Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Humes Argumentation 4
2.1 Notwendigkeit 4
2.1.1 Notwendigkeit in der Natur 4
2.1.2 Notwendigkeit im menschlichen Handeln 5
2.2 Freiheit 9
2.3 Freiheit und Notwendigkeit sind vereinbar 9
3 Kommentar 11
1
1 Einleitung
David Hume (1711 - 1776) wurde 24 Jahre nach der Ver oentlichung von Sir Isaac Newtons Philosophiae Naturalis Principia Mathematica\ geboren, in "
einer Zeit, die von den aufstrebenden Naturwissenschaften beherrscht wurde. Man hatte damit begonnen, die Vorg ange in der Natur mit Gesetzen zu beschreiben. Nach diesen Gesetzen mussten auf bestimmte Ursachen notwendig bestimmte Wirkungen folgen. W urde man nur s amtliche Informationen uber
alle materiellen K orper zu einem bestimmten Zeitpunkt kennen, dann k onne man, so nahmen die Naturwissenschaftler an, den Lauf der Welt bis in alle Ewigkeit exakt vorhersagen.
Wenn die materielle Welt streng nach Gesetzen von Ursache und Wirkung regiert wird, und wenn wir Menschen Teil dieser Welt sind, dann sind auch unsere Entscheidungen und Handlungen seit Anbeginn der Zeit vorherbestimmt. Anscheinend im Widerspruch dazu haben wir aber die Vorstellung, frei in unseren Handlungen zu sein, Entscheidungen nach unserem Belieben treen und spontan andern zu k onnen. Wir erleben uns nicht als in all unseren Bewegungen determinierte Materie, sondern als frei entscheidende und handelnde Wesen.
Es scheint, als g abe es nun genau zwei Positionen, die man vertreten k onne: Die Lehre, dass menschliches Entscheiden und Handeln vorherbestimmt sei, den sogenannten Determinismus, und die Lehre, dass sie frei seien, den Indeterminismus. Seit jeher tobt ein heftiger Streit zwischen den Anh angern dieser beiden Lehren. Hume nennt die Frage, ob wir in unseren Entscheidungen frei sind, oder kausal determiniert, sogar the most conten"
tious question of metaphysics, the most contentious science\ (S. 77) 1 . Umso erstaunlicher ist Humes These,
that all men have ever agreed in the doctrine both of necessity "
and of liberty, according to any reasonable sense, which can be
1 Ich zitiere nach dem IV. Band der " Philosophical Works of David Hume\, edited by
T.H. Green and T.H. Grose, 4 Bde., London 1874/75.
2
put on these terms; and that the whole controversy has hitherto turned merely upon words\ (S. 67).
Diese These m ochte Hume im ersten Teil des achten Abschnittes seiner En"
quiry concerning Human Understanding\ 2 belegen. Er versucht zu zeigen, dass das menschliche Handeln einerseits kausal determiniert ist, und dass wir andererseits dennoch frei sind. Damit nimmt Hume eine dritte Position zwischen Determinismus und Indeterminismus ein, die man gew ohnlich als Kompatibilismus (von kompatibel, vereinbar) bezeichnet. Wie der anscheinende Widerspruch zwischen Freiheit und Notwendigkeit aufgel ost werden soll, hat Hume schon angek undigt: Indem man diesen Begrien einen vern unftigen Sinn gibt.
Ich werde im folgenden Abschnitt Humes Argumentation darstellen, indem ich, beginnend mit der Notwendigkeit, erkl are, was Hume unter Freiheit und was unter Notwendigkeit versteht, und warum seiner Ansicht nach menschlichen Handlungen sowohl die eine, wie auch die andere Eigenschaft zukommt. Bei der Darstellung von Humes Notwendigkeitsbegri gehe ich zuerst auf Humes in Abschnitt VII seiner Enquiry\ dargelegten Gedanken "
zur Notwendigkeit bez uglich Naturereignissen ein. Zum Schluss, im letzten Abschnitt, kommentiere ich Humes Position aus meiner pers onlichen Sicht. Humes Ausf uhrungen zur Vereinbarkeit seiner Lehre von der Notwendigkeit mit Moral und Religion behandle ich in dieser Arbeit nicht.
2 Das Buch erschien erstmals 1748, damals noch unter dem Titel " Philosophical Essays
concerning Human Understanding\. Seinen heutigen Titel tr agt es seit 1758.
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Arbeit zitieren:
János Brender, 2006, Die Vereinbarkeit von Freiheit mit Notwendigkeit in David Humes Enquiry concerning Human Understanding, München, GRIN Verlag GmbH
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