Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb 3
2.1 Erstspracherwerb 3
2.2. Zweitspracherwerb 4
2.3. Unterschied Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb 5
2.4. Ungesteuerter/gesteuerter Zweitspracherwerb 5
2.5. Ungesteuerter Zweitspracherwerb 5
2.6. Gesteuerter Zweitspracherwerb 6
2.7. Mischformen 6
3. Die wichtigsten Theorien des Zweitspracherwerb 7
3.1. Identitätshypothese 7
3.2. Kontrastivhypothese 7
3.3. Die „Monitor-Theorie“ von Krashen 8
3.4. Die Pidginisierungstheorie 8
4. Grundgrößen des Spracherwerbs 9
4.1. Antrieb 9
4.2. Sprachvermögen 10
4.3. Zugang 11
4.4. Verlaufsstruktur 12
4.5. Tempo des Erwerbsprozesses 13
4.6. Endzustand 13
5. Zusammenfassung 14
6. Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Wird es uns am besten ermöglicht eine Sprache zu lernen, indem wir aktiv an alltäglicher Kommunikation teilnehmen, oder gelingt dies besser wenn wir nach und nach im Unterricht die Sprachstrukturen vermittelt bekommen? Wäre es vielleicht besser durch Rollenspiele im Unterricht auf die natürliche Kommunikation vorbereitet zu werden, damit einem dann ein besserer Einstieg ermöglicht wird? Wie gut gelingt es uns, ohne vorbereitende Maßnahmen aus der Vielfalt fremder Sprachlaute unser eigenes Ausdrucksrepertoire zu erweitern und inwieweit sind wir dabei auf die Mitarbeit des Kommunikationspartners angewiesen?
Wirklich klare Antworten auf diese Fragen zu erhalten ist sehr schwierig, da der Spracherwerbsprozess von vielen, ineinander verflochtenen Faktoren abhängig ist. Um dem Leser einen Einblick in diese komplexen Strukturen zu ermöglichen, werde ich versuchen, diese etwas näher zu beleuchten und auch einige Rückschlüsse für den Zweitsprachenunterricht zu ziehen. Dazu werde ich hier mit der Klärung der Begriffe Erstspracherwerb und Zweitspracherwerb beginnen und auch die Unterschiede herausstellen, um dem Leser einen ersten Einblick zu verschaffen.
Auf den Zweitspracherwerb werde ich dann genauer eingehen und bezüglich diesem auch die unterschiedlichen Erwerbsformen wie ungesteuerter-, gesteuerter Zweitspracherwerb erläutern. Da der Zweitspracherwerb ein in den letzten Jahren viel umforschtes Thema ist, scheint es mir notwendig, auch die bedeutendsten Theorien über den Zweitspracherwerb vorzustellen. Dem Leser soll so verdeutlicht werden, wie unterschiedlich diese Theorien sind und wie schwer es demnach auch ist, allgemein gültige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Um sich über den Prozess des Spracherwerbs klar zu werden, werde ich abschließend die grundlegenden Faktoren, die ihn steuern, erläutern.
2. Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb
2.1 Erstspracherwerb
Man spricht von einem Erstspracherwerb oder auch Mutterspracherwerb, wenn der Lerner zuvor noch keine andere Sprache erworben hat. Nach der Pubertät ist dieser Lernprozess weitestgehend abgeschlossen, wobei sich der Wortschatz jedoch ein Leben lang vergrößert bzw. verändert. Der Lerner entwickelt mit dem Erwerb der Erstsprache auch seine kognitiven und sozialen Fähigkeiten, was einen wesentlichen Unterschied zum Zweitspracherwerb darstellt. Entwicklung von sozialen Fähigkeiten heißt, dass ihm zugleich auch die moralischen und kulturellen Grundprinzipien einer Gesellschaft vermittelt werden, so dass er Vorstellungen,
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Wünsche und Gefühle in sozial normierter Weise ausdrücken kann. Die soziale Entwicklung und damit die Ausbildung einer sozialen Identität ist somit sehr eng mit dem Erstspracherwerb verbunden. 1
Bei der kognitiven Entwicklung werden grundlegende Sprachelemente wie die Deixis und das Zeitkonzept ausgebildet. Deiktische Ausdrücke beziehen sich auf Personen (ich, du, wir, ihr usw.), auf Zeiten (jetzt, morgen, demnächst usw.), und auf Orte (hier, dort, usw.). Ist diese Entwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen, können für den Lerner seine Äußerungen noch eine völlig andere Bedeutung haben. Gerade im Grundschulalter werden zum Beispiel noch Ausdrücke wie „gestern“ und „morgen“ verwechselt. 2
