1. Einleitung 1
2. Kevin Lynch, „Das Bild der Stadt“ 1
2.1. Grundlagen der Entstehung von Stadtbilden nach Kevin Lynch 2
2.2. Elemente des Stadtbildes 4
2.3. Beziehungen der Elemente untereinander und die zeitliche
Veränderung des Bildes 5
3. Untersuchung von Vorstellungsbildern am Beispiel Berlin 7
3.1. Aufbau der Untersuchung 7
3.2. Beschreibende Analyse mit Erläuterungen 8
3.3. Interpretierende und weiterführende Analyse 9
4. Fazit 11
5. Literaturverzeichnis 12
1
1. Einleitung
In unserer hochtechnisierten westlichen Welt sieht man jeden Tag viele Dinge, die auf der Welt geschehen. In unseren Städten rasen wir mit Höchstgeschwindigkeit von Punkt A zu Punkt B. Die relativen Räume verändern sich für uns mit jeder technischen Neuerung, wie dem Radio, dem Telefon, dem Fernsehen, dem Mobilfunk oder heute dem allgegenwärtigen Internet. Unser Blick schweift in die Ferne, aber wissen wir überhaupt wie unsere allernächste Umgebung aussieht? In unserer Vorstellung kann ein jeder durch seine Wohnung gehen und mehr oder weniger detailliert erzählen wo sich welcher Gegenstand befindet. Können wir dies auch in einem größeren Raum, wie der Stadt in der wir leben? Bei einem Versuch würde jeder schnell feststellen, dass dies viel schwieriger ist. Manche Bereiche der Stadt sind allgemein bekannt und haben sich besser als andere eingeprägt, aber warum ist dies so? Warum kennen wir diesen oder jenen Teil der Stadt? Stadtarchitekten wie Kevin Lynch sehen eine Möglichkeit um diese und weitere Problemstellungen zu beantworten in der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Architektur der Stadt und der Wahrnehmung der Einwohner gibt? Im ersten Teil werden die Anhaltspunkte die Lynch zur Beantwortung dieser Aufgabe findet skizziert. Im Zweiten Abschnitt wird seine Methode anhand einer Untersuchung am Beispiels Berlin durchgeführt. Im abschließenden Fazit wird eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine Bewertung abgegeben.
2. Kevin Lynch „Das Bild der Stadt“
Kevin Lynch, ein Architekt und Berater für Städtebau arbeitete von 1954 bis 1959 am Massachusetts Institute of Technology an einem Versuchsprojekt, daß die anschauliche Form der Stadt zum Gegenstand hatte. Er geht davon aus, daß zwischen Art und Qualität von Architektur und der menschlichen Wahrnehmung Zusammenhänge bestehen. Testpersonen in drei amerikanischen Städten wurden befragt und aufgefordert ein Bild ihrer Stadt zu skizzieren. Sie sollten charakteristische Teile auflisten und ihre Meinung begründen. Aus diesen Informationen setzte Lynch das öffentliche Bild zusammen, welches die Stadt in den Augen ihrer Bewohner hatte. Die Resultate seiner Forschungsarbeit sind in dem 1970 in Deutschland erschienen Buch „Das Bild der Stadt“ ( The Image of a city) zu
2
finden. Hierin benennt er verschiedene Kriterien für die Qualität der visuell erfassbaren Formen einer Stadt und die grundlegenden Elemente des Stadtbildes.
2.1.Grundlagen der Entstehung von Stadtbilden nach Kevin Lynch
Die Ablesbarkeit oder Klarheit der Stadtszene bezeichnet die Leichtigkeit mit der ihre einzelnen Teile erkannt und zu einem zusammenhängenden Muster aneinandergefügt werden können ( Vgl. Lynch 1970,12 ). Um verstehen zu können wie die Umgebung im Zusammenhang mit dem Maßstab der Stadt im Bezug auf Dimension, Zeit und Verzweigtheit steht, darf man sie „...nicht einfach als ein Ding an sich betrachten, sondern so, wie sie von ihren Einwohnern wahrgenommen wird“ ( Lynch 1970,12 ). Für ihre Bewohner besteht in ihrem persönlichen Vorstellungsmuster das strategische Hilfsmittel um sich zurecht zu finden. Das Image ist ein Produkt aus Erinnerungen und den unmittelbaren Erfahrungen. Eine gute Vorstellung der Umgebung in der man sich befindet, gibt gefühlsmäßige Sicherheit. Jetzt könnte man sagen, daß ein unbekannter oder schlecht einzuschätzender Raum, ein Abenteuer sein könnte, jedoch ist es für kaum jemanden reizvoll die Richtung zu verlieren. Dies wird meist nicht der Fall sein, da die Anwesenheit anderer Menschen, Straßenschilder und Karten, eine Orientierungshilfe geben, jedoch für den Preis einiger Anstrengungen und Unsicherheiten. Ein Stadtbild mit „Charakter“ ist für den Bewohner oder den Besucher eines Ortes immer von großen Nutzen. ( Vgl. Lynch 1970,12-13 )
Die Gestaltung des kognitiven Bildes eines Raumes vollzieht sich nach Kevin Lynch in einem Prozess zwischen Beobachter und Umwelt. Der Betrachter verändert seine Vorstellung der Zeit durch hinzufügen von neuen Elementen und/oder Bedeutungsabänderungen von alten Elementen. Durch Umwelteinflüsse, durch bauliche Maßnahmen oder andere Veränderungen bleibt das reale Bild des Raumes seinerseits auch nicht das Gleiche. Außerdem differenzieren die geistigen Entwürfe von Beobachter zu Beobachter. Lynch meint herausgefunden zu haben, daß im Bezug auf Alter, Geschlecht, Erziehung, Beschäftigung, Temperament und Bekanntschaft mit dem Objekt, Gruppen nahezu identische Darstellungen ihrer Umwelt beschreiben und skizzieren. Letztlich schlussfolgert er, daß in allen
