Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Landeskundlicher Überblick 2
1.1 Geographie 2
1.2 Physische Geographie. 3
1.3 Klima 3
1.4 Geschichtlicher Überblick 4
1.5 Bevölkerungsstruktur 5
1.6 Politische Trends 6
2. Asiatische Werte 8
2.1 Der Begriff Asien’ 8
2.2 Die Debatte der asiatischen Werte’ 8
2.3 Kritik am Modell der asiatischen Werte’ 9
3. Asiatische Werte in der Wirtschaft. 11
3.1 Wirtschaftsentwicklung seit der Unabhängigkeit. 11
3.1.1 Der Tigerstaat und das Fluggänsemodell’ 11
3.1.2 ASEAN. 13
3.2 Das Erfolgsgeheimnis: Konfuzianismus 13
3.3 Wachsende Probleme: Asienkrise 1997 17
3.4 Vision 2020 - Malaysia als Industrienation? 18
4. Asiatische Werte in Politik und Gesellschaft 20
4.1 Die asiatische „Demokratie“? 20
4.2 Asiatische Werte in der Politik. 21
II
4.2.1 Deregulierungsmaßnahmen 21
4.2.2 Polizeigewalt 22
4.2.3 Ethnopopulismus 22
4.2.4 Arbeitsmigranten und Asylsuchende. 23
4.3 Asiatische Werte in der Gesellschaft. 23
4.3.1 Das Frauenbild. 24
4.3.2 Jugend. 24
5. Fazit 26
6. Literaturverzeichnis 27
„Typisch für das westliche Denken:
Da gibt es nur schwarz oder weiß,
da muss alles in einer Konfrontation enden.
Wir glauben an eine Zusammenarbeit unter Gleichberechtigten.
Wir wollen niemanden dominieren,
aber auch von keinem dominiert werden.
Wir wollen nur immer besser, harmonischer leben.“
(Mahathir Ibn Mohamad)
III
Einleitung
In den letzten Jahrzehnten rückte der pazifische Raum in den Blickpunkt der Öffent- lichkeit. Innerhalb von nur einer Generation erreichten viele der Region angehörigen Länder einen wirtschaftlichen Entwicklungsstand, für den die westlichen ‚alten Indust- rieländer’ ein gutes Jahrhundert benötigten. Die gesamte Region ist jedoch, trotz ähnlich abgelaufener Wirtschaftsentwicklungen, in Bereichen wie Politik, Kultur und Religion sehr unterschiedlich geprägt. So gibt es neben den vorherrschenden Demokratien in Japan, Südkorea und Taiwan autoritäre Regime in China oder Vietnam und sogar totali- täre Diktaturen wie in Nordkorea (vgl. KREISEL, MARSDEN, WAIBEL 2003: 7f). Malaysia konnte in den vergangenen zwei Dekaden eine äußerst positive wirtschaftliche Entwick- lung verzeichnen. Noch zu Beginn der 1980er Jahre war es ein Entwicklungsland, doch die malaiische Regierung hat durch ein durchdachtes Konzept das Land zum Schwellen- 1 land gemacht. Daraus entwickelte sich eine Diskussion um das ‚Geheimnis’ dieser
Entwicklung. Die Ideen und Pläne Malaysias, die in der Wirtschaft gut umgesetzt wurden, sind auf politisch und gesellschaftlicher Ebene jedoch auch noch heute mehr als unzureichend. Neben Menschenrechtsverletzungen herrscht z.B. noch immer keine Pressefreiheit.
In der folgenden Arbeit geht um den Umgang mit drei wichtigen Begriffen: Dem ‚asia- tischen Wunder’, den ‚asiatischen Werten’ und der ‚asiatischen Krise’. Nach einem kur- zen landeskundlichen Überblick der Begriff der ‚asiatischen Werte’ erläutert werden. Beginnend mit der Diskussion über dieses Wertesystem wird es im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Malaysias, dem ‚asiatischen Wunder’ und der ‚asiatischen Krise’ erklärt. Zum Ende wird ein Fazit gezogen, in dem das asiatische Wertesystem kritisch betrachtet wird.
1 Diese Diskussion bezog sich auf alle Ost- und Südostasiatischen Länder, die an dem wirtschaftlichen
Erfolg der Region beigetragen haben. Es ist also keine rein malaiische Debatte, soll in der folgenden
Arbeit aber auf Malaysia bezogen werden.
1
1. Landeskundlicher Überblick
1.1 Geographie
Malaysia erstreckt sich über eine Fläche von 329.847 km², auf der 26,5 Mio. Menschen leben. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 79 Einwohnern pro km². Das Gebiet umfasst den größten Teil der Halbinsel Malakka, was den westlichen Teil des Landes darstellt. Der östliche Teil des Landes und somit die Staaten Sarawak und Sabah befinden sich auf der Insel Borneo. Beide Teile Malaysias sind durch das Südchinesische Meer getrennt, weiterhin trennt die Malakkastrasse, welche eine bedeutende und viel befahrene Schiffsroute darstellt, Borneo von Indonesien. Auf der folgenden Abbildung sind dies, sowie die Nachbarländer Malaysias, gut zu erkennen. Diese sind im Wesentlichen Thailand im Norden und Singapur im Süden (Westmalaysia). Ostmalaysia grenzt südlich an Indonesien, im nördlichen Teil des Landes wird das Sultanat Brunei von Malaysia eingeschlossen. Abb.1: Karte von Malaysia
Quelle: www.wikipedia.de
2
1.2 Physische Geographie
Der östliche Teil Malaysias wird von nordöstlicher in südwestlicher Richtung von einem Gebirgssystem durchzogen, dessen höchster Berg der Kinabalu (4101m) auf der Insel Borneo ist. Auf beiden Seiten der Bergkette erstreckt sich aus Sedimenten abgelagertes Küstenflachland mit vielen Sumpfgebieten.