Im Allgemeinen wird häufig davon gesprochen, dass der Erstspracherwerb weitaus müheloser ist als der Zweitspracherwerb. Hält man sich jedoch die enorme Zeitspanne bis zur Pubertät vor Augen, vermag ich diese Mühelosigkeit etwas in Frage zu stellen. Denn geht man davon aus, dass ein Kind pro Tag etwa 5 Stunden Sprache hört und selber verwendet, was dann in den ersten fünf Jahren etwa 9100 Stunden wären, so ist dies alles andere als ein geringer Zeitaufwand. Vom ersteren Standpunkt ausgehend wurde von Lenneberg die Theorie der „kritischen Spanne“ entwickelt, welche besagt, dass der Erwerb der Sprache während des ersten Lebensjahrzehnt durchaus der günstigste Zeitraum sei. Nach Lenneberg verfügt das Gehirn nur in dieser Zeitspanne über eine gewisse Plastizität, wo sich die Vernetzung von Hirnfunktionen vollzieht. Dadurch werde dem Lernenden eine besondere, leichtere Form des Spracherwerbs ermöglicht. Da der Zeitaufwand jedoch beim Zweitspracherwerb sehr viel geringer ist als beim Erstspracherwerb und sich nach Untersuchungen von Neufeld (1979) gezeigt hat, dass gut motivierte Erwachsene eine Sprache durchaus akzentfrei und perfekt lernen können, lässt dies Lennebergs Theorie in einigen Punkten zweifelhaft erscheinen. 3
2.2. Zweitspracherwerb
Vom Erstspracherwerb unterscheidet man den so genannten Zweitspracherwerb. Man spricht von einem Zweitspracherwerb, sobald der Erstspracherwerb abgeschlossen ist. Der Erwerb einer zweiten Sprache kann natürlich auch schon einsetzen bevor der Prozess des Erstspracherwerbs beendet ist. Allerdings würde man hier eher von einem bilingualen Erstspracherwerb sprechen. Diesen Fall werde ich hier jedoch nicht behandeln, sondern nur auf den ersteren eingehen. 4
1 Vgl. Klein, S16ff
2 Vgl. Albert 2002, online im Internet, S.15ff
3 Vgl. Klein, S.17ff
4 Vgl. Steinmüller, online im Internet
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2.3. Unterschied Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb
Beim Zweitspracherwerb kann das Erlernen der Sprache zum Einen in der Kommunikationssituation bzw. in natürlichen Sprechsituationen erfolgen. Ein solcher Prozess findet zum Beispiel bei Arbeitsimmigranten statt, die ohne Kenntnisse der Sprache in ein Land einreisen und dort durch Kommunikationssituationen die Sprache erwerben. Hierbei wird von ihnen verlangt, dass sie sich alle Regeln der Sprache, ohne Lernhilfen, selber erschließen. Hier lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit zum Erstspracherwerb erkennen. Allerdings erfolgt der Zweitspracherwerb nach unterschiedlichen Vorraussetzungen, welche ich im Folgenden genauer erläutern werde. 5
Im Unterschied zum Erstspracherwerb geht der Zweitspracherwerb nicht Hand in Hand mit der sozialen und kognitiven Entwicklung des Lernenden. Hier ist die soziale Identität bereits weitestgehend festgelegt. Dadurch können gewisse Hindernisse beim Zweitspracherwerb entstehen, da oft der Wunsch vorhanden ist, seine bereits erworbene soziale Identität nicht zu verlieren. Die schon vorhandenen kognitiven Fähigkeiten erleichtern hingegen den Zweitspracherwerb, da hier nicht mehr der zugrunde liegende Mechanismus der Kontextabhängigkeit gelernt werden muss. Der Lernende kann in diesem Fall also auf die bereits erworbenen Fähigkeiten zurückgreifen. Greift man die Theorie von Lenneberg noch einmal auf, so wird klar, dass der Zweitspracherwerb nach der Pubertät nach völlig anderen Gesetzmäßigkeiten erfolge. Dies wirke sich vor allem enorm auf den Zweitsprachunterricht nach der Pubertät aus. Allerdings ist dies sehr zweifelhaft, da wie gesagt viele Punkte seiner Theorie widerlegt werden konnten. 6
2.4. Ungesteuerter/gesteuerter Zweitspracherwerb
Eine zweite Sprache kann unter unterschiedlichen Bedingungen erworben werden. Zum einen kann dies durch Unterricht mit speziell aufgearbeitetem Material geschehen und zum anderen, wie oben bereits angedeutet, durch Kommunikationssituationen.
Im ersten Fall spricht man von dem gesteuerten und im Zweiten von dem ungesteuerten Spracherwerb.
2.5. Ungesteuerter Zweitspracherwerb 7
Wenn eine Sprache ohne systematische Eingriffe von Lehrenden und nur durch alltägliche Kommunikation erworben wird, spricht man von einem ungesteuerten Spracherwerb. Das prototypische Beispiel des Arbeitsimmigranten habe ich bereits erwähnt.
5 Vgl. Albert 2002, online im Internet, S.16ff
6 Vgl. Klein, S.18ff
7 Vgl. Klein, S.28ff
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Quote paper:
Barbara Hermanns, 2006, Ungesteuerter und gesteuerter Zweitspracherwerb, Munich, GRIN Publishing GmbH
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