Hendrik Grage Kanada
1. Einleitung
Kanada ist ein Land vieler ungenutzter Möglichkeiten und erfreut sich seit langem größter Beliebtheit als Reiseland. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst im ersten Kapitel die geographischen Besonderheiten Kanadas erläutert. Die großen Landflächen, die Ausdehnung Kanadas und die geringe Einwohnerdichte stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Klima und die damit verbundene Vegetation schließen die Erläuterungen im ersten Kapitel ab.
Im zweiten Kapitel wird der Fokus auf die Wirtschaft Kanadas gerichtet. Die große Landfläche mit dem natürlichen Ressourcenvorkommen beherrschen die Wirtschaft Kanadas.
Die Waldnutzung, der Bergbau, die Landwirtschaft und die Tourismuswirtschaft sind die fundamentalen Stützen der kanadischen Wirtschaft. Kanada verfügt über ein effizientes Verkehrssystem, dass die Probleme der langen Transportwege von der Urproduktion zur weiterverarbeitenden Industrie gelöst hat.
Das dritte Kapitel beinhaltet eine Auswahl touristischer Attraktionen Kanadas. Insbesondere die Nationalparks Banff, Jasper und Wood Buffalo, die Niagarafälle oder aber auch Toronto und Québec fallen in den Besucherstatistiken auf.
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2. Geschichte
Wikinger landeten um das Jahr 1000 zum erstenmal an der kanadischen Küste und entdeckten damit Amerika. Später ging das Wissen um den Erdteil verloren, und erst nachdem Kolumbus 1492 den Erdteil neuentdeckte, steuerten wieder Europäer die Küsten Kanadas an. 1540 nahm dann der Franzose Jacques Cartier einen Teil Kanadas für Frankreich in Besitz. Aber erst 100 Jahre später begann Frankreich ernsthaft mit der Kolonisation. Ständige Kämpfe mit den Indianern erschwerten die Ansiedlung französischer Bauern und Handwerker. 1674 übernahm Frankreich die Verwaltung, und Kanada erhielt eine eigene Regierung, die streng katholisch und feudalistisch war.
Zu einem harten Kolonialkrieg zwischen Engländern und Franzosen kam es in Kanada im 18. Jahrhundert. Der Krieg 1755-63 stand im Zusammenhang mit dem europäischen Siebenjährigen Krieg (1756-63). Da dieser Krieg für die Franzosen einen unglücklichen Ausgang nahm, wurden die Engländer zu Herren d es nordamerikanischen Kontinents und zur ersten Kolonialmacht der Welt.
Als 1776 die englischen Kolonien Nordamerikas sich von ihrem Mutterland lossagten und sich zu den Vereinigten Staaten zusammenschlossen, blieb das vorwiegend französisch besiedelte Kanada England treu. 1791 erhielt Kanada eine neue Verfassung mit einem eigenen Parlament und eigenem Gouverneur. Nach ihr wurde Kanada in Ober- und Unter-Kanada aufgeteilt. Nach dem Versuch der USA 1812/14 Kanada zu besetzen, wurden 1840 beide Provinzen vereinigt und Kanada erhielt eine neue freiheitliche Verfassung. 1867-80 wurden alle englisch-nordamerikanischen Kolonien mit Ausnahme Neufundlands, das erst 1949 beitrat, zu einem Bundesstaat, dem „Dominion of Canada“, vereinigt. 1926 erreichte Kanada seine volle Selbstständigkeit im Rahmen der Britischen Völkergemeinschaft. 1945 wurde Kanada Mitglied der UN, 1949 der NATO. 1949 schloss sich das Dominion Newfoundland Kanada als 10. Provinz an.
Eine Verfassungsreform, die Kanada die völlige Souveränität und eine Charta der Bürgerrechte brachte, trat im April 1982 in Kraft.
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3. Allgemeine geographische Faktoren
Bevölkerungszahl: Bevölkerungsdichte: 3 pro km² Hauptstadt: Einwohner: Sprache: Währung: Zeitzone: MEZ -4 bis -9 Stunden
Kanada (amtlich „Canada“) ist mit einer Landfläche von 9.976.140 km² nach Russland (17.075.000 km²) größter Staat der Erde.
Der südlichste Punkt Kanada liegt bei 41°41’ nördlicher Breite, der nördlichste bei 83°7’ nördlicher Breite, der östlichste 52°37’ westlicher Länge und der westlichste bei 141° westliche Länge. Das Land erstreckt sich über rund 5.500 km vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean (sechs Zeitzonen). Die Nord-Süd-Ausdehnung von der Nordspitze der Ellesmere-Insel bis zu den Niagarafällen beträgt 4.600 km. Hinsichtlich seiner Fläche ist Kanada mit Europa bis zum Ural vergleichbar. Höchster Punkt ist der Mount Logan (6.050 m ü.d.M.) im Nordwesten des Landes.
Mehr als vier Fünftel des Flächenstaats sind unbewohnt. In krassem Gegensatz dazu steht die Bevölkerungsdichte in einem knapp 500 km breiten Streifen des Landes, parallel zur US-amerikanischen Grenze. Hier leben knapp 80 Prozent der Einwohner Kanadas, vor allem in dem hochindustrialisierten Räumen Toronto – Hamilton London – Windsor und im Ballungsraum Montréal.