1.3 Klima
Das Klima Malaysias ist äquatorial, welches sich in maximalen Jahresdurchschnittstemperaturen von 32°C, Mindesttemperaturen von durchschnittlich 23°C und einer Luftfeuchtigkeit von ~80% ausdrückt. Zudem ist das Klima durch den Monsun gekennzeichnet. Von April bis Oktober prägt der Südwestmonsun, von Oktober bis Februar der Nordostmonsun das Klima. Niederschlag fällt an 150 bis 200 Tagen im Jahr, meist in der Regenzeit, die von März bis Mai und September bis November vorherrscht. Die folgenden Klimadiagramme verdeutlichen, dass kein erwähnenswerter Temperaturunterschied zwischen den zwei Inseln Malakka und Borneo besteht. Unterschiedlich ist die Niederschlagsmenge: auf Borneo fällt etwas mehr Niederschlag (~3500mm/Jahr) als auf Malakka (~2600mm/Jahr).
Abb. 2: Klimadiagramme von Malaysia
Kuala Terengganu, Malakka Ost Kuala Lumpur, Malakka West
3
Sandakan, Borneo Ost Kuching, Borneo West Quelle: www.wikipedia.de
1.4 Geschichtlicher Überblick
Die Malaiische Halbinsel steht seit den frühen Jahrhunderten nach Christi unter indischem bzw. buddhistischem und hinduistischem Einfluss. Relativ früh, im 15. Jahrhundert, gewann die Stadt Malakka dadurch an Bedeutung, dass sie zum Sultanat ernannt wurde und sich durch gewonnenen Wohlstand zur wichtigsten Hafenstadt Südostasiens entwickelte. Im 16. Jahrhundert fanden erste Kolonialisierungsbestrebungen statt: 1511 eroberten die Portugiesen und 1641 die Niederlande die Halbinsel. Etwa 200 Jahre später traten die Holländer ihre südostasiatische Kolonie an England ab (1824), die wiederum das Gebiet von Penang, Malakka und Singapur von England aus als Kolonie der „Strait Settlements“ verwalteten.
Am 31.8.1957 beendeten die Briten ihre Herrschaft und Malaya wurde unter Premierminister Tunku Abdul Rahman (bis 1970 im Amt) unabhängig. Das heutige Malaysia wurde 1963 als Föderation aus Malaya, Singapur, Sarawak und Sabah gegründet. Singapur allerdings trat 1965 wieder aus der Föderation aus. Zwischen Malaysia und Indonesien entbrannte auf Grundlage der Unabhängigkeit ein Konflikt mit langwierigen Verhandlungen und Kämpfen, da Indonesien ebenfalls Anspruch auf das Gebiet Borneos erhoben hatte. Dieser Konflikt wurde 1966 beigelegt.
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Malaysia, ehemaliges Entwicklungsland und vornehmlich Kautschukexporteur, Agrarland und Rohstofflieferant, erlebte seit den 1980er Jahren ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Die von Thailand ausgehende Wirtschaftskrise im Jahre 1997 erfasste jedoch auch Malaysia und beeinträchtigte die Entwicklungs- und Modernisierungspläne des Premierministers Mahathir Ibn Mohamad. Durch die schlechter werdende wirtschaftliche Situation begannen ethische Konflikte zu schwelen, vornehmlich zwischen Malaien und Chinesen.
Im heutigen Malaysia ist die bedeutendste Stadt nicht mehr die Hafenstadt Malakka. Kuala Lumpur ist inzwischen die wichtigste Stadt, in der sich das Parlament sowie das Finanz- und Handelszentrum befinden. Von größerer Bedeutung ist ebenfalls Putrajaya, wo sich ein Großteil der Regierungseinrichtungen niedergelassen hat.
1.5 Bevölkerungsstruktur
Malaysia hat eine Bevölkerung von 26.5 Millionen, von denen etwa 20 Millionen auf der malaiischen Halbinsel leben (vgl. AUSWÄRTIGES AMT 2006). Eine momentan relativ hohe Bevölkerungswachstumsrate von 2.4% pro Jahr sorgt dafür, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 72 Jahre, die Säuglingssterblichkeit liegt bei 23 Kindern pro Tausend. In Malaysia ist eine sehr heterogene Bevölkerungsstruktur, die aus einer großen Anzahl ethnischer Gruppen besteht, anzufinden. Die Gruppe der Malaien bildet dennoch die Mehrheit. Die Überseechinesen machen etwa 25% der Bevölkerung aus und spielen eine bedeutende Rolle im Handel und in der Wirtschaft. Des Weiteren sind indischstämmige Bewohner anzutreffen (7%), die meist Hindus, Moslems, Buddhisten, Christen oder Sikhs sind (vgl. WWW.WIKIPEDIA.DE)
Indigene, die nicht zur Gruppe der ethnischen Malaien gehören, sind auf der Halbinsel, in Sabah und Sarawak anzufinden. In den letzteren machen sie ungefähr 50% der Bevölkerung aus, auf der Halbinsel sind sie in relativ geringer Zahl anzufinden und werden als Orang Asli bezeichnet.
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Arbeit zitieren:
2006, Malaysia - 'Asiatische Werte' in Wirtschaft und Gesellschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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