Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: ............................................................................................................ 2
1 Einleitung 3
2 Hauptteil 4
2.1 Verständnis von Politik im Liberalismus und Kommunitarismus 4
2.1.1 Liberales Politikverständnis 4
2.1.2 Kommunitaristisches Politikverständnis 6
2.2 Debattenbilanz 7
2.3 Der Politikbegriff bei Aristoteles 8
3 Zusammenfassung 13
4 Literatur 16
2
1 Einleitung
Die Liberalismus-Kommunitarismus-Debatte ist eine philosophische Kontroverse, die seit dem Erscheinen von John Rawls Gerechtigkeitstheorie 1971 zunächst auf den angelsächsischen Raum beschränkt war. Besonders zu Beginn der 1980er Jahre fand diese Debatte hier statt. 1 Der Ausgangspunkt war in den 1970er Jahren das Buch von
Rawls mit dem Titel „A Theory of Justice“ („Theorie der Gerechtigkeit“). In seiner Rezension führte dieses Werk zu einer Wiederbelebung der politischen Philosophie. Von einem „ruckartig vollzogenen und ohne nennenswerten Widerstand durchgesetzten Paradigmenwechsel“ 2 sprach Hauke Brunkhorst in diesem Zusammenhang.
Der Anspruch von Rawls war die Wiederaufnahme der klassischen Vertragslehre und der damit vorzulegenden stringenten Gerechtigkeitskonzeption. In seiner Theorie der „Gerechtigkeit als Fairness“ ging es ihm um eine „verfahrensmäßige Zuweisung von Grundrechten und Grundpflichten und eine gerechte Verteilung der erwirtschafteten Güter“. 3 Rawls geht davon aus, dass vor allem Gerechtigkeit die wichtigste Tugend
sozialer Institutionen ist. Dieser Grundgedanke sollte der theoretische Kern und die Grundlage für die Kommunitaristen werden. Die zunächst in den USA entflammte Debatte richtete sich zunächst gegen den „Individualismus der zu einem Atomismus mutiert“ und gegen „anonyme Verwaltungsstrukturen“, die Gemeinsinn, bürgerschaftliches Handeln und Bürgergeist demotivieren. Gerade der Bürgergeist war es, der die Vereinigten Staaten lange Zeit geprägt hat. 4 1 Ahrenhövel, Mark: Kommunitarismus. in: Neumann, F. (Hrsg.) 1998: Handbuch politische Theorien und Ideologien 1. Opladen: Leske + Budrich, 1998, S. 236.
2 Brunkhorst, Hauke: Einführung in die Geschichte politischer Ideen. München: Fink-Verlag, 1997, S. 225.
3 Ahrenhövel, Mark: Kommunitarismus. in: Neumann, F. (Hrsg.) 1998: Handbuch politische Theorien und Ideologien 1. Opladen: Leske + Budrich, 1998, S. 244.
4 Vorländer, Hans: Der dritte Weg und Kommunitarismus. S. 16 –23, in: Das Parlament, 13. 04. 2001 / B 16-17, 2001, S. 19.
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2 Hauptteil
2.1 Verständnis von Politik im Liberalismus und Kommunitarismus
2.1.1 Liberales Politikverständnis
Für Liberalismus besteht keine allgemein verbindliche Definition. Dennoch kann angefügt werden, dass die wesentlichen Elemente liberaler Theorie zu Selbstverständlichkeiten heutiger demokratischer Systeme und Staaten geworden sind, sich liberales Denken somit durchgesetzt hat. Historisch gesehen war die Aufklärung der Ausgangspunkt sowie der aufkommende Rationalismus im 17. und 18.Jahshundert. „Der Grundzug der Aufklärung ist ein tiefer Drang nach Befreiung von der Last der Tradition und dem Zwang der Autoritäten.“ 5 Zum ersten Mal gewann der politische
Liberalismus in der französischen Revolution von 1789 an großer Bedeutung und Macht und strahlte seitdem auf ganz Europa aus. Die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrecht vom 26. August 1789 prägte sich am stärksten ins allgemeine Bewusstsein. 6 Diese Strömung ist sehr eng mit der Betrachtungsweise verbunden, dass
die Vernunft autonom ist und deshalb Maßstab zur Beurteilung aller Dinge. 1927 meinte Ludwig von Mises: „Der Liberalismus ist keine abgeschlossene Lehre, er ist kein starres Dogma; er ist das Gegenteil von allem: er ist die Anwendung der Lehren der Wissenschaft auf das gesellschaftliche Leben der Menschen.“ 7 Der Wille zur
Selbsterhaltung, zum Egoismus, zum Besitz- und Freiheitsstreben ist eine anthropologische Grundannahme. 8
Vordergründig zielt das liberale Freiheitsverständnis auf die Begrenzung der Staatsgewalt ab, die oftmals eine Zwangsgewalt in der Gesellschaft darstellt. Denn der Staat soll der Macht beraubt werden, die wirtschaftlichen Handlungen des einzelnen zu lenken und zu kontrollieren. Erhalten bleiben soll die Freiheit, eigene Ziele und zu bestimmen und Handlungen zu wählen bei der Vollendung eines individuellen 5 Knoll, Joachim H.: Liberalismus. München: Beck 1981, S. 90.
6 Fenske, Hans: Politisches Denken von der französischen Revolution bis zur Gegenwart. in: Fenske, H./ Mertens, D./ Reinhard, W./ Rosen, K., 1997: Geschichte der politischen Ideen. Frankfurt/Main: Fischer- Taschenbuchverlag, 1997, S. 381.
7 Mises, Ludwig von, 1993: Liberalismus, [1927], S. 90.
8 Döhn, 1998, S. 163.
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Wunsches. Weitere zentrale Anliegen sind die Forderung nach persönlicher Freiheit und die Respektierung der Einzelpersönlichkeit. „Die Liberalen verstanden unter Freiheit also notwendigerweise eine Freiheit unter dem Gesetz, welches die Freiheit des einzelnen soweit beschränkt, dass gleiche Freiheit für alle erreicht wird.“ 9 Gemeint war
hier nicht die Freiheit des isolierten Einzelwesens, sondern besonders die Freiheit, die in einer Gesellschaft möglich ist und die notwendigerweise durch Regelungen beschränkt werden muss, um die Freiheit der anderen zu schützen (positive Freiheit).
Gesetze sollten und mussten „allgemeine Regeln individuellen Verhaltens sein, auf jedermann anwendbar, gültig für eine unbekannte Anzahl zukünftiger Fälle, sie mussten den geschützten Bereich des einzelnen definieren und deshalb im wesentlichen Verbote sein, nicht aber besondere Anordnungen.“ 10 Es geht also im Wesentlichen um die
Unantastbarkeit der natürlichen Rechte des Individuums und der Gewaltenteilung, einem weiteren liberalen Grundsatz.
Die Befähigung des einzelnen soll dahin gehen, seine Kenntnisse und Fähigkeiten für seine selbstgewählten Ziele einzusetzen um somit zur Wohlfahrt der anderen beizutragen.
Ein wichtiger Punkt bei diesen Betrachtungen ist das Verhältnis von Liberalismus und Gerechtigkeit. Liberale Vorstellungen verlangen lediglich, dass die Bedingungen oder die Spielregeln, durch welche die relativen Positionen der verschiedenen Menschen bestimmt werden, gerecht sind, jedoch nicht, dass die Ergebnisse dieses Prozesses im einzelnen für die verschiedenen Menschen gerecht sind.
Das für den Liberalismus prägende Begriffspaar Freiheit und Gleichheit seit der französischen Revolution wird bei den Liberalen zugunsten der Freiheit entschieden. Denn die Gleichheit gilt allenfalls als Rechtsqualität. 11 9 Hayek, F. A. von: Liberalismus. Tübingen: Mohr 1997, S. 22.
10 Hayek, F. A. von: Liberalismus. Tübingen: Mohr 1997, S. 25.
11 Knoll, Joachim H.: Liberalismus. München: Beck 1981, S.92.
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Daniel Fischer, 2002, Ist Aristoteles ein Vordenker des Liberalismus oder des Kommunitarismus?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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