durchbruch als Schriftsteller. Als einer der ersten deutschsprachigen Autoren stellt er sich den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs, indem er sich bewusst für die gegenständliche Beschreibung des historischen Kontexts entscheidet, anstatt, wie viele Autoren seiner Zeit, ins Formale auszuweichen.
1 Grass, Günter: Beim Häuten der Zwiebel. September 2006, Steidl Verlag, Göttingen
2006
2 Grass, Günter: Die Blechtrommel. Artemis & Winkler, September 1994
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Seine zweite Novelle „Katz und Maus“ 3 , der ebenfalls in Danzig spielt empörte die Öffentlichkeit wegen der Darstellung einer Onanierszene. Doch nicht nur wegen der Darstellung sexueller Handlungen sondern v. a. durch die Äußerung kritischer politischer Aussagen wird und wurde Günter Grass diskutiert.
Grass gilt als Moralist und politisch aktiver Intellektueller. So äußerte er sich z. B. kritisch zur Wiedervereinigung, unterstützte SPD-Politiker wie Willy Brandt und Heide Simonis bei den Wahlkämpfen, plädierte für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und kommentierte zuletzt die Diskussion um die Mohammed-Karikaturen.
Anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1999 sagte Grass in seiner Rede: “Entsetzt sehen wir, dass der Kapitalismus, seitdem sein Bruder, der Sozialismus, für tot erklärt wurde, vom Größenwahn bewegt ist und sich ungehemmt auszutoben begonnen hat.“ 4
1965 darf Grass sich in die Reihe der namhaften Preisträger des Georg-Büchner-Preises einreihen. Er wird nämlich, wie vor ihm schon Ingeborg Bachmann, Erich Kästner, Marie Luise Kaschnitz und später auch Heinrich Böll von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für „sein Werk in Lyrik und Prosa worin er kühn, weitausgreifend und kritisch das Leben unserer Zeit darstellt und gestaltet“ 5 , ausgezeichnet.
Er schreibt gegen das Vergessen, sagt er, so ist es nicht verwunderlich, dass seine Werke historische Ereignisse, sowohl in seinem Privatleben als auch in der deutschen Gesellschaft, widerspiegeln und in denselben verarbeitet
3 Grass, Günther: Katz und Maus. Dtv, September, 1993
4 Grass, Günther: Nobelvorlesung. Fortsetzung folgt. 7. Dezember 1999, Schweden.
http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/1999/lecture-g.html [Stand: 16.
Oktober 2006]
5 http://www.deutscheakademie.de/preise_buechner.html [Stand: 15. Februar 2007]
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werden. Seine drei ersten Veröffentlichungen, die sog. Danziger Trilogie, umfasst die Bücher „Die Blechtrommel“, „Katz und Maus“ und „Hundejahre“. Sie reflektieren einerseits seine Kindheit und frühe Jugend in Danzig, andererseits verarbeitet Grass den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und schildert das (Über-)Leben in der ehemaligen Freistadt. 1993 verlieh ihm die heutige Stadt Gdańsk die Ehrenbürgerschaft.
Sein 1995 erschienener Roman „Ein weites Feld“ spielt zur Wendezeit in Berlin und reflektiert die deutsche Geschichte seit der Märzrevolution 1848 bis zur Wiedervereinigung in einem kritischen Ton.
Seine kürzlich erschienene Autobiografie „Beim Häuten der Zwiebel“ (2006) löste einen Skandal im Literaturbetrieb aus, weil Grass in diesem Buch zum ersten Mal zugab, während des Krieges in der Waffen-SS gewesen zu sein. Seine Kritiker diskutierten sogar, ob ihm der Nobelpreis für Literatur sowie die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Danzig wieder aberkannt werden sollten.
Seit 2005 ist er Ehrendoktor der Freien Universität Berlin und im Jahr 2006 lehnte er den internationalen Brückenpreis ab, weil CDU-Kommunalpolitiker die Entscheidung der unabhängigen deutsch-polnischen Jury infrage stellten. Der Preis wird seit 1993 von der Europastadt Görlitz / Zgorzelec an Menschen verliehen, die mit ihrem Lebenswerk zur Völkerverständigung in Europa beigetragen haben.
Günter Grass’ soziales Engagement zeichnet sich vor allem durch seine Stiftungen aus, z. B. die Sinti und Roma -Stiftung oder verschiedene Stiftungen zur Förderung der Jugend, die auf seiner Website www.guentergrass.de nachzulesen sind.
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Arbeit zitieren:
Yvonne Daschek, 2007, Günter Grass - Der Skandal um seine SS-Zugehörigkeit und die Diskussion in den Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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Yvonne Daschek's Text Günter Grass - Der Skandal um seine SS-Zugehörigkeit und die Diskussion in den Medien ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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