3
verschiedenen Projektionen der subjektiven Wirklichkeit einige Gemeinsamkeiten oft vertreten sind, die ein allgemeines Bild ergeben. ( Vgl. Lynch 1970,16-18 )
Identität, Struktur und Bedeutung sind in einem Vorstellungsbild der Umwelt enthalten. Mit Identität ist das Wesen eines Gegenstandes gemeint, es ist das Einmalige, es ist der Unterschied zu einem beliebigen anderem Gegenstand. Folglich hat das Objekt eine räumliche oder strukturelle Beziehung zu einem anderen Gegenstand oder dem Betrachter. Dies bezeichnet man als räumliche Struktur bezeichnet. Seine Bedeutung ist der Sinn oder Zweck der ihm vom Betrachter gegeben wird. Der Berliner Fernsehturm zum Beispiel ist einmalig auf dem Alexanderplatz, einmalig in Berlin. Seine räumliche Beziehung zum Beobachter und seine Bedeutung als Turm, von dem Radio- und Fernsehprogramme ausstrahlt werden ist ersichtlich. Diese Eigenschaften sind in Wirklichkeit eine Einheit, aber für eine Untersuchung macht man den analytischen Kunstgriff und betrachtet vorwiegend Identität und Struktur. Die Bedeutung ist eher sekundär zu betrachten, da der praktische oder gefühlsmäßige Sinn eines Objektes sich von Beobachter zu Beobachter stark unterscheidet. ( Vgl. Lynch 1970,18-20 )
Kevin Lynch konzentriert sich in seiner Untersuchung auf die physischen Qualitäten des Wahrnehmungsbildes. Er definiert hierfür die wichtige Eigenschaft der Einprägsamkeit, jener „... Eigenschaft eines Gegenstandes, die mit großer Wahrscheinlichkeit in jedem Beobachter ein lebendiges Bild dieses Gegenstandes hervorruft“ ( Lynch 1970,20 ). Er meint damit, daß sich Gegenstände den Sinnen des Betrachters klar umrissen und intensiv darstellen. Eine Stadt die wohl geformt, ausgeprägt und bemerkenswert ist, wird Aufmerksamkeit und Teilnahme bei den Wahrnehmenden erregen. Der Begriff meint nicht notwendigerweise etwas Begrenztes oder Augenfälliges, obwohl es möglich ist. Erreicht wird eine starken Bildhaftigkeit durch die Wahrnehmungsumschulung des Beobachters oder durch Umgestaltung der Umgebung. Mit der Veränderung von Wahrnehmungsmustern ist gemeint, dass neue Images gebildet werden können, die wiederum funktioneller sind. ( Vgl. Lynch 1970,20-24 )
Quote paper:
Tim Bormann, 2001, Kevin Lynch: „Das Bild der Stadt“ - Perzeptionstheorie in der planerischen Anwendung, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Gentrification in den neuen und alten Bundesländern
Sociology - Habitation, Urban Sociology
Termpaper, 17 Pages
Über die Aneignung alter städtebaulicher Hüllen durch neue Gesellschaf...
Sociology - Habitation, Urban Sociology
Termpaper, 64 Pages
Der Wert des Märchens für Kinder: Kinder brauchen Märchen
Pedagogy - Miscellaneous Topics
Termpaper, 19 Pages
Suburbanisierung im Raum München
Geography / Earth Science - Economic Geography
Scholary Paper (Seminar), 32 Pages
Die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik
Ursachen und Folgen der staatl...
Sociology - Habitation, Urban Sociology
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Agrobusiness - Wirtschaft in der Landwirtschaft
Ist Agrobusiness ein Weg, Hung...
Geography / Earth Science - Economic Geography
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Stadt und Utopie - Modelle idealer Gemeinschaften
Art - Architecture / History of Construction
Termpaper, 22 Pages
Die Ökonomische Theorie der Demokratie
Neue Politische Ökonomie - Ant...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Die soziale Wohnungspolitik des Bundes
Von der quantitativen Wohnbauf...
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
Bürgerbeteiligung im Agendaprozess
Politics - Political Systems - Germany
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Theorie und Praxis des Bauens der Moderne - Le Corbusier
Art - Architecture / History of Construction
Termpaper, 27 Pages
Tim Bormann has published the text Kevin Lynch: „Das Bild der Stadt“ - Perzeptionstheorie in der planerischen Anwendung
Tim Bormann has uploaded a new text
City Sense and City Design: Writings and Projects of Kevin Lynch
Kevin Lynch, Tridib Banerjee, Michael Southworth
Hameln - Bilder einer Stadt aus acht Jahrhunderten
Bernhard Gelderblom, Joachim Schween, Sigurd Elert
Zeitreise. Bilder einer Stadt. Dresden 1954-1995
Buch anläßlich der gleichnamig...
Christian Borchert
0 comments