Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
Zwangserkrankung 5
Zwangsgedanken 6
Zwangshandlungen 8
Einordnung der Zwangsstörung nach ICD 10 9
Behandlung, Intervention und Therapie von Zwangsstörungen 10
Therapieansätze 12
Schlusswort 14
Beratungsstellen, Web-Links und Literatur für Betroffene 15
Literaturangabe 16
Internetquellen 16
2
Einleitung
„Sie waschen sich stundenlang die Hände, stopfen ihre Wohnungen bis an die Decken mit Gerümpel voll oder kontrollieren immer wieder Herdplatte und Türschlösser. Weit über eine Million Deutsche leiden unter Zwangshandlungen. Ab wann aber können Ordnungsliebe zum Zwang, Hygienebewusstsein zur Krankheit oder ein Gedanke zur Obsession werden? Mindestens 2-3% der Bevölkerung leiden unter krankhaften Obsessionen, die ihr Leben massiv beeinträchtigen. Verhaltensweisen, die von der Umgebung des Erkrankten oftmals als kleiner Tick oder als "Marotte" angesehen werden, können für die Betroffenen selbst zur Qual werden. Auch Rosemarie wurde ihre Obsession zum Verhängnis. Eines Tages wurde sie direkt aus dem Flugzeug vor den Augen ihrer Familie verhaftet. Was ihre Familie nicht wusste: die Headhunterin litt an Kaufzwang. Um ihre Obsession zu befriedigen, veruntreute sie rund 5 Millionen Euro bei ihrem Arbeitgeber. In ihrer Wohnung stießen die Polizisten auf 800 Barbie-Puppen und entdeckten 80 Kreditkarten. In geheim angemieteten Lagerhäusern hatte Rosemarie außerdem 30 Autos vom Jaguar bis zum Chevrolet und drei Steinway Klaviere eingestellt. Obwohl ihr eine mehrjährige Haftstrafe wegen Veruntreuung droht, empfand Rosemarie ihre Verhaftung allerdings als Befreiung, weil endlich jemand ihren Zwängen ein Ende bot.
Auch der New Yorker Bob ist ein netter Kerl. Er geht gerne in Kneipen, engagiert sich in sozialen Projekten und hat eine Menge Freunde. Allerdings hat er in den letzten dreißig Jahren niemanden mehr zu sich nach Hause eingeladen. Denn seine Wohnung ist bis knapp unter die Decke mit Krempel gefüllt. Mannshohe Zeitungsstapel, Gerümpel und unzählige Plastiktüten haben den Raum eingenommen. Mittlerweile schläft Bob auch direkt auf den Dingen, von denen er sich nicht trennen kann, sein Bett ist längst darunter begraben. Bob leidet an einem Syndrom, das in milder Form etwa bei jedem fünfzigsten auftritt. Er ist ein "Messie" - er leidet am Vermüllungssyndrom. Auslöser sind dabei oftmals traumatische Erlebnisse - wie auch bei Shirley, die nach einem Einbruch in ihr Haus ebenfalls begann, Dinge zu horten. Sie baute sich ein "Nest" um sich dadurch sicherer zu fühlen. In langen und mühseligen Therapien lernen die beiden, sich von ihren Dingen zu trennen.
3
Aber manchmal reicht eine Verhaltenstherapie nicht mehr aus. Extreme Zwangshandlungen können Menschen geradewegs in den Wahnsinn treiben - so wie Claire aus Belgien, die ein Martyrium durchmacht. Nach 22 Jahren mit einem exzessiven Waschzwang sind ihre Hände offene Wunden - jedes Händewaschen ist ein permanenter Schmerz. Neurologen und Biochemiker haben entdeckt, dass Zwangskranke unter einer gestörten Regulation des im Gehirn verbreiteten Botenstoffes Serotonin leiden. Dies bewirkt, dass spezielle, für die Steuerung des Verhaltens entscheidende Schaltkreise des Hirns fehlerhafte Impulse aussenden. Deshalb lässt sich Claire in einer neuartigen Operation Elektroden ins Gehirn implantieren, die sie mit elektrischen Impulsen von ihrem Waschzwang befreien sollen…“ 1
So portraitierte BBC Exklusiv jene Menschen, die Opfer von Zwangsstörungen geworden sind, und zeigte in ihrer Dokumentation „Opfer der Obsession“ was Ärzte und Wissenschaftler mittlerweile tun können, um die zwanghaften Handlungen wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Zwanghaftes Verhalten kann man in vielen Fällen schon im Kindesalter erkennen. Unter bestimmten Umständen kann es dann zum Ausbruch von Zwangserkrankungen kommen. Die Häufigkeit von Zwangserkrankungen wurde lange Zeit unterschätzt. Man nimmt an, dass 1-3% der Bevölkerung in ihrem Leben unter einer Zwangsstörung gelitten haben oder noch leiden.
1 BBC Exklusiv Dokumentation, http://www.dctp.de/archiv/2002/pw36/opfer_der_obsession.shtml
4
Zwangserkrankung
Unter Zwangserkrankungen versteht man seelische Störungen, welche mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können. Alle Ausprägungen haben jedoch das zugrunde Liegen eines Zwangs gemeinsam. Es handelt sich hierbei um Menschen, die durchaus in der Lage sind ein eigenständiges Leben zu führen. Viele von ihnen haben einen geregelten Tagesablauf, gehen einer beruflichen Tätigkeit nach und pflegen gesellschaftliche wie auch soziale Beziehungen. Darum fällt es auch sehr schwer die jeweilige Zwangssymptomatik, als Außenstehender, auf einen Blick zu erkennen. Man versteht unter Zwangsstörungen zwanghafte Gedanken, Verhaltensweisen und Rituale, welche von unseren alltäglichen Marotten und Regeln in zwanghafte Gewohnheiten übergehen. „Bei einer Zwangsstörung können überwiegend oder ausschließlich Zwangsgedanken vorkommen beziehungsweise überwiegend Zwangshandlungen. In den meisten Fällen - bis zu 90% - treten jedoch zwanghafte Gedanken und Handlungen gemischt auf.“ 2
Bis heute gibt es jedoch keinen eindeutigen Nachweis warum Zwänge entstehen. In der Forschung und Therapie lassen sich verschiedene Erklärungsansätze finden. Neurobiologische Ansätze besagen, dass sowohl biologische als auch erbliche Faktoren bei der Entstehung von Zwangsstörungen eine Rolle spielen. Psychologische Ansätze versuchen das Auftreten von Zwängen durch verschiedene Erziehungsstile (Elternhaus, Schule, Religion etc.) sowie durch belastende Lebensereignisse (wie Tod, Scheidung der Eltern, soziale Konflikte etc.) zu definieren. Auch Freuds Theorien kommen in psychoanalytischen Ansätzen zum Einsatz. Man begreift hier Zwänge als Abwehrmechanismen gegen unterdrückte, verbotene Impulse des Unterbewusstseins. Die verschiedenen Erklärungsmodelle verdeutlichen nochmals die Bedeutsamkeit der Forschung, um die Entstehung, den Verlauf und die Behandlung von Zwangsstörungen weiter zu untersuchen. 3
2 Schmidt-Traub, S.: „Zwänge bei Kindern und Jugendlichen“, 2006, S.15
3 Hand, I. & Münchau N.: „Zwangserkrankungen - Fragen und Antworten“, Deutsche Gesellschaft
Arbeit zitieren:
Kerstin Denner, 2007, Zwangserkrankungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Grundformen der Angst nach F. Riemann
Die depressive und zwanghafte ...
Psychologie - Persönlichkeitspsychologie
Seminararbeit, 17 Seiten
Der ursprüngliche Buddhismus und sein erstes Schisma
Ein Unterrichtsversuch in Klas...
Examensarbeit, 43 Seiten
Lerntheorien und ihre Bedeutung für die Entstehung von Panikstörungen ...
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Referat (Ausarbeitung), 23 Seiten
Sexueller Mißbrauch an Kindern im Fokus der Sozialarbeit
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Studienarbeit, 16 Seiten
Kompetenzen in der ambulanten Drogenberatung - Beratungsansätze bei Me...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Wenn aus Liebe Hass wird - die zerstörerische Kraft der Eifersucht
Psychologie - Persönlichkeitspsychologie
Hausarbeit, 21 Seiten
Selbsthilfe bei Angst - Methoden zur Angstbewältigung
Psychologie - Beratung, Therapie
Hausarbeit, 16 Seiten
Sucht - Abhängigkeit von illegalen Drogen (Kokain)
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Sterbephasen von Elisabeth Kübler-Ross
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Einzelbeichte: Modelle für eine zeitgemäße Praxis
Theologie - Praktische Theologie
Hauptseminararbeit, 18 Seiten
Kerstin Denner hat den Text Zwangserkrankungen veröffentlicht
Kerstin Denner hat einen neuen Text hochgeladen
Zwanghafte Persönlichkeitsstörung und Zwangserkrankungen
Therapie und Selbsthilfe
Nicolas Hoffmann, Birgit Hofmann
Der Weg aus der Zwangserkrankung
Bericht einer Betroffenen für ...
Ulrike S., Gerhard Crombach, Hans Reinecker
How to Develop and Promote Successful Seminars and Workshops: The Defi...
Howard L. Shenson, Shenson
The Psychology of Kundalini Yoga: Notes of the Seminar Given in 1932 b...
Carl Gustav Jung, Sonu Shamdasani
0 Kommentare