Inhaltsverzeichnis :
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A. Einleitung 3
B. Die amerikanische Weltpolitik nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. 6
1. Staatliche Vormachtstellungen im Rahmen der Theoriediskussion - wie verhalten sich
Hegemonien oder Imperien im Internationalen System? 6
a) Hegemoniedefinition und ihr Verständnis in der Internationalen Politik 6
b) Imperium und Imperialismus. Begriffsverständnis in der Internationalen Politik 7
2. Europäische Wiederaufbaupolitik der USA nach 1945 9
a) To keep the Germans down and the Americans in. 10
b) To keep the Russians out 12
c) Ergebnisse. 14
3. US Vorstellung für eine neue Nachkriegsordnung: The American Way of Life 15
a) Neorealistische Vorstellung: Gilpins Modell für systemische Hegemonie 16
b) Die neue Nachkriegsordnung aus der Sicht Gilpins. 17
c) Ergebnisse. 19
C. Zusammenfassende Schlussfolgerungen 21
Quellen 23
Literatur. 23
Literatur. 23
A. Einleitung
Dies ist einer der bedeutendsten Vorsätze des Präsidenten Harry S. Truman, verankert in seiner Rede vor dem US‐Kongress am 12. März 1947. Bevor Truman diese Sätze aussprach, wurden vielen Diskurse über eine friedliche Zukunft der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg geführt. Es war ein Debakel, das für die kommenden fünfundvierzig Jahre, vor allem für die Bundesrepublik Deutschland, ausschlaggebend war. Weiterhin prägte die Doktrin Trumans auch für einige Jahrzehnte die politische Stellung der USA gegenüber Sowjetunion, so dass die Zeit zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Beendigung der Supermachtkonfrontation des Ost‐West‐Konfliktes in der Wissenschaft als einer der konfusesten gilt. Weltsicherheit und Verteidigung der eigenen Interessen 2 standen fast fünfzig Jahre im Mittelpunkt der US‐Politik. Um diese zu verwirklichen, wurden schon vor 1945 die ersten Organisationen mit friedlichen Zielen auf kooperativer Basis von den USA ins Leben gerufen, so dass oft von einer Vormachtstellung der USA auf der internationalen Arena gesprochen wird. Die Weltordnungspolitik der USA auch bezüglich der europäischen Sicherheit wurde auch stark von den Plänen der Trumans Administration geprägt. George C. Marshall, US‐Außenminister von 1947 - 1949, hatte klare Ziele, in denen eine Wiederbelebung einer funktionierenden Weltwirtschaft verankert wurde. So strebten beide Staatsmänner, Truman und Marshall, „ ... angesichts der rigorosen sowjetischen Politik in Osteuropa und angesichts der Unmöglichkeit, sich in Deutschland auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen ...“ 3 , nach einer neuen Welt‐ und Stabilitätsordnung, die weniger kompromisslos für beide Seiten verlief. In Washington erfolgte eine wichtige
1 Auszug aus der Rede des US-Präsidenten Harry S. Truman am 12. März 1947 vor den beiden Häusern des US-Kongresses, in: Steininger, Rolf: Deutsche Geschichte. Darstellung und Dokumente in vier Bänden. Band I:
1945 - 1947, Frankfurt/ Main 2002, S. 303.
2 Darunter fallen wirtschaftliche, politische (innen- und außenpolitische), militärische, kulturelle usw. Interessen.
3 Steininger, Rolf: Deutsche Geschichte: Darstellung und Dokumente in vier Bänden. Band I: 1945 - 1947, Frankfurt/ Main 2002, S. 273.
Neuorientierung, die in der Verkündung der Truman‐Doktrin und des Marshallplans ihren Ausdruck fand. Eine sog. „Containment“ - Politik, d.h. die Eindämmung des kommunistischen Einflusses, wurde klar neu definiert.
Nicht weit davon entfernt, bewegte sich die sowjetische Politik. Stalin blieb kompromisslos. Die Durchsetzung des Kommunismus in Osteuropa war unvermeidbar, so dass die beiden Mächte auch bezüglich der Deutschlandfrage keine kooperative Basis erreichten. Das hatte auch tief greifende Auswirkungen - wie z.B. die Teilung des Landes - für Deutschland und für die deutsche Bevölkerung. Wie die Spätfolgen zeigen, erschwerte die sehr verlangsamte wirtschaftliche Entwicklung 4 in der ehemaligen DDR den Anpassungsprozess nach der Wiedervereinigung, so dass dieser auf die unbehagliche Politik der USA und der SU zurückzuführen sei.
Im Rahmen dieser Geschehnisse wird immer noch aufs Neue darüber debattiert, welche Rolle die USA nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf der internationalen Arena gespielt hat. Ist es korrekt, von einer hegemonialen oder eher von einer imperialistischen geprägten Handlungsrolle der USA zu reden? Der Hinweis auf hegemoniale und imperialistische Akzente in der Containment‐Politik der Truman Administration bezüglich der zahlreichen Ereignisse nach 1945 darf nicht ausgeschlossen werden. Eine genauere Festlegung ist aufgrund der Komplexität der beiden Begriffe sehr schwierig. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst diese Begriffe anhand verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen geklärt. Mit Hilfe der Reden von US‐Präsidenten Harry S. Truman und US‐Außenminister George C. Marshall wird verdeutlicht, wonach genau die USA nach 1945 strebten. Auf dieser Grundlage wird der europäische Wiederaufbauplan, initiiert von der US‐Regierung und vor allem von George C. Marshall, analysiert. In einem zweiten Schritt soll die Liberalisierung des Welthandelns mithilfe der neorealistischen Theorie aus den 1980er Jahren erklärt werden. Die Ereignisse sind absichtlich in dieser Reihenfolge zu untersuchen, da das europäische Wiederaufbauprogramm als Grundlage für die Gesamtänderung der Weltsituation nach 1945 gilt, obwohl dessen Ausarbeitung getrennt, aber gleichzeitig mit den anderen Plänen zu Schaffung der Nachkriegsordnung verlief. Zu guter Letzt werden die möglichen Lehren aus den dargelegten Ergebnissen dieser
4 Es gibt zahlreiche Studien der osteuropäischen Geschichte, die den Entwicklungsprozess in Osteuropa bezüglich der Wirtschaft, der Modernisierung und der Anpassung untersuchen und die dargestellte These
vertreten: Vgl. Todorova, Maria: Historische Vermächtnisse als Analysekategorie. Der Fall Osteuropa, in:
Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens, Bd. 11: Europa und die Grenzen im Kopf, Klagenfurt 2003, S.
227 - 252.
Untersuchung zusammengefasst. Kernaussagen dieses Beitrages sind, dass die Haltung der USA nach dem Zweiten Weltkrieg bedingt vorprogrammiert wurde, sondern auf kurzfristige Entscheidungsprozesse zurückzuführen ist.
Mit Blick auf unterschiedlichen Diskursen beziehen sich die folgenden Überlegungen hauptsächlich auf die Reden des damaligen US‐Präsidenten Harry S. Truman von 12. März 1947 und des US‐Außenministers George C. Marshall von 5. Juni 1947. Diese tragen einer öffentlichkeitswirksamen Form auch die Vielfalt ihrer Argumente vor, die in der mittlerweile über 60‐jährigen politischen und wissenschaftlichen Diskussion vorherrschen. Das zeigen beispielsweise die Untersuchungen von John Gimbel und Herfried Münkler, oder der immer noch vorhandene Dialog in der Öffentlichkeit über den Erfolg des Marshallplanes 5 .
5 Diese Formulierung ist auf die Diskussion zurückzuführen, die im Laufe der Jahre 2005/6 geführt wurde. In derem Mittelpunkt stand die derzeitige Irakkrise und die Frage, warum der Marshallplan nach 1945 in
Deutschland so erfolgreich war und warum ein solcher Plan in Irak in der heutigen Zeit nicht verwirklicht
werden kann. Dies ist aber nicht Gegenstand dieser Untersuchung und soll deswegen nicht weiterhin erläutert
werden.
B. Die amerikanische Weltpolitik nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
1. Staatliche Vormachtstellungen im Rahmen der Theoriediskussion - wie verhalten sich Hegemonien oder Imperien im Internationalen System?
a) Hegemoniedefinition und ihr Verständnis in der Internationalen Politik Der Hinweis auf zahlreiche und vor allem unterschiedliche Definitionen von „Hegemonie“ bringt zum Ausdruck, dass dieser Begriff in der Wissenschaft sehr komplex und umstritten ist. Was die Beschäftigung mit der internationalen Ordnung nach 1945 erschwert, ist weiterhin die Anwendung des Begriffes auf bestimmte Ereignisse aus der Geschichte. Deswegen ist eine Festlegung auf eine, bzw. zwei Definitionen, so dass keine zusätzlichen Verwirrungen zustande kommen, sehr empfehlenswert.
In verschiedenen Untersuchungen wird „Hegemonie“ als „die Überlegendheit bzw. Vorherrschaft einer Person oder eines Kollektivakteurs, die auf verschiedene Ressourcen, z.B. kulturellen, wirtschaftlichen, politischen, aber auch militärischen, beruhen kann“ 8 , verstanden. Das Wort stammt aus dem Altgriechischen und beinhaltet „Oberbefehl“ und „Anführen“. Tatsächlich lässt sich der Begriff auf das damalige Spannungsverhältnis zwischen Sparta und Athen zurückführen.
6 Czempiel, Ernst-Otto: Die amerikanische Weltordnung, in: APuZ B 48/2002, S. 3.
7 Den imperialen Herrschaftsanspruch der USA versucht der Politikwissenschaftler Herfried Münkler in seinem Buch „Imperien. Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten“ darzustellen.
Münkler untersucht und vergleicht die meisten Imperien von der Antike bis in die heutige Zeit hinein.
8 Schultze, Rainer-Olaf/ Schüttemeyer, Suzanne S./ Nohlen, Dieter (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 7. Politische Begriffe, München 1998, S. 247.
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Darina Gugleva, 2007, Die Neue Nachkriegsordnung - Die Rolle der USA in der Weltpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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