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3.1. Klima
Bezeichnend für Kanadas Klima ist die Verschiedenheit. Temperaturen und Niederschlagsmengen unterscheiden sich je nach Region und Jahreszeit. Im hohen liegen die Temperaturen nur für wenige Monate im Jahr über dem Gefrierpunkt. Doch die meisten Kanadier leben im Süden des Landes innerhalb eines 300 km Streifens entlang der Grenze zu den USA. Dort dauert der Winter höchstens fünf Monate. Der Frühling ist mild, der Sommer heiß und der Herbst angenehm frisch (vgl. Abbildung A1).
Nicht allein der Wechsel der Jahreszeiten bestimmt die unterschiedlichen Außentemperaturen und die Dauer des Tageslichts. Auch die B ewegung der Luftmassen spielen dabei eine Rolle. Die vorherrschend von Westen nach Osten strömenden Luftmassen werden unterbrochen, wenn im Winter kalte, trockene Luft aus der Arktis hereinströmt und wenn im Sommer tropisch warme Luft von Süden her aufzieht. Hinzu kommen meteorologische Einwirkungen durch das Hochgebirge, die weiten Ebenen und die großen Wasserflächen.
Den feuchtwarmen Luftströmungen über den Pazifischen Ozean ist es zu verdanken, dass British Columbia an seiner Westküste des gemäßigtste K lima Kanadas aufweist. Die Kordilleren, zu denen das Küstengebirge und die Rocky Mountains gehören, hindern die feuchtwarme Pazifikluft daran, ins Landesinnere und die Prärieprovinzen zu gelangen. Die feuchte Luft muss entlang der Berghänge und kühlt sich dabei ab. An den Westhängen kommt es dadurch zu großen Niederschlagsmengen, die in den Niederungen als Regen, in größerer Höhe als Schnee fallen (vgl. Abbildung A1). Weit weniger Niederschlag gelangt in die Täler, die zwischen den Gebirgsketten liegen. Hier ist es im Sommer warm oder sogar trockenheiß.
Als Teil der weiten Ebenen in der Mitte Nordamerikas erstreckt sich die kanadische Prärie von den Rocky Mountains nach Osten bis hin zu den Großen Seen. Hier sind die Winter meist kalt, die Sommer sind heiß und die Niederschlagsmengen relativ gering (vgl. Abbildung A1).
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Frühlingsregen und trockenes Herbstwetter haben dazu beigetragen, dass die kanadische Prärie heute eine der wichtigsten Getreideanbaugebiete der Welt ist. Allerdings ist die Landwirtschaft h ier auch Risiken wie Wintererosion, Dürre, schweren Gewittern und Hagelschlag sowie vorzeitigen Herbstfrösten ausgestezt.
Zu den markantesteten Besonderheiten der Präriewinter gehört der „Chinook“, ein warmer, für gewöhnlich trockener Fallwind, der im Süden der Provinz Alberta auftritt. Wenn er von den Rocky Mountains herabfegt, kann es an einem einzigen Tag zu Temperatursprüngen von bis zu 16 °C kommen.
Mehr als die Hälfte der kanadischen Bevölkerung lebt in der Nähe der Großen Seen und am St. Lorenz-Strom. Im Winter fällt in diesen Regionen viel Schnee. Der Sommer dauert hier länger und die Luftfeuchtigkeit ist höher als in irgendeiner anderen Region Kanadas. Die jährliche Regenmenge variiert kaum (vgl. Abbildung A1) und ist so reichlich, dass hier eine der landwirtschaftlich am besten nutzbaren Regionen entstanden ist. Zwischen Mitte Juni und Mitte September liegen die Durchschnittstemperaturen bei 20 °C. Wochenlange Hitzewellen mit Temperaturen von über 30 °C sind hier nicht ungewöhnlich. Als Jahreszeit besonders beliebt ist der Herbst mit seinen sonnigen Tagen und erfrischend kühlen Nächten.
Aufgrund des gleichzeitigen Einflusses von kontinentalen Luftmassen und vom Atlantik heraufziehenden Luftströmungen weist die Atlantikregion das unbeständigste Klima des Landes auf. Im Winter können die Durchschnittstemperaturen stark schwanken, wenn kräftige, vom Atlantik kommende Stürme die arktischen Luftmassen verdrängen. Es fällt relativ viel Schnee, und im Frühjahr und Frühsommer bildet sich häufig dichter Nebel. Im Juli, dem wärmsten Monat, liegen die Durchschnittstemperaturen zwischen 16 °C bis 18 °C.
Nördlich der Prärie und der dichtbevölkerten Region der Großen Seen erstreckt sich borealer Wald über das ganze Land. Hier liegt meist länger als ein halbes Jahr lang Schnee; im Sommer sind nur zwei Monate frostfrei (vgl. Abbildung A1). Mit Ausnahme der Küste von Labrador, wo sich der Einfluss der Atlantikstürme bemerkbar macht, fällt hier nur wenig Niederschlag. Noch weiter im Norden, jenseits
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Arbeit zitieren:
Hendrik Grage, 2001, Kanada, München, GRIN Verlag GmbH
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