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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis............................................................................................... 2
1.Einleitung......................................................................................................... 3
2. Forschungsparadigmen in der Gedächtnispsychologie 5
3.Entwicklung des Gedächtnisses bei Kindern und Jugendlichen. 8
3.1.Gedächtnis bei Säuglingen und Kleinkindern 8
3.2. Gedächtnisentwicklung zwischen 5 und 18 Jahren 9
4. Veränderungen der Gedächtnisleistung in Abhängigkeit vom Alter. 10
4.1. Episodisches Gedächtnis. 10
4.2. Semantisches Gedächtnis 11
4.3. Arbeitsgedächtnis 12
5. Determinanten der Gedächtnisentwicklung 13
5.1. Die Kapazität des Gedächtnisses 14
5.2. Entwicklung von Gedächtnisstrategien 16
5.3. Metagedächtnis 18
5.4. Erwerb bereichsspezifischen Wissens: „Expertenwissen“ 19
6. Zusammenfassung. 21
Literaturverzeichnis 23
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1.Einleitung
Das Gedächtnis ist das Medium aller psychischen Zustände und Prozesse. Wahrnehmen, Lernen, Denken, Emotionen und Motivationen laufen im Gedächtnis ab. Psychische Vorgänge dienen der Steuerung und Kontrolle der Lebensprozesse. Das Gedächtnis sichert die Konsistenz der Steuerung; es verbindet die Gegenwart mit der Vergangenheit und der Zukunft. Annahmen über Gedächtnisstrukturen und Prozesse liegen daher - implizit oder explizitallen Theorien über psychische Prozesse zugrunde. Man kann sich ein Lebewesen, besonders ein so kompliziertes wie den Menschen, ohne Gedächtnis kaum vorstellen. Ohne Gedächtnis wären Wiedererkennen, Zurechtfinden in der Umwelt, Denken und Kreativität nicht möglich. Alles erschiene immer wieder völlig neu und unbekannt. Das Gedächtnis ist ein Instrument, welches dem Menschen gestattet, die vielfältigen Anforderungen aus seiner natürlich gegebenen oder künstlich geschaffenen, physikalischen wie sozialen Umwelt zu bewältigen. Das Gedächtnis ist kein passiver Wissensspeicher, sondern ein höchst aktives Organ, in ständiger Veränderung und Selbstorganisation begriffen. In der heutigen Psychologie wird das Gedächtnis nach drei Gesichtspunkten differenziert. Der erste Aspekt betrifft die drei Phasen eines Gedächtnisprozesses: Enkodierung, Speicherung und Abruf. Beim zweiten Aspekt rücken die Dauer der Informationsspeicherung (kurzzeitige versus permanente Speicherung) und die zugehörigen Gedächtnisstrukturen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Bei der dritten Unterscheidung geht es um unterschiedliche Gedächtnissysteme für verschiedenartige Informationen (zum Beispiel einerseits für Faktenwissen und andererseits für Fähigkeiten). Es gibt Hinweise, dass die jeweils unterschiedenen Prozess- oder Struktureinheiten
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des Gedächtnisses - etwa das Arbeitsgedächtnis gegenüber dem Langzeitgedächtnis - teilweise durch jeweils andere Strukturen im Gehirn vermittelt sind. (Atkinson 2001, S. 262-263)
Aus dem bisher Gesagten ergibt sich folgende Reihenfolge für die Behandlung der einzelnen Themenbereiche:
Zuerst werde ich mich mit den Forschungsparadigmen in der Gedächtnispsychologie (Kapitel 2) auseinandersetzen.
In den darauf folgenden Kapiteln 3 und 4 werde ich ausführlich die wesentlichen theoretischen Grundannahmen der Gedächtnisentwicklung bei Kindern und Jugendlichen sowie die Veränderungen der Gedächtnisleistung in Abhängigkeit vom Alter vorstellen.
Im 5.Kapitel werde ich auf die Determinanten der Gedächtnisentwicklung eingehen.
Bei der Bearbeitung der einzelnen Themenbereiche habe ich mich bemüht, von einer möglichst breiten Basis einschlägiger Veröffentlichungen auszugehen.
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2. Forschungsparadigmen in der Gedächtnispsychologie
Es lassen sich in der Gedächtnispsychologie folgende Strömungen unterscheiden:
• Von den Anfängen bis in die sechziger Jahre dominierte in der Gedächtnispsychologie eine recht einfache, durch die Arbeiten von Ebbinghaus geprägte Vorstellung des Gedächtnisapparates: Er wurde als mehr oder weniger undifferenzierter Speicher (Einspeichermodell) betrachtet, in dem Informationen aufbewahrt werden. Das Interesse der Gedächtnispsychologen zentrierte sich dabei ausschließlich auf die Leistungsfähigkeit und Güte dieses Speichers, welche durch Veränderungen im einzuprägenden Lernmaterial „getestet“ wurde. Diesem Unterfangen verdanken wir eine Reihe auch heute noch eingesetzter Prüf- und Lernverfahren, mit deren Hilfe man versuchte, Gesetzmäßigkeiten der Speicherung aufzudecken. Nicht zuletzt weil hier mehr die „äußeren Umstände“ (z.B. Einprägebedingungen, Lernmaterialien) als das Gedächtnis selbst untersucht wurden, besteht eine gewisse Parallelität zur Lernpsychologie, die sich auch in der für dieses Forschungskonzept eingebürgerten Bezeichnung „Verbales Lernen“ niederschlägt.
• Im Zuge der „kognitiven Wende“ richtete sich die Aufmerksamkeit der Gedächtnisforscher Mitte der sechziger Jahre auf verschiedene Aspekte der Informationsverarbeitung und wandte sich damit Fragen nach der Struktur und der Arbeitsweise des Gedächtnisses zu. Die Analyse des zeitlichen Verlaufs von Prozessen der Informationsaufnahme und Speicherung (z.B. Wie lange muss eine Information dargeboten werden, um gedächtnismäßig erfasst zu werden? Wie viele Informationseinheiten kann man sich unmittelbar behalten? Wann ist eine Information auch langfristig verfügbar?) führte zur Annahme verschiedener Stadien und
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damit der Ausdifferenzierung des Gedächtnisses in voneinander unterscheidbare Komponenten, denen verschiedene Aufgaben und Funktionen zugesprochen wurden ( Mehrspeichermodelle). Seither wird wenigstens zwischen dem Kurz- und dem Langzeitgedächtnis unterschieden. Daneben untersuchten einige Forscher, wie sich die Art und Weise der Informationsverarbeitung (Auf welche Aspekte der Information wird besonders geachtet?) auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Sie fanden mehrere Möglichkeiten der Verarbeitung, welche mit einer unterschiedlichen Behaltensleistung einhergehen (Mehrebenenansatz).
• Die nächste Differenzierung in den Forschungsbemühungen betraf Fragen nach den gespeicherten Inhalten. Während man bis Anfang der 70er Jahre mehr oder weniger stillschweigend davon ausging, dass in unserem Gedächtnis Erfahrungen abgespeichert sind, die wir einmal erlebt haben, „entdeckte“ man nun, dass auch für unser Wissen Gedächtnisleistungen vonnöten sind. Damit war eine wichtige Unterscheidung in die Diskussion eingeführt, nämlich diejenige zwischen episodischem und semantischem Gedächtnis. Das seit den Anfängen der Gedächtnispsychologie untersuchte episodische Gedächtnis besitzt „autobiographischen“ Charakter, d.h. es speichert Informationen, die an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt erfahren wurden (Episoden). Demgegenüber sind im semantischen Gedächtnis (Wissensgedächtnis) Wissensbestände festgehalten (z.B.
Wortbedeutungen, Regeln, Formeln, Fakten aus den verschiedenen Wissensgebieten). Im Rahmen der Untersuchungen zum semantischen Gedächtnis interessierte man sich z.B. für die Form der Repräsentation einfacher Wortbedeutung als auch komplizierter Texte und bezog in die Analyse viele Befunde aus anderen Bereichen - insbesondere der Sprach- und Denkpsychologie - mit ein. Das Gedächtnis wurde nun quasi interdisziplinär und in seiner Beziehung zu anderen kognitiven Erscheinungsweisen untersucht.
Arbeit zitieren:
Olga Alferova, 2006, Gedächtnisentwicklung im Verlauf der Lebensspanne, München, GRIN Verlag GmbH